Ein ganz besonderes Jahr

Quelle: Piper
Quelle: Piper

Ein ganz besonderes Jahr | Thomas Montasser | Piper | erschienen 2016
ISBN 978-3-492-30689-8 | 8.99€ (Taschenbuch)
Leseprobe

Über Thomas Montasser:
Montasser wurde 1966 in München geboren, wo er auch heute noch mit seiner Frau und den drei Kindern lebt. Er ist besonders bekannt unter dem Pseudonym Fortunato.
Er studierte Jura, nachdem er Zivildienst in einer Klinik geleistet hatte. Nach dem Studium arbeitete er als Journalist und Herausgeber, insbesondere von Sachbüchern und Ratgebern. 2001 wandte er sich wieder der Literatur zu – sein Roman Die verbotenen Gärten erschien in dem Jahr.
Quelle: Wikipedia

Als Valeries Tante verschwindet, verfügt sie, dass ihre Nichte sich um ihren Buchladen kümmern soll. Diese beschließt, den Laden aufzulösen und ist als Betriebswirtin auch bestens dafür geeignet. Doch dann verfällt sie immer mehr dem Charme der kleinen Buchhandlung und den literarischen Schätzen, welche diese birgt. Eines Tages entdeckt sie ein mysteriöses Buch, das mitten in der Handlung endet. Sie hält es für einen Fehldruck und will es wegschmeißen, bis ein Kunde den Laden betritt, der dieses Büchlein offenbar seit längerem sucht.

Dieses Buch ist eines der Bücher, bei denen es mir unglaublich schwer fällt, eine Rezension zu schreiben. Aus dem einfachen Grund, dass ich sprachlos bin. Und zwar nicht weil das Buch furchtbar schlecht wäre, sondern aus genau dem Gegenteil: es hat mich sehr berührt, diese Geschichte zu lesen.
Es geht darin um etwas, das mir sehr bekannt ist, nämlich die Liebe zu guten Geschichten. Sehr oft konnte ich mich in Valerie wiedererkennen, wenn sie wieder einmal für Stunden in einem Buch versinkt, ohne besonders viel von der Außenwelt wahrzunehmen.
Besonders gefallen hat mir, wie sie sich verändert, nachdem sie den Buchladen übernimmt. Als hätten ihr die Bücher geholfen, festzustellen, was sie eigentlich will in ihrem Leben. Und auch die Idee, die hinter dem scheinbar unvollendeten Buch steckt, fand ich sehr berührend. Man merkt einfach, wie Valerie den Büchern immer mehr verfällt, ohne dabei sich selbst aus den Augen zu verlieren.
Toll fand ich auch, dass zwar regelmäßig Bücher erwähnt werden, die ich nicht kannte, oder an die ich mich noch nicht gewagt habe, aber dass der Autor es trotzdem schafft, dies nicht überheblich wirken zu lassen. Dies mag daran liegen, dass Valerie eigentlich keine Ahnung von Literatur hat und Bücher liest, die ihr gefallen. Dass es sich dabei in erster Linie um anspruchsvolle Literatur handelt, scheint eher Zufall zu sein. So hat dieses Buch in mir den Wunsch geweckt, mich auch einmal an ein paar dieser Bücher zu machen und sie zu lesen – schon allein, weil Valeries Begeisterung sehr ansteckend ist.

Ein Buch zu entdecken, das bedeutete, sich frei über die Notwendigkeiten des Alltags zu erheben und auch das eigene Leben für die Dauer der Lektüre aus dem Hier und Jetzt zu pflücken, um es an einen anderen Ort zu verpflanzen.
(76% Kindle Edition)

5Sterne

Die dunkle Stunde der Serenissima

Quelle: bücher.de
Quelle: bücher.de

Die dunkle Stunde der Serenissima | Donna Leon | Übersetzerin: Christa E. Seibicke | erstmals 2003 auf deutsch erschienen
ISBN 978-3-257-23448-0 | 12,00€ (Taschenbuch)

Über Donna Leon:
Leon wurde 1942 in New Jersey, USA, geboren. Sie studierte dort, in Perugia und Siena. Ab 1965 lebte sie im Ausland und war unter anderem als Reiseleiterin in Rom und Lehrerin, beispielsweise im Iran und in China, tätig. 1992 erschien ihr erster Kriminalroman, ein Jahr später auch in der deutschen Übersetzung, Venezianisches Finale, mit Commissario Brunetti. Seitdem erschien jedes Jahr ein Krimi um Brunetti, die in Deutschland bei Erscheinen jedes Mal die Bestsellerlisten anführen, sie weltweit bekannt machten und bisher in 35 Sprachen übersetzt wurden.
Seit 1981 lebt Donna Leon in Venedig, wo ihre Krimis spielen.
Quelle: Wikipedia

Eine Studentin Paolas bittet Brunetti um Rat. Sie will den guten Ruf ihres Großvaters wieder herstellen, der kurz nach dem Zweiten Weltkrieg verurteilt wurde. Da der Fall so lange zurück liegt, misst Brunetti ihm zunächst wenig Beachtung bei. Kurz darauf wird die Studentin, Claudia, jedoch ermordet. Die Suche nach dem Täter führt Brunetti immer tiefer in Italiens Vergangenheit.

