Als ich dich fand

Als_ich_dich_fandAls ich dich fand | Catherine Ryan Hyde | Amazon Crossing | erschienen 2015
ISBN 9781503999480 | 9.99€ (Taschenbuch)/4.99€ (Kindle-Edition)
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Über Catherine Ryan Hyde:
Hyde wurde 1955 geboren und wuchs im US-Bundesstaat New York auf. Neben ihrer Tätigkeit als Autorin ist sie auch Referentin und stand bereits mehrmals mit Bill Clinton auf der Bühne. Sie erreichte bereits mehrere Erfolge mit ihren Kurzgeschichten, bevor ihr der Roman Pay it Forward (Das Wunder der Unschuld) 1999 zum Durchbruch verhalf; ein Jahr später wurde das Buch auch verfilmt. Seitdem hat sie mehr als 20 weitere Romane und zahlreiche Kurzgeschichten veröffentlicht.
Hyde ist außerdem eine begeisterte Hobbyfotografin und geht gerne auf Reisen und Wanderungen.
Quellen: Amazon, Wikipedia, Blog

An einem Oktobertag 1960 ändert sich das Leben von Nathan McCann für immer: im Wald findet er ein halbvergrabenes Baby, welches entgegen seiner Erwartungen noch lebt. Der Junge soll bei seiner Großmutter aufwachsen, obwohl Nathan ihn an Kindes statt aufnehmen will. Und Jahre später macht die alte Dame das Versprechen, dass sie ihm gegeben hat, wahr und setzt einen schwierigen, wütenden Teenager bei Nathan ab, der sich ihr gegenüber verschlossen hat, nachdem er die Wahrheit über seine Herkunft erfahren hat.

Dieses Buch hat wirklich gute Rezensionen auf Amazon erhalten und da mich der Klappentext sehr angesprochen hat, habe ich es mir ausgeliehen. Ich hatte vorher noch kein Buch von Catherine Ryan Hyde gelesen und war dementsprechend gespannt, was mich erwartet.
Dieses Buch hat mich wirklich vom Hocker gehauen! Ich hatte wirklich nicht damit gerechnet, von der Geschichte so mitgerissen zu werden – und danach so mitgenommen zu sein! Sie hat mir immer wieder Tränen in die Augen getrieben und mich unglaublich berührt.
Das fängt schon damit an, wie Nathan das Baby im Wald findet und sich im übertragenen Sinne auf den ersten Blick verliebt. Auch wie er sofort bereit ist, sein Leben für das Kind auf den Kopf zu stellen, erschien im Buch absolut logisch und nachvollziehbar.
Immer wieder wird aus der Sicht von Nat erzählt, der nach seinem Finder benannt wurde. Wie dieser langsam das Vertrauen in seine Großmutter verliert und sich zu einem Problemkind entwickelt, wurde auf sehr eindrückliche Weise beschrieben und hat Mitleid mit dem Kind und trotzdem Mitgefühl mit der Großmutter hervorgerufen. Eine Frage stand dabei immer im Raum: Wie hätte man sich selber an ihrer Stelle verhalten? Und so war auch ihr Verhalten absolut nachvollziehbar.
Der Einzige, dessen Verhalten immer ein bisschen kryptisch bleibt, ist Nathan – und Als ich dich fand ist das erste Buch, bei dem diese Aussage etwas positives hat 😉 Letztendlich ist nie ganz klar, was Nathan dazu bewogen hat, Nat aufzunehmen und wie sein eigenes Kind zu behandeln.

Mehr will ich an dieser Stelle gar nicht verraten, denn das wäre spoilern. Hyde hat auf jeden Fall wunderbare Charaktere geschaffen, die einen absolut überzeugen. Für dieses Buch also fünf goldene Sterne und für euch eine dicke Kaufempfehlung!

Er spürte, dass eine Geschichte Form annahm, deren Tragweite noch nicht voll erfasst werden konnte.
– Nathan McCann

goldene_Sterne

Ein Surfer zum Verlieben

Ein_Surfer_zum_VerliebenEin Surfer zum Verlieben | Violet Truelove | Selbstverlag | erschienen 2014
ISBN 9781505386523 | 10.99€
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Über Violet Truelove:
Violte Truelove ist ein Pseudonym der Autorin Viola Plötz. Sie wurde 1979 geboren, studierte Kommunikationsdesign und wurde danach selbständige Hochzeitsfotografin und Designerin. 2014 erfüllte sie sich mit Ein Surfer zum Verlieben ihren Traum vom eigenen Roman, dem noch vier Bücher unter dem Pseudonym Violet Truelove folgten. Als Ava Innings schrieb sie zudem die Waves of Love-Reihe.
Sie lebt mit ihrem Mann und den beiden Kindern im Taunus.

Die Bestsellerautorin Lindsay Lovejoy hat sich gerade ihren Traum vom eigenen Haus auf Hawaii erfüllt – nach dem Erfolg ihres vierten Romans kann sie sich das auch leisten! In ihrer neuen Heimat läuft sie ausgerecht in Warden Palmer, attraktiver Surfstar und Lindsays Schwarm aus Jugendzeit. Dieser ist wenig amused, als er erfährt, dass er Vorbild für eine ihrer berühmten Romanfiguren ist (die sie auch noch Palmer Warden genannt hat – Zweifel an der Patenschaft gibt es also keine). Lindsays größtes Problem: Wie soll sie ihm die expliziten Sexszenen in ihrem Buch erklären? Und so wenig Palmer von eben diesen begeistert ist, muss er sich notgedrungen damit abgeben, insbesondere, da eine angebliche Affäre zwischen den beiden für gute Publicity sorgt. Genau die kann er gerade dringend brauchen, denn seine Freundin hat ihn verlassen und auch sein Hauptsponsor ist abgesprungen.

