Der kleine Lord

Der_kleine_LordDer kleine Lord | Frances Hodgson Burnett | erschienen erstmals 1886
Urheberrechtsfreie Ausgabe | 4.95€ (Taschenbuch)/0.00€ (Kindle-Edition)

Über Frances Hodgson Burnett:
Burnett wurde 1849 in Manchester als Frances Eliza Hodgson geboren. Nach dem Tod ihres Vaters, ein Goldschmied, wanderte die Familie in die USA aus. Dort begann Burnett für amerikanische Zeitungen zu schreiben. 1873 heiratete sie Dr. Swan Burnett, mit dem sie zwei Söhne hatte. Fünf Jahre später erschien ihr erstes Buch Our Neighbour Opposite (dt.: Unser Nachbar von drüben. Der Griesgram und andere Erzählungen), dem bis 1922 zahlreiche weitere Bücher folgen sollten. 1898 ließ Burnett sich von ihrem Mann scheiden und heiratete 1900 Stephen Townsend, der aber bereits zwei Jahre darauf starb. Burnett lebte von da an in Lond Island und auf Bermuda und starb 1924 kurz vor ihrem 75. Geburtstag in New York.
Bekannt ist sie heute vor allem für ihre Kinderbücher: Der kleine Lord, Eine kleine Prinzessin und Der geheime Garten.
Quelle: Wikipedia

Überraschend erfährt der achtjährige Cedrik Errol, der zusammen mit seiner Mutter in New York lebt, dass er der Enkel eines englischen Grafen ist und zusammen mit seiner Mutter nach England ziehen soll, um in das Leben als Lord und später Graf eingeführt zu werden. In England angekommen sieht er sich einem griesgrämigen alten Mann gegenüber, der sich aber durch die Freundlichkeit, Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft seines Enkels bald öffnet.

Es gibt vermutlich wenige, die den Weihnachtsfilm Der kleine Lord nicht kennen – und ich zähle mich eindeutig zu denen, die ihn kennen und lieben! Ich finde es im Film toll gespielt, wie der kleine Lord Fauntleroy langsam das harte Herz seines Großvaters erweicht.
Das E-Book ist daher direkt auf meinem Kindle gelandet und hat dennoch ein gutes halbes Jahr warten müssen, bevor es endlich gelesen wurde. Mit nur 173 Kindle-Seiten ist es nicht besonders lang, aber es ging mir schon nach den ersten zwei Kapiteln furchtbar auf die Nerven. Hiermit habe ich ein Buch gelesen, bei dem die Verfilmung um Längen besser ist, als das literarische Vorbild!
Cedrik wird quasi auf jeder Seite „Seine kleine Herrlichkeit“ genannt und erobert natürlich die Herzen aller im Sturm. Das ist ja auch alles schön und gut, aber wie sehr Burnett dies ständig betont, ist lächerlich. Ganze Seiten werden mit Lobeshymnen auf den Jungen gefüllt – ohne dass dabei inhaltlich etwas Neues herauskommt. Überhaupt scheint hiermit der erste kleine Junge in der Geschichte der Menschheit aufgetaucht zu sein, der absolut keine Fehler hat. Er liebt seine Mutter und sagt ihr das ständig, lehnt sich nie gegen sie auf und macht sowieso immer was man ihm sagt. Das fand ich in höchstem Maße unrealistisch. Auch dass er sich von jetzt auf gleich von seinen Freunden verabschieden muss und einfach mal auf einen anderen Kontinent umsiedelt, scheint keinerlei Auswirkungen zu haben.
Gefallen hat mir im Gegensatz dazu Mrs Errol, Cedrics Mutter. Sie erschien mir schon ein bisschen realistischer im Umgang mit ihrem Sohn, auch wenn bei ihr ebenfalls keinerlei Fehler auftauchen. Sie verhält sich einfach im Großen und Ganzen vernünftig und bringt ihrem Sohn eine Art von Erziehung entgegen, die auch heute Anklang finden würde.

Insgesamt hat mich dieses Buch enttäuscht. Ich hatte etwas anderes erwartet, da ich den Film kannte, und die ständige Lobhudelei auf den unfehlbaren kleinen Lord ist mir schnell auf die Nerven gegangen. Das Buch werde ich mir nicht noch einmal antun, aber ich freue mich jetzt schon darauf, den Film um Weihnachten wieder zu sehen!

„Sein Herz ist voller Liebe!“
– Mrs Errol

2Sterne

Dumb Witness

Dumb_WitnessDumb Witness | Agatha Christie | HarperCollins | erschienen 1937
ISBN 978-0-00-712079-6 | £7.99

Über Agatha Christie:
Agatha Christie wurde 1890 im britischen Torquay geboren und starb 1976 in Wallingford. Sie ist weltweit als die Queen of Crime bekannt und wird in den Verkaufszahlen ihrer Bücher nur von der Bibel und Shakespeare übertrumpft. Insgesamt schrieb Christie mehr als 60 Kriminalromane; daneben sind aber auch einige Kurzgeschichten und Bühnenstücke entstanden. Ihre berühmtesten Figuren sind Hercule Poirot und Miss Marple.

