Rezension – Fluch der Schwarzen Dahlie

In Los Angeles geht ein Serienmörder um, der sich den Mord an der „Schwarzen Dahlie“ zum Vorbild genommen hat und auf ebenso bestialische Art paranormale Wesen umbringt. Der Shifter Cop Ryder Grey wird dorthin versetzt, um Undercover in einem Club zu ermitteln, mit dem alle Opfer in Verbindung gebracht werden können. Dort findet er in der Tochter der Clubbesitzerin und Barkeeperin Cara de Luca eine unerwartete und höchst willkommene Verbündete. Bald fliegen zwischen den beiden die Funken – was die Ermittlungsarbeit nicht erleichtert.

Vielen Dank an NetGalley.de und den Dryas Verlag für dieses Rezensionsexemplar, das ich im Rahmen der 1. #NetGalleyDEChallenge lesen durfte!

Man sollte meinen, dass ich meine Lektion über Romantasy-Romane mittlerweile gelernt habe. In letzter Zeit bin ich nämlich jedes Mal auf die Nase gefallen, wenn ich mich an „neue“ Autorinnen gewagt habe. So ging es mir nun auch mit Fluch der Schwarzen Dahlie, das mich leider nicht überzeugen konnte.

Wenn wir das Ganze mal von hinten aufrollen, hätte man diesem Buch ruhig ein bisschen mehr als 250 Seiten gönnen und dafür ein gescheites Ende liefern können. Denn das ist eine meiner großen Erwartungshaltungen, wenn ich Liebesromane lese, die nicht dick als Trilogie beworben werden: am Ende des Buches ist auch wirklich Schluss – und zwar mit einem befriedigenden Ende! Ich weiß nicht genau, wie sich Verlag und/oder Autorin das hier gedacht haben, an für mich hört das Buch viel zu abrupt und verfrüht auf.

Auch die Charaktere erschienen mir oft sehr konstruiert. Und Ryder ist für einen richtig badass Shifter Cop, der als sehr erfahren dargestellt wird, ein bisschen blind, was die Auflösung des Falles angeht. Denn lange bevor Ryder und seine Cara quasi mit der Nase darauf gestoßen wurden, war ich mir sicher, die Identität des Mörders zu können.

Damit hat dann leider auch der Überraschungseffekt am Ende gefehlt, als besagte Identität auch den beiden Ermittlern aufging. Zusammen mit dem eingangs erwähnten unbefriedigenden Ende, nahm so ein wenig überzeugendes Buch ein ganz und gar dürftiges Ende.

„Nur weil ich eine Frau bin, heißt das nicht, dass ich blöd bin.“
– Cara de Luca (Kindle-Edition Pos. 2040)

Über Natalie Winter:
Natalie Winter war schon immer von Büchern fasziniert und las, bzw. liest, querbeet alle Genres. Ein Germanistikstudium brach sie der Liebe wegen ab und jobbte danach in zahlreichen Bereichen, unter anderem im Einzelhandel und als Babysitterin. Schließlich schulte sie um und wurde Buchhändlerin. Als solche sollte sie über 10 Jahre arbeiten, bevor das „Buchhandlungssterben“ sie dazu zwang, einen neuen Job zu suchen. Sie arbeitete als Texterin, bevor sie 2015 hauptberuflich Autorin wurde.
Quelle: Webseite der Autorin

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Verlagswebseite zum Buch

Taschenbuch: ISBN 
E-Book: ISBN
250 Seiten

Wikipedia-Artikel zu Elizabeth Short, der sogenannten Schwarzen Dahlie


Bildquellen

Cover: Dryas
Autorin: Webseite der Autorin

Rezension – Herzflüstern

Bei Julian will es mit den Mädels nicht so richtig klappen. Noch bei keiner ist der Funke übergesprungen und als dann doch der Funke kommt, ist es bei Markus, dem neuen Praktikanten an seiner Schule. Bald lässt sich das Kribbeln zwischen den beiden nicht mehr leugnen und die beiden kommen sich immer näher.
Doch mit dem Entstehen ihrer Beziehung sehen sie sich plötzlich zahlreichen Problemen gegenüber. Nicht zuletzt ist Julians Mutter entsetzt, dass ihr Sohn schwul ist – plötzlich steht auch Markus‘ Vergangenheit im Raum …

Vielen Dank an NetGalley.de und den Ullstein Verlag für dieses Rezensionsexemplar, das ich im Rahmen der 1. #NetGalleyDEChallenge lesen durfte!

Herzflüstern ist der allererste Gay-Romance-Roman, den ich in meinem Leben gelesen habe. Und ich fand ihn ziemlich gut.