Über dieses Buch habe ich eine Rezension auf einem anderen Blog gelesen (und ich weiß einfach nicht mehr, wo :/ ) und das hat sich echt gut angehört. Ich finde auch die Idee toll: Ich hätte keine Ahnung, wie ich solche Sexszenen erklären sollte 😀
Und im Großen und Ganzen muss man sagen, dass ich keinen Fehlgriff gelandet habe. Die Charaktere sind glaubwürdig und sympathisch, wenn auch manchmal ein wenig rüpelhaft, und auch das ganze Drumherum hat mir gut gefallen. Ich stecke nicht in einem Autoren-Leben, aber ich hatte das Gefühl, dass die Arbeit, die hinter einem Roman-Projekt steckt, sehr wahrheitsgetreu wiedergegeben wurde. Man hat gemerkt, dass es wirklich viel Arbeit ist, vom Schreiben zu Leben, und eben nicht „nur so Geschreibsel nebenher“. Auch das Surf(er)-Vokabular wurde immer mal wieder eingebaut – mehr hätte es allerdings nicht sein dürfen, da es sonst für einen Laien wie mich eher genervt hätte.
Auch der Schreibstil der Autorin ist angenehm und in meinen Augen absolut angemessen. Nichts „hochliterarisches“, aber das hatte ich auch nicht erwartet und in diesem Fall auch nur als unpassend empfunden. Dennoch ist die Sprache auch nicht zu einfach, um mich zu nerven.
Es gab allerdings zwei Punkte, die mich beim Schreiben ein wenig gestört haben. Zum einen entwickelt sich die Beziehung zwischen Lindsay und Warden nach meinem Befinden ab einem gewissen Punkt zu schnell. Im einen Moment ist er noch wütend auf sie wegen des Romans, sie findet ihn viel zu unhöflich und rüpelhaft und im nächsten Moment flirten sie miteinander. Das ging mir ein wenig zu schnell.
Zum anderen fand ich es irritierend, dass mir die Geschichte von Lindsays Vergangenheit hingeklatscht wurde, ohne dass diese irgendeine Rolle für die Beziehung der beiden gespielt hätte. Meiner Meinung nach hätte man sie entweder mehr einbauen müssen, wenn man sie schon erwähnt, oder ganz rauslassen sollen.

Ansonsten hat dieses Buch aber genau erfüllt, was ich erwartet habe und war schön zu lesen. Eben diese „Nicht-Nachdenken“-Lektüre, die man manchmal braucht.

Eine Veränderung kam von einem selbst, sie kam von innen heraus – ebenso wie Glück.
– Lindsay Lovejoy

4Sterne

Rock Kiss #2

U_9927_1A_LYX_ROCK_KISS_ICH_BERAUSCHE_MICH_AN_DIR_02.inddRock Kiss – Ich berausche mich an dir | Nalini Singh | Egmont LYX | erschienen 2016
ISBN 978-3-8025-9927-9 | 9.99€
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Über Nalini Singh:
Nalini Singh, geboren 1977 auf den Fidschi-Inseln, wuchs in Neuseeland auf und lebt dort. Sie schreibt Romantic-Fantasy und ist New York Times Bestseller-Autorin.
Quelle: Wikipedia, Rock Kiss

Charlotte Baird bekommt einen neuen Boss – Gabriel Bishop, einen ehemaligen Rugby-Spieler. Dieser soll dem schwächelnden Unternehmen wieder auf die Beine helfen. Bei ihrer ersten Begegnung wirft sie ihm einen Tacker an den Kopf und als er sie am nächsten Tag in sein Büro ruft, macht sie sich auf das Schlimmste gefasst. Schließlich hat T-Rex, wie sie ihn heimlich nennt, einen guten Teil der Führungsriege gefeuert. Überraschenderweise macht dieser sie jedoch zu seiner persönlichen Assistentin. Das ist ein Schock für Charlotte, da sie sich lieber Hintergrund halten würde. Zudem hat sie eine traumatische Erfahrung in ihrer ersten Beziehung gemacht und fragt sich, ob sie dem T-Rex gewachsen ist, als dieser auch privat Interesse an ihr zeigt.