Als Emily Arundell die Treppe in ihrem Haus herunterfällt, halten die anderen Hausbewohner es für einen Unfall, verursacht durch den Ball von Emilys Hund. Doch das Unfallopfer selbst ist davon nicht überzeugt und bittet Hercule Poirot um Hilfe. Durch widrige Umstände erhält dieser den Brief erst über einen Monat, nachdem Emily ihn geschrieben hat. Als Poirot schließlich ankommt, ist Emily Arundell tot. Obwohl alle Welt glaubt, dass sie ihrer Krankheit erlegen ist, überzeugt dies Poirot nicht und er macht sich an die Arbeit …

Dieses Buch war ein verspätetes Weihnachtsgeschenk von einer Freundin und ich habe mich voller Vorfreude daran gemacht. Ich wurde eigentlich noch nie von einem Agatha Christie-Buch enttäuscht und das war auch bei diesem Buch nicht der Fall.
Mein Problem mi Christies Büchern ist: es ist schwer, sie zu rezensieren. Denn ich will hier schließlich keine Spoiler erstellen, allerdings sind ihre Bücher immer so voll gepackt mit Inhalt, dass es die ganze Sache sehr kompliziert.
Was an diesem Buch besonders hervorsticht, sind die amüsanten Unterhaltungen zwischen Poirot und Captain Hastings, der auch in diesem Buch als Erzähler fungiert. Denn während Hastings bemüht ist, so schnell wie möglich nach London zurückzukehren, will Poirot unbedingt in diesem Fall ermitteln. Die Schlagabtausche, die sich daraus regelmäßig ergeben, sind toll und humorvoll geschrieben. Auch der Hund der alten Dame sorgt für viel Abwechslung und wurde mit Witz in die Geschichte geschrieben.
Die anderen Charaktere kann man sich sehr gut vorstellen, insbesondere die alte Miss Emily Arundell, die noch aus einer anderen Zeit stammt und sich ständig dagegen behauptet, von ihren Nichten und Neffen als antik und geistig langsam abbauend gesehen zu werden. Ich konnte mir diese alte englische Lady geradezu bildlich vorstellen.
Toll war auch wieder, einen Einblick in das Denken der damaligen Zeit zu bekommen: die Abneigung gegenüber Ausländern und Ansichten der viktorianischen Damen über ein neues Zeitalter.
Bei diesem Buch ist mir das Lesen ausnehmend gut von der Hand gegangen, da ich mich immer mehr daran gewöhne, auf Englisch zu lesen. Ob es allerdings Lesern, die nur gelegentlich auf englisch lesen, ähnlich geht, finde ich schwer abzuschätzen. Ich weiß, dass es mir letztes Jahr um einiges schwerer fiel, Christies Bücher zu lesen.

Mit diesem Buch habe ich ein weiteres Werk zu meiner Poirot-Sammlung hinzugefügt und wurde wieder einmal nicht enttäuscht.

„But you’re not really any good with a dog, Poirot. You don‘ understand dog psychology!“
– Captain Hastings

5Sterne

The Winter Crown

The_Winter_CrownThe Winter Crown | Elizabeth Chadwick | Sphere | erschienen 2014
ISBN 978-0-7515-4825-9 | £7.99
Leseprobe (englisch)

Über Elizabeth Chadwick:
Chadwick wurde 1957 in Lancashire geboren. Mit 15 schrieb sie ihren ersten historischen Roman und wollte fortan Autorin historischer Romane werden. 1990 zeigte schließlich die Penguin publishing group Interesse an ihren Büchern und im gleichen Jahr wurde ihr erstes Buch The Wild Hunt veröffentlicht. Nur vier Jahre später wurde ein weiteres Buch, First Knight, verfilmt. Mittlerweile gilt sie als die bekannteste Autorin von historischen Romanen in Großbritannien; ihre Werke wurden in 16 SPrachen übersetzt.
Sie ist verheiratet und hat mehrere Kinder.
Quelle: Wikipedia, ihr Blog

England 1154: Eleonore von Aquitanien wird zur Queen gekrönt – schwanger mit dem zweiten Kind von Henry II., ihrem Ehemann und König von England. Dieser hat eine klare Vorstellung davon, wie ihr Leben ablaufen wird: während er gegen Englands Feinde ins Feld zieht und auch Eleonores Besitz Aquitanien verteidigt, soll sie die gemeinsamen Kinder aufziehen. Doch Eleonore kämpft für mehr, sie will über ihr Leben entscheiden.
Die Romanbiographie erzählt von Eleonores Leben in den Jahren 1154 bis 1174; von den acht gemeinsamen Kindern der beiden, wie die Wertschätzung Eleonores gegenüber ihrem Ehemann langsam in Verachtung umschlägt und wie sie für sich und ihre Kinder kämpft.

