Im Tal der Zitronenbäume

Im_Tal_der_ZitronenbäumeIm Tal der Zitronenbäume | Sofia Caspari | Bastei Lübbe | erschienen 2015
ISBN 978-3-404-17212-2 | 9.99€
Leseprobe

Über Sofia Caspari:
Caspari wurde 1972 geboren. Mehrmals ist sie bereits nach Mittel- und Südamerika gereist, wo auch ein Teil ihrer Verwandtschaft lebt. Argentinien hat sie tief beeindruckt, dort hat sie auch längere Zeit gelebt; Grund für ihre dreiteilige Argentinien-Saga. Nach Stationen in Frankreich und Irland lebt sie mittlerweile mit Mann und Sohn im Nahetal.

1859: Pauline muss mit ihrem Vater Valentin aus Sizilien fliehen, weil dieser den örtlichen Patron betrogen hat. Auf der Überfahrt in die neue Welt lernen sie die Familie Hartung kennen, die ihr ärmliches Leben in Deutschland zurückgelassen haben, um ihr Glück in Brasilien zu suchen. Jonas Hartung und Pauline fühlen sich sofort zueinander hingezogen, doch Paulines Vater hat andere Pläne für seine Tochter. Und auch Jonas‘ Ziehschwester steht der Beziehung misstrauisch gegenüber.

Ein Grund für mich, dieses Buch zu kaufen, war die Tatsache, dass ich noch nie ein Buch über die Auswanderung nach Brasilien gelesen habe. Es gibt eine ganze Reihe von Büchern über die Auswanderung in die USA, aber Brasilien?! Daher war ich gespannt, inwiefern sich dieses Thema von der, salopp gesagt, ganzen USA-Auswanderung unterscheidet.
Um ehrlich zu sein hatte ich das ein wenig mehr erwartet. Alles in allem war mir das Buch ein zu wenig historisch und viel zu viel Liebesgeschichte. Klar steht vorne nicht „Historischer Roman“ drauf, aber es spielt immerhin Mitte des 19. Jahrhunderts. Wären nicht hin und wieder mal Sklaven erwähnt worden, hätte man fast meinen können, das Ganze spielt sich in heutiger Zeit ab.
Auch der Ausflug in die Welt der armen Auswanderer war mir zu kurz. Das Thema wird ganz kurz angeschnitten, aber wie es den Menschen, die ihre Heimat verlassen und in der Neuen Welt doch kein Glück haben, geht, wird eher wenig behandelt.
Von diesen etwas negativen Punkten abgesehen, hat mir das Buch sehr gut gefallen. Besonders Pauline war mir von Anfang an sympathisch, auch im Umgang mit ihren Bediensteten und ihren Gedanken über die Stellung der Frau. Gut fand ich, dass die Gründe für das Handeln aller Personen immer nachvollziehbar waren; teilweise mit einer aus heutiger Sicht verdrehten Logik, aber Logik war auf jeden Fall da.
Auch die „Bösewichte“ der Geschichte wurden gut dargestellt, sodass man als Leser ihre Handlungen nachempfinden konnte und teilweise wirklich Mitleid mit ihnen hatte.
Im Plot gingen mir zwei Dinge aber eindeutig zu schnell: die Entwicklung der Gefühle zwischen Jonas und Pauline und der Schluss. Zum Schluss hin hat sich wirklich in einigen wenigen Seiten komplett alles geändert und ich habe mich an einer Stelle auf Fragen müssen, ob das wirklich so möglich gewesen wäre.

Insgesamt sollte man also nicht zu hohe Erwartungen an das Buch stellen, was den historischen Hintergrund angeht; es hat schon seinen Grund, warum das „Roman“ unter dem Titel steht. Allerdings wartet das Buch mit guten Charakteren auf und ist schön zu lesen.

„Nicht immer bekommt man in der Neuen Welt das, was man sich wünscht.“
– Alter Fischer

3Sterne

Der Engelsbaum

Der Engelsbaum | Lucinda Riley | Goldmann | erschienen 2014
ISBN 978-3-442-48135-4 | 9.99€
Leseprobe

Über Lucinda Riley:
Riley wurde in Irland geboren, verbrachte aber während ihrer Kindheit einige Jahre in Bangkok. Zunächst arbeitete sie als Theater- und Fernsehschauspielerin. Ihr erster Roman, Lovers und Players, wurde 1992 veröffentlicht. Mittlerweile widmet sie sich ausschließlich dem Schreiben. Seit der Veröffentlichung von Das Orchideenhaus 2010 stürmte jedes ihrer Bücher die internationalen Bestsellerlisten.
Sie lebt mit Mann und Kindern in Norfolk, England, und in ihrem Haus in der Provence.