Mir macht es immer wieder Spaß, Bücher über Commissario Brunetti zu lesen.
Das liegt zum einen daran, dass ich hier das Gefühl bekommen, ein sehr authentisches Buch in den Händen zu halten. Das hängt zum einen mit der oft eintönigen Ermittlungsarbeit von Brunetti zusammen. Man kann sich vorstellen, dass es genau so abläuft: der oft recht gemütliche italienische Polizeiapparat, die nicht immer ganz gesetzestreue aber sehr zuverlässige Sekretärin und der Commissario, der oft ein bisschen idealistisch wirkt und sich doch nicht von den Desillusionierungen, die sein Beruf mit sich bringt, unterkriegen lässt.
Zum anderen bekomme ich hier das Gefühl, einen Einblick in die italienische Kultur, die Menschen und ihr Land, zu bekommen. Man spaziert mit Brunetti durch Venedigs Gassen, empört sich mit ihm über die Touristenmassen („Er hatte den Eindruck, als hätten sich die Körpermaße der amerikanischen Touristen in den letzten paar Jahren verdoppelt“, 15% Kindle Edition) und verarbeitet mit ihm die Abgründe der menschlichen Natur. Brunetti ist ein sehr sympathischer Mann, der zwar nie politisch ganz korrekt denkt, manchmal auch nicht so spricht und schon gleich zweimal nicht immer so handelt, aber das macht ihn zum einen auch authentischer und ist zum anderen auch spannend zu lesen. Hinzu kommt bei ihm ein Einfühlungsvermögen, das ich immer wieder erstaunlich finde.
Als Sahnehäubchen gibt es noch Brunettis Familie obendrauf. Die Streitereien zwischen seinen beiden Kindern sind einerseits wirklich lustig, andererseits mir (als Älteste von vieren) sehr vertraut. Und die Ehe mit Paola finde ich toll dargestellt. Die zwei kennen sich fast in- und auswendig, dennoch überrascht Paola ihn immer wieder und sie zeigen sich ihre Liebe mit kleinen Gesten, die mich jedes Mal berühren. Selbstverständlich gibt es auch hier Streitereien (oder, wie meine Eltern es ausdrücken: „Wir diskutieren!“), aber das gehört nun einmal dazu. Und selbst dabei merkt man noch, wie sehr sie einander schätzen.
Auch in diesem Buch behandelt Donna Leon wieder ein heikles Thema: den Umgang mit Kunst unter Mussolini. Dabei geht es nicht nur um die sogenannte „entartete Kunst“, sondern auch um Profithaie, die sich die Not von Juden und anderen Unterdrückten zum Vorteil gemacht haben und wertvolle Kunstwerke unter Wert aufgekauft haben. Das dies immer noch ein äußerst wunder Punkt der italienischen Geschichte ist, ebenso wie die Aufarbeitung der eigenen braunen Vergangenheit, merkt man in den Gesprächen, die Brunetti mit Zeitzeugen führt.
Donna Leon hat die Thematik auf sehr eindrückliche Weise dargestellt und mich oft nachdenklich gemacht. Ich habe aus der Geschichte den Eindruck gewonnen, das der Faschismus in Italien offenbar nie wirklich „ausgestorben“ ist. Und das die Italiener offenbar eine ganz andere Form der Vergangenheitsbewältigung gemacht haben, als dies in Deutschland der Fall war – nämlich Verdrängung. Brunettis Stiefvater, dessen Familie vor Mussolini ins Ausland geflohen war, sagt einmal über die Deutschen: „Spätestens nach dem Ende der Nürnberger Prozesse hätten die Alliierten ihnen ihre Vergangenheit bestimmt nicht mehr unter die Nase gerieben. Aber die Deutschen beschlossen von sich aus, Vergangenheitsbewältigung zu betreiben, wenigstens bis zu einem gewissen Grad. Wir haben das nie getan […].“ Das hat mich besonders nachdenklich gestimmt, denn ich habe so noch nie darüber nachgedacht. Im Geschichtsunterricht wurde diese Vergangenheitsbewältigung als etwas dargestellt, das von den Alliierten kam. Nicht dass das etwas schlechtes wäre. Aber vielleicht zeigt der Unterschied zwischen Italien und Deutschland, der in Die dunkle Stunde der Serenissima gegeben wird, auch auf, welchen Weg Deutschland nach dem Krieg hätte nehmen können. Und ob wir damit wirklich glücklich wären …?