Dieses Buch ist der zweite Teil der Rock Kiss-Reihe von Nalini Singh und gefällt mir besser als Teil 1. Ganz großer Pluspunkt im Vergleich zum Vorgänger: Hier entwickeln sich die Gefühle zwischen den beiden wirklich. Gabriel kann seiner Assistentin zunächst einmal, von der beruflichen Effizienz abgesehen, wenig abgewinnen und Charlotte erzittert jedesmal vor seiner grimmigen Präsenz. Dies wandelt sich jedoch mit der Zeit: Charlotte beginnt, ihm zu vertrauen und öffnet sich immer mehr, während Gabriel langsam die kämpferische Persönlichkeit in der grauen Maus kennen, schätzen und lieben lernt.
Beide verhalten sich sehr ihrer Vergangenheit entsprechend. Charlotte schleppt eine furchtbare Erfahrung mit sich herum, welche die Geschichte sehr dominiert und sie verhält sich auch wie man das von einem traumatisierten Menschen erwartet. Daher fand ich es passend, dass sie ihr Trauma nicht von einem Tag auf den anderen überwindet, sondern dass sie daran arbeitet, Gabriel zu vertrauen.
Man muss sowieso sagen, dass es Nalini Singh wieder einmal gelungen ist, wunderbare und realistische Charaktere zu erschaffen: der sehr selbstbewusste Gabriel, der alles daransetzt, Charlotte zu helfen und sich eine Beziehung und ein Leben mit ihr aufzubauen, sowie die schüchterne Charlotte, die langsam merkt, dass sie doch stark genug ist, um Gabriel die Stirn zu bieten und eine glückliche Beziehung mit ihm zu führen. Singh hat es auch geschafft, Charlotte zwar mit all ihren Macken zu beschreiben und auch genauer auf diese traumatische Erfahrung einzugehen, ohne komplett in die Mitleidsschiene zu verfallen. So erlebt man Charlotte nicht als mitleiderregende Einsiedler-Maus, sondern als eine starke Frau, die eine furchtbare Vergangenheit hat und sich Mühe gibt, diese zu verarbeiten. Mir war Charlotte von Anfang an sympathisch und dass Gabriel absolut zum verlieben ist sollte ja wohl klar sein 😉 Ein intelligenter Mann, der die Frauen reihenweise mit seinem Traumkörper in den Bann zieht und sich dann ausgerechnet das Aschenputtel aussucht. Ein bisschen hat die Autorin sich hier schon an den Klischees bedient, aber es rutscht in meinen Augen nicht ins Kitschige ab.
Irritierend und unpassend finde ich nur das Cover, da Gabriel kein Rockstar ist und ich es daher ein wenig unpassend finde, die Geschichte unter dieses Motto zu stellen,

Insgesamt muss ich sagen, dass es Singh wieder gelungen ist, eine nette Lektüre für zwischendurch zu schreiben. Es mag keine qualitativ hoch anspruchsvolle Literatur sein, aber es macht Spaß zu lesen und ich freue mich auf Teil drei der Rock Kiss-Reihe, der im Juli erscheint.

Niemand konnte einen steinigen Weg ganz allein gehen.
– Charlotte Baird

4Sterne

28 Tage lang

28_Tage_lang28 Tage lang | David Safier | Rowohlt | erschienen 2014
ISBN 978-3-499-266638 | 9.99€
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Über David Safier:
1966 in Bremen als Sohn österreichischer Juden geboren machte David Safier nach dem Abitur eine Ausbildung zum Journalisten. Seit 1996 schrieb er überwiegend Drehbücher und war beispielsweise Hauptautor für die erfolgreiche Fernsehserie Berlin, Berlin. 2007 erschien sein Debütroman Mieses Karma, in den folgenden Jahren noch fünf weitere Romane. 28 Tage lang ist sein neuestes Buch und ist seinen Großeltern gewidmet, die im Ghetto von Lodz getötet wurden.
Safier lebt zusammen mit seiner Frau und den zwei Kindern in Bremen.

Mira ist sechzehn und lebt im Jahr 1943 im Warschauer Ghetto. Um sich und ihrer Familie das Überleben zu sichern, schmuggelt sie Lebensmittel ins Ghetto. Auf einer dieser Touren lernt sie Amos kennen. Er ist im Widerstand tätig, der den Aufstand gegen die Nazis plant. Als Mira klar wird, dass die Nazis sie alle vernichten wollen, geht auch sie in den Untergrund.
Tatsächlich können die verzweifelten jüdischen Kämpfer den Deutschen länger Widerstand leisten, als irgendjemand erwartet hat: 28 Tage lang.

Was für ein Mensch willst du sein?