Greta hat nach einem Unfall ihr Gedächtnis verloren. Nun kehrt sie in das Herrenhaus Marchmont Hall in Wales zurück, welches Jahre lang ihre Heimat war. Doch dort kehren nach und nach ihre Erinnerungen zurück – an ihre Tochter, ihr einziges Enkelkind und ihre große Liebe. Aber sie macht auf einem Grabstein im Wald auch eine verstörende Entdeckung. Und die Geschichte ihres Lebens erfordert allen Mut, den sie hat.

Dieses Buch ist bei mir eingezogen, weil mir Der Palazzo am See von Sophia Cronberg so gut gefallen hat und es hieß, dass es ein Buch für Lucinda Riley-Fans wäre. Als ich jetzt also Der Engelsbaum für wenig Geld auf reBuy gesehen habe, dachte ich: das probier ich doch mal aus! Aber ich muss ehrlich sagen, das Sophia Cronbergs Buch mir doch besser gefallen hat.
Eher ungünstig war schon mal, dass mir die Hauptperson Greta von Anfang an recht unsympathisch war. Ich habe sie als unglaublich egozentrisch empfunden, die unbedingt ihren Traum von einem Leben ohne Sorgen erfüllen will. Dafür geht sie zwar nicht über Leichen, aber wie sie dieses Ziel über alles stellt hat mir nicht gefallen. Im Verlauf des Buches ist dieses Problem noch ein wenig größer geworden, da erst Gretas Enkelin Ava mir wirklich gefällt. Aber bevor sie auftritt, muss man sich quasi durch Gretas Geschichte und die ihrer Tochter Cheska arbeiten.
Irritierend fand ich auch, dass die Geschichte erzählt wird, weil Greta ihr Gedächtnis wieder erlangt. Aber plötzlich werden auch Erinnerungen erzählt, die sie miterlebt hat – nach dem Unfall. Das hat mich ein wenig gestört. Das hätte man meiner Meinung nach vielleicht ein wenig anders gestalten können.
Auch die Sprache ist mir stellenweise ein wenig auf die Nerven gegangen. Oft waren die Sätze sehr einfach. Mehrfach kam auch vor, dass ganze Seiten ohne wörtliche Rede auftauchen. Diese waren manchmal so langweilig, dass ich weitergeblättert habe. Vielleicht hat sich dies im Laufe der Zeit ja geändert (Erstveröffentlichung war Mitte der 90er) und ich gebe irgendwann einem neueren Buch von Riley noch eine Chance. Im Augenblick denke ich aber, dass ich in Zukunft lieber wieder auf Sophia Cronbergs Bücher zurückgreife.

„Die Liebe ist ein seltsames Ding […]. Sie kann das ganze Leben verändern und einen dazu bringen, Dinge zu tun, die man bei klarem Verstand eindeutig als falsch erkennen würde.“
– Greta Marchmont

2Sterne

The Monogram Murders

The_Monogram_MurdersThe Monogram Murders | Sophie Hannah | HarperCollins | erschienen 2014
ISBN 978-0-00-810238-8 | £6.99
Leseprobe

Über Sophie Hannah:
Hannah wurde 1971 im englischen Manchester geboren. 1995 veröffentlichte sie einen ersten Band mit Gedichten. Seitdem wurden zahlreiche Gedichte veröffentlicht, die an einigen höheren Schulen im gesamten Königreich zum Lehrstoff gehören. Außerdem ist sie New York Times Bestseller-Autorin und hat neben ihren Gedichten auch Krimis, Psychothriller, Kinderbücher und Romane geschrieben. Sie lebt mit ihrem Mann und den zwei gemeinsamen Kindern in Cambridge.
The Monogram Murders ist das erste Buch mit Hercule Poirot nach dem Tod seiner Erfinderin, Agatha Christie, das von den Besitzern der Copyright-Rechte autorisiert wurde.

Im angesehenen Bloxham Hotel in London werden drei Leichen gefunden: jede einzeln in einem Hotelzimmer aufgebahrt, jede mit einem Manschettenknopf im Mund und alle drei wurden vergiftet. Obwohl man zunächst keine Verbindung zwischen den Opfern herstellen kann, wird schnell klar, dass alle drei vor fast zwei Jahrzehnten im gleichen Dorf gelebt haben. Als der Erzähler und Scotland Yard-Beamte dort hin fährt, um ein mögliches Mordmotiv zu entdecken, stößt er auf eine Mauer des Schweigens – und auf eine Tragödie, die sechzehn Jahre zurückliegt.

