Amy Snow

Amy_SnowAmy Snow | Tracy Rees | Quercus | erschienen 2015
ISBN 978-1-78429-145-7 | £7.99

Über Tracy Rees:
Tracy Rees wurde im Süden von Wales geboren und studierte an der Universität Cambridge. Sie arbeitete acht Jahre lang als Journalistin, bevor sie sich dem Schreiben widmete. Amy Snow ist ihr Debütroman.
Quelle: Quercus

Im Januar 1831 wird ein Neugeborenes im Schnee gefunden und im nahe gelegenen Hatville Court aufgenommen. Die Herren des Hauses sind davon wenig begeistert und auch die Diener sehen in dem Mädchen, das Amy Snow genannt wird, eher eine Belastung.
Die einzige Freundin ist die acht Jahre ältere Aurelia, Erbin von Hatville Court. Bei dieser wird jedoch ein Herzfehler diagnostiziert und so stirbt sie im Alter von nur 25 Jahren.
Amy ist vor Kummer außer sich. Als Erbe wird sie von Aurelia auf eine Schatzsuche quer durch England geschickt.

Amy Snow war für mich ein kleiner Noteinkauf; es galt knapp vier Stunden Wartezeit am Flughafen in Birmingham und anderthalb Stunden Flug zu überbrücken. Mich hat erstmal das Cover angesprochen – das finde ich sehr schick. Und dazu noch eine Schatzsuche – ich war gleich mal begeistert!
Und nachdem ich mich ans lesen gemacht habe, war ich auch vom Inhalt begeistert. Das Buch war gut zu lesen. Ich hatte wirklich keine Probleme mit dem Englischen und damit, der Story zu folgen.
Tracy Rees gelingt es auf wunderbare Weise, die Entwicklung Amys von einer verschüchterten grauen Maus zu einer selbstbewussten jungen Frau darzustellen. In den ersten paar Kapiteln war ich von Amy eher wenig begeistert. Ich hatte wirklich kein Problem damit, dass sie ein wenig schüchtern ist, aber die Verehrung, die sie Aurelia entgegenbringt, ist manchmal schon übertrieben. Und abgesehen von Aurelia scheint es nichts in ihrem Leben zu geben. Es ist, als hätte sie nur gelebt. um Aurelia zu dienen, deren Freundin zu sein.
Dies ändert sich allerdings im Laufe der Geschichte. Amy wird selbstbewusster und selbstständiger. Als sie einen kleinen Wutausbruch bekommt, weil Aurelia ihr Leben so sehr bestimmt, auch noch nach deren Tod, und weil sie sich ihr Leben so bestimmen lässt, habe ich das fast als Erleichterung empfunden. Auch wenn Aurelia noch immer ein wichtiger Bestandteil ihrer Vergangenheit ist, baut sie sich doch nach und nach ein Leben auf: mit eigenen Freunden, eigenen Entscheidungen und dem perfekten Mann (natürlich 😉 )
In meinen Augen wird auch das Leben einer Frau in der Mitte des 19. Jahrhunderts authentisch dargestellt. Mich stört an vielen historischen Romanen der Zeit, dass die Heldinnen offenbar auch alle Rebellinnen sind, die sich nicht darum scheren, was die Gesellschaft von ihnen denkt und sich dagegen auflehnen. An Amy Snow hat mir daher auch gefallen, dass sie sich durchaus darum kümmert, was die Sitten der Zeit vorgeben. Selbst Aurelia, die wenig Wert darauf legt, verheiratet zu werden und Kinder zu zeugen, verhält sich im Großen und Ganzen doch recht regel konform.
Zu Beginn des Buches haben mich nur die Rückblenden gestört. Es wird die Geschichte Amys und die Entwicklung der Freundschaft zwischen den beiden Mädchen beschrieben. Stellenweise saß ich dran und wollte einfach nur wissen, wie es mit der Schatzsuche weitergeht. In meinen Augen hätte man dies entweder weniger ausführlich gestalten oder über das Buch verteilen müssen. Dies hat sich aber gegeben, als die Rückblenden in der Gegenwart angelangt waren und ab da hat mir das Buch wirklich nur noch Freude bereitet.

The beauty of impossible dreams is that they are impossible – the hows and whens don’t really matter.
– Amy Snow

5Sterne

Mystery in White – #lesadvent

#lesadventHallo ihr Lieben!