Mich hat vermutlich noch nie ein offenes Ende so sehr mitgenommen, wie in 28 Tage lang. Ich hab mir unglaublich gewünscht zu wissen, wie es mit der Heldin des Romans, Mira, weiter geht.
Wenn wir aber mal vorne anfangen: Mira ist eine der Charaktere, die einem ans Herzen wachsen, die man aber oft sehr gerne auf den Mond schießen würde und die es einem manchmal wirklich schwer machen, sie zu mögen.
Ich hätte niemals erwartet, dass mir so oft die Tränen in den Augen stehen während dem Lesen. Ich bin ein kleiner Geschichtsfreak und habe schon einige Bücher über den Holocaust gelesen, aber Mira und ihr Überlebenskampf haben mich sehr berührt. Miras Geschichte ist nicht wie die von KZ-Überlebenden, die wirklich nur ums Überleben kämpften und bei denen es nie einen Zweifel gibt, dass die Menschen leben wollen. Mira kämpft auch ums Überleben, aber anders als im KZ zweifelt sie immer daran, ob es richtig ist, was sie tut: das Schmuggeln, der Widerstand gegen die Nazis. Mich hat es sehr berührt, wie sehr sie mit ihrem Schicksal gehadert hat, auch noch, als sie sich für den Widerstand entschieden hatte.
Andererseits liefert sie manchmal Vorstellungen ab, dass man sich wirklich an die Stirn greift. Teilweise ist sie einfach nur ein unglaublich egoistischer Teenager. Nur muss dieser Teenager unter extrem schwierigen Umständen leben. Und so wenig man Mira in solchen Situationen versteht, zeigen sie doch auch, dass diese Menschen eben nicht ihre Persönlichkeiten aufgegeben haben und sosehr das Ghetto sie verändert hat, bleiben sie doch sie selbst. In meinen Augen haben diese Situationen Mira authentischer gemacht, denn letzten Endes ist sie eine 16jährige, die eine unglaubliche Verantwortung übernehmen muss. Auch die Menschen des Widerstands, egal in welcher Form und in welchem Land, waren keine unfehlbaren Helden, sondern hatten eigene, manchmal nicht ganz einfache, Persönlichkeiten, die sie auch in dieser Extremsituation nicht aufgaben.
Auch die anderen Charaktere sind toll und glaubwürdig dargestellt. Besonders gefallen hat mir auch, dass Janusz Korczak in dem Buch auftaucht. Die Deportation „seiner“ Kinder hat mir während des Lesens die Tränen in die Augen getrieben.
Ich fand es erstaunlich, wie unterschiedlich die Menschen im Ghetto waren. In meiner Vorstellung waren alle diese armen Teufel Juden, die quasi nichts hatten und jeden Tag ums Überleben kämpften. Im Buch wird aber gezeigt, dass manche dieser Juden sich gar nicht als solche sahen und es wie auch außerhalb des Ghettos quasi verschiedene Schichten gab, die es unterschiedlich schwer hatten.
Zudem hat es mir gut gefallen, ein Buch über den Aufstand im Warschauer Ghetto zu lesen und so wieder in Erinnerung gerufen zu bekommen, dass eben nicht alle Juden sich komplett passiv und widerstandslos in die KZs haben führen lassen.

Insgesamt ein sehr gelungenes Buch, dass nicht nur Jugendlichen, sondern auch Erwachsenen zu empfehlen ist. In meinen Augen ein Buch, das man mal gelesen haben sollte, absolut Spaß macht zu lesen und es trotzdem schafft, dieses traurige Kapitel deutscher Geschichte anschaulich und glaubwürdig darzustellen.

„Die Frage ist […], wie willst du sterben? Willst du ein Mensch sein, der sich wehrlos abschlachten lassen will? Oder einer, der sich wehrt?“
– Amos

goldene_Sterne

Der Jahrhundertsturm

Der_JahrhundertsturmDer Jahrhundertsturm | Richard Dübell | Ullstein | erschienen 2015
ISBN 978-3-548-28664-8 | 9.99€
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Über Richard Dübell:
Dübell wurde 1962 in Landshut geboren, wo er mit seiner Frau und den zwei Söhnen auch heute lebt. 1997 erschien sein erstes Buch, Der Tuchhändler, eine historische Detektivgeschichte. Nach dem Erfolg des Romans schrieb Dübell vier weitere Geschichten mit dem Helden Peter Bernwald. Neben historischen Romanen schreibt er auch Krimis, Jugend- und Kinderbücher. Zudem sind auch schon Artikel von ihm in P.M. History erschienen.
Quelle: Autorenwebsite

Deutschland ist im Jahr 1840 ein Land im Umbruch: neue Techniken werden erfunden, neue Probleme tun sich auf und gleichzeitig versucht besonders der Adel Traditionen zu bewahren. In dieser Zeit verbindet eine Freundschaft die Männer Alvin von Briest und Paul Baermann, die in Teilen für eben diese unterschiedlichen Tendenzen stehen. Denn Alvin gehört dem alten Adelsgeschlecht der von Briest an und will seiner Rolle als preußischer Junker gerecht werden, während der Bayer Paul davon träumt Eisenbahningenieur zu werden. Beide sind sie verliebt in die gleiche Frau: die Französin Louise. Sie willigt ein Alvin zu heiraten, obwohl ihr Herz Paul gehört – denn Alvin hat sie aus der Pariser Gosse gerettet. Doch dann bauen sich die Spannungen zwischen Frankreich und Deutschland auf – und mittendrin ist ein Junkersfreund von Alvin: Otto von Bismarck.