5Sterne

 


HIER klicken zum Kauf bei bücher.de

Die Großen Vier

Quelle: Atlantik Verlag
Quelle: Atlantik Verlag

Die Großen Vier | Agatha Christie | Übersetzer: Giovanni Bandini | Atlantik Verlag | erstmals erschienen 1927 (engl.); diese Ausgabe 2015
ISBN 978-3-455-65053-2 | 10,00€ (Taschenbuch)

Über Agatha Christie:
Agatha Christie wurde 1890 im britischen Torquay geboren und starb 1976 in Wallingford. Sie ist weltweit als die Queen of Crime bekannt und wird in den Verkaufszahlen ihrer Bücher nur von der Bibel und Shakespeare übertrumpft. Insgesamt schrieb Christie mehr als 60 Kriminalromane; daneben sind aber auch einige Kurzgeschichten und Bühnenstücke entstanden. Ihre berühmtesten Figuren sind Hercule Poirot und Miss Marple.
Quelle: Wikipedia

Gerade als Poirot sich auf den Weg nach Südamerika machen will, taucht ein Unbekannter bei ihm auf, murmelt etwas von den „Großen Vier“ und bricht dann zusammen. Kurz darauf ist er tot. Schnell kommen Poirot und sein treuer Freund Captain Hastings einem international agierenden Verbrecherring auf die Spur – und begeben sich in Lebensgefahr, um diesen auszuschalten.

Die Großen Vier ist ein Buch von Christie, das sich ganz schön von den anderen Poirot-Büchern, wie ich sie kenne (und liebe) unterscheidet. Wo man es sonst gewohnt ist, dass Poirot mit den Leuten spricht und dann seine „kleinen grauen Zellen“ bemüht, hat Die Großen Vier mehr Ähnlichkeit mit einem Spionageroman.
Es gibt entschieden mehr Action, als dies sonst der Fall ist – Entführungen, Morddrohungen und lauter kleine Dinge, die Poitor in anderen Büchern als Mummpitz ansieht. Die „kleinen grauen Zellen“ werden zwar auch hier wieder bemüht, allerdings deutlich weniger als ich das gewohnt bin.
Außerdem erschien es mir oft, als hätte dieses Buch unter der Übersetzung gelitten. Ich kann zwar keinen Vergleich anstellen, da ich es nur auf deutsch gelesen habe, aber es kam mir so vor, als hätte man sich hier besonders Mühe gegeben, die Eigenarten Poirots herauszustellen. Das wirkte bemüht und geht im Original subtiler, letztendlich aber eindrücklicher, von Statten.
Gut gefallen haben mir aber die regelmäßigen Wendungen, die weder übertrieben noch unlogisch, aber überraschend sind. Außerdem hat Christie hier mit deutlich mehr Cliffhanger gearbeitet und das hat dem Buch doch Würze gegeben.

Meine Erwartungen konnte dieses Buch zwar nicht erfüllen, da ich mit einem typischen Poirot gerechnet habe, und dies hier nicht der Fall ist. Es hat dennoch Spaß gemacht, es zu lesen und war zudem spannend.

„Es ist ein Fehler, seinen Feind zu unterschätzen.“
– Hercule Poirot (74% Kindle Edition)

4Sterne

 


Zum Einkauf auf der Verlags-Seite HIER klicken.

Lost City of the Incas

Quelle: Orion Books
Quelle: Orion Books

Lost City of the Incas | Hiram Bingham | Phoenix | erstmals erschienen 1952; diese Ausgabe 2003
ISBN 978-1-8421-2585-4 | £9.99

Über Hiram Bingham:
Bingham wurde 1875 in Honolulu geboren und studierte in Yale, Harvard und Berkeley.
In den Jahren 1906 bis 1924 unternahm er sechs Expeditionen nach Südamerika. 1911 stießen er und sein Team auf die Ruinen der Inka-Stadt Machu Picchu. Allerdings konnte er die „Entdeckung“ der Stadt nicht für sich beanspruchen, da bereits über 40 Jahre vorher ein deutscher Entdecker, August Berns, auf die Ruinen gestoßen war. Bingham und sein Team legten die Ruinen jedoch frei und nahmen umfangreiche archäologische Untersuchungen vor.
1924 wurde er Gouverneur von Connecticut und zog noch im selben Jahr in den US-Senat ein.
Bingham war zweimal verheiratet. Von 1900 bis 1932 mit Alfreda Mitchell, der Erbin des Tiffany-Vermögens. Mit ihr hatte er sieben Söhne. 1937 heiratete er seine zweite Frau, Suzanne Carroll Hill.
1956 starb Hiram Bingham in Washington.
Quelle: Wikipedia

In diesem Buch beschreibt Hiram Bingham seine Suche nach Vilcabamba, die Hauptstadt des letzten herrschenden Inka. Dabei stößt er auf die Ruinen von Machu Picchu sowie zwei weitere Inka-Städte.
Dabei geht er nicht nur auf die Reise zu den Ruinen ein, sondern beschreibt auch die Entdeckungen in den Städten, sowie den Aufbau derselben.