Ich hoffe ihr hattet schöne und entspannte Weihnachten mit viel gutem Essen!
Ich melde mich wieder mit einem weiteren Beitrag zum Lesadvent von Reading Parrot. Dies soll mein zweites Los für Denn Liebe ist stärker als Hass von Shlomo Graber sein.

Mystery_in_WhiteMystery in White – A Christmas Crime Story | J. Jefferson Farjeon | The British Library | erschienen 1937 bei Wright & Brown
ISBN 978-0-7123-5770-8 | £8.99

Über J. Jefferson Farjeon:
Farjeon wurde 1883 in London geboren und veröffentlichte zahlreiche Geschichten, vornehmlich Krimis, bevor er 1955 starb. Am bekanntesten ist sein Stück Nummer 17, welches mehrmals verfilmt wurde, u.a. auch von Alfred Hitchcock. Obwohl sein Name heute nahezu unbekannt ist, war er während seiner Schaffenszeit hoch angesehen, beispielsweise auch von Dorothy L. Sayers.

An Heiligabend wird in der Nähe des Örtchens Hemmersby ein Zug eingeschneit. Einige der Passagiere beschließen, den Zug zu verlassen und Weihnachten in Hemmersby zu verbringen. Vor dem Schneesturm flüchten sie sich in ein Haus und obwohl niemand da ist, ist der Tisch für den Nachmittagstee gedeckt und auch die Feuer brennen. Durch den Schneefall im Haus gefangen, versuchen die Gestrandeten dem Geheimnis des Hauses und seiner verschwundenen Bewohner auf die Spur zu kommen – und dann wird ein Toter entdeckt …

Der Buchhändler meines Vertrauens in England hat beim Bezahlen gemeint, dass das Bücher super wäre – und das ist es an und für sich auch. Wieder einmal habe ich mir ein Buch gegriffen, dass mit wenig Blutvergießen und Explosionen auskommt. Dafür werden wieder die „kleinen grauen Zellen“ angestrengt, obwohl der ein oder andere der Gesellschaft eher durch wenig Hirnschmalz auftrumpft. Genau darüber konnte man auch oft lachen.
Ehrlich gesagt habe ich nicht nur mit Spannung die Aufklärung des leeren Hauses erwartet, sondern in meinem Kopf auch Vermutungen angestellt, wer mit wem anbandelt.
Da es im Klappentext heißt: „[…] a murderer strikes in their midst“ hatte ich etwas mehr Spannung erwartet. Ich dachte, dass in der Gruppe der Passagiere ein Mörder umgeht. Dass stimmt in gewisser Form auch, wirkt sich aber doch ganz anders aus als gedacht. Das war für mich ein Stück weit eine Enttäuschung. Aufgrund meiner Vermutung hatte ich auch ein wenig mehr Spannung erwartet. An sich ist das Thema ja nicht unbekannt: eine Gruppe von Menschen steckt aus irgendeinem Grund zusammen fest – und dann geht ein Mörder in ihren Reihen um. Ich hatte also Thriller-Atmosphäre erwartet; natürlich nicht übermäßig, das Buch wurde schließlich 1937 veröffentlicht. Aber ich habe ehrlich nie um eine der Figuren gefürchtet. Die Spannung, wann wohl der angepriesene Mord geschehen wird, war fast größer, als die Spannung der Geschichte. Allerdings muss ich sagen, dass mir die Auflösung der fehlenden Hausbewohner super gefallen hat und mich reichlich entschädigt hat für die nicht ganz erfüllten Erwartungen.
Davon einmal abgesehen hat mir das Buch gut gefallen. Ich hatte auch keine Verständnis-Schwierigkeiten (Agatha Christie und Hercule Poirot sei gedankt!) und bin sehr gut vorangekommen.

Insgesamt würde ich auch dieses Buch nur Fans von Krimis à la Arthur Conan Doyle und Agatha Christie empfehlen. Und stellt wie gesagt keine allzu hohen Erwartungen an die Spannung.

„We’d been through hell and it was Christmas, so if one or two of us did get a bit funny, well, who could blame anybody?“
– Jessie

4Sterne

Silent Nights – #lesadvent

 

#lesadventEinen Tag vor Weihnachten kommt mein zweiter Beitrag zum Lesadvent von Reading Parrot. Dieser Beitrag ist außerdem mein Los für Stephen Grosz‘ Die Frau die nicht lieben wollte.