Der Jahrhundersturm hat mich von der ersten Seite an gefesselt! Zunächst wird jeweils die Geschichte von Alvin, Paul und Louise erzählt, bevor die Stränge zusammengeführt werden: wie Alvin und Paul sich kennen lernen, spannend auch, wie sie Fuß im Berufsleben fassen und schlussendlich die Rettung Louises und ihrer Mutter.
Alle drei Hauptpersonen sind gut und glaubwürdig dargestellt, auch wenn mir Louise mit ihrer Liebe zu BEIDEN Männern, die sie manchmal nicht so recht zu handhaben weiß, oft sehr merkwürdig vorkam. Gut gefallen hat mir auch, dass alle drei sehr offen gegenüber Neuem und allgemein modern eingestellt sind. Das mag damit zusammenhängen, dass besonders Paul als Eisenbahnenthusiast regen Anteil an den neuen Entwicklungen nimmt. Da auch Alvin einige Zeit für ein Eisenbahn-Unternehmen arbeitet (diese werden alle in ihren Ansichten recht liberal dargestellt) und sich beide zudem oft in Frankreich aufhalten, eine Französin lieben, ist es wohl kein Wunder, dass sie beide sich offen gegenüber neuen Techniken und Entwicklungen zeigen.
Auch mein Bild über Otto von Bismarck wurde ein wenig verändert. War er mir aus dem Geschichtsunterricht doch eher unsympathisch, hat seine Darstellung in Der Jahrhundersturm daran etwas geändert. Zwar ist er wie im echten Leben sehr berechnend (ich sag da mal nur „Emser Depesche“), aber er hilft doch auch immer seinen Freunden (aka Alvin von Briest) und zeigt sich besonders ihnen gegenüber doch auch mal sehr uneigennützig. Wenn ich ehrlich bin, hat zu diesem „weicheren“ Bild von ihm auch seine hoffnungslose Liebe zu Marie von Thadden-Trieglaff beigetragen.
Mir persönlich hat auch gut gefallen, dass aus meiner Sicht alle Sparten des 19. Jahrhunderts abgedeckt wurden: die technische Entwicklung mit Eisenbahn und Telegraphie, die politische Entwicklung mit der 48er-Bewegung, Revolutionen und Kriegen, sowie das alltägliche Leben der Ober-, Mittel- und Unterschicht. In meinen Augen hat Dübell es geschafft, eine Mischung aus diesen drei Elementen zu finden, die das Lesen nie langweilig macht.
Oft musste ich auch ein wenig über unsere heutige Gesellschaft und ihre Luxusprobleme schmunzeln: Regen wir uns doch manchmal schon darüber auf, dass eine Website nicht in 0.01 Sekunden lädt, war es damals eine echte Neuerung, innerhalb von ein, zwei Stunden (!) eine Nachricht zu verschicken. Das ist eine Sache, die mir an historischen Romanen allgemein so gut gefällt: sie führen uns immer wieder vor Augen, wie froh wir (besonders Frauen!) sein können, dass wir in der heutigen Zeit in einem Land wie Deutschland leben dürfen! Allein wenn ich mir angucke, wie viel gefährlicher eine Fahrt mit der Eisenbahn zu dieser Zeit war, mache ich schon drei Kreuze 😉
Gut, dies soll ja keine Lobrede auf das 21. Jahrhundert sein, also weiter im Text 😀
Richard Dübells Schreibstil hat mir gut gefallen. Obwohl das Buch aus 1032 Seiten besteht, ist es gut zu lesen, wird nicht langweilig und wartet mit gut ausgearbeiteten Charakteren auf. Es hat also alle Zutaten, die ein Buch lesenswert machen – das interessante Thema darf man natürlich nicht vergessen. Dem Autor ist es gelungen, ein realistisches Bild der damaligen Zeit auf spannende Weise zu schreiben.

„Diese grenzenüberschreitenden Bekanntschaften und Freundschaften werden Kriege verhindern, weil man nicht auf seine Bekannten und Freunde schießen möchte.
– August Borsig

5Sterne

Im Tal der Zitronenbäume

Im_Tal_der_ZitronenbäumeIm Tal der Zitronenbäume | Sofia Caspari | Bastei Lübbe | erschienen 2015
ISBN 978-3-404-17212-2 | 9.99€
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Über Sofia Caspari:
Caspari wurde 1972 geboren. Mehrmals ist sie bereits nach Mittel- und Südamerika gereist, wo auch ein Teil ihrer Verwandtschaft lebt. Argentinien hat sie tief beeindruckt, dort hat sie auch längere Zeit gelebt; Grund für ihre dreiteilige Argentinien-Saga. Nach Stationen in Frankreich und Irland lebt sie mittlerweile mit Mann und Sohn im Nahetal.

1859: Pauline muss mit ihrem Vater Valentin aus Sizilien fliehen, weil dieser den örtlichen Patron betrogen hat. Auf der Überfahrt in die neue Welt lernen sie die Familie Hartung kennen, die ihr ärmliches Leben in Deutschland zurückgelassen haben, um ihr Glück in Brasilien zu suchen. Jonas Hartung und Pauline fühlen sich sofort zueinander hingezogen, doch Paulines Vater hat andere Pläne für seine Tochter. Und auch Jonas‘ Ziehschwester steht der Beziehung misstrauisch gegenüber.

Ein Grund für mich, dieses Buch zu kaufen, war die Tatsache, dass ich noch nie ein Buch über die Auswanderung nach Brasilien gelesen habe. Es gibt eine ganze Reihe von Büchern über die Auswanderung in die USA, aber Brasilien?! Daher war ich gespannt, inwiefern sich dieses Thema von der, salopp gesagt, ganzen USA-Auswanderung unterscheidet.
Um ehrlich zu sein hatte ich das ein wenig mehr erwartet. Alles in allem war mir das Buch ein zu wenig historisch und viel zu viel Liebesgeschichte. Klar steht vorne nicht „Historischer Roman“ drauf, aber es spielt immerhin Mitte des 19. Jahrhunderts. Wären nicht hin und wieder mal Sklaven erwähnt worden, hätte man fast meinen können, das Ganze spielt sich in heutiger Zeit ab.
Auch der Ausflug in die Welt der armen Auswanderer war mir zu kurz. Das Thema wird ganz kurz angeschnitten, aber wie es den Menschen, die ihre Heimat verlassen und in der Neuen Welt doch kein Glück haben, geht, wird eher wenig behandelt.
Von diesen etwas negativen Punkten abgesehen, hat mir das Buch sehr gut gefallen. Besonders Pauline war mir von Anfang an sympathisch, auch im Umgang mit ihren Bediensteten und ihren Gedanken über die Stellung der Frau. Gut fand ich, dass die Gründe für das Handeln aller Personen immer nachvollziehbar waren; teilweise mit einer aus heutiger Sicht verdrehten Logik, aber Logik war auf jeden Fall da.
Auch die „Bösewichte“ der Geschichte wurden gut dargestellt, sodass man als Leser ihre Handlungen nachempfinden konnte und teilweise wirklich Mitleid mit ihnen hatte.
Im Plot gingen mir zwei Dinge aber eindeutig zu schnell: die Entwicklung der Gefühle zwischen Jonas und Pauline und der Schluss. Zum Schluss hin hat sich wirklich in einigen wenigen Seiten komplett alles geändert und ich habe mich an einer Stelle auf Fragen müssen, ob das wirklich so möglich gewesen wäre.