Da ich in der Schule für einige Zeit Spanisch gelernt habe und wir dabei auch kurz auf die Geschichte der südamerikanischen Länder eingegangen sind, konnte ich diesem Buch nicht widerstehen, als ich es in der Buchhandlung gesehen habe. Ich finde die Inkas ein sehr interessantes Thema. Meiner Meinung nach gehen sie manchmal ein wenig unter, da für viele die Mayas interessanter scheinen. Aber besonders Machu Picchu würde ich gerne einmal sehen.
Dementsprechend war es für mich sehr reizend, die Geschichte von der „Entdeckung“ Machu Picchus zu lesen.
Mit Hiram Bingham und diesem Buch begibt man sich auf eine kleine Zeitreise in die Zeit der letzten Inka-Herrscher. Denn Bingham geht nicht nur auf die eigentliche Expedition ein, sondern auch auf die Geschichte der letzten Inkas (strenggenommen bezeichnet das Wort „Inka“ nur die herrschende Klasse, nicht das gesamte Volk), sowie deren Kultur und Ursprung. Das war für mich besonders interessant und auch wichtig, da ich wirklich eher wenig Ahnung davon hatte. So konnte man als Laie auch den weiteren Verlauf des Buches verstehen. Vieles davon war sehr erstaunlich, denn letztendlich hatten sie keine modernen Hilfsmittel und haben dennoch Werke vollbracht, die uns vermutlich heute noch vor Herausforderungen stellen würden.
Im Folgenden geht er zunächst auf die Entdeckung von Vitcos ein, wo Manco Cápac II. ermordet wurde. Manco gilt als der einzig bedeutende Inka-Herrscher nach der Eroberung Perus durch die Spanier. Die Anlage wurde entweder von ihm oder Pachacútec Yupanqui, dem Erbauer Machu Picchus, in Auftrag gegeben.
Eigentlich war Bingham auf der Suche nach Vilcabamba. Das Gebiet war der letzte Rückzugsort der Inkas nachdem die Spanier das Inka-Reich erobert hatten. Entdeckt wurde es letztendlich erst in den 1960er Jahren, da das Gebiet sehr schwer zugänglich ist. Noch immer sind Teile davon unerforscht.
Den größten Teil des Buches macht Machu Picchu aus. Hier beschreibt Bingham zunächst, wie er und sein Team die Stadt finden konnten. Dabei geht er auch auf die Lage der Stadt zwischen zwei Berggipfeln, Machu Picchu und Huayna Picchu, sowie die Entdeckung einiger Ruinen auf dem Huayna Picchu ein.
Sein Fokus liegt besonders auf den Entdeckungen von Alltagsgegenständen, sowie dem Aufbau der Häuser. Hierüber schreibt er sehr viel und oft bis ins kleinste Detail. Das hat mich wenig gestört, denn daraus ergeben sich immer mal wieder Abschweifungen in die Kultur der Inkas. Was mich aber immer wieder zur Verzweiflung gebracht bei der Beschreibung dieser Alltagsgegenstände, waren englische Wörter, die mir nicht geläufig waren. Einiges hat sich aus dem Zusammenhang ergeben, aber eben nicht alles. Und teilweise hat mich das auch in meinem Lesefluss gestört.

Alles in allem ist dieses Buch ein schöner Abenteuerroman, so toll geschrieben, dass man sich quasi vorstellen kann, direkt neben Bingham zum ersten Mal Machu Picchu zu sehen und es hat Fernweh in mir geweckt. Am Liebsten würde ich morgen nach Peru reisen, um die berühmten Ruinen selbst einmal zu sehen.

Few people realize how much they owe to the ancient Peruvians.
– Hiram Bingham (S. 23)

5Sterne

Für mehr Informationen, auch zum Kauf: Orion Books

Talking Dirty – Zusammengefasst

Talking Dirty von Jackie Ashenden

#1: Talking Dirty with the CEO (Christie & Joseph)
#2: Talking Dirty with the Player (Judith & Caleb)
#3: Talking Dirty with the Boss (Marisa & Luke)