Silent_NightsSilent Nights – Christmas Mysteries | Martin Edwards (Hrsg.) | The British Library | erschienen 2015
ISBN 978-0-7123-5610-7 | £8.99

Über Martin Edwards:
Edwards wurde 1955 im britischen Knutsford geboren. Er studierte Jura und arbeitet heute noch als Berater einer Rechtsanwaltskanzlei. Seit 1988 ist er verheiratet und hat zwei Kinder.
1991 erschien sein erster Krimi All the Lonely People; über den Detektiv des Buchs, Harry Devlin, hat er noch sieben weitere Krimis geschrieben. Bekannt ist auch seine Lake District Mysteries-Reihe. Zudem hat er über 50 Kurzgeschichten geschrieben. Er ist Mitglied der Crime Writers‘ Association, Vorsitzender des Komitees, das eine der höchsten Auszeichnungen der englischen Kriminalliteratur verleiht, und Archivar der Association.

Ganz ähnlich wie in Capital Crimes hat Martin Edwards auch hier Kriminalkurzgeschichten zu einem bestimmten Thema zusammengestellt – diesmal Weihnachten. Veröffentlicht wurden die 15 Geschichten zwischen 1892 und 1957. Diesmal gab es auch eine Geschichte mit einem meiner Lieblinge, Sherlock Holmes (The Blue Carbuncle), aber auch Geschichten von mir unbekannten Autoren.
Auch was die Art des Verbrechens angeht, wird einiges abgedeckt: Mord, Diebstahl, auch ein oder zwei die eher in Richtung Gruselgeschichten gehen.

Dadurch, dass einige der Geschichten schon vor über hundert Jahren veröffentlicht wurden, fand ich sie teilweise schwierig zu lesen. Das lag einfach daran, dass einige der benutzten Wörter heute nicht mehr wirklich im englischen Sprachgebrauch sind und ich sie dementsprechend nicht kenne.
Erstaunlich fand ich, wie oft sich die Autoren offenbar an Arthur Conan Doyle orientiert haben und ihrem „Sherlock Holmes“ einen eigenen „Watson“ zur Seite gestellt haben. Edwards selbst weist in seinen Vorworten zu den einzelnen Geschichten immer wieder darauf hin, aber auch ohne ihn wäre dies oft sehr offensichtlich. Durch diese Sherlock Holmes/Watson-Kombinationen wird richtig deutlich, dass Doyle wirklich einen Einfluss auf spätere Autoren hatte.
Zwei Dinge seien noch gesagt. Zum einen ist es sehr unterschiedlich, welche Rolle Weihnachten in den Geschichten spielt. In einigen findet das Verbrechen einfach zufällig im Winter (und nicht mal zwangsläufig an Weihnachten) statt, bei anderen dreht sich alles um Weihnachten.
Zum anderen ist auch dieses hier wieder ein Buch, dass eher durch „Hirnarbeit“ als durch actiongeladene Szenen mit spritzendem Blut gekennzeichnet ist. Wer also Krimis in James Bond-Manier erwartet, wird von diesem Buch definitiv wenig begeistert sein.

Ich muss allerdings ehrlich sagen, dass ich nach der Lektüre von Capital Crimes ein wenig mehr erwartet habe. Insgesamt haben mir die Geschichten aus Silent Nights weniger gut gefallen. Ich fand sie auch stellenweise wenig spannend – anders als in Capital Crimes, wo mich jede Geschichte begeistert hat. Und auch anders als in eben diesem sind in der Weihnachts-Zusammenstellung keine neuen Schätze zu Tage gekommen. Geschichten, die mir gefallen haben, kamen von Autoren, die ich bereits kannte.

Christmas may be when we dream of peace on earth, and entertain feelings of goodwill to all men (and women), but there are limits.
– Martin Edwards

4Sterne

Rock Kiss

U_9925_1A_LYX_ROCK_KISS_EINE_NACHT_IST_NICHT_GENUG_01.inddRock Kiss – Eine Nacht ist nicht genug | Nalini Singh | Egmont LYX | erschienen 2015
ISBN 978-3-8025-9925-5 | 9.99€

Über Nalini Singh:
Nalini Singh, geboren 1977 auf den Fidschi-Inseln, wuchs in Neuseeland auf und lebt dort. Sie schreibt Romantic-Fantasy und ist New York Times Bestseller-Autorin.
Quelle: Wikipedia, Rock Kiss

Molly begegnet auf einer Party dem Rockstar Zachary Fox – erfolgreich, gutaussehend und sexy. Und obwohl auch er sich zu ihr hingezogen fühlt, ist sie fest entschlossen, es bei einem One-Night-Stand mit ihm zu belassen. Denn nach einer unschönen Erfahrung mit den Medien während ihrer Jugend, will Molly nie wieder im Scheinwerferlicht stehen. Doch recht schnell merkt sie, dass ihr eine Nacht mit Fox nicht reicht. Zudem ist der Rockstar fest entschlossen, es nicht bei einer Nacht zu belassen.