Insgesamt sollte man also nicht zu hohe Erwartungen an das Buch stellen, was den historischen Hintergrund angeht; es hat schon seinen Grund, warum das „Roman“ unter dem Titel steht. Allerdings wartet das Buch mit guten Charakteren auf und ist schön zu lesen.

„Nicht immer bekommt man in der Neuen Welt das, was man sich wünscht.“
– Alter Fischer

3Sterne

Der Engelsbaum

Der Engelsbaum | Lucinda Riley | Goldmann | erschienen 2014
ISBN 978-3-442-48135-4 | 9.99€
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Über Lucinda Riley:
Riley wurde in Irland geboren, verbrachte aber während ihrer Kindheit einige Jahre in Bangkok. Zunächst arbeitete sie als Theater- und Fernsehschauspielerin. Ihr erster Roman, Lovers und Players, wurde 1992 veröffentlicht. Mittlerweile widmet sie sich ausschließlich dem Schreiben. Seit der Veröffentlichung von Das Orchideenhaus 2010 stürmte jedes ihrer Bücher die internationalen Bestsellerlisten.
Sie lebt mit Mann und Kindern in Norfolk, England, und in ihrem Haus in der Provence.

Greta hat nach einem Unfall ihr Gedächtnis verloren. Nun kehrt sie in das Herrenhaus Marchmont Hall in Wales zurück, welches Jahre lang ihre Heimat war. Doch dort kehren nach und nach ihre Erinnerungen zurück – an ihre Tochter, ihr einziges Enkelkind und ihre große Liebe. Aber sie macht auf einem Grabstein im Wald auch eine verstörende Entdeckung. Und die Geschichte ihres Lebens erfordert allen Mut, den sie hat.

Dieses Buch ist bei mir eingezogen, weil mir Der Palazzo am See von Sophia Cronberg so gut gefallen hat und es hieß, dass es ein Buch für Lucinda Riley-Fans wäre. Als ich jetzt also Der Engelsbaum für wenig Geld auf reBuy gesehen habe, dachte ich: das probier ich doch mal aus! Aber ich muss ehrlich sagen, das Sophia Cronbergs Buch mir doch besser gefallen hat.
Eher ungünstig war schon mal, dass mir die Hauptperson Greta von Anfang an recht unsympathisch war. Ich habe sie als unglaublich egozentrisch empfunden, die unbedingt ihren Traum von einem Leben ohne Sorgen erfüllen will. Dafür geht sie zwar nicht über Leichen, aber wie sie dieses Ziel über alles stellt hat mir nicht gefallen. Im Verlauf des Buches ist dieses Problem noch ein wenig größer geworden, da erst Gretas Enkelin Ava mir wirklich gefällt. Aber bevor sie auftritt, muss man sich quasi durch Gretas Geschichte und die ihrer Tochter Cheska arbeiten.
Irritierend fand ich auch, dass die Geschichte erzählt wird, weil Greta ihr Gedächtnis wieder erlangt. Aber plötzlich werden auch Erinnerungen erzählt, die sie miterlebt hat – nach dem Unfall. Das hat mich ein wenig gestört. Das hätte man meiner Meinung nach vielleicht ein wenig anders gestalten können.
Auch die Sprache ist mir stellenweise ein wenig auf die Nerven gegangen. Oft waren die Sätze sehr einfach. Mehrfach kam auch vor, dass ganze Seiten ohne wörtliche Rede auftauchen. Diese waren manchmal so langweilig, dass ich weitergeblättert habe. Vielleicht hat sich dies im Laufe der Zeit ja geändert (Erstveröffentlichung war Mitte der 90er) und ich gebe irgendwann einem neueren Buch von Riley noch eine Chance. Im Augenblick denke ich aber, dass ich in Zukunft lieber wieder auf Sophia Cronbergs Bücher zurückgreife.