Dieses Buch ist eines der wenigen Bücher, die ich in hohem Maße wegen des Covers gekauft habe. Mir gefällt es richtig gut! Dann war ich natürlich neugierig, wie Poirot in diesem Krimi umgesetzt wird. Und auch der Klappentext hat mir sehr zugesagt. Also war der Kauf quasi beschlossene Sache 😉
Zunächst einmal muss gesagt sein, dass Englisch nicht meine Muttersprache ist. Und obwohl ich sehr viel Zeit in England verbringe, gibt es nun mal das ein oder andere Wort, das ich nicht kenne und mir auch nicht herleiten kann. Dementsprechend finde ich es ein wenig schwer zu beurteilen, inwiefern Hannahs Sprache mit der Agatha Christie übereinstimmt. Denn nur weil ich ein Wort nicht kenne, heißt das ja nicht zwangsläufig, dass es im englischen nicht mehr regelmäßig genutzt wird.
Wenn man mir davon also absieht, ist es der Autorin in meinen Augen wunderbar gelungen, die Atmosphäre der Christie-Krimis wiederzugeben. Besonders in der Person des Poirot sah ich keine Unterschiede. Er hat immer noch seinen enormen Schnurrbart, ein Gefühl für den großen Auftritt und lässt den Leser bis ganz zum Schluss im Unklaren.
Das einzige, was sich in meinen Augen geändert hat, ist, dass es während der Auflösung dann doch noch ein bisschen Action gibt. Zwar nur minimal wenig, aber bei einem der Original-Bücher ist mir das noch nicht aufgefallen.
Daneben macht der Fall und dessen Auflösung Agatha Christie alle Ehre: er hat mir wirklich das Gefühl gegeben, ein weiteres Buch von Christie in der Hand zu halten. Ich hoffe, dass es nicht bei diesem einen Poirot-Buch von ihr bleibt!

I wondered, out of all the people that ever ran away, how many did so for that very reason: because they would rather not be asked, whatever the question might be.
– Edward Catchpool

goldene_Sterne

Flavia de Luce – Mord im Gurkenbeet

Flavia de Luce – Mord im Gurkenbeet | Alan Bradley | blanvalet | erschienen 2010
ISBN 978-3-442-37624-7 | 8.99€
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Über Alan Bradley:
Bradley wurde 1938 in der kanadischen Provinz Ontario geboren. Zunächst machte er eine Ausbildung zum Elektrotechniker und arbeitete für verschiedene Radio- und Fernsehstationen, bevor er Direktor für Fernsehtechnik an einer kanadischen Universität wurde. Seit 1994 hat er sich aus dem Berufsleben zurückgezogen und widmet sich ausschließlich dem Schreiben. Zusammen mit seiner Frau Shirley lebt er auf Malta.

Flavia de Luce ist die jüngste von drei Töchtern, die zusammen mit ihrem Vater auf dem Anwesen Buckshaw leben. 1950 ist sie elf Jahre alt und findet im Hauseigenen Gurkenbeet eine Leiche. Schnell steht fest, dass der Tote vergiftet wurde – und die Polizei nimmt Flavias Vater als Tatverdächtigen fest. Flavia ist jedoch fest von dessen Unschuld überzeugt und macht sich selbst an die Ermittlungen. Als Elfjährige selbstverständlich von allen unterschätzt, kann sie den Beteiligten Löcher in den Bauch fragen. So kommt sie einem Geheimnis ihres Vaters auf die Spur und muss sich fragen, ob die Polizei nicht möglicherweise doch recht hat.

Flavia ist schon eine Marke! Mit elf Jahren versteht sie mehr von Chemie als manch einer nach acht Jahren Chemie im Gymnasium und mischt ihrer Schwester als Rache eine Portion Giftefeu in den Lippenstift. Aber auch als Amateurdetektivin überzeugt sie. Sie geht die „Befragungen“ offensiv an und lässt sich auch nicht von kleinen Hindernissen wie geschlossenen Geschäften abhalten.
Das Buch ist sehr humorvoll geschrieben. Toll fand ich vor allem die kurzen, aber sehr anschaulichen Charakterisierungen der Menschen, die Flavia während ihrer Ermittlungen begegnen. Dabei ging es nicht nur um das Äußere, sondern vor allem darum, wie herablassend sie teilweise als Kind behandelt wird.
Zu ihrem sehr großen Selbstbewusstsein und den vielleicht nicht ganz altersgerechten Giftkenntnissen kommen noch eine sehr rasche Auffassunsgabe und Beobachtungen, die Hercule Poirot alle Ehre machen.
Das Buch soll zwar ein Jugendbuch sein, aber ist definitiv auch für Erwachsene gut zu lesen. Es dauert zwar ein bisschen, bis sich die Spannung so richtig aufbaut, aber es wird trotzdem nicht langweilig das Buch zu lesen. Der durchtriebene Humor von Flavia und ihre extreme Freude über die chemischen Vorgänge, die sie in ihrem Labor durchführt machen das Buch absolut lesenswert und auch die weiteren Bücher der Reihe stehen ganz weit oben auf meiner Wunschliste.