Dieses Buch ist der erste Band der Rock Kiss-Reihe von Nalini Singh. Damit hat sie sich nach ihren Fantasy-Romanzen (beispielsweise Leopardenblut oder Engelskuss) einem neuen Thema zugewandt.
Bisher haben mir Singhs Bücher immer recht gut gefallen und als ich dann auf dieses hier gestoßen bin, konnte ich es kaum erwarten.
Der Anfang hat mich allerdings ein klein wenig enttäuscht. Ich erwähne das ja immer wieder, aber ich finde es furchtbar, wenn Gefühle einfach plötzlich da sind. Nun mag man sich darüber streiten, ob es Liebe auf den ersten Blick gibt oder nicht, aber niemand kann mir sagen, dass man sich sofort in die ganze Persönlichkeit eines Menschen verlieben kann. Dafür gibt es einfach viel zu viele Facetten. Und während sich Molly zu Beginn noch gegen eine feste Beziehung mit Fox wehrt, ist dieser nach dem ersten Blick auf sie hin und weg. Das fand ich eher unglaubwürdig. Er sieht sie nur lachen und beschließt sofort, dass er eine Beziehung haben will. Und sind wir mal ehrlich: nur weil eine Person ein tolles Lachen hat, muss sie nicht unbedingt intelligent oder nett sein.
Und auch Mollys Meinung über ein Leben im Scheinwerferlicht ändert sich aus meiner Sicht sehr plötzlich. In der einen Sekunde ziert sie sich noch, mit Fox in die Öffentlichkeit zu gehen und in der nächsten kündigt sie ihren Job und zieht mit ihm von Neuseeland nach L.A.
Nachdem das aber erst einmal geschehen ist, hat sich die Geschichte langsam aber sicher gemausert. Es hat Spaß gemacht sie zu lesen und wurde auch nicht mehr so vom Sex dominiert wie zu Beginn. Man lernt die Charaktere kennen und besonders Molly ist mir ans Herz gewachsen.
Gefallen hat mir auch, dass es nicht Friede, Freude, Eierkuchen ist. Es gibt noch das ein oder andere Problem zu bewältigen. Was ich hierbei besonders gut fand, war, dass Nalini Singh auch Probleme beschrieben hat, wie sie ein Leben als Berühmtheit mit sich bringt. Aufdringliche Paparazzi, die mangelnde Privatsphäre – all das wird sehr wahrheitsgetreu wiedergegeben (oder zumindest so, wie man sich das vorstellt 😉 ). Das hat mich an manchen anderen Rockstar-Büchern gestört; der Protagonist wird zwar als sehr erfolgreicher und beliebter Promi dargestellt, aber offenbar gibt es keinerlei Journalisten etc. die dem Paar auf die Pelle rücken.
Über Singhs Stil bleibt noch zu sagen, dass dieses Buch nicht enttäuscht, was die Flüssigkeit angeht. Es gibt keine Fehler (zumindest habe ich keine gefunden) und so ist auch ihr neuestes Werk gut und schnell zu lesen.

Als Fazit kann man sagen, dass einen dieses Buch nicht wirklich vom Hocker haut, stellenweise sogar enttäuscht. Es entwickelt sich aber recht gut und wartet wieder mit überzeugenden Charakteren auf.

Eine dauerhafte Beziehung […] erfordert die Stärke und die Hingabe, sich gegen alles zu stemmen, was die Welt einem Böses will.
– Molly Webster

3Sterne

Das Christkind wohnt in Hütte 7 – #lesadvent

#lesadventIch wünsche euch allen einen schönen 1. Advent! Heute kommt auch schon mein erster Beitrag zum Lesadvent von Reading Parrot. Hiermit möchte ich auch gleich in den Lostopf für das Buch Denn Liebe ist stärker als Hass von Shlomo Graber hüpfen.