Dieses Buch ist der zweiter Teil einer Trilogie um Eleonore von Aquitanien (ich verwende die deutsche Schreibweise; Chadwick hat sie im Buch Alienor geschrieben und auf dem Cover könnt ihr eine weitere Schreibweise sehen), die als eine der mächtigsten Frauen des Mittelalters gilt. Dass es der zweite Teil ist, habe ich erst nach einiger Zeit gemerkt (und auch nur, weil ich das Buch gegoogelt habe) und es ändert nichts daran, dass das Buch gut zu lesen ist. Man muss den ersten Teil nicht gelesen haben, um das Geschehen zu verstehen.
Eleonore von Aquitanien wird als eine Frau dargestellt, die ganz Teil ihrer Zeit ist und derselben manchmal doch ein wenig voraus, was beispielsweise ihre Ansichten über die Stellung der Frau angeht. So sieht sie durchaus ein, dass die Männer das stärkere Geschlecht sind und es ist für sie selbstverständlich, dass ihr Mann Mätressen hat. Aber vor allem gegenüber ihrem Ehemann besteht sie sehr darauf nicht einfach nur ein, salopp gesagt, Brutkasten zu sein. Sie ist Königin von England, sie ist sich ihrer Macht bewusst und will besonders über Aquitanien, ihre Heimat, selbst entscheiden.
Auch wenn viele ihrer Gemütsregungen aus heutiger Zeit wenig nachvollziehbar sind (beispielsweise wenn sie sich die Schuld am Tod ihres ersten Sohns im Alter von drei Jahren gibt), so fühlt man doch mit ihr mit. Ich habe sie teilweise wirklich darum bemitleidet, dass sie in dieser männerdominierten Welt leben musste, aber sie behauptete sich immer wieder auch gegenüber ihrem Ehemann und man muss natürlich sehen, dass sie als Königin doch mehr Mitsprache und vor allem ein angenehmeres Leben hatte, als eine einfache Bäuerin der Zeit.
Chadwick ist es in meinen Augen gut gelungen, die Konflikte in Eleonores Leben gut darzustellen, zu zeigen, wie sehr Eleonore manchmal zwischen ihren Pflichten als Königin und ihren Pflichten als Mutter hin- und hergerissen war. Es wurde auch gezeigt, dass Eleonore oft abwägt, welche Kämpfe sie ausficht und wann sich ein Kampf nicht lohnt, dass sie aber manchmal auch einfach von ihren Gefühlen mitgerissen wurde, besonders wenn es um ihre Kinder geht.
Henry wird als ein nahezu kontrollsüchtiger Mann, besonders was die Regierungsgeschäfte angeht, dargestellt und zusammen mit Eleonores Ansichten über ihren Mann wandeln sich auch die des Lesers. Obwohl ich ihm gegen Ende seines Lebens (wenn man Wikipedia glauben darf), nicht mehr hätte begegnen wollen, fand ich das Buch teilweise sehr einseitig. Oft wurde auch anderen Mitgliedern von Eleonores Hof ein Stimme gegeben, bei Henry wäre es mir nicht aufgefallen, dass er einmal zu Wort kommt. Auch wenn viele seiner Handlungen sicherlich zweifelhaft waren, fand ich das Bild, das von Eleonore gezeichnet wurde, zu verklärt. Natürlich bin ich keine Historikerin, aber auch viele ihrer Handlungen waren eher zweifelhaft – dennoch lässt Chadwick erst gegen Ende Kritik an Eleonore von Zeitzeugen in Form von anderen Blickwinkeln aufkommen.
Zur Sprache sei zu sagen, dass es das ein oder andere Wort gibt, das mir unbekannt war – insbesondere zeittypische Wörter, die heute nicht mehr in Gebrauch sind. Allerdings kann man diese entweder aus dem Kontext erschließen oder sie tauchen so selten auf, dass es nicht wirklich nötig ist, sie zu kennen.

Ich fand es sehr faszinierend, über eine Frau und eine Epoche zu lesen, über die ich so gut wie nicht wusste. In naher Zukunft will ich auch noch die beiden anderen Teile lesen, denn dieses Buch hat mein Interesse am Leben dieser außergewöhnlichen Frau geweckt.

„This is not about God. It is about men’s desires and stubborn will to have the last word.“
– Eleonore von Aquitanien

5Sterne

Mrs Jeffries Takes the Cake

Mrs_Jeffries_Takes_the_CakeMrs Jeffries Takes the Cake | Emily Brightwell | Constable | erschienen 1998
ISBN 978-1-4721-2161-5 | £6.99
Leseprobe (englisch)

Über Emily Brightwell:
Brightwell ist eines der Pseudonyme der amerikanischen Autorin Cheryl Arguile. Sie wurde 1948 in West Virginia, USA, geboren. 1988 entschloss sie sich, eine Karriere als Autor zu machen und schrieb zunächst Romanzen als Sarah Temple, bevor sie sich als Cheryl Lanham Jugendromanen zuwandte. Am bekanntesten ist sie für ihre viktorianische Krimi-Serie um Mrs Jeffries.
Seit 1976 ist sie mit dem Engländer Richard Arguile verheiratet, die beiden haben zwei Kinder.