Meine besondere Vorliebe galt den Giften.
– Flavia de Luce

5Sterne

Wie man einen Prinzen heiratet

Wie_man_einen_Prinzen_heiratetWie man einen Prinzen heiratet | Sophie Page | Goldmann | erschienen 2011
ISBN 978-3-641-06270-5 | 4.99€ (Kindle Edition)/0.48€ (Taschenbuch)
Leseprobe

Über Sophie Page:
Sophie Page ist das Pseudonym der britischen Autorin Jenny Haddon, die unter ihrem echten Namen sowie den zwei Pseudonymen Sophie Page und Sophie Weston schreibt. Jenny Haddon lebt und arbeitet in London.
Quelle: Jenny Haddon

Bella Greenwood ist gerade zwei Monate zu früh von einem enttäuschenden Job nach London zurückgekehrt. Dort findet sie Unterschlupf bei ihrer Freundin Charlotte, die sie am ersten gemeinsamen Wochenende zu einer Party mitnimmt. Auf dieser Party begegnet sie dem attraktiven Richard, der ihr Herz im Sturm erobert. Erst Tage später erfährt sie, dass Richard Thronfolger des englischen Königshauses ist. Und als sich trotz Bellas Abneigung gegenüber dem Rampenlicht eine feste Beziehung zwischen den beiden entwickelt, muss sie sich nicht nur mit aufdringlichen Paparazzi und missgünstigen Bloggern herumschlagen, sondern auch mit der Hofetikette und deren Hütern.

Dieses Buch musste sich bei mir gar keinen allzu hohen Erwartungen stellen. Ich wollte die freie Zeit hier in Deutschland nutzen, um mit einer der Challenges, Märchenhaft durch 2016, zu beginnen. Im Zuge dessen ist mir eben dieses Buch in die Hände gefallen und da mich der Klappentext angesprochen hat, landete es auf meinem Kindle. Jetzt war es also endlich so weit und ich muss sagen: das Buch ist toll!
Zunächst einmal war es sehr gut geschrieben und dementsprechend auch sehr gut zu lesen. Trotz Unterbrechungen habe ich insgesamt nur etwas mehr wie einen Tag gebraucht, um die 380 Seiten zu verschlingen.
Page schreibt humorvoll ohne dabei gezwungen zu wirken und ihre Protagonistin Bella ist mir sehr schnell ans Herz gewachsen. Sie ist ein ziemlicher Tollpatsch, nimmt ihre Missgeschick aber mit viel Humor und Selbstironie.
Auch Prinz Richard ist wirklich zum Verlieben. Kein Bad Boy, der wie durch ein Wunder durch die Liebe zu Bella alles umkrempelt, sondern ein Gentleman wie er im Buch steht, der trotz mit Bella und auch über sich lachen kann.
Ebenso ist in diesem Buch ein Leben im Rampenlicht, wie man es sich als Außenstehende(r) vorstellt, realistisch dargestellt. Mir hat auch gefallen, dass hier offensichtlich wird, welche Zwänge einem Thronfolger auferlegt sind. Anders als in den beliebter werdenden Superstar-Büchern ist ein „Über die Stränge schlagen“ für die royale Familie und eben auch das „First Girlfriend“ in Form von Bella nicht drin. Ganz offensichtlich sind die Konventionen durch ein Leben im Scheinwerferlicht hier noch schwieriger zu handhaben.
Gefallen hat mir ehrlich gesagt zudem die Tatsache, dass ein durchgetaktetes Leben von Seiten Richards, mit teilweise mehreren Terminen an einem Tag, dargestellt wird. Dass dies eben auch zu Problemen führt und vor allem, wie alle Beteiligten damit umgehen, hat mich fasziniert. Dadurch hatte ich wirklich das Gefühl, einen Einblick in das Leben der fiktiven royalen Familie zu bekommen.
Kleiner Pluspunkt, der mir sehr gut gefallen hat: Die Kapitelüberschriften sind als Schlagzeilen aus den Zeitungen und Zeitschriften dargestellt.

„Du kennst mich und ich kenne dich, und wir wissen beide, dass wir zusammen stärker sein werden als jemals alleine. Und wir werden außerdem verdammt viel mehr Spaß dabei haben.“
– Prinz Richard

5Sterne

Wolken über Fairfield Hall

Wolken_über_Fairfield_HallWolken über Fairfield Hall | Margaret Dickinson | Weltbild | erschienen 2015
ISBN 978-3-95569-478-4 | 10.99€
Leseprobe

Über Margaret Dickinson:
Dickinson wurde in Lincolnshire, im Osten Englands, geboren. Während ihrer Kindheit zog die Familie ans Meer, wo sie ihre Liebe zum Meer und der Landschaft von Lincolnshire entwickelte. Bereits im Alter von 25 Jahren veröffentlichte sie ihr erstes Buch, dem zahlreiche weitere folgten. Viele ihrer Bücher spielen in Lincolnshire.
Dickinson ist verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter.

England 1896: Für den ehrgeizigen Geschäftsmann Ambrose Constantine geht ein Traum in Erfüllung als seine Tochter und einziges Kind Annabel den Earl of Fairfield heiratet. Der Earl wird damit von seinen finanziellen Sorgen erlöst und Constantine kauft seiner Tochter den Titel.
Von der stattlichen Mitgift erfährt diese erst, als sie bereits in Fairfield Hall angekommen ist. Dort fällt ihr vor allem die Not der Menschen im Dorf sieht, die ebenfalls unter der finanziellen Schieflage ihrer adligen Herren gelitten haben. Annabel macht es sich zur Aufgabe, das Herrenhaus und das Dorf wieder aufzubauen und erobert damit die Herzen der Menschen. Als sie ihrem Mann dann auch noch einen Sohn gebiert, scheint das Happy End zum Greifen nahe. Doch es gibt eine Person, die mit dem Glück der jungen Countess nicht einverstanden ist: ihre Schwägerin Dorothea.