Dazu gehört, dass dieser Roman nicht den „üblichen“ Plot hat. Ich habe in letzter Zeit immer öfter das Gefühl, dass Liebesromane eine 0815-Handlung haben, in der sich die Protagonisten verlieben, zusammenkommen, einer verbockt die Sache und im letzten Viertel verträgt man sich wieder. Dem war hier nicht so. Die beiden haben einige Probleme zu bekämpfen, aber als sie dann einmal zusammen sind, stehen sie auch zueinander.

Gut fand ich auch, dass den Reaktionen von Freunden und Bekannten (und der Angst davor) relativ viel Platz eingeräumt wird. Ich kann mir gut vorstellen, dass dies insbesondere bei Menschen, die in Julians Lage sind, sich also noch nicht geoutet haben, für Bauchschmerzen sorgt. Gefallen hat mir auch, dass Markus, der sich bereits geoutet hat, in diesem Punkt immer Rücksicht auf Julian nimmt und ihn nie zu etwas drängt.

Überhaupt war das Buch gut geschrieben. Alles wird aus der Ich-Perspektive von Julian geschrieben, dementsprechend kann man sich in ihn natürlich besonders gut einfühlen. Gross trifft dabei immer den richtigen Tonfall, angemessen für einen 18jährigen. So hatte ich nie das Gefühl, dass hier jemand anderes als Julian erzählt.

Mein einziger, aber riesiger Kritikpunkt ist, dass das Buch von einer Frau stammt. Katharina Gross ist mit einem Mann verheiratet und demnach höchstwahrscheinlich nicht homosexuell. Hier kommt für mich die „Own voices“-Problematik ins Spiel und so finde ich es schade, dass Ullstein offenbar keine Gay Romance von einem homosexuellen Autor/einer homosexuellen Autorin für die Challenge zur Verfügung gestellt hat.

Über Katharina B. Gross:
Gross wurde 1988 geboren und arbeitet als Bilanzbuchhalterin in einer Steuerberatungskanzlei. Zusammen mit ihrem Mann lebt sie in Niedersachsen.
Quelle: Ullstein

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Verlagswebseite zum Buch

Taschenbuch: ISBN 9783958189713 | 15,00€
E-Book: ISBN 9783958182684 | 3,99€
336 Seiten

Bildquelle

Cover: Ullstein

Rezension – Das Café der kleinen Wunder

Eigentlich würde Nelly niemals eine teure, rote Handtasche kaufen und Hals über Kopf Paris verlassen. Denn eigentlich liebt sie die Langsamkeit und eine solch überhastete Entscheidung entspricht nicht ihrem Wesen. Aber sie ist unglücklich verliebt und das ändert alles. Also macht sie sich kurzerhand auf den Weg nach Venedig – inklusive neuer roter Handtasche. Dort wandelt sie auf den Spuren ihrer Großmutter und findet ein Café, in dem Wunder möglich sind. „Rezension – Das Café der kleinen Wunder“ weiterlesen

London Legends – Zusammengefasst

London Legends von Kat Latham

#1: Knowing the Score (Caitlyn & Spencer)
#2: Playing It Close (Tess & Liam)
#3: Tempting the Player (Libby & Matt)
#3.5: Unwrapping Her Perfect Match (Gwen & John)
#4: Taming the Legend (Camila & Ash)

Ende letzten Jahres durfte ich den dritten Band der Reihe als Rezensionsexemplar auf deutsch lesen und war sehr begeistert! (Meine Rezension dazu könnt ihr HIER lesen.)
Vor kurzem hatte ich das Gefühl, dass ich dringend etwas neues, kurzweiliges aber dennoch gutes zu lesen brauche. Meine Wahl fiel ziemlich schnell auf ein weiteres Buch von Kat Latham aus der „London Legends“-Reihe. „London Legends – Zusammengefasst“ weiterlesen

Rezension – Die Geliebte des Meisterspions

Quelle: LYX
Quelle: LYX

Die Geliebte des Meisterspions | Joanna Bourne | Egmont LYX | erschienen 2012
aus dem Englischen: The Spymaster’s Lady | Übersetzerin: Firouzeh Akhavan-Zandjani
Taschenbuch: ISBN 978-3-8025-8676-7 | 9,99€
E-Book: ISBN 978-3-8025-8915-7 | 8,99€
Leseprobe

Der britische Meisterspion Robert Grey reist nach Frankreich, um die berüchtigte Spionin Annique Villiers aufzuspüren. Durch einen Zufall landen beide in derselben Gefängniszelle und müssen zusammenarbeiten, um sich zu befreien. Robert glaubt, dass Annique wertvolle Informationen über Napoleons geplanten Angriff auf England besitzt. Er will sie deshalb nach London bringen. Doch Annique gelingt es ein ums andere Mal, sich ihm zu entziehen. Und Robert muss schon bald feststellen, dass die schöne Französin tiefere Gefühle in ihm weckt.
Quelle: Verlagswebsite