„Die Liebe ist ein seltsames Ding […]. Sie kann das ganze Leben verändern und einen dazu bringen, Dinge zu tun, die man bei klarem Verstand eindeutig als falsch erkennen würde.“
– Greta Marchmont

2Sterne

The Monogram Murders

The_Monogram_MurdersThe Monogram Murders | Sophie Hannah | HarperCollins | erschienen 2014
ISBN 978-0-00-810238-8 | £6.99
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Über Sophie Hannah:
Hannah wurde 1971 im englischen Manchester geboren. 1995 veröffentlichte sie einen ersten Band mit Gedichten. Seitdem wurden zahlreiche Gedichte veröffentlicht, die an einigen höheren Schulen im gesamten Königreich zum Lehrstoff gehören. Außerdem ist sie New York Times Bestseller-Autorin und hat neben ihren Gedichten auch Krimis, Psychothriller, Kinderbücher und Romane geschrieben. Sie lebt mit ihrem Mann und den zwei gemeinsamen Kindern in Cambridge.
The Monogram Murders ist das erste Buch mit Hercule Poirot nach dem Tod seiner Erfinderin, Agatha Christie, das von den Besitzern der Copyright-Rechte autorisiert wurde.

Im angesehenen Bloxham Hotel in London werden drei Leichen gefunden: jede einzeln in einem Hotelzimmer aufgebahrt, jede mit einem Manschettenknopf im Mund und alle drei wurden vergiftet. Obwohl man zunächst keine Verbindung zwischen den Opfern herstellen kann, wird schnell klar, dass alle drei vor fast zwei Jahrzehnten im gleichen Dorf gelebt haben. Als der Erzähler und Scotland Yard-Beamte dort hin fährt, um ein mögliches Mordmotiv zu entdecken, stößt er auf eine Mauer des Schweigens – und auf eine Tragödie, die sechzehn Jahre zurückliegt.

Dieses Buch ist eines der wenigen Bücher, die ich in hohem Maße wegen des Covers gekauft habe. Mir gefällt es richtig gut! Dann war ich natürlich neugierig, wie Poirot in diesem Krimi umgesetzt wird. Und auch der Klappentext hat mir sehr zugesagt. Also war der Kauf quasi beschlossene Sache 😉
Zunächst einmal muss gesagt sein, dass Englisch nicht meine Muttersprache ist. Und obwohl ich sehr viel Zeit in England verbringe, gibt es nun mal das ein oder andere Wort, das ich nicht kenne und mir auch nicht herleiten kann. Dementsprechend finde ich es ein wenig schwer zu beurteilen, inwiefern Hannahs Sprache mit der Agatha Christie übereinstimmt. Denn nur weil ich ein Wort nicht kenne, heißt das ja nicht zwangsläufig, dass es im englischen nicht mehr regelmäßig genutzt wird.
Wenn man mir davon also absieht, ist es der Autorin in meinen Augen wunderbar gelungen, die Atmosphäre der Christie-Krimis wiederzugeben. Besonders in der Person des Poirot sah ich keine Unterschiede. Er hat immer noch seinen enormen Schnurrbart, ein Gefühl für den großen Auftritt und lässt den Leser bis ganz zum Schluss im Unklaren.
Das einzige, was sich in meinen Augen geändert hat, ist, dass es während der Auflösung dann doch noch ein bisschen Action gibt. Zwar nur minimal wenig, aber bei einem der Original-Bücher ist mir das noch nicht aufgefallen.
Daneben macht der Fall und dessen Auflösung Agatha Christie alle Ehre: er hat mir wirklich das Gefühl gegeben, ein weiteres Buch von Christie in der Hand zu halten. Ich hoffe, dass es nicht bei diesem einen Poirot-Buch von ihr bleibt!

I wondered, out of all the people that ever ran away, how many did so for that very reason: because they would rather not be asked, whatever the question might be.
– Edward Catchpool

goldene_Sterne

Flavia de Luce – Mord im Gurkenbeet

Flavia de Luce – Mord im Gurkenbeet | Alan Bradley | blanvalet | erschienen 2010
ISBN 978-3-442-37624-7 | 8.99€
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Über Alan Bradley:
Bradley wurde 1938 in der kanadischen Provinz Ontario geboren. Zunächst machte er eine Ausbildung zum Elektrotechniker und arbeitete für verschiedene Radio- und Fernsehstationen, bevor er Direktor für Fernsehtechnik an einer kanadischen Universität wurde. Seit 1994 hat er sich aus dem Berufsleben zurückgezogen und widmet sich ausschließlich dem Schreiben. Zusammen mit seiner Frau Shirley lebt er auf Malta.

Flavia de Luce ist die jüngste von drei Töchtern, die zusammen mit ihrem Vater auf dem Anwesen Buckshaw leben. 1950 ist sie elf Jahre alt und findet im Hauseigenen Gurkenbeet eine Leiche. Schnell steht fest, dass der Tote vergiftet wurde – und die Polizei nimmt Flavias Vater als Tatverdächtigen fest. Flavia ist jedoch fest von dessen Unschuld überzeugt und macht sich selbst an die Ermittlungen. Als Elfjährige selbstverständlich von allen unterschätzt, kann sie den Beteiligten Löcher in den Bauch fragen. So kommt sie einem Geheimnis ihres Vaters auf die Spur und muss sich fragen, ob die Polizei nicht möglicherweise doch recht hat.