Das Christkind wohnt in Hütte 7 | Franziska Erhard | Selbstverlag | erschienen 2015
0.99€
Leseprobe

Über Franziska Erhard:
Erhard hat bisher drei Bücher veröffentlicht, alle 2015. Gemeinsam ist ihnen auch, dass sie alle auf Amazon sehr gute Rezensionen erhalten haben (ab 4.1 Sternen aufwärts).Das_Christkind_wohnt_in_Hütte_7

Nach der Scheidung von ihrem Mann nimmt die alleinerziehende Sophie notgedrungen einen Job als Christkind auf dem lokalen Weihnachtsmarkt an. Dort verkauft sie in der legendären Hütte 7, in der jedes Jahr ein kleines Weihnachtswunder geschieht, Weihnachtsgeschenke und -dekorationen. Dort trifft sie auch auf den Witwer Will und seinen kleinen Sohn. Nicht nur zwischen den beiden Kindern, sondern auch zwischen Sophie und Will entwickelt sich eine Freundschaft – oder gar mehr?

Was für Schätze sich doch manchmal abseits der großen Verlage (und Preise) finden lassen! Mit Das Christkind wohnt in Hütte 7 habe ich gleich einmal einen guten Einstand in meinen Lesadvent gehabt!
Obwohl das Buch mit 125 Seiten „nur“ ein Kurzroman ist, hat Erhard es geschafft, glaubwürdige und vielschichtige Charaktere zu schaffen und darzustellen. Sophie ist einem von Anfang an sympathisch und die beiden Kids sind unglaublich süß!
Wunderbar fand ich auch, dass ich immer wieder dachte: „Kindermund tut Wahrheit kund!“ Als würden die kleinen Personen vor mir stehen.
Gut gefällt mir auch, dass sich die Gefühle und Beziehung zwischen Sophie und Will auf diesen 125 wirklich entwickelt und man sie nicht plötzlich vorgesetzt bekommt.
Aus ihrer Vergangenheit haben beide ihre Päckchen zu tragen und das macht sie zu unperfekten, wunderbaren Charakteren.
Zu den tollen Figuren kommt ein flüssiger Schreibstil ohne Fehler, die beim Lesen irritieren. Zudem gibt es keine logischen Sprünge.

Das Christkind wohnt in Hütte 7 ist einfach ein wunderbarer Kurzroman für die Vorweihnachtszeit, der nur zu empfehlen ist!

Wie es schien war sie auf dem besten Weg, ihr Leben erneut in eine gefährliche Schieflage zu bringen.
– Sophie Engel

5Sterne

Möppelchensex

MöppelchensexMöppelchensex | Juliane Albrecht | dotbooks Verlag | erschienen 2014
ISBN 978-3-95520-869-1 | 4.99€
Leseprobe

Über Juliane Albrecht:
Albrecht ist das Pseudonym einer bekannten deutschen Autorin. Geboren wurde sie Ende der 60er Jahre in Hanau. Heute lebt sie mit Mann, Tochter und Hund im Ruhrgebiet.
Schon von klein auf stand für sie fest, dass sie entweder Schriftstellerin oder Köchin werden will, da sie das Schreiben und gutes Essen liebt.

Mona stellt fest, dass sie in sieben Jahren Beziehung zu Christian genau sieben Kilo zugenommen hat. Zu diesem Schock stellt sie auch noch fest, dass er eine Affäre mit einer Krankenschwester hat – und keine Lust mehr auf „Möppelchensex“ mit ihr! Kurzentschlossen zieht sie zu ihrer Freundin Carmen nach Hanau, kündigt ihren Job und will abnehmen. Carmen meint zudem, dass ein „Übergangsmann“ her muss.

Möppelchensex ist der typischte aller Frauenromane. Ehrlich gesagt mit eher wenig Story und auch ohne viel Hirnarbeit bei den Leserinnen (ich wage zu bezweifeln, dass Männer auf die Idee kommen, dieses Buch zu lesen 😀 )
Ich fand, es ging alles ein wenig wild drunter und drüber, nachdem Mona von der Affäre ihres Freundes erfährt. Statt mit ihm zu reden – und sich von ihm zu trennen – zieht sie sogar wieder in der gemeinsamen Wohnung ein.
Allerdings hat Juliane Albrecht sympathische Charaktere geschaffen, die einem ans Herz wachsen – wenn auch oft ein bisschen überzogen reagieren. Besonders mit Mona, denke ich, kann sich fast jede Frau identifizieren: Nicht so wirklich zufrieden mit ihrem Aussehen und deswegen unsicher.
Zu Albrecht Schreibstil: Sie schreibt sehr flüssig, man muss, wie gesagt, nicht wirklich nachdenken. Mir sind keine Fehler aufgefallen, man wird also durch nichts in seinem Lesefluss gestört. Allerdings ist es eine recht schnelle Lektüre; ich habe anderthalb Stunden gebraucht, um das Buch zu lesen.