Dieses Buch konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen. Das größte Problem waren eindeutig die beiden Hauptpersonen. Mit ihnen bin ich einfach durchgehend über die 435 Seiten nicht warm geworden. Im Klappentext und den ersten paar Kapiteln erschien Annique, das Füchschen, mir wie eine starke, unabhängige Frau. Doch dann wird sie plötzlich zu einem kleinen Mäuschen, das ständig einen Mann – natürlich nur Robert! – zum Anlehnen braucht. Zudem war sie mir durchgehend nicht sympathisch. Meistens empfand ich ihr Verhalten nur als unlogisch und nicht sehr freundlich.
Auch Robert reagiert mal so und mal so und ich wusste nie so genau, woran ich jetzt bin. Zu Beginn des Buches hasst er Annique, aber das erledigt sich irgendwann und warum, weiß ich auch am Ende des Buches nicht so genau. Davon einmal abgesehen kam er meiner Vorstellung eines erfolgreichen Spions um einiges näher als Annique.
Das Verhältnis zwischen den beiden war mir ein Rätsel. Als besonders störend empfand ich, dass Annique zwar schon von Kindesbeinen an im Dienst des französischen Geheimdienstes steht, ihre Mutter zeitweise ein Bordell betrieb, sie zugegebenermaßen die Männer gerne verführt um an Informationen zu kommen, aber dennoch Jungfrau ist. Warum müssen die Frauen in den Liebesromanen denn immer Jungfrauen sein? Warum können sie nicht eine Reihe von Liebhabern gehabt haben und ihre Männer verführen, statt andersherum? Und, vielleicht bin ich in diesem Punkt etwas übersensibel, aber besonders die erste Sexszene zwischen den beiden kam mir über weite Längen als nicht einvernehmlich vor. So ging es immer weiter und teilweise habe ich wirklich nur den Kopf geschüttelt über das, was sich zwischen den beiden abspielt.
Auch die Handlung selbst war in meinen Augen bestenfalls überladen, meistens aber verworren und verwirrend. Es wirkte, als wollte die Autorin unbedingt lange über ihr zwei Helden berichten und musste deswegen immer wieder einen neuen Plottwist einführen. Diese waren aber erstens teilweise sehr vorhersehbar und es kam zweitens viel zu oft zu solchen „Überraschungen“, sodass diese dann nicht mehr überraschend waren.

Ich gebe diesem Buch zwei Sterne, da ich sowohl die Grundidee als auch einige Entwicklungen im Buch sehr gut fand, die Geschichte aber mit zunehmender Dauer immer mehr nachgelassen hat und auch die Charaktere mich nicht voll überzeugen konnten.

2Sterne

Rezension – London Legends

Quelle: NetGalley
Quelle: NetGalley

London Legends – Lass uns spielen | Kat Latham | LYX digital | erschienen 2017
aus dem Englischen: Tempting the Player | Übersetzerin: Michaela Link
E-Book: ISBN 978-3-7363-0502-1 | 6,99€

Schon seit Jahren sind Libby und Matt beste Freunde und obwohl es immer mal wieder funkt zwischen den beiden, weigern sie sich, ihre Freundschaft aufs Spiel zu setzen. Außerdem wünscht sich Libby einen ganz anderen Typ Mann. Als Pilotin hat sie ein Jetset-Leben und auch Matt, als professioneller Rugby-Spieler, ist kaum je zuhause. Doch als Matt Libby um Hilfe bittet, entwickelt sich daraus ein Experiment – und  jetzt wollen und können sie einfach nicht mehr zurück zu „nur Freunde“.