Nachdem ich bereits ein anderes Buch aus dem Entangeld-Verlag gelesen habe, wurde ich auf diese Reihe aufmerksam und besonders der Klappentext zum ersten Buch hat mir richtig gut gefallen (dafür HIER klicken). Ich hatte anhand des Titels ein Buch erwartet, das sich vornehmlich um Sex dreht. In der Hinsicht wurde ich enttäuscht (oder auch nicht?). Stattdessen hält man eine Liebesgeschichte in der Hand, die ein wenig aus der Rolle fällt. Kennt man es von anderen Liebesgeschichten doch so, dass die Frauen eine traumatische Vergangenheit haben und von den Männern gerettet werden müssen (die natürlich auch „Alpha“-Männer sind, wie es immer so schön heißt), sind es in diesen Büchern doch eher die Männer, die eine größere Last mit sich herumschleppen. Zwar müssen (und können) sie nicht gerettet werden, aber ich hab es doch einmal als nette Abwechslung empfunden.
Ich habe bewusst „eine Last“ gesagt, denn auch das gefällt mir an diesen Büchern gut: Keine der Protagonisten hat eine übermäßig traumatische Vergangenheit, die Vergewaltigungen, Entführungen, Ermordungen und was man sonst noch so kennt, beinhaltet. Auch damit fällt dieses Buch aus der Rolle, denn mittlerweile erscheint es mir oft so, dass die Mädels in den Büchern alle mal vergewaltigt wurden, um sich dann ihr Happy Ending zu verdienen. Das ist klar ein bisschen überspitzt dargestellt, aber warum kann ich keine Bücher finden, in denen zwei ganz normale Menschen, die ein ganz normales Leben führen und geführt haben, zueinander finden?
Eine kleine Sache hat mir doch widerfallen: diese Problemchen, welche die Männer haben, wurden in meinen Augen teilweise zu sehr hochgeschaukelt. Ich bin keine Expertin für diese Dinge (ich will hier ja nicht spoilern), aber manchmal fand ich die Darstellung durch die Autorin übertrieben.
Gut hat mir an diesen Büchern dafür gefallen, wie (und dass) sich die Gefühle zwischen den Pärchen jeweils entwickeln und man das als Leser bemerkt. Sie lassen sich nicht einfach Hals über Kopf in eine Beziehung ein, sondern lernen sich kennen. Und dieses Kennenlernen wird von der Autorin auf so schöne Weise dargelegt, dass ich die Bücher kaum aus der Hand legen konnte und in einem Rutsch durchgelesen habe.

Für mehr Infos: Jackie Ashendens Website
Bildquelle: Entangeld

PS: Irgendwelche Tipps, was Liebesromane mit zwei ganz normalen Personen ohne traumatischen Hintergrund angeht?

Roman eines Schicksallosen

Quelle: Rowohlt
Quelle: Rowohlt

Roman eines Schicksallosen | Imre Kertész | Rowohlt | erstmals 1975 in Ungarn veröffentlicht
ISBN 978-3-499-22576-5 | 9,99€

Über Imre Kertész:
Kertész wurde 1929 in Budapest geboren. 1944 wurde er zunächst nach Auschwitz und von dort nach Buchenwald und letztendlich Zeitz deportiert. Nach der Befreiung im April 1945 kehrte er nach Budapest zurück. Nach dem Abitur arbeitete er als Journalist, später als freier Übersetzer und Schriftsteller. Dabei übersetzte er auch Werke von Nietzsche oder Sigmund Freud. 1953 lernte er seine erste Frau kennen, mit der er bis zu ihrem Tod zusammen war. 1960 begann er mit der Arbeit an Roman eines Schicksallosen. Es zählt zu den wichtigsten Werken über den Holocaust und verhalf ihm weltweit zu Ruhm. Ab 2001 lebte er zusammen mit seiner zweiten Frau in Berlin. Ein Jahr später erhielt er den Literatur-Nobelpreis für sein literarisches Gesamtwerk. Dazu zählen neben Roman eines Schicksallosen noch drei weitere Bücher, die sich um den Holocaust drehen und teilweise autobiografisch inspiriert sind. 2005 wurde Roman eines Schicksallosen verfilmt. 2012 zog er aufgrund seiner Parkinson-Erkrankung nach Budapest zurück, wo er am 31. März 2016 starb.

In Roman eines Schicksallosen verarbeitet Kertész seine Zeit im Konzentrationslager. Aus der Sicht des 15-jährigen György werden Deportation, Selektion und der Alltag, das Überleben, im Konzentrationslager beschrieben. Dabei fehlt diesem Buch aber der Ausdruck von Abscheu und Ablehnung, den man von anderen Büchern zu dem Thema kennt und auch erwartet.

Im Klappentext zu diesem Buch steht:

Es gibt kein literarisches Werk, das in dieser Konsequenz […] der Perspektive eines staunenden Kindes treu geblieben ist.
Rowohlt

Dieser Satz fasst recht gut zusammen, was dieses Buch von anderen Werken über den Holocaust, seien sie nun autobiografisch oder romanhaft, abhebt. Und diese Tatsache macht es ungleich schwerer, das Buch zu lesen. In diesem Buch wird eine Naivität von Seiten des Protagonisten weitergegeben, die manchmal schwer zu ertragen ist. Es ist eines der Bücher, die ich nicht am Stück durchlesen kann. Ich habe immer mal wieder Pausen gebraucht, um die Handlung zu verarbeiten. Besonders schwierig wird es dadurch, dass man als Leser ganz genau weiß, dass sich die Hoffnungen des Protagonisten zerschlagen werden. Und so möchte man manchmal in das Buch hineingreifen, ihn schütteln und ihm sagen, dass die Nazis ihre Versprechen nicht halten und dass eben nicht alles gut wird.
György findet immer eine Begründung für das Verhalten der Nazis und eine Argumentationskette, welche die Vorgänge im Lager auf kranke Art und Weise doch logisch erscheinen lassen. Es mangelt an der Empörung und dem Unverständnis, das man aus anderen Büchern über den Holocaust kennt.
Auch liegt sein Fokus weniger auf den Vorgängen im Lager, sondern mehr auf den Veränderungen, die er und seine Mithäftlinge durchlaufen. Wo zu Beginn noch ein lebensmutiger Jugendlicher den Weg in diese Hölle antritt, steht am Ende eine ausgemergelte Gestalt, die sich bei der Befreiung der Lager mehr darüber freut, dass es wie geplant etwas zu essen gibt, als über die wiedererlangte Freiheit. Diese vollständige Reduzierung auf Überlebensinstinkte erlebt man hierbei Schritt für Schritt mit. Im Nachhinein wirkt dieses sogar um einiges „wahrer“, als die Empörung, die man aus anderen Büchern über den Holocaust kennt. György scheint nicht die Energie zu haben, sich über die Ungerechtigkeiten, die er und seine Mithäftlinge erleiden müssen, aufzuregen.
Die Neue Zürcher Zeitung schreibt zu diesem Roman:

„Gezielt entzaubert der Autor die Mythologie des Leidens, wenn er die komplexe Opfer-Täter-Dynamik herausarbeitet. Wo sie nicht religiös begründet ist, kommt die jüdische Selbstbeschwichtigung im Roman als Rationalisierung daher.“
Schöne Tage in Buchenwald“ von Andreas Breitenstein, NZZ vom 27. April 1996

Die „jüdische Selbstbeschwichtigung“ wird in Roman eines Schicksallosen perfektioniert. Zwar wird auch hier das Hadern mit dem Schicksal und die Unsicherheit der Deportierten über eben jenes dargestellt. Aber dies kommt eher von Seiten Dritter – Györgys Familie, Deportierte im Zug – und nicht vom Protagonisten selber. Er findet immer einen logischen Grund für das Handeln seiner Wärter und beruhigt sich damit selbst. Bis die Quälereien zu einer solchen Selbstverständlichkeit werden, dass er einer guten Behandlung misstrauisch gegenüber steht.
Vielleicht das Einzige, was dieses Buch mit anderen über den Holocaust zu tun hat: es wird wieder deutlich, dass man die Konzentrationslager nur durch Zufall überleben konnte.

Ich möchte mir bei diesem Buch fast nicht anmaßen, eine Bewertung abzugeben. Es ist ein unglaublich aufrüttelndes, nachdenklich machendes und, ja, auch verstörendes Buch über diese Katastrophe des 20. Jahrhunderts – und daher auch ein unglaublich wichtiges Zeitzeugnis. Und wie sollte es mir zustehen, darüber eine Wertung abzugeben. Ich tue es letztendlich trotzdem: weil es so wichtig ist und den Leser in seinen Bann zieht und mich auch jetzt noch nicht – fast einen Monat nach der Lektüre – losgelassen hat.

5Sterne

The Sons of Templar MC – Zusammengefasst

The Sons of Templar MC von Anne Malcom

#1: Making the Cut (Gwen & Cade)
#2: Firestorm (Amy & Brock)
#2.5: Outside the Lines (Macy & Hansen)
#3: Out of the Ashes (Mia & Bull)
#4: Beyond the Horizon (Lily & Asher)

Bei Kaddesschmöker habe ich eine wunderbare Rezension zu einem anderen Motorclub-Buch gelesen (HIER) und damit hatte mich ein Motorclub-Fieber gepackt. Auf Amazon bin ich auf diese Reihe aufmerksam geworden und Making the Cut hat mir so gut gefallen, dass ich im Laufe der letzten Wochen alle Bücher gekauft habe.
In meinen Augen gelingt es Anne Malcom herausragend, die Entwicklung der Gefühle darzustellen. So merkt man, wie sich nach und nach das Vertrauen zwischen den Protagonisten aufbaut und sie sich aufeinander einlassen. Dabei wandelt sich nie der Charakter von Grund auf. Die Biker bleiben nun mal Biker – aber sie lassen ihre Frauen hinter die harte Schale sehen.
Überhaupt sind die Charaktere toll: starke Frauen und Männer, die gerne zoffen, sich durchzusetzen wissen, aber doch auch mal nachgeben. An den Männern hat mir besonders der ausgeprägte Beschützerinstinkt gefallen. Der sorgt zwar immer wieder zu wütenden Partnerinnen, aber der hatte nun mal was 😉 Durchgehend ist der Autorin auch gelungen, wirklich einzigartige Personen zu schaffen. Zwar ähneln sich Männer und Frauen der Bücher in manchen Dingen, aber alles in allem sind sie doch einzigartig. Absoluter Pluspunkt: das merkt man oft sogar am Schreibstil der Autorin, der sich meiner Meinung nach in manchen Dingen in den einzelnen Büchern unterscheidet.
Hinzu kommt ein Sarkasmus und Witz, der mir teilweise die Tränen in die Augen getrieben hat vor Lachen. Die Schlagabtausche, welche sich die Paare liefern sind einfach zum darniederknien – besonders gelungen meiner Meinung nach bei Amy und Brock.
Ich beanspruche nicht für mich, Expertin für Motorclubs zu sein. Ehrlich gesagt bin ich vor den zwei Biker-Serien noch gar nie in Kontakt damit gekommen. Aber für mich war alles verständlich (nicht nur auf die Sprache bezogen) und in meinen Augen war es auch sehr realistisch. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass in irgendeinem Städtle in Amerika solche Biker ihre Runden drehen.