„Sex macht immer Probleme, auch, oder ganz besonders dann, wenn man gar keinen hat.“
– Bastian

3Sterne

Absturz in London

Absturz_in_LondonAbsturz in London | Emma Carr | AmazonCrossing | erschienen 2014
ISBN 978-1-477-82440-5 | 4.99€ (Kindle Edition)/9.99€ (Taschenbuch)
Leseprobe

Über Emma Carr:
Absturz in London ist Emma Carrs Debütroman, inspiriert von einer Reise mit ihrem Ehemann in eben jene Stadt. Die Ruleford-Trilogie ist mittlerweile abgeschlossen; im Oktober 2015 erschien ihr neuestes Buch, ebenfalls Auftakt einer Reihe, The CEO.
Sie lebt mit Ehemann, Sohn und Hund in Seattle.

Aimee Kennedy gewinnt eine Reise inklusive Hotelübernachtung nach London. Dumm nur, dass ihr Begleiter all ihre Sachen stiehlt – inklusive des Gutscheins für den Rückflugs nach Amerika und ihrem Geld. Notgedrungen bewirbt sie sich bei dem attraktiven Banker Simon Ruleford als Haushaltshilfe. Da sie jedoch Amerikanerin ohne Arbeitserlaubnis ist und er seine Geschäfte mit der Königsfamilie nicht gefährden darf, stellt er sie nicht ein. Durch einen Zufall wird Aimee in seinem Haus eingeschlossen, pflegt ihn, als er krank wird und so kommen sich die beiden näher. Aber Aimee muss unbedingt in die Staaten zurück um ihr Studium zu beenden – und Simon darf die Royals nicht verprellen.

Ich habe das Buch angefangen zu lesen – und gleich mal eine Nachtschicht eingelegt, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es ausgeht.
Ein bisschen erinnert es an eine Aschenputtel-Adaption, nur dass in diesem Fall das Aschenputtel nicht gerettet werden will (soll heißen: sich auf keinen Fall in den Prinz verlieben 🙂 ) Ein Prinz kommt im Übrigen doch vor; Prinz William (ja, DER Prinz William) wird nämlich spontan mit eingespannt – und ist hin und weg von Aimees Back- und Kochkünsten. Sehr sympathisch 😉
Besonders Aimee finde ich toll: immer eine schlagfertige Antwort und eine kleine Kämpferin.
Auch Simons Wandel vom Bürohengst, der mit seiner Arbeit verheiratet ist, zum verliebten Trottel ist glaubwürdig. Es geschieht nicht einfach von einem Tag auf den anderen, sondern entwickelt sich im Laufe der Story.
Alles ist glaubwürdig ge- und beschrieben, flüssig zu lesen und ohne grammatikalische Fehler. Und obwohl die Rulefords eine Bankerfamilie sind, wird das Thema Mathematik nicht zu sehr breitgetreten und man auch nicht mit Fachausdrücken erschlagen.

Wenn er die Zeit neben Aimee verbringen durfte, würde er sich auch eine sechsteilige Serie über die Geschichte des Hausstaubs anschauen.
– Simon Ruleford

5Sterne

Heat Wave – Hitzewelle

Heat_WaveHeat Wave – Hitzewelle | Richard Castle | Cross Cult | erschienen 2012
ISBN 978-3-86425-021-7 | 4.99€
Leseprobe

Über Richard Castle:
Richard Castle ist die namengebende Hauptfigur der Fernsehserie Castle. Er ist ein erfolgreicher Krimiautor und wird von der New Yorker Polizei um Hilfe bei einem Fall gebeten. Danach setzt er alles daran, auch weiter mit der Ermittlerin Kate Beckett und ihrem Team arbeiten zu dürfen. Beckett wird zum Vorbild für seine neue Heldin „Nikki Heat“ – Beckett ist davon weniger begeistert.