Der neue Fall soll sich für Inspector Witherspoon als ganz schön knifflig erweisen. Nicht nur, dass der Schwiegersohn des Ermordeten Mitglied des Parlaments ist und gewillt, dem Inspector allerlei Steine in den Weg zu legen, es ergeben sich auch Verdächtige am Laufenden Band! Nicht einmal seine eigene Tochter mochte das Mordopfer. Aber welcher der Verdächtigen ist kaltblütig genug, sich mit dem Opfer an den Tisch zu setzen und Kuchen zu essen, bevor er ihn ermordet? Mrs Jeffries und die anderen Bediensteten des Haushalts stehen vor einer schwierigen Aufgabe, wenn sie dem Inspector helfen wollen.

Ich hatte vorher noch nie von dieser Autorin gehört, aber ich fand das Cover und die Idee, dass eine ganze Reihe von Bediensteten ihrem Arbeitgeber helfen, toll, als ich es in der Bücherei gesehen habe. Und nach dem Lesen habe ich eine weitere Lieblingsautorin entdeckt 😉
Es ist wirklich göttlich zu lesen, wie Mrs Jeffries und ihre Kampagnons versuchen, dem Inspector zu helfen und gleichzeitig ihre Bemühungen vor ihm geheim zu halten. Man kann sich die Charaktere wirklich bildhaft vorstellen: die energische und intelligente Mrs Jeffries, die den Haushalt delegiert, die matronenhafte Köchin, die herzensgut, aber schnell eingeschnappt ist und der intelligente, wenn auch manchmal ein wenig naive Inspector. Obwohl der gesamte Haushalt zur Mittelschicht gehört und keine Not leidet, kann man doch immer mal wieder einen Blick erhaschen auf das Elend, unter dem die Arbeiter im viktorianischen Zeitalter litten.
Daneben lag auch eine gute Portion Humor darin, dass die Mitglieder des Haushalts sich förmlich damit überschlagen, Beweise zu finden und zur Lösung des Falls beizutragen. Sie tragen den Klatsch unter der Dienerschaft des Opfers und aus den Gassen Londons zusammen und stellen dann mit Mrs Jeffries Vermutungen darüber an, wie sich Beweise ordnen lassen und wer denn nun der Mörder ist!
Gut hat mir gefallen, dass die Eigenschaften der Personen sich auch in deren Sprechweise widergespiegelt haben. So verschlucken beispielsweise der Pferdeknecht und das Zimmermädchen, die aus ärmlichen Verhältnissen stammen, oft Silben, während Mrs Jeffries nicht nur eine bessere Sprachweise und ein besseres Ausdrucksvermögen hat, sondern beim Reden auch ihren Tatendrang wiedergibt.
Insgesamt war auch dieser Krimi wieder einer ganz nach meinem Geschmack: mit viel Hirnarbeit und Nutzung der grauen Zellen (wie Monsieur Poirot sagen würde 😉 ) und wenig actionreich.

Ganz bestimmt bleibt dies nicht mein letztes Buch um Mrs Jeffries – es hat einfach zu viel Spaß gemacht, diesen viktorianischen Krimi zu lesen!

The staff had been helping their dear inspector with his cases for several years now, but, as always, it was imperative they be discreet. Inspector Witherspoon wasn’t aware that he was getting any help in his investigations.
– Mrs Jeffries

5Sterne

Witches Abroad

Witches_AbroadWitches Abroad | Terry Pratchett | Corgi Books | erschienen 1991
ISBN 978-0-552-16750-5 | £7.99

Über Terry Pratchett:
Sir Terence David John Pratchett wurde 1948 in Buckinghamshire, UK, geboren. Eine erste Kurzgeschichte erschien im Alter von 13 Jahren in der Schülerzeitung. Nach der Schule machte er eine Ausbildung zum Journalisten bei einer Lokalzeitung. Seitdem er sich ab 1987 nur noch dem Schreiben widmete, hat er jedes Jahr etwa zwei Romane veröffentlicht.
Am bekanntesten sind seine Scheibenwelt-Bücher, die seit 1983 erscheinen. Sie wurden in 37 Sprachen übersetzt und weltweit ca. 85 Millionen Mal verkauft.
Von 1968 bis zu seinem Tod war er mit Lyn Pratchett verheiratet, die beiden haben eine Tochter.
Am 12. März 2015 starb Pratchett im Alter von 66 Jahren am Benson-Syndrom, einer dem Alzheimer sehr ähnlichen Erkrankung.
Quelle: Wikipedia

Als die gute Fee Desiderata Hollow stirbt, vermacht sie ihren Zauberstab der jungen Hexe Magrat Garlick – zusammen mit dem Auftrag, zu verhindern, dass in Genua ein Dienstmädchen den Prinz heiratet. Begleitet wird die Junghexe von zwei weiteren Hexen: Granny Weatherwax und Nanny Ogg. Doch der Auftrag erweist sich als schwerer als gedacht. Denn die zweite gute Fee, die ein wenig den Sinn für Realität verloren hat, kämpft in Genua für Happy Endings – und dazu gehört nun einmal, dass der Prinz das Stubenmädchen heiratet!