Flavia ist schon eine Marke! Mit elf Jahren versteht sie mehr von Chemie als manch einer nach acht Jahren Chemie im Gymnasium und mischt ihrer Schwester als Rache eine Portion Giftefeu in den Lippenstift. Aber auch als Amateurdetektivin überzeugt sie. Sie geht die „Befragungen“ offensiv an und lässt sich auch nicht von kleinen Hindernissen wie geschlossenen Geschäften abhalten.
Das Buch ist sehr humorvoll geschrieben. Toll fand ich vor allem die kurzen, aber sehr anschaulichen Charakterisierungen der Menschen, die Flavia während ihrer Ermittlungen begegnen. Dabei ging es nicht nur um das Äußere, sondern vor allem darum, wie herablassend sie teilweise als Kind behandelt wird.
Zu ihrem sehr großen Selbstbewusstsein und den vielleicht nicht ganz altersgerechten Giftkenntnissen kommen noch eine sehr rasche Auffassunsgabe und Beobachtungen, die Hercule Poirot alle Ehre machen.
Das Buch soll zwar ein Jugendbuch sein, aber ist definitiv auch für Erwachsene gut zu lesen. Es dauert zwar ein bisschen, bis sich die Spannung so richtig aufbaut, aber es wird trotzdem nicht langweilig das Buch zu lesen. Der durchtriebene Humor von Flavia und ihre extreme Freude über die chemischen Vorgänge, die sie in ihrem Labor durchführt machen das Buch absolut lesenswert und auch die weiteren Bücher der Reihe stehen ganz weit oben auf meiner Wunschliste.

Meine besondere Vorliebe galt den Giften.
– Flavia de Luce

5Sterne

Wie man einen Prinzen heiratet

Wie_man_einen_Prinzen_heiratetWie man einen Prinzen heiratet | Sophie Page | Goldmann | erschienen 2011
ISBN 978-3-641-06270-5 | 4.99€ (Kindle Edition)/0.48€ (Taschenbuch)
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Über Sophie Page:
Sophie Page ist das Pseudonym der britischen Autorin Jenny Haddon, die unter ihrem echten Namen sowie den zwei Pseudonymen Sophie Page und Sophie Weston schreibt. Jenny Haddon lebt und arbeitet in London.
Quelle: Jenny Haddon

Bella Greenwood ist gerade zwei Monate zu früh von einem enttäuschenden Job nach London zurückgekehrt. Dort findet sie Unterschlupf bei ihrer Freundin Charlotte, die sie am ersten gemeinsamen Wochenende zu einer Party mitnimmt. Auf dieser Party begegnet sie dem attraktiven Richard, der ihr Herz im Sturm erobert. Erst Tage später erfährt sie, dass Richard Thronfolger des englischen Königshauses ist. Und als sich trotz Bellas Abneigung gegenüber dem Rampenlicht eine feste Beziehung zwischen den beiden entwickelt, muss sie sich nicht nur mit aufdringlichen Paparazzi und missgünstigen Bloggern herumschlagen, sondern auch mit der Hofetikette und deren Hütern.

Dieses Buch musste sich bei mir gar keinen allzu hohen Erwartungen stellen. Ich wollte die freie Zeit hier in Deutschland nutzen, um mit einer der Challenges, Märchenhaft durch 2016, zu beginnen. Im Zuge dessen ist mir eben dieses Buch in die Hände gefallen und da mich der Klappentext angesprochen hat, landete es auf meinem Kindle. Jetzt war es also endlich so weit und ich muss sagen: das Buch ist toll!
Zunächst einmal war es sehr gut geschrieben und dementsprechend auch sehr gut zu lesen. Trotz Unterbrechungen habe ich insgesamt nur etwas mehr wie einen Tag gebraucht, um die 380 Seiten zu verschlingen.
Page schreibt humorvoll ohne dabei gezwungen zu wirken und ihre Protagonistin Bella ist mir sehr schnell ans Herz gewachsen. Sie ist ein ziemlicher Tollpatsch, nimmt ihre Missgeschick aber mit viel Humor und Selbstironie.
Auch Prinz Richard ist wirklich zum Verlieben. Kein Bad Boy, der wie durch ein Wunder durch die Liebe zu Bella alles umkrempelt, sondern ein Gentleman wie er im Buch steht, der trotz mit Bella und auch über sich lachen kann.
Ebenso ist in diesem Buch ein Leben im Rampenlicht, wie man es sich als Außenstehende(r) vorstellt, realistisch dargestellt. Mir hat auch gefallen, dass hier offensichtlich wird, welche Zwänge einem Thronfolger auferlegt sind. Anders als in den beliebter werdenden Superstar-Büchern ist ein „Über die Stränge schlagen“ für die royale Familie und eben auch das „First Girlfriend“ in Form von Bella nicht drin. Ganz offensichtlich sind die Konventionen durch ein Leben im Scheinwerferlicht hier noch schwieriger zu handhaben.
Gefallen hat mir ehrlich gesagt zudem die Tatsache, dass ein durchgetaktetes Leben von Seiten Richards, mit teilweise mehreren Terminen an einem Tag, dargestellt wird. Dass dies eben auch zu Problemen führt und vor allem, wie alle Beteiligten damit umgehen, hat mich fasziniert. Dadurch hatte ich wirklich das Gefühl, einen Einblick in das Leben der fiktiven royalen Familie zu bekommen.
Kleiner Pluspunkt, der mir sehr gut gefallen hat: Die Kapitelüberschriften sind als Schlagzeilen aus den Zeitungen und Zeitschriften dargestellt.

„Du kennst mich und ich kenne dich, und wir wissen beide, dass wir zusammen stärker sein werden als jemals alleine. Und wir werden außerdem verdammt viel mehr Spaß dabei haben.“
– Prinz Richard

5Sterne