Ehrlich gesagt bin ich an dieses Buch vor allem mit der Erwartung gegangen, eine locker leichte Unterhaltung für ein paar Stunden zu haben. Letztendlich bin ich zwar förmlich durch die Seiten geflogen, aber das lag nur teilweise an dem angenehmen Schreibstil, der leicht zu lesen ist. Hauptsächlich lag es daran, dass mich dieses Buch richtig positiv überrascht hat.
Seit meinem Jahr in England bin ich ein großer Fan des Landes. Ein persönlicher Grund, aus dem ich dieses Buch mochte, ist, dass mich viele Kleinigkeiten an Großbritannien erinnert haben und ich mich richtiggehend dorthin zurückversetzt gefühlt habe. Schon allein, dass im Buch ein Tee angeboten wird, wenn Gäste kommen oder die Protagonisten Tee statt Kaffee in sich hineinschütten – wie bekannt mir das vorkommt!
Hinzu kommen aber auch Protagonisten, die mich überzeugen konnten. Insbesondere Libby entspricht nicht wirklich der typischen „Heldin“ eines Liebesromans. Sie ist taff, eine Pilotin, die genau weiß was sie will, dafür hart arbeitet und schon viel erreicht hat. Entsprechend selbstbewusst ist sie. Sie braucht keinen Mann, um für sich zu sorgen. Gleichzeitig ist sie sehr sympathisch und mir schnell ans Herz gewachsen. Ihr Selbstbewusstsein sprengt nicht die Grenzen; insbesondere als sich die Sache zwischen Matt und ihr entwickelt, merkt man, dass sie ins Rudern kommt und nicht so genau weiß, was sie tun soll. Also keine über-selbstbewusste Frau, die exakt weiß was sie will und den Typen eigentlich auch schon in der Tasche hat, sondern eine, die auch mal ins Straucheln kommt und mit der man sich identifizieren kann.
Und dann ist da noch die Dynamik von den beiden, die sich in meinen Augen von vielen anderen Liebesromanen abhebt. Zum einen ist Libby sechs Jahre älter als Matt und – hallo – wann gibt’s das schon in den Romanen?! Ich fand es schön zu lesen, dass dies eine Sache ist, die Matt an ihr liebt. Selbstverständlich liebt er sie auch aus anderen Gründen und findet sie körperlich anziehen, aber ihre Ruhe und Gelassenheit ziehen ihn an und dazu trägt auch die Tatsache bei, dass sie ein bisschen älter ist als er. Außerdem sagt auch Matt über sie, dass sie erst auf den zweiten oder dritten Blick schön wirkt, keine „drop dead“-Schönheit ist, vor der die Männer auf die Knie fallen.
Außerdem merkt man, dass die beiden schon seit Jahren befreundet sind, denn sie kennen sich sehr gut und nehmen sich gegenseitig hoch, wie es nur gute Freunde können. Das ist echt witzig zu lesen und zum Charme des Buches beigetragen. Gleichzeitig schlägt das Buch immer wieder sehr ernste Töne an, die das Buch stellenweise herzzerreißend machen.
Im Buch geht es viel darum, Kompromisse zu finden und die eigenen Ängste zu überwinden. Die Probleme der beiden verschwinden nicht auf magische Weise, nur weil sie zueinander finden. Sie arbeiten zusammen daran, diese zu überwinden und wachsen dadurch zusammen. In Liebesromanen, besonders aus dem YA- und NA-Genre, ist mir in letzter Zeit immer mal wieder aufgefallen, dass in den Büchern mit dem Spaß nicht unbedingt aufgehört, nur weil eine Person, vorzugsweise das Mädel, nein sagt. Zu dem „consensual sex“ gibt es auch einen Haufen (englischsprachiger) Artikel, daher ist das etwas, worauf ich mittlerweile mehr achte. Das war hier nicht der Fall: Es wurde immer von beiden Seiten sehr deutlich gemacht, dass sie es wollen. Zwar werden auch hier Grenzen ausgetestet, aber doch immer zusammen und die Beziehung wächst daran.
Und obwohl zwischen den beiden nicht immer nur Friede, Freude, Eierkuchen herrscht, folgt das Buch nicht dem 0815-Schema von „verlieben – einer baut Mist – versöhnen“. Auch das war in meinen Augen ein Pluspunkt.

Insgesamt kann ich London Legends wirklich nur empfehlen. Es ist eine vergnügliche Lektüre, die mich positiv überrascht hat.

Sie war kein Preis oder Besitz, mit dem er angeben wollte. Sie war eine gute Freundin und wahrscheinlich noch mehr, und er würde sie nicht respektlos behandeln.
– Matt Ogden (36% Kindle-Edition)

5SterneÜber Kat Latham:
Latham wurde in Kalifornien geboren und zog nach dem Uni-Abschluss nach Europa. Zunächst unterrichtete sie einige Jahre Englisch in Prag, danach arbeitete sie in London für eine humanitäre Organisation. Sie hat Abschlüsse in Englischer Literatur und Menschenrechte. Sie schreibt Liebesromane, besonders bekannt ist ihre London Legends-Reihe um ein Rugby-Team. Daneben schreibt und editiert sie für gemeinnützige Organisationen.
Zusammen mit ihrem britischen Ehemann und der gemeinsamen Tochter lebt sie in Holland.
Quelle: Kat Lathams Website

Kaufen könnt ihr das Buch beim Verlag oder auf buecher.de


Vielen Dank an NetGalley.de und den LYX Verlag/Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar!