Nachdem mir in Cardiff der Lesestoff ausgegangen ist, habe ich unbedingt Nachschub gebraucht und mich daher in einem riesigen Waterstones ausgetobt. Herausgekommen ist dabei unter anderem dieses Buch. Es ist mein erster Scheibenwelt-Roman und ich weiß einfach nicht, warum ich mir die noch nicht eher besorgt habe!
Pratchett zeichnet mit unglaublich viel Witz und Ironie ein wunderbares Bild von einer Welt, die der unseren gar nicht unähnlich ist. Mir hat gut gefallen, dass es nicht einfach nur irgendein Fantasy-Roman ist, sondern dass Pratchett auf Themen eingeht, die uns auch heute beschäftigen – über 20 Jahre nach dem Erscheinen des Buches. Welche Wirkung haben beispielsweise Erzählungen; gerade in heutiger Zeit, in der Medien einen unglaublich großen Einfluss haben auf unser Denken. Aber auch die Abneigung gegenüber dem Fremden wird angesprochen – aktueller kann es doch gar nicht sein!
Und das alles ist verpackt in eine Geschichte von Märchen und Happy Endings, mit Charakteren, die einem immer mehr ans Herz wachsen und über die man sich manchmal vor Lachen kugeln könnte. Neben den Fremdsprachenkenntnissen der Hexen (da wird aus „Gracias“ ganz schnell mal „grassy ass“) sorgen auch die Fußnoten für Lacher. Da dies mein erstes Buch von Terry Pratchett ist, wusste ich nicht, dass er die in seine Romane einbaut – und ich war hellauf begeistert! Auch über die Anspielungen auf Märchen wie Rotkäppchen musste ich lachen. Denn die drei Hexen haben einen ganz und gar respektlosen Umgang mit Märchen und stellen diese gerne Mal auf den Kopf.
Hin und wieder hatte ich kleine Probleme mit dem Englischen, allerdings nicht wegen unbekannter Wörter, sondern wegen unbekannter Redewendungen.

Mit Sicherheit bleibt dieses nicht mein letztes Buch von Terry Pratchett, und trotz der kleinen Sprachschwierigkeiten werde ich sie auch weiterhin in der Originalsprache lesen – und ich freue mich schon sehr darauf!

There’s the basic unwritten rule of witchcraft, which is `Don’t do what you will, do what I say.´

goldene_Sterne

Rettung der Highlanderin

Rettung_der_HighlanderinRettung der Highlanderin | Laurin Wittig | AmazonCrossing | erschienen 2013
ISBN 978-1477805251 | 0,99€ (Kindle-Edition)/9.99€ (Taschenbuch)
Leseprobe

Über Laurin Wittig:
Wittig war im Alter von zehn Jahren zum ersten Mal bei einer schottischen Clan-Zusammenkunft dabei, wenn auch in den USA. Seitdem ist sie fasziniert von Schottland. Sie studierte allerdings zunächst Anthropologie und später International Health, danach arbeitete sie einige Jahre in der Computerindustrie. Ihr erstes Buch schrieb sie nachdem sie ihre Karriere aufgegeben hatte, um für ihre Kinder zu sorgen, der sofort ein großer Erfolg in Amerika wurde.
Sie lebt mit ihrem Mann, den beiden Kindern und einem Hund im US-Bundesstaat Virginia.
Quelle: Website der Autorin

Der Schotte Tayg Munro kehrt als Held aus dem Kampf gegen die Engländer heim. Doch bevor er die Nachfolge seines Vaters als Chief antreten kann, soll er heiraten. Um den Heiratsplänen seiner Mutter zu entgehen, meldet er sich freiwillig für eine Mission für den König. Doch durch diese wird er nicht nur in Intrigen gegen den König verstrickt, sondern auch in eine ungewollte Leidenschaft, als er eine fast bewusstlose Schönheit in der schottischen Kälte findet.

Um mit meiner Challenge Märchenhaft durch 2016 voranzukommen, habe ich mir dieses Buch ausgeliehen (außerdem muss man ja sein Kindle Unlimited ausnutzen 😉 ) Allerdings muss ich sagen, dass dies eines der Kindle Unlimited Bücher ist, die mir weniger gefallen. Dafür gibt es einige Gründe.
Zum einen wurde ich mit der weiblichen Hauptperson Catriona überhaupt nicht warm. Von Anfang an fand ich ihre Handlungen unschlüssig (davon weicht nur die Tatsache ab, dass sie keine arrangierte Ehe eingehen will) und oft einfach nur nervig. Ihre Einstellung gegenüber dem Leben im Allgemeinen und Männern im Besonderen war oft unerträglich und das hat sich im Laufe der Geschichte nicht gebessert. Auch ihr Verhalten gegenüber Tayg war merkwürdig. In der einen Minute hasst sie ihn und in der nächsten wirft sie sich ihm an den Hals.
Tayg hat mir da schon besser gefallen. Bei ihm entwickeln sich die Gefühle im Laufe der Geschichte und besonders sympathisch war er mir darin, dass er seine Reisegefährtin zu Beginn mindestens genauso wenig leiden kann wie der Leser.
Auch an der Handlung haben mir zwei Punkte nicht gefallen. Zum einen fand ich es oft historisch recht ungenau. Ich habe gegenüber historischen Liebesromanen niedrige Erwartungen was die historische Authentizität angeht; aber hier war es schon nahezu lachhaft, wie unglaubwürdig ich es fand. In meinen Augen ist es fast unangemessen „historisch“ zu diesem Buch zu sagen. Weniger sachlich ist die Tatsache, dass die Handlung unglaublich kitschig war. Bücher sollten in meinen Augen nicht zum Fremdschämen kitschig sein – doch das ist der Autorin hier gut gelungen.

