Rezension – Der neue Antisemitismus

Die Historikerin Deborah Lipstadt geht in Der neue Antisemitismus der Frage nach, wie Antisemitismus heute aussieht, wie und wo man ihm im Alltag begegnet und was man dagegen tun kann. Dabei beleuchtet sie die unterschiedlichsten Aspekte des „modernen“ Antisemitismus und erörtert auch, wie man mit Antisemiten und ihren Aussagen umgehen sollte.

Vielen Dank an NetGalley.de und den Berlin Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

5 Gründe, warum man dieses Buch lesen sollte

Es beschreibt die Arten von Antisemiten – und warum sie alle gefährlich sind
Lipstadt zufolge kommt nur ein kleiner Teil antisemitischer Aussagen von Extremisten. Häufiger sind Stereotype so in der Gesellschaft verankert, dass Menschen sich entweder gar keine Gedanken darüber machen, was sie in ihren Aussagen reproduzieren oder sich keine Gedanken darüber machen, wie sich ihre Worte auswirken.
Das Problem an Extremisten ist, dass sich ihre Worte allzu oft in antisemitische Taten wandeln; das Problem mit allen anderen (im Buch z. B. „Salon-Antisemit“ genannt) ist, dass sie den Extremisten Futter liefern und es schwerer ist, gegen sie anzugehen.

Es macht die Aktualität und Relevanz des Themas deutlich
In jedem Kapitel des Buches nennt Lipstadt Beispiele, die ihre Meinung und Thesen unterstreichen. Es sind teilweise antisemitische Gewalttaten, teilweise Aussagen von Politikern, sie geht aber auch auf die Terroranschläge in Paris Anfang 2015 ein.
Was mich verblüfft und erschreckt hat, war, wie viel es tatsächlich zu nennen gibt. Lipstadt scheint einen unerschöpflichen Vorrat an Beispielen für antisemitische Taten und Worte.

Es macht deutlich, wie schwer es ist, dagegen anzukommen
Im Buch beschreibt Lipstadt, wie oft Kritik an Israels Politik in Antisemitismus umschlägt. Und wie schwer unter anderem genau diese Tatsache es macht, gegen antisemitische Aussagen vorzugehen. Denn wenn in diesem Zusammenhang Kritik am Antisemitismus geäußert wird, wird dies den Kritikern negativ als eine Verteidigung von Israels Politik ausgelegt. Ohnehin spielt wohl oft eine Täter-Opfer-Umkehr eine Rolle, was mich ehrlich gesagt einfach nur krank macht.

Es zeigt, dass Antisemitismus noch immer auf staatlicher und/oder politischer Ebene eine Rolle spielt
Vielleicht eines der erschreckendsten Erkenntnisse aus den vergangenen paar Jahren ebenso wie diesem Buch: es gibt noch immer (oder schon wieder?) Staaten, bei denen antisemitische Ansichten auf Staatsebene üblich und kein Problem sind. Das ist deshalb so erschreckend, weil im vergangenen Jahrhundert staatlicher Antisemitismus zu der Ermordung von sechs Millionen Menschen geführt hat.

Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.

Martin Niemöller 1976

Es macht deutlich, dass niemand von uns wegschauen kann und darf
Immer wieder musste ich an dieses Zitat von Martin Niemöller denken. Denn auch das betont Lipstadt immer wieder: Wer kein Problem damit hat, Juden anzugreifen (zunächst einmal unabhängig davon, ob in Wort oder Tat), wird vor anderen Bevölkerungsgruppen nicht halt machen. Und derjenige wird auch vor der Demokratie nicht haltmachen. Daher muss sich jeder gegen Antisemitismus stark machen – und ebenso gegen jede andere Form von Diskriminierung.

Viele andere Punkte sorgen zusätzlich dafür, dass meiner Meinung nach jeder dieses Buch lesen sollte. Dazu trägt bei, dass es fundiert und logisch ist, sich durch den Aufbau als E-Mail-Austausch auch sehr gut lesen lässt.
Am Ende gibt es zudem eine Mail, die sich speziell an Juden, und eine Mail, die sich an Nicht-Juden richtet. Richtet sich der Rest des Buches an alle Leser, werden in diesen beiden letzten Mails Fragen beantwortet, die sich speziell jeweils die beiden Gruppen stellen.

Weitere interessante Filme und Artikel zum Thema Antisemitismus:
DW-Dokumentation (englisch): Antisemitism in Europe
Die Bundeszentrale für politische Bildung hat ein Dossier zum Antisemitismus zusammengestellt. Neben  geschichtlichem Hintergrund und heutiger Situation, geht es auch darum, wie man ihm