Rezension – Frigid

Quelle: Piper
Quelle: Piper

Frigid | Jennifer L. Armentrout | Piper | erschienen 2016
aus dem Amerikanischen: Frigid | Übersetzerin: Vanessa Lamatsch
Taschenbuch: ISBN 978-3-492-30985-1 | 9.99€
E-Book: ISBN 978-3-492-97529-2 | 8.99€
Leseprobe

Seit ihrer Kindheit sind Sydney und Kyler beste Freunde. Mittlerweile gehen sie zusammen auf’s College, aber während Sydney die Zeit gerne mit einem guten Buch verbringt, nimmt Kyler alles mit ins Bett, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Im alljährlichen Skiurlaub werden sie von einem Schneesturm überrascht und stecken zusammen in der Skihütte fest. Während Sydney und Kyler sich ihren Gefühlen zueinander stellen, merken sie, dass sie in Gefahr stecken. Denn mitten in dieser abgeschottenen Gegend und meilenweit von Hilfe entfernt, trachtet ihnen offenbar jemand nach dem Leben.

Bisher haben mich Jennifer L. Armentrouts Bücher noch nie im Stich gelassen. Wenn ich ein gutes, nicht zu anspruchsvolles Buch lesen will, dann greife ich bei ihr nicht daneben. So war es auch mit diesem hier, Frigid. Zwar war ich im ersten Augenblick verwirrt, da ich dachte, es wäre ein weiterer Teil der Wait for you-Reihe, dieser Band ist aber der in sich abgeschlossene erste Teil einer neuen Reihe, auch wenn sich die Cover sehr ähnlich sind.
Es gibt einige Dinge, die mir an diesem Buch gut gefallen. Zum einen stört mich schon länger an den Romanen aus dem NA-Genre, dass ihre Protagonisten offenbar eine traumatische Vergangenheit haben MÜSSEN. Ich habe schon ein Weilchen keinen YA- oder NA-Roman mehr gelesen, in dem keine Vergewaltigung, kein prügelnder Vater oder sonst etwas in die Richtung vorkam. Damit will ich nicht sagen, dass diese Themen nicht in Büchern vorkommen sollten. Aber erstens fand ich es zum größten Teil schlecht aufgearbeitet und zum anderen bekommt man langsam das Gefühl, dass man ohne ein Trauma gar nicht mehr glücklich werden kann. Umso besser hat es mir daher gefallen, dass es in Frigid um zwei ganz normale Menschen geht. Weder Sydney noch Kyler haben etwas erlebt, das über die ganz normalen Erfahrungen eines Jugendlichen und jungen Erwachsenen hinausgeht – gescheiterte Beziehungen, Herzschmerz, Alkohol; das übliche eben.

Sich neben einem knisternden Kaminfeuer zusammenrollen und ein gutes Buch lesen? Eher mein Ding.
– Sydney (14% Kindle-Edition)

Ein wirklich großer Pluspunkt des Buches ist Sydney. Sie ist eine Leseratte, ein zuckersüßes Mädel und ich konnte mich oftmals in ihr wiedererkennen. Oben genanntes Szenario wäre für mich der Inbegriff der Perfektion. Außerdem ist sie eher introvertiert und das merkt man auch. Ähnlich wie ich denkt sie viel über die Aussagen anderer nach, macht sich dabei das Leben oftmals auch schwerer als es eigentlich ist. Ich fand ihre Gedankengänge einnehmend und witzig – und konnte mich ständig darin wiedererkennen. Womit sie aber so richtig den Nagel auf den Kopf getroffen hat, war für mich dieser Kommentar:

Was ich jetzt brauchte, war ein richtig gutes Buch – eines mit Tonnen von Sex und Existenzängsten und einem absolut unglaubwürdigen Happy End, das dafür sorgte, dass ich die Story gleichzeitig liebte und hasste.
– Sydney (89% Kindle-Edition)

Mein „Buch für zwischendurch“, wenn ich einfach die Schnauze voll hab von der Welt und weder denken kann noch denken will, dann brauche ich solche Bücher. Dass dies in einem Buch vorkommt, hat mich gefreut. Ich schäme mich dieser „Abschalt-Bücher“ nicht. Aber es wird so perfekt in Worte gefasst, wie ich über die Bücher denke, dass sich Sydney damit zu einer meiner liebsten Protagonisten gemacht hat.
Ansonsten zeichnet auch dieses Buch aus, was die anderen Bücher von Jennifer L. Armentrout auszeichnet: es ist witzig, unterhaltsam und einfühlsam. Die Unterhaltungen zwischen Kyler und Sydney haben mich oft zum Lachen gebracht. Die große Vertrautheit zwischen den beiden, da sie sich schon von klein auf kennen, merkt man ihnen an und ich fand, sie wurde im Buch gut rübergebracht.
Außerdem ist dieses Buch aus zwei Perspektiven geschrieben, Kyler und Sydney kommen abwechselnd zum Zug. Auch das hat mir gut gefallen, da man sich so wirklich gut in beide einfühlen konnte und die Handlungen beider nachvollziehen konnte.
Allerdings ist es mir stellenweise doch zu kitschig geworden und auch das Ende, mit Kylers Tattoo, fand ich ehrlich gesagt ein bisschen lächerlich. Es wurde dann einfach zu viel des Guten.
Auch der weitere Spannungsbogen, der durch die Angriffe auf Sydney und Kyler eingebaut wird, erschien mir manchmal übertrieben und wäre nicht unbedingt nötig gewesen. Ich verstehe, warum Armentrout diesen für ihren Schluss gebraucht hat, aber hätte man die beiden nicht anders zusammenbringen können? Denn was vermeintlich für Spannung sorgen sollte, hat in meinen Augen eher dafür gesorgt, dass die Geschichte entschleunigt wurde.