Zwei Sterne dafür, dass Tayg die ganze Geschichte doch gerettet hat und mir außerdem die Darstellung der raubeinigen Schotten gut gefallen hat. Auch die zotigen Witze, die hin und wieder unter den Männern gerissen wurden, haben mich zum Lachen gebracht.

2Sterne

Bones are forever

Bones_are_foreverBones are forever | Kathy Reichs | William Heinemann | erschienen 2012
ISBN 978-0-434-02113-0 | £7.99 (Paperback)/£18.14 (Hardcover)
Leseprobe (englisch)

Über Kathy Reichs:
Kathy Reichs, mit vollem Namen Kathleen Joan Reichs, wurde 1950 in Chicago geboren. Sie studierte unter anderem Archäologie und ist als forensische Anthropologin tätig. Neben ihrer Arbeit als Dozentin für das FBI und als Professorin an der University of North Carolina, hat sie auch geholfen, Opfer des Terroranschlags auf das World Trade Center 2001 und exhumierte Leichen aus Massengräbern in Ruanda und Guatemala im Auftrag der UN zu identifizieren.
1997 erschien ihr erster Roman Déjà Dead (dt.: Tote lügen nicht) mit der Hauptfigur Dr. Temperance Brennan, die forensische Anthropologin ist. Deren Fälle beruhen auf wahren Fällen, an denen Kathy Reichs beteiligt war. Mittlerweile sind weitere 17 Bücher mit Dr. Temperance Brennan erschienen. Seit 2005 gibt es zudem die Fernsehserie Bones; dafür wurden Teile der Romane übernommen, allerdings unterscheiden sich die Dr. Brennans aus Büchern und Film stark.
Kathy Reichs ist sein 1969 mit dem Untersuchungsrichter Paul Reichs verheiratet; sie haben drei Kinder.
Quelle: Wikipedia

In einem heruntergekommenem Apartment in der Nähe von Montreal wird die mumifizierte Leiche eines Säuglings gefunden. Dr. Temperance Brennan, forensische Anthropologin, wird hinzugezogen und es werden zwei weitere Babyleichen entdeckt. Auf der Suche nach der Mieterin des Apartments, einer Prostituierten, reisen Brennan und ihr Partner Andrew Ryan nach Edmonton und Yellowknife, eine Diamantminen-Stadt. Doch als es Brennan schließlich gelingt, die geistig zurückgebliebene Prostituierte aufzufinden, wird diese vor ihren Augen erschossen. Die örtliche Polizei macht dafür die Verwicklungen der Frau in die Drogenszene verantwortlich. Aber Brennan ist davon nicht überzeugt und stellt weitere Ermittlungen an – doch diese könnten sie das Leben kosten …

Nach meinem leicht exzessivem James Patterson-Genuss habe ich eine kleine Pause davon gebraucht und mich stattdessen Kathy Reichs zugewandt. Ich meine, dass ich von ihr schon einmal ein Buch gelesen habe, allerdings auf deutsch; auf jeden Fall bin ich ein großer Fan der Serie Bones und war daher echt gespannt, wie sich Dr. Brennan im Buch darstellt.
Von den Charakteren wurde ich nicht enttäuscht. Auch wenn sich die Personen aus der Serie und die Personen aus dem Buch nicht wirklich ähneln, sind sie doch sympathisch und es macht Spaß, über sie zu lesen. Besonders Brennan, die immer mal wieder damit zu kämpfen hat, dass sie „nur“ Wisschenschaftlerin ist und vor allem, dass sie ein Frau ist, ist mir schnell ans Herz gewachsen.
Auch der Fall an sich war gut gemacht. Er hat Nervenkitzel hervorgerufen und mir, besonders bei der Entdeckung der Babyleichen, Tränen in die Augen getrieben. Auch, warum es auf Jagd einmal quer durch Kanada geht, war nachvollziehbar und logisch geschrieben.
Weniger gut hat mir gefallen, dass oft ein Fachjargon verwendet wurde, dessen Bedeutung weder erklärt, noch aus dem Kontext ersichtlich wurde. Das hat mir das Lesen oft sehr erschwert und teilweise dazu geführt, dass ich keinen Spaß an dem Buch hatte und es mich nur gelangweilt hat.
Dies wurde aber reichlich in den Szenen kompensiert, in denen Brennans Partner Andrew Ryan auftaucht, da es sich dann wieder auf das Niveau von Normalsterblichen und Laien begibt.

Ich werde auch weiterhin noch das ein oder andere Buch von Kathy Reichs lesen – aber sicher nicht auf englisch. Bei Dr. Brennan halte ich mich dann doch lieber an meine Muttersprache!