Als ich den Klappentext gelesen habe, war ich wirklich begeistert: „Aufbaugeschichten“ wie diese gefallen mir sehr gut und ich konnte es kaum erwarten, mit dem Buch loszulegen. Und in diesem Punkt wurde ich auch nicht enttäuscht. Annabel steckt sehr viel Geld in das Anwesen und das dazugehörige Dorf. Und es ist auch keine „One-Woman-Show“: Sie erhält viel Unterstützung von ihrer Familie, aber auch den Menschen im Dorf. Daher kann ich mir durchaus vorstellen, dass es so hätte ablaufen können. Da es zum Ende des 19. Jahrhunderts spielt, dachte ich mit meinen eher bescheidenen Kenntnissen, dass eine entschlossene Frau damals durchaus einiges hätte ändern können – selbstverständlich mit männlicher Unterstützung und nur in dem kleinen Rahmen eines Anwesens.
Die Story an sich hat mir also gut gefallen, war auch flüssig geschrieben und Fehler sind mir keine aufgefallen. Insgesamt gut zu lesen.
Und jetzt kommt das Aber 😉 Ich hatte oft das Gefühl, dass die Einstellungen und Ansichten der dargestellten Menschen ein wenig zu modern sind. Hin und wieder erwähnt Annabels Ehemann, dass sie nicht alleine ins Dorf gehen sollte. Aber abgesehen von ihm scheint sich sonst niemand darum zu kümmern, ob Annabel sich angemessen verhält. Das halte ich bei einer Frau doch für sehr ungewöhnlich. Insbesondere Annabel scheint sich wirklich gar nicht darum zu kümmern, was die Personen in ihrem Umkreis von ihr halten. Selbstverständlich will sie in allererster Linie helfen, aber dass sie sich überhaupt nicht an die Konventionen hinwegsetzt hat mich doch sehr gestört. Denn das ist mir an einem historischen Roman einfach wichtig: Ich muss das Gefühl haben, dass es sich tatsächlich so hätte abspielen können, um in der Geschichte zu versinken. Bei diese Buch habe ich mich einfach ein paar mal zu oft gefragt, ob das damals wirklich so hätte laufen können.

4Sterne

Amy Snow

Amy_SnowAmy Snow | Tracy Rees | Quercus | erschienen 2015
ISBN 978-1-78429-145-7 | £7.99

Über Tracy Rees:
Tracy Rees wurde im Süden von Wales geboren und studierte an der Universität Cambridge. Sie arbeitete acht Jahre lang als Journalistin, bevor sie sich dem Schreiben widmete. Amy Snow ist ihr Debütroman.
Quelle: Quercus

Im Januar 1831 wird ein Neugeborenes im Schnee gefunden und im nahe gelegenen Hatville Court aufgenommen. Die Herren des Hauses sind davon wenig begeistert und auch die Diener sehen in dem Mädchen, das Amy Snow genannt wird, eher eine Belastung.
Die einzige Freundin ist die acht Jahre ältere Aurelia, Erbin von Hatville Court. Bei dieser wird jedoch ein Herzfehler diagnostiziert und so stirbt sie im Alter von nur 25 Jahren.
Amy ist vor Kummer außer sich. Als Erbe wird sie von Aurelia auf eine Schatzsuche quer durch England geschickt.