In New York herrscht eine Hitzewelle. Das ist aber nicht das einzige Problem von Detective Nikki Heat: zum einen ist da noch der Starjournalist Jameson Rook, der sie bei der Arbeit begleitet, zum anderen wartet ein neuer Fall auf sie. Ein Immobilienmakler wurde von seinem Balkon gestoßen. Durch seine Mafiakontakte und die Tatsache, dass er pleite ist, ergeben sich einige Verdächtige.

Ich bin ein Fan der Fernsehserie, deswegen musste ich mir dieses Buch sofort kaufen, als ich darüber gestolpert bin. Allerdings muss man die Serie nicht können, um dem Geschehen folgen zu können. In meinem Kopf waren Nikki Heat und Jameson Rook immer die beiden Hauptfiguren aus der Serie, Beckett und Castle. Sie sind auch ganz klar wieder zu erkennen, Beckett/Heat mit ihrer Schlagfertigkeit (sowohl verbal als auch körperlich) und Castle/Rook mit seinen wenig hilfreichen Kommentaren und seinem Charme. Der einzige Unterschied ist wohl, dass Heat und Rook sich schon im ersten Band seeeeehr nahe kommen, während sich die Beziehung zwischen Beckett und Castle langsamer entwickelt.
Der Autor hat es geschafft im Buch das wiederzugeben, was die Fernsehserie so beliebt macht: die lockeren, lustigen Streitgespräche zwischen Beckett und Castle und den schwarzen Humor, den Becketts Team oft an den Tag legt.
Weniger gefallen hat mir, dass die Beschreibungen des Tatorts und der Polizeiarbeit oft ein wenig abgehackt waren.

Der Krimi hat mich auf keinen Fall enttäuscht: Ich habe eine schöne Portion Richard Castle und Kate Beckett bekommen und auch der Mordfall entwickelt sich ganz schön spannend.

„Wir sind bloß die Polizei und dummerweise müssen wir erst diese ärgerlichen kleinen Dinger zusammentragen, die man Fakten nennt, um den Tathergang zu rekonstruieren.“
– Nikki Heat

4Sterne

Bernsteintränen

Bernsteintränen | Izabelle Jardin | Amazon Publishing | erschienen 2015
BernsteintränenISBN 978-1-50395-398-5 | 4.99€ (Kindle Edition)/9.99€ (Taschenbuch)
Leseprobe

Über Izabelle Jardin:
Mit ihren Liebesromanen erobert Jardin regelmäßig die E-Book-Bestsellerlisten. Mit ihrem Buch Remember erreichte sie den 5. Platz in der Kategorie „Bestes E-Book only“ beim „Deutschen Leserpreis 2014“ sowie Platz 2 der Kindle-Charts. 2016 erscheint es zudem, als erstes ihrer Bücher, auf Englisch. Bernsteintränen ist ihr fünftes Buch.
Sie hat Sozial- und Politikwissenschaften in Oldenburg studiert und lebt mit Mann und zwei Kindern in Norddeutschland.

Nicola Berger ist Anwältin in einem international aufgestellten Unternehmen und soll für dieses eine Reise nach Polen unternehmen. Dort lernt sie nicht nur den attraktiven Landarzt Marcin Jablonski kennen, sondern findet durch einen Zufall die Briefe einer geheimnisvollen E. an ihre Mutter. Diese stammen aus dem Jahr 1945 und wurden vor der Flucht der Familie gen Westen geschrieben. Darin beichtet E. ihrer Mutter auch ihr Verhältnis zu dem polnischen Zwangsarbeiter Aleksander. Überwältigt von E.s Gefühlen und der sich entwickelnden Beziehung zu Marcin, stellt Nicola ihre Lebensplanung in Frage.

Da hab ich beim Stöbern im Kindle Unlimited-Bereich einen richtigen kleinen Schatz entdeckt! Die Geschichte von Nicola und Marcin ist sehr schön geschrieben und passt wunderbar in die Winterzeit. Jardin beschreibt auf wunderbare Weise den Wandel einer karriereorientierten, toughen Businessfrau, zu einer Frau, die auch Blicke hinter diese harte Schale zulässt und Schwächen eingesteht. Gut hat mir auch gefallen, dass Nicola sich ändert, aber nicht komplett den Charakter aufgibt, den sie zu Beginn hatte. Es wäre in meinen Augen unglaubwürdig, wenn aus der, trotz allem sympathischen, Businessfrau ein Heimchen am Herd wird.
Marcin ist selbstverständlich der perfekte Mann – gutaussehend, mit breiten Schultern und dann auch noch Arzt *seufz* 😉 Zu perfekt dann aber auch nicht; eher einer der von mir geliebten perfekten unperfekten Charaktere, der aus einer gescheiterten Ehe mit gebrochenem (Selbst-)Vertrauen hervorgeht.
Auch eine wunderbare Sache: Der unaufdringliche Humor und die lustigen Geplänkel zwischen Nicola und Marcin.
Natürlich hat jedes Buch auch die ein oder andere Schwachstelle – so werden besonders die romantische Szenen fast schon übertrieben kitschig dargestellt und besonders gegen Ende artet alles in viel zu vielen Zufällen aus. Der ein oder andere weniger hätte es auch getan.