How long does it take for a newborn to give up life?
– Dr. Temperance Brennan

4Sterne

Eine Frage der Entscheidung

Eine_Frage_der_EntscheidungEine Frage der Entscheidung | Laura Landon | AmazonCrossing | erschienen 2015
ISBN 978-1-503-95472-4 | 9.99€ (Taschenbuch)/4.99€ (Kindle-Edition)
Leseprobe

Über Laura Landon:
Landon arbeitete zehn Jahre lang als Lehrerin an einer Highschool, bevor sie ihr eigenes Eiscafé betrieb. Dieses gab sie jedoch auf, nachdem ihr erster Roman fertig war, und widmet sich seitdem ausschließlich dem Schreiben. Mittlerweile hat sie einige historische Romane veröffentlicht; vier davon sind auf deutsch erschienen.
Zusammen mit ihrer Familie lebt sie im mittleren Westen der USA.

Lady Allinson Townsend will um jeden Preis verhindern, in einer Ehe wie die ihrer Schwestern zu stecken – deren Ehemänner sind untreu und machen ihre Frauen zum Gespött der feinen Londoner Gesellschaft. Als sie dennoch gezwungen ist zu heiraten, stellt sie ihrem Bräutigam, dem Marquess of Montfort, der als Schürzenjäger bekannt ist, eine Bedingung: wenn Joshua sie betrügt, erhält sie sein ganzes Vermögen. Verzweifelt willigt er ein. Keiner von beiden ist allerdings auf den Widerstand vorbereitet, der ihrer Verbindung entgegen schlägt – oder darauf, sich zu verlieben …

Nach Intimer Betrug ist dies mein zweites Buch von Laura Landon, ebenfalls ein historischer Liebesroman aus viktorianischer Zeit; dieser hat mir allerdings weniger gut gefallen.
Zum einen war er mir eindeutig zu kitschig. Ständig schmilzt irgendwer dahin und die Sprache kann man wirklich nur als schnulzig bezeichnen. Das hat mich ja teilweise schon bei Intimer Betrug gestört, aber hier ist es noch weiter ausgeartet.
Außerdem haben mir auch die Charaktere weniger gefallen. Mit Allison bin ich nicht richtig warm geworden, da sie mir zu sehr Moralapostel-mäßig unterwegs war und zudem ein wenig zu fehlerlos, auch was die Vergangenheit angeht. Außerdem finde ich es oft scheinheilig, dass sie dem unverheirateten Joshua vorwirft, Spaß zu haben. Ob er es damit übertreibt, bleibt die Frage, aber allein die Tatsache, dass sie es nur ihm vorwirft und nicht seinen weiblichen Gespielinnen, fand ich übertrieben.
Joshua an sich gefiel mir recht gut, allerdings fand ich bei ihm diesen Umschwung vom größten Schürzenjäger Londons hin zum unsterblich verliebten Ehegatten ein wenig zu schnell.
Dieses Buch ist früher erschienen; gut möglich also, dass Laura Landon sich einfach verbessert hat, was die Charakterentwicklung angeht.
Davon einmal abgesehen ist auch dieses Buch wieder gut zu lesen, ohne dass man Hintergrundwissen über die damalige Zeit benötigt.

Auch dieses Buch also wieder eine nette Lektüre für zwischendurch, allerdings weniger zu empfehlen als Intimer Betrug.

„Besser ein lebendiger Feigling als ein toter Narr.“
– Lady Allinson Townsend

3Sterne

Bound by Honor

Bound_by_HonorBound by Honor | Cora Reilly | Selbstverlag | erschienen 2014
£0,- (Kindle-Edition)/£7.86 (Paperback)
Leseprobe

Über Cora Reilly:
Reilly schreibt erotische Romanzen und New Adult-Roman. Neben Büchern liebt sie Wein und gutes vegetarisches Essen. Sie lebt mit ihrem Mann und einigen Haustieren zusammen.
Bound by Honor ist das erste Buch ihrer Born in Blood Mafia Chronicles-Reihe.

Aria wird in die führende Mafia-Familie Chicagos geboren und erfährt im Alter von fünfzehn Jahren, dass sie Luca Vitiello heiraten soll, den ältesten Sohn des Kopfes des New Yorker Kartells. Sie fürchtet sich davor, einen Mann zu heiraten, den sie kaum kennt – und noch mehr davor, genau DIESEN Mann zu heiraten. Aber die Alternative zu der Ehe mit Luca ist, wegzurennen und ihre Familie, insbesondere ihre Geschwister, zurückzulassen. So entschließt sie sich, die Hochzeit und Ehe durchzuziehen.