Insgesamt konnte mich das Buch aber überzeugen und Sydney macht all die kleinen Minuspunkte schnell wieder wett.

5SterneÜber Jennifer L. Armentrout:
Jennifer L. Armentrout wurde 1980 in West Virginia geboren; heute lebt sie dort zusammen mit Ehemann und Hund. Ihr bisher größter Erfolg waren die Wait for you-Reihe unter dem Pseudonym J. Lynn, sowie die Lux-Reihe. Davor schrieb sie schon zahlreiche Young-Adult-Fantasy- und Liebesromane, die international erfolgreich waren.
Quelle: Website der Autorin

Weitere Meinungen zum Buch:

Kaufen kann man das Buch beispielsweise bei buecher.de

Rezension – King

king_er_wird_dich_besitzenKing – Er wird dich besitzen | T. M. Frazier | LYX | erschienen 2016
aus dem Amerikanischen: King | Übersetzerin: Anja Mehrmann
E-Book: ISBN 978-3-7363-0405-5 | 6,99€
Leseprobe

Doe braucht dringend ein Dach über dem Kopf und etwas zu essen. Seitdem sie ohne Erinnerungen an ihr Leben in einem Krankenhaus aufgewacht ist, mangelt es ständig an beidem. Die einzige Chance, die sie sieht, ist eine Party beim einflussreichsten Motorcycle-Club der Gegend. Dort läuft sie Brantley King über den Weg. King ist gerade aus dem Gefängnis entlassen worden und der gefährlichste Mann im ganzen Haufen. Trotz seiner zunächst ablehnenden Haltung wird er zu ihrem Beschützer und Liebhaber. Doch irgendwann wird ihre Vergangenheit eine Rolle spielen und King hat auch ohne sie einen Haufen Probleme.

Nach dem Lesen der Leseprobe hatte ich mich sehr auf dieses Buch gefreut, schien es doch wie ein echtes Bad Boy-Buch. King erschien mir, als würde er nicht zum absoluten Softie werden, weil er sich verliebt.
Tatsächlich bietet dieses Buch so ziemlich alles, was es Schlechtes gibt: Drogen, Prostitution, Vergewaltigung, Mord und die Liste ließe sich noch ein Stück fortsetzen. Langweilig wird es auf jeden Fall nicht, ganz im Gegenteil. Mir war es stellenweise ehrlich gesagt zu viel. Es sind zu viele Ereignisse in zu kurzer Zeit geschehen.
Hinzu kam, dass sich King in meinen Augen zu schnell wandelt. Zu Beginn ist er ein gefährlicher, aufbrausender Ex-Knacki, aber gegenüber Doe verhält er sich sehr schnell sehr freundlich. Und auch das war wieder zu viel – die Veränderung in King ging einfach zu schnell vonstatten.
Zudem wurde ich mit Doe einfach nicht warm. Sie ist mir zu sprunghaft. Einerseits verstehe ich durchaus, dass es sehr verstörend ist, nicht zu wissen, wer man ist. Aber einige Handlungen begründet sie mit ihrem Gedächtnisverlust und bringt dabei eine Argumentationskette auf, die im Großteil des Buches keine Rolle spielt, nicht einmal erwähnt wird.
Auch der Schluss hat mich enttäuscht. Mir ist klar, dass die Autorin die Neugier auf Band 2 wecken will, aber in meinen Augen haben viele Dinge zum Ende nicht zusammengepasst. King entspricht nicht dem King, den man im Rest des Buches kennengelernt hat und auch Does Geschichte hat in meinen Augen keinen Sinn ergeben.
Es gibt aber durchaus auch positives zu berichten. Zum einen fand ich einige der Nebenpersonen richtig cool ausgearbeitet. Kings bester Freund Preppy beispielsweise. Der ist eine Nummer für sich und ihm vereinigen sich auf sehr glaubwürdige Weise ein Krimineller ohne Skrupel und ein Klassenkasper. Er ist witzig und gut drauf, außer man legt sich mit ihm oder King an. Hinzu kommen koksende Großmütter und alte Damen, die ihren Wintergarten dem Koksanbau zur Verfügung stellen.
Gut gefallen hat mir auch, dass tatsächlich schlimme Dinge passieren. In vielen anderen Büchern taucht der Protagonist wie ein dunkler Held auf, um seine Angebetete aus den Fängen des Bösen zu befreien. Doe muss die schrecklichen Erfahrungen wiklich machen. Allerdings verhält sie sich selbst nach furchtbaren Erlebnissen wie einer versuchten Vergewaltigung, als wäre nichts passiert. Entweder diese Frau hat Nerven so dick wie Litfaßsäulen oder bei der Recherche zu diesem Buch ist etwas schiefgelaufen.