„Der Haken [an sechzig Jahren Frieden] ist, dass niemand mehr gefordert ist, für irgendetwas zu kämpfen.“
– Nicola Berger

4Sterne

Das Geheimnis der Zitronen

Das_Geheimnis_der_ZitronenDas Geheimnis der Zitronen | Ella Wünsche | Selbstverlag | erschienen 2015
2.99€
Leseprobe

Über Ella Wünsche:
Wünsches erster Roman Das Leben ist kein Brautstrauß wurde 2013 zum Überraschungserfolg im eBook-Weihnachtsgeschäft. Mittlerweile hat sie fünf Bücher geschrieben. Das Geheimnis der Zitronen, ihr neuestes Werk, landete auf Platz 1 der kindle-Bestsellerliste.
Ihre schriftstellerische Karriere begann mit Kurzgeschichten in der Schule und führte über Drehbücher für einen Film und eine Kinderserie zum heutigen Bucherfolg.

Julie Berger, Kellnerin in Heidelberg, erbt von ihrer Großmutter ein Haus. Erstmal nicht so ungewöhnlich – allerdings kannte sie die Dame nicht. Als sie in ihrem neuen Heim ankommt, wird sie von einem vermeintlichen Einbrecher überrascht. Dieser stellt sich als Marc Fiedler vor und ist auch kein Einbrecher, sondern war für zwei Jahre Mitbewohner von Julies Großmutter.
Beim Aufräumen findet sie die Tagebücher ihrer Großmutter und macht sich auf die Suche nach ihrem Großvater, von dem sie nichts außer dem Namen weiß.
Langsam wächst ihr zudem ihr mürrischer Mitbewohner Marc ans Herz und sie versucht auch noch dessen Leben ein wenig zu ordnen.

Als ich das Buch gekauft habe, hatte ich gar keine großen Erwartungen. Ich wollte eine nette, wenig anspruchsvolle Lektüre haben. Der Grund dafür, dass es dieses Buch wurde, war der Schauplatz: Heidelberg. Ich kenne die Stadt und war gespannt, ob ich das ein oder andere wieder erkennen würde.
In gewisser Weise wurden meine Erwartungen dann doch erfüllt: Die Lektüre war nett und all zuviel denken musste man auch nicht.
Wirklich vom Hocker gehauen hat es mich aber auch nicht. Mit Julie bin ich nicht wirklich warm geworden. Sie ist mir zu sprunghaft. Ich fand sie eigentlich durchgehend recht egoistisch, aber zum Ende des Buches hieß es plötzlich, dass sie sich nicht nur um die Leben anderer kümmern etc. Damit habe ich etwas vorgesetzt bekommen, was nicht meinem Bild der Figur entsprach.
Sympathischer war mir da schon Marc. Ich fand seine Handlungen nachvollziehbar. Aber auch hier gab es einen Widerspruch zwischen der Art, wie ich ihn empfand, und dem, was die Autorin sagt. Das Buch ist zwar in der dritten Person geschrieben, aber eindeutig aus Julies Sicht. Besonders zu Beginn regt sie sich immer mal wieder auf, weil ihr Mitbewohner „ohne Grund“ an die Decke geht. Ich fand das aber immer sehr verständlich – wenn sie mich so behandelt hätte, wäre ich auch an die Decke gegangen!
Ich hatte also durchgehend das Gefühl, dass die Handlungsweise der Personen nicht wirklich zu dem passt, wie sie beschrieben werden.

Insgesamt eine angenehme Lektüre; der typische Frauenroman. Schnell gelesen, mit dem erwarteten Ende. Sie sticht für mich nicht besonders heraus – weder positiv, noch negativ.

„Sein Lieblingsgericht ist unser kleines Geheimnis, von dem er nur mir erzählt hat.“
– Anna-Maria Böhm

3Sterne