Mit dieser Reihe hält man ein Juwel unter den Indie-Büchern in den Händen. Toll geschrieben, glaubwürdige Handlung und durch eine gehörige Portion Waffen, Blut und Witz auch nie langweilig!

Zu Beyond the Horizon gibt es auf LovelyBooks eine Rezension von mir: HIER klicken.

Mehr Informationen (auch wo man die Bücher erhalten kann) auf der Website der Autorin: Anne Malcom

PS: Gerade habe ich festgestellt, dass Kaddesschmöker auch zu Making the Cut eine Rezension hat – sehr lesenswert. Dafür HIER klicken.

Five Little Pigs

Quelle: HarperCollins
Quelle: HarperCollins

Five Little Pigs | Agatha Christie | HarperCollins | erstmals erschienen 1942
ISBN 978-0-00-712073 | £7.99

Über Agatha Christie:
Agatha Christie wurde 1890 im britischen Torquay geboren und starb 1976 in Wallingford. Sie ist weltweit als die Queen of Crime bekannt und wird in den Verkaufszahlen ihrer Bücher nur von der Bibel und Shakespeare übertrumpft. Insgesamt schrieb Christie mehr als 60 Kriminalromane; daneben sind aber auch einige Kurzgeschichten und Bühnenstücke entstanden. Ihre berühmtesten Figuren sind Hercule Poirot und Miss Marple.
Quelle: Wikipedia

Caroline Crale wurde für den Mord an ihrem Ehemann verurteilt, sie soll ihn vergiftet haben.
Sechzehn Jahre später bittet ihre Tochter Hercule Poirot um Hilfe. Ihre Mutter, mittlerweile im Gefängnis verstorben, hatte ihr einen Brief hinterlassen und darin ihre Unschuld beteuert. Poirot soll nun ein für allemal klären, ob Caroline ihren Mann getötet hat. Letztendlich gab es noch fünf andere Personen, welche die Tat begangen haben könnten. Und während der ganzen Zeit geht Poirot ein Kinderreim nicht aus dem Kopf …

This little piggy went to the market,
this little piggy stayed home,
this little piggy had roast beef,
this little piggy had none,
and this little piggy went wee wee wee all the way home.
– englischer Kinderreim

Nachdem mich Black Coffee nicht wirklich überzeugen konnte, hat Agatha Christie mich mit diesem Buch wieder einmal völlig in Hercule Poirots Bann gezogen.
Dieser Fall unterscheidet sich insofern von anderen Fällen, die ich bereits gelesen habe, dass das Verbrechen 16 Jahre zurückliegt. Das hat aber Poirot wenig gestört, denn die Psychologie, auf die er seine Schlussfolgerungen aufbaut, hat sich nicht verändert.
So wird man wieder von der ersten Seite in einen Pageturner hineingezogen. Das hat wenig mit wilden Verfolgungsjagden zu tun, sondern mehr mit der Spannung, wie der kleine belgische Detektiv und seine „kleinen grauen Zellen“ wohl diesen Fall lösen werden. Auch in diesem Buch wird der Leser an der Nase herumgeführt, sodass die Auflösung eine Überraschung ist und bis zur letzten Seite bleibt. Gut gefallen hat mir allerdings, dass diesmal nicht nur Poirot die Anzeichen bemerkt, die darauf hindeuten, dass vor 16 Jahren nicht alles rundlief bei der Aufklärung.
Die Personen waren wieder glaubwürdig und realistisch dargestellt. Man konnte sie quasi vor sich sehen. Das finde ich immer wieder erstaunlich, wie Christie Klischees und Eigenarten vermischt, sodass eine einzigartige Persönlichkeit entsteht – und das unterschiedliche Personen in unterschiedlichen Büchern sich in dieser Hinsicht nie zum Verwechseln ähnlich sind.
Auch mit dem Schreibstil hatte ich in diesem Buch kein Problem. Ich komme, unvermeidbar, immer besser in das Englische hinein und mittlerweile machen mir auch die Bücher mit etwas altertümlicherem Englisch keine Probleme mehr.