Vom Grundsatz her hat King viele vielversprechende Elemente, die es zu einem richtig guten und spannenden Buch hätten machen können. Allerdings lief für mein Befinden vieles nicht ganz rund und letztlich konnten mich auch die Hauptpersonen nicht überzeugen.

„Liebe ist das, was man einem anderen Menschen zuliebe tut, nicht das, was man normalerweise tun würde.“
– Grace (52% Kindle Edition)

2SterneKaufen kann man das Buch beim Verlag oder auf bücher.de (erscheint am 3.11.2016)


Vielen Dank an Vorablesen.de und den LYX Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Rezension – Rockin‘ Midnight #3

Rockin_Midnight3Rockin‘ Midnight – Flaming Heat | Stefanie D. Murphy | Selbstverlag | erschienen 2016
Taschenbuch: ISBN 978-1536890440 | 9.90€
Leseprobe

Die Reporterin Sabrina kann ihr Glück kaum fassen, dass sie die Band Cursed Tears für ein Jahr begleiten darf. Schnell stellt sie fest, dass es doch ein Problem geben könnte, denn zwischen ihr und Drummer Derek fliegen die Funken. Dennoch traut sich keiner der beiden, ihre Gefühle zuzugeben. Sabrina hat immer noch nicht wirklich mit ihrer Vergangenheit abgeschlossen und Derek kann seine Schüchternheit nicht überwinden. Doch wofür hat man schon Freunde …?

In einem kleinen Anfall von Liebesgeschichten-Hunger habe ich mir dieses Buch zugelegt. Obwohl es Band 3 der Reihe ist, kann man es problemlos lesen, ohne die vorherigen Teile zu kennen.
So ganz überzeugen konnte es mich aber nicht. Das wohl größte Problem war, dass mir die Charaktere nicht gefallen haben. Dereks und Sabrinas Verhalten fand ich im besten Falle irritierend, größtenteils aber eher unverständlich. Bei Derek hat mich auch sehr gestört, dass es im Buch – und Klappentext – ständig heißt, er wäre furchtbar schüchtern – aber mir kam er so gar nicht schüchtern vor.
Auch die Probleme, die ihrer Beziehung im Wege stehen – oder Dinge, aus denen sie ein Problem machen – erschienen mir sehr aus den Fingern gezogen. Das man sich Gedanken über die Beziehung macht, ist selbstverständlich. Aber wie diese Gedanken aufgeblasen werden und plötzlich zum Problem werden ohne guten Grund, das war nicht mehr lustig.
Auch wurde meiner Meinung nach zu wenig auf die Umwelt eingegangen. Obwohl Cursed Tears anscheinend eine international erfolgreiche Band sind, scheinen Paparazzi überhaupt kein Problem zu sein und von Fans werden die Jungs auch nicht belagert. Sabrina macht sich ebenfalls keinerlei Gedanken über die Tatsache, dass sie von nun an im Rampenlicht stehen wird.
Toll fand ich aber zwei Dinge. Zum einen waren die Nebenpersonen richtig gut, besonders Tommy und Tess haben es mir angetan. Es hat Spaß gemacht über sie zu lesen und sie haben mir besser gefallen als Sabrina und Derek. Zum anderen gab es insbesondere im Zusammenspiel mit den Nebenpersonen immer wieder lustige Szenen und Wortgefechte.

Dieses Buch hätte eine wirklich schöne Lektüre für zwischendurch sein können, aber die Protagonisten waren leider so gar nicht mein Fall. Dafür haben die Dialoge immer mal wieder für Lacher gesorgt haben.