Amy Snow war für mich ein kleiner Noteinkauf; es galt knapp vier Stunden Wartezeit am Flughafen in Birmingham und anderthalb Stunden Flug zu überbrücken. Mich hat erstmal das Cover angesprochen – das finde ich sehr schick. Und dazu noch eine Schatzsuche – ich war gleich mal begeistert!
Und nachdem ich mich ans lesen gemacht habe, war ich auch vom Inhalt begeistert. Das Buch war gut zu lesen. Ich hatte wirklich keine Probleme mit dem Englischen und damit, der Story zu folgen.
Tracy Rees gelingt es auf wunderbare Weise, die Entwicklung Amys von einer verschüchterten grauen Maus zu einer selbstbewussten jungen Frau darzustellen. In den ersten paar Kapiteln war ich von Amy eher wenig begeistert. Ich hatte wirklich kein Problem damit, dass sie ein wenig schüchtern ist, aber die Verehrung, die sie Aurelia entgegenbringt, ist manchmal schon übertrieben. Und abgesehen von Aurelia scheint es nichts in ihrem Leben zu geben. Es ist, als hätte sie nur gelebt. um Aurelia zu dienen, deren Freundin zu sein.
Dies ändert sich allerdings im Laufe der Geschichte. Amy wird selbstbewusster und selbstständiger. Als sie einen kleinen Wutausbruch bekommt, weil Aurelia ihr Leben so sehr bestimmt, auch noch nach deren Tod, und weil sie sich ihr Leben so bestimmen lässt, habe ich das fast als Erleichterung empfunden. Auch wenn Aurelia noch immer ein wichtiger Bestandteil ihrer Vergangenheit ist, baut sie sich doch nach und nach ein Leben auf: mit eigenen Freunden, eigenen Entscheidungen und dem perfekten Mann (natürlich 😉 )
In meinen Augen wird auch das Leben einer Frau in der Mitte des 19. Jahrhunderts authentisch dargestellt. Mich stört an vielen historischen Romanen der Zeit, dass die Heldinnen offenbar auch alle Rebellinnen sind, die sich nicht darum scheren, was die Gesellschaft von ihnen denkt und sich dagegen auflehnen. An Amy Snow hat mir daher auch gefallen, dass sie sich durchaus darum kümmert, was die Sitten der Zeit vorgeben. Selbst Aurelia, die wenig Wert darauf legt, verheiratet zu werden und Kinder zu zeugen, verhält sich im Großen und Ganzen doch recht regel konform.
Zu Beginn des Buches haben mich nur die Rückblenden gestört. Es wird die Geschichte Amys und die Entwicklung der Freundschaft zwischen den beiden Mädchen beschrieben. Stellenweise saß ich dran und wollte einfach nur wissen, wie es mit der Schatzsuche weitergeht. In meinen Augen hätte man dies entweder weniger ausführlich gestalten oder über das Buch verteilen müssen. Dies hat sich aber gegeben, als die Rückblenden in der Gegenwart angelangt waren und ab da hat mir das Buch wirklich nur noch Freude bereitet.

The beauty of impossible dreams is that they are impossible – the hows and whens don’t really matter.
– Amy Snow

5Sterne

Mystery in White – #lesadvent

#lesadventHallo ihr Lieben!

Ich hoffe ihr hattet schöne und entspannte Weihnachten mit viel gutem Essen!
Ich melde mich wieder mit einem weiteren Beitrag zum Lesadvent von Reading Parrot. Dies soll mein zweites Los für Denn Liebe ist stärker als Hass von Shlomo Graber sein.

Mystery_in_WhiteMystery in White – A Christmas Crime Story | J. Jefferson Farjeon | The British Library | erschienen 1937 bei Wright & Brown
ISBN 978-0-7123-5770-8 | £8.99

Über J. Jefferson Farjeon:
Farjeon wurde 1883 in London geboren und veröffentlichte zahlreiche Geschichten, vornehmlich Krimis, bevor er 1955 starb. Am bekanntesten ist sein Stück Nummer 17, welches mehrmals verfilmt wurde, u.a. auch von Alfred Hitchcock. Obwohl sein Name heute nahezu unbekannt ist, war er während seiner Schaffenszeit hoch angesehen, beispielsweise auch von Dorothy L. Sayers.

An Heiligabend wird in der Nähe des Örtchens Hemmersby ein Zug eingeschneit. Einige der Passagiere beschließen, den Zug zu verlassen und Weihnachten in Hemmersby zu verbringen. Vor dem Schneesturm flüchten sie sich in ein Haus und obwohl niemand da ist, ist der Tisch für den Nachmittagstee gedeckt und auch die Feuer brennen. Durch den Schneefall im Haus gefangen, versuchen die Gestrandeten dem Geheimnis des Hauses und seiner verschwundenen Bewohner auf die Spur zu kommen – und dann wird ein Toter entdeckt …

Der Buchhändler meines Vertrauens in England hat beim Bezahlen gemeint, dass das Bücher super wäre – und das ist es an und für sich auch. Wieder einmal habe ich mir ein Buch gegriffen, dass mit wenig Blutvergießen und Explosionen auskommt. Dafür werden wieder die „kleinen grauen Zellen“ angestrengt, obwohl der ein oder andere der Gesellschaft eher durch wenig Hirnschmalz auftrumpft. Genau darüber konnte man auch oft lachen.
Ehrlich gesagt habe ich nicht nur mit Spannung die Aufklärung des leeren Hauses erwartet, sondern in meinem Kopf auch Vermutungen angestellt, wer mit wem anbandelt.
Da es im Klappentext heißt: „[…] a murderer strikes in their midst“ hatte ich etwas mehr Spannung erwartet. Ich dachte, dass in der Gruppe der Passagiere ein Mörder umgeht. Dass stimmt in gewisser Form auch, wirkt sich aber doch ganz anders aus als gedacht. Das war für mich ein Stück weit eine Enttäuschung. Aufgrund meiner Vermutung hatte ich auch ein wenig mehr Spannung erwartet. An sich ist das Thema ja nicht unbekannt: eine Gruppe von Menschen steckt aus irgendeinem Grund zusammen fest – und dann geht ein Mörder in ihren Reihen um. Ich hatte also Thriller-Atmosphäre erwartet; natürlich nicht übermäßig, das Buch wurde schließlich 1937 veröffentlicht. Aber ich habe ehrlich nie um eine der Figuren gefürchtet. Die Spannung, wann wohl der angepriesene Mord geschehen wird, war fast größer, als die Spannung der Geschichte. Allerdings muss ich sagen, dass mir die Auflösung der fehlenden Hausbewohner super gefallen hat und mich reichlich entschädigt hat für die nicht ganz erfüllten Erwartungen.
Davon einmal abgesehen hat mir das Buch gut gefallen. Ich hatte auch keine Verständnis-Schwierigkeiten (Agatha Christie und Hercule Poirot sei gedankt!) und bin sehr gut vorangekommen.