„The people who do us most harm are the people who shield us from reality.“
– Cecilia Williams (S. 214)

5Sterne

Black Coffee – Kurz gefasst

Quelle: HarperCollins
Quelle: HarperCollins

Black Coffee | Agatha Christie; Romanisierung: Charles Osborne | Harper Collins | erstmals erschienen 1998
ISBN 978-0-00-651137-3| £7.99

Über Agatha Christie:
Agatha Christie wurde 1890 im britischen Torquay geboren und starb 1976 in Wallingford. Sie ist weltweit als die Queen of Crime bekannt und wird in den Verkaufszahlen ihrer Bücher nur von der Bibel und Shakespeare übertrumpft. Insgesamt schrieb Christie mehr als 60 Kriminalromane; daneben sind aber auch einige Kurzgeschichten und Bühnenstücke entstanden. Ihre berühmtesten Figuren sind Hercule Poirot und Miss Marple.
Quelle: Wikipedia

Sir Claud Amory’s revolutionary new formula for a powerful explosive is stolen. Locking his house-guests in the library, Sir Claud switches off the lights to allow the thief to replace the formula, no questions asked. When the lights come on, he is dead, and Hercule Poirot and Captain Hastings have to unravel a tangle of family feuds, old flames and suspicious foreigners to find the killer and prevent a global catastrophe.
Quelle: HarperCollins

Agatha Christie schrieb ursprünglich ein Theaterstück mit dem Namen Black Coffee, das erst deutlich später von Osborne in Romanform gebracht wurde. Leider merkt man dies dem Buch zu oft an. Zum einen lässt es die Spannung missen, die ich aus anderen Agatha Christie-Büchern kenne. Obwohl hier keine wilden Verfolgungsjagden stattfinden, fiebert man mit: man möchte nun einmal unbedingt wissen, wer denn nun der Täter ist – und lässt sich dabei regelmäßig von Christie an der Nase herumführen. Es macht einfach einen Reiz der Bücher aus und dieser ging hier leider verloren. Es ist von Anfang einfach zu offensichtlich, wie dieses Buch enden wird.
Zum anderen konnte ich Poirot in diesem Buch nicht wirklich wiedererkennen. Zwar trägt er noch immer sein überragendes Selbstbewusstsein zur Schau und legt noch genauso viel Wert auf Ordnung. Allerdings erschien er mir hier um einiges hochnäsiger und versnobter, als das normalerweise der Fall ist. Zudem hat er sich auch die ein oder andere Verhaltensweise angeeignet, die vorher nie vorkam und mich gestört hat.
Natürlich kommt trotzdem regelmäßig durch, dass dieses Buch auf Agatha Christies Einfällen beruht. Der Hergang dieses Falls ist ziemlich genial und auch, wie er letztendlich aufgelöst wird, hat mir gefallen.

3Sterne

Die kleinen Momente – Kurz gefasst

Quelle: Forever
Quelle: Forever

Die kleinen Momente | Miriam Steyer | Forever | erschienen 2015
ISBN 978-3-95818-046-8 | 2.99€
Leseprobe

Über Miriam Steyer:
Miriam Steyer wurde im Jahr 2000 geboren und lebt in Heppenheim, wo sie das Gymnasium besucht. Die kleinen Momente ist ihr erster Roman. Solange sie mehr Ideen hat, möchte sie weiterschreiben, da es ihr so viel Freude bereitet.
Quelle: Die kleinen Momente

Eines Tages fällt Henri Dupont in dem kleinen Pariser Fotogeschäft “Les petits moments” – “Die kleinen Momente” ein Foto in die Hände, das im Automaten vergessen wurde. Er verliebt sich sofort in die hübsche Frau mit den dunklen Haaren und dem bezaubernden Lächeln. Henri behält das Foto und macht sich mithilfe von Freunden, Nachbarn und Fremden quer durch Paris auf die Suche nach der schönen Unbekannten. Und wie durch ein Wunder findet er sie – doch ist da vielleicht schon alles zu spät?

Bei NetGalley bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden – insbesondere auf den Klappentext, der mich sehr angesprochen hat. Daher habe ich ehrlich gesagt wenig auf den Bravo Girl!-Aufdruck geachtet, der auf dem Cover zu sehen ist. Allerdings kann man sich anhand dessen fast schon denken, was einen erwartet und bekommt, in diesem Fall, auch ganz genau, was man erwartet.
Die Idee finde ich super. Allerdings merkt man während des Lesens eigentlich immer, dass dieses Buch ein Debüt ist und zudem von einem recht jungen Menschen stammt. Rechtschreibfehler gab es zwar keine, aber die Sprache war recht einfach gehalten. Außerdem ging es mir teilweise zu schnell und wurde auch ein wenig zu kitschig. Dieses kleine Büchlein ist einfach sehr vorhersehbar und wird, meiner Meinung nach, zu stark von Zufällen bestimmt.
Man hätte aus der ursprünglichen Idee so viel mehr machen können und ich hatte auch einiges mehr erwartet – selbst dann noch, als ich endlich auf den Bravo Girl!-Aufdruck geachtet habe. So wurden meine Erwartungen enttäuscht. Zugute halten muss man dem Buch allerdings, dass es mich dennoch für ein paar Stunden unterhalten hat und mit kleinen Schätzen aufwarten konnte, wenn es um Paris in der Weihnachtszeit ging.

3Sterne


Vielen Dank an NetGalley.de und Forever für das Bereitstellen dieses Rezensionsexemplars!