Ist es nicht erstaunlich, wie schnell man mit seiner Vergangenheit abschließen kann, wenn man nur die richtige Person an seiner Seite hat?
– Sabrina (47% Kindle Edition)

3Sterne

Über Stefanie D. Murphy:
Murphy ist eine deutsche Autorin von New Adult-Romanen, in denen aber auch gerne mal Fantasy, Mystery und andere Genres vorkommen dürfen.
Quelle: Twitter

Kaufen kann man das Buch auf Amazon

Rezension – Trommelfeuer

TrommelfeuerTrommelfeuer | Sabine Fischer | LYX | erschienen 2016
E-Book: ISBN 978-3-7363-0374-4 | 6.99€

Als die Schlagzeugerin Tessa erfährt, dass die bekannteste deutsche Band Four Lives vorübergehend einen Drummer benötigt, erkennt sie dies sofort als einmalige Chancen. Zum einen kann sie mehr Erfahrung für die eigene aufsteigende Band sammeln, zum anderen wäre sie ihre finanziellen Sorgen schlagartig los. Nur einer scheint ein Problem mit der Neubesetzung am Schlagzeug zu haben: Bassist Richie und sie geraten ständig aneinander. Als sie das Problem aus der Welt schaffen will, findet sie sich plötzlich in seinen Armen wieder und diese eine Nacht wird ihr Leben verändern.

Nachdem ich vor kurzem das neue Rockstar-Buch von Nalini Singh verschlungen – und geliebt – habe, hat mich Trommelfeuer sehr angesprochen. Zum einen hat mir gefallen, dass es sich um eine deutsche Band dreht, denn man bekommt nahezu das Gefühl, englischsprachig sein zu müssen, um das gr0ße Glück zu finden. Zumindest scheint es mir, dass die meisten Liebesgeschichten im englischsprachigen Raum spielen. Zum anderen fand ich es toll, dass diesmal beiden aus dem gleichen „Fach“ kommen. Ich kann keinen konkreten Grund nennen, aber dies hat mir zugesagt. Leider konnte das Buch meine Erwartungen nicht erfüllen.
Ein großes Problem stellt die Tatsache dar, dass ich weder mit Tessa noch Richie warm wurde. Ich empfand beide als ziemlich irrational und auch mit ihrer Beziehung ging es mir zu schnell voran. Während sie sich im einen Moment noch anzicken und gar nicht ausstehen können, knutschen sie im nächsten Moment rum und sind gleich darauf zusammen – wo kam das her? Auch viele andere ihrer Handlungen und Reaktionen schienen mir übertrieben. Das war insbesondere bei Tessa der Fall, welche ich als sehr ichbezogen wahrgenommen habe. Gestört hat mich hierbei auch, dass ihr Umfeld ständig sagt, dass sie so unglaublich stark wäre, ich es so aber nicht empfunden habe.
Zudem wurde ein, in meinen Augen, sehr wichtiger Teil ihrer Gefühlswelt gegen Ende des Buches herausgelassen. Dabei dachte ich, dass man diesen Punkt wohl schlecht ignorieren kann – aber in diesem Buch konnte man das.
Dafür gibt es einige Nebenpersonen, welche ich im Laufe des Buches liebgewonnen habe. Besonders Tessas beste Freundin hat es mir echt angetan. Sie war mir unglaublich sympathisch, nicht nur, wie sie mit Tessa umgeht, sondern auch ihre ganzen Lebensumstände.
Was bei mir auf jeden Fall Pluspunkte gesammelt hat, war die Danksagung. In dieser Form habe ich die „Dankesrede“ noch nie gelesen, eine wirklich lustige Idee.
An und für sich muss man sagen, dass sich das Buch gut lesen lässt. Die Irrationalität hat sich in erster Linie auf die Beziehung zwischen Tessa und Richie beschränkt, den Rest der Geschichte habe ich als glaubwürdig und realistisch empfunden. Solange sich die Handlung auf andere Dinge als besagte Beziehung beschränkte, habe ich das Buch gerne gelesen.

„Als Musikerin brauchst du dich nicht zu verstecken.“
– Cleo (11% Kindle Edition)

3SterneÜber Sabine Fischer:
Fischer war Zeit ihres Lebens begeisterte Seglerin und hatte im Ijsselmeer die Idee zu ihrem Debütroman, Sommerblues. Obwohl sie von Kindesbeinen an auch Bücher verschlang, kam der Wunsch, eines selber zu schreiben, erst recht spät, im Jahre 2010. Neben den beiden ersten Bänder der Four Lives-Trilogie, der dritte ist auch schon mehr als eine bloße Idee, hat sich auch mehrere Kurzgeschichten geschrieben.
Die Autorin lebt in Mönchengladbach.
Quelle: Website von Sabine Fischer

Four Lives-Trilogie:
1. Sommerblues
2. Trommelfeuer

Kaufen kann man das Buch bei buecher.de


Vielen Dank an NetGalley und den LYX Verlag für dieses Rezensionsexemplar!