Von dem Buch habe ich zum ersten Mal bei Kaddesschmöker gehört und ihre Rezension hat mich neugierig macht. Da man zu kostenlosen Büchern nie nein sagt, habe ich es mir gekauft und direkt gelesen. Sie hat auf jeden Fall recht, dass man eher selten Mafia-Liebesgeschichten liest.
Mir hat das Buch insgesamt recht gut gefallen. Aria hat mir gut gefallen,aber sie hat es ein bisschen übertrieben damit, sich vor ihrem Ehemann zu ängstigen. Er hat ihr in der ganzen Geschichte nichts getan (mal abgesehen von der Hochzeitssache 😉 ) und dennoch ängstigt sie sich vor ihm zu Tode. Das hätte man in meinen Augen abkürzen können.
Und Luca schwankt mir ein bisschen zu schnell um zwischen „Mafioso ohne Skrupel“ und „I love you ever after“.
Davon einmal abgesehen war das Buch schnell und gut zu lesen. Ich hatte keine Probleme mit dem englisch, besonders da gefühlt in jedem Satz von Luca das Wort „Fucking“ auftaucht. Allzu schwierig ist es also wirklich nicht 😉
Die Handlung war in meinen Augen nachvollziehbar und gut geschrieben. Auch wenn mir Arias Verhalten stellenweise auf die Nerven ging, konnte man sich gut in sie einfühlen. Und die Liebesszenen (egal ob mit oder ohne Sex), waren schön geschrieben und nicht kitschig, was mir immer gut gefällt.

Insgesamt empfehlenswert als Lektüre für zwischendurch. Allerdings erfährt man nicht wirklich etwas über die Vorgänge in der Mafia und sollte auch nicht mit dieser Erwartung an das Buch gehen.

„Being born into our world means being born with blood on your hands. With every breath we take sin is engraved deeper into our skin.“
– Aria Vitiello

4Sterne

Das Herz des Herzogs

Das_Herz_des_HerzogsDas Herz des Herzogs | Christi Caldwell | AmazonCrossing | erschienen 2015
ISBN 9-781-477-84976-7 | 9.99€ (Taschenbuch)/4.99€ (Kindle-Edition)
Leseprobe

Über Christi Caldwell:
Caldwell entdeckte ihre Liebe zu historischen Liebesromanen während ihrer Zeit an der Universität von Conneticut. Dort beschloss sie, selbst Geschichten zu schreiben und ihren Helden und Heldinnen nach ein wenig Leiden ein Happy End zu gönnen.
Sie lebt in Conneticut und verbringt ihre Zeit entweder mit Schreiben, oder damit sich um ihre drei Kinder zu kümmern.
Quelle: Amazon

Jasper, Duke of Bainbridge, hat sich nach dem Tod seiner Frau im Kindbett aus dem gesellschaftlichen Leben zurückgezogen. Dennoch lässt er sich von seinem Freund überreden, den Frostjahrmarkt in London zu besuchen. Dort rettet er Lady Katherine Adamson das Leben, die durch das Eis auf der Themse gebrochen ist und unterzugehen droht.
Katherine hat von ihrer Schwester ein Amulett geschenkt bekommen: es soll ihr helfen, das Herz eines Herzogs zu erobern. Kurze Zeit nach der ersten Begegnung macht Katherine dem Duke of Bainbridge einen Antrag, um so einer arrangierten Ehe zu entgehen. Doch schlägt dieses rein geschäftliche Angebot schnell in mehr um, als Katherine sich in ihren Ehemann verliebt – und er sich zwischen seiner ersten und seiner zweiten Ehefrau entscheiden muss.

Ich glaube, ich habe noch nie ein Buch mit einem solch grimmigen Charakter gelesen! Jasper gibt sich wirklich alle Mühe, sich unbeliebt zu machen und vor allem nie wieder einen anderen Menschen in sein Leben zu lassen. Vielleicht das größte Wunder im ganzen Buch ist die Tatsache, dass er tatsächlich auf den Frostjahrmarkt geht! Und, dass er einem mit der Zeit doch ans Herz wächst; mit seiner Brummigkeit und seinem immer mal wieder aufblitzenden Humor.
Um einiges zugänglicher ist da schon Lady Katherine, die eine Freundlichkeit ausstrahlt, die in krassem Gegensatz zu Jaspers Ablehnung steht. Und wenn ich ehrlich bin: sie wurde mir schon dadurch sympathisch, dass sie zum einkaufen in die Stadt fährt – und dann doch nur in den Buchladen geht (irgendwoher kennen wir das doch …).
Wie die beiden zusammenfinden hat etwas für sich. Und obwohl es in gewissem Sinne natürlich genau die historical romance war, die ich erwartet hatte und auch schon einige Male gelesen habe, ist es doch irgendwie anders. Zum einen ist es meinen Augen gelungen, mit Katherine einen starken weiblichen Charakter zu schreiben, der genau weiß, was er will und sein Schicksal selbst in die Hand nimmt – aber dennoch nicht aus der Rolle (oder in diesem Fall: der Zeit) fällt.
Caldwell ist es außerdem gelungen, nicht ins Kitschige abzurutschen. Oft schleicht sich ein Funken Humor in die Unterhaltungen, der einen zum Lachen bringt. So wurde es mir nicht zu schnulzig.

Insgesamt ist es eine leichte Lektüre für zwischendurch und besser als erwartet!

Wie er so auf dem gefrorenen Weg […] stand, inmitten dem immer stärker werdenden Schneefall, während der beißende Wind ihn umtoste, kam Jasper zu einer höchst unerwünschten, unwillkommenen, schwindelerregenden Erkenntnis.
Er wollte Lady Katherine küssen.
– Jasper, Duke of Bainbridge

4Sterne