Insgesamt würde ich auch dieses Buch nur Fans von Krimis à la Arthur Conan Doyle und Agatha Christie empfehlen. Und stellt wie gesagt keine allzu hohen Erwartungen an die Spannung.

„We’d been through hell and it was Christmas, so if one or two of us did get a bit funny, well, who could blame anybody?“
– Jessie

4Sterne

Silent Nights – #lesadvent

 

#lesadventEinen Tag vor Weihnachten kommt mein zweiter Beitrag zum Lesadvent von Reading Parrot. Dieser Beitrag ist außerdem mein Los für Stephen Grosz‘ Die Frau die nicht lieben wollte.

Silent_NightsSilent Nights – Christmas Mysteries | Martin Edwards (Hrsg.) | The British Library | erschienen 2015
ISBN 978-0-7123-5610-7 | £8.99

Über Martin Edwards:
Edwards wurde 1955 im britischen Knutsford geboren. Er studierte Jura und arbeitet heute noch als Berater einer Rechtsanwaltskanzlei. Seit 1988 ist er verheiratet und hat zwei Kinder.
1991 erschien sein erster Krimi All the Lonely People; über den Detektiv des Buchs, Harry Devlin, hat er noch sieben weitere Krimis geschrieben. Bekannt ist auch seine Lake District Mysteries-Reihe. Zudem hat er über 50 Kurzgeschichten geschrieben. Er ist Mitglied der Crime Writers‘ Association, Vorsitzender des Komitees, das eine der höchsten Auszeichnungen der englischen Kriminalliteratur verleiht, und Archivar der Association.

Ganz ähnlich wie in Capital Crimes hat Martin Edwards auch hier Kriminalkurzgeschichten zu einem bestimmten Thema zusammengestellt – diesmal Weihnachten. Veröffentlicht wurden die 15 Geschichten zwischen 1892 und 1957. Diesmal gab es auch eine Geschichte mit einem meiner Lieblinge, Sherlock Holmes (The Blue Carbuncle), aber auch Geschichten von mir unbekannten Autoren.
Auch was die Art des Verbrechens angeht, wird einiges abgedeckt: Mord, Diebstahl, auch ein oder zwei die eher in Richtung Gruselgeschichten gehen.

Dadurch, dass einige der Geschichten schon vor über hundert Jahren veröffentlicht wurden, fand ich sie teilweise schwierig zu lesen. Das lag einfach daran, dass einige der benutzten Wörter heute nicht mehr wirklich im englischen Sprachgebrauch sind und ich sie dementsprechend nicht kenne.
Erstaunlich fand ich, wie oft sich die Autoren offenbar an Arthur Conan Doyle orientiert haben und ihrem „Sherlock Holmes“ einen eigenen „Watson“ zur Seite gestellt haben. Edwards selbst weist in seinen Vorworten zu den einzelnen Geschichten immer wieder darauf hin, aber auch ohne ihn wäre dies oft sehr offensichtlich. Durch diese Sherlock Holmes/Watson-Kombinationen wird richtig deutlich, dass Doyle wirklich einen Einfluss auf spätere Autoren hatte.
Zwei Dinge seien noch gesagt. Zum einen ist es sehr unterschiedlich, welche Rolle Weihnachten in den Geschichten spielt. In einigen findet das Verbrechen einfach zufällig im Winter (und nicht mal zwangsläufig an Weihnachten) statt, bei anderen dreht sich alles um Weihnachten.
Zum anderen ist auch dieses hier wieder ein Buch, dass eher durch „Hirnarbeit“ als durch actiongeladene Szenen mit spritzendem Blut gekennzeichnet ist. Wer also Krimis in James Bond-Manier erwartet, wird von diesem Buch definitiv wenig begeistert sein.

Ich muss allerdings ehrlich sagen, dass ich nach der Lektüre von Capital Crimes ein wenig mehr erwartet habe. Insgesamt haben mir die Geschichten aus Silent Nights weniger gut gefallen. Ich fand sie auch stellenweise wenig spannend – anders als in Capital Crimes, wo mich jede Geschichte begeistert hat. Und auch anders als in eben diesem sind in der Weihnachts-Zusammenstellung keine neuen Schätze zu Tage gekommen. Geschichten, die mir gefallen haben, kamen von Autoren, die ich bereits kannte.

Christmas may be when we dream of peace on earth, and entertain feelings of goodwill to all men (and women), but there are limits.
– Martin Edwards

4Sterne

Rock Kiss

U_9925_1A_LYX_ROCK_KISS_EINE_NACHT_IST_NICHT_GENUG_01.inddRock Kiss – Eine Nacht ist nicht genug | Nalini Singh | Egmont LYX | erschienen 2015
ISBN 978-3-8025-9925-5 | 9.99€

Über Nalini Singh:
Nalini Singh, geboren 1977 auf den Fidschi-Inseln, wuchs in Neuseeland auf und lebt dort. Sie schreibt Romantic-Fantasy und ist New York Times Bestseller-Autorin.
Quelle: Wikipedia, Rock Kiss

Molly begegnet auf einer Party dem Rockstar Zachary Fox – erfolgreich, gutaussehend und sexy. Und obwohl auch er sich zu ihr hingezogen fühlt, ist sie fest entschlossen, es bei einem One-Night-Stand mit ihm zu belassen. Denn nach einer unschönen Erfahrung mit den Medien während ihrer Jugend, will Molly nie wieder im Scheinwerferlicht stehen. Doch recht schnell merkt sie, dass ihr eine Nacht mit Fox nicht reicht. Zudem ist der Rockstar fest entschlossen, es nicht bei einer Nacht zu belassen.

Dieses Buch ist der erste Band der Rock Kiss-Reihe von Nalini Singh. Damit hat sie sich nach ihren Fantasy-Romanzen (beispielsweise Leopardenblut oder Engelskuss) einem neuen Thema zugewandt.
Bisher haben mir Singhs Bücher immer recht gut gefallen und als ich dann auf dieses hier gestoßen bin, konnte ich es kaum erwarten.
Der Anfang hat mich allerdings ein klein wenig enttäuscht. Ich erwähne das ja immer wieder, aber ich finde es furchtbar, wenn Gefühle einfach plötzlich da sind. Nun mag man sich darüber streiten, ob es Liebe auf den ersten Blick gibt oder nicht, aber niemand kann mir sagen, dass man sich sofort in die ganze Persönlichkeit eines Menschen verlieben kann. Dafür gibt es einfach viel zu viele Facetten. Und während sich Molly zu Beginn noch gegen eine feste Beziehung mit Fox wehrt, ist dieser nach dem ersten Blick auf sie hin und weg. Das fand ich eher unglaubwürdig. Er sieht sie nur lachen und beschließt sofort, dass er eine Beziehung haben will. Und sind wir mal ehrlich: nur weil eine Person ein tolles Lachen hat, muss sie nicht unbedingt intelligent oder nett sein.
Und auch Mollys Meinung über ein Leben im Scheinwerferlicht ändert sich aus meiner Sicht sehr plötzlich. In der einen Sekunde ziert sie sich noch, mit Fox in die Öffentlichkeit zu gehen und in der nächsten kündigt sie ihren Job und zieht mit ihm von Neuseeland nach L.A.
Nachdem das aber erst einmal geschehen ist, hat sich die Geschichte langsam aber sicher gemausert. Es hat Spaß gemacht sie zu lesen und wurde auch nicht mehr so vom Sex dominiert wie zu Beginn. Man lernt die Charaktere kennen und besonders Molly ist mir ans Herz gewachsen.
Gefallen hat mir auch, dass es nicht Friede, Freude, Eierkuchen ist. Es gibt noch das ein oder andere Problem zu bewältigen. Was ich hierbei besonders gut fand, war, dass Nalini Singh auch Probleme beschrieben hat, wie sie ein Leben als Berühmtheit mit sich bringt. Aufdringliche Paparazzi, die mangelnde Privatsphäre – all das wird sehr wahrheitsgetreu wiedergegeben (oder zumindest so, wie man sich das vorstellt 😉 ). Das hat mich an manchen anderen Rockstar-Büchern gestört; der Protagonist wird zwar als sehr erfolgreicher und beliebter Promi dargestellt, aber offenbar gibt es keinerlei Journalisten etc. die dem Paar auf die Pelle rücken.
Über Singhs Stil bleibt noch zu sagen, dass dieses Buch nicht enttäuscht, was die Flüssigkeit angeht. Es gibt keine Fehler (zumindest habe ich keine gefunden) und so ist auch ihr neuestes Werk gut und schnell zu lesen.

Als Fazit kann man sagen, dass einen dieses Buch nicht wirklich vom Hocker haut, stellenweise sogar enttäuscht. Es entwickelt sich aber recht gut und wartet wieder mit überzeugenden Charakteren auf.

Eine dauerhafte Beziehung […] erfordert die Stärke und die Hingabe, sich gegen alles zu stemmen, was die Welt einem Böses will.
– Molly Webster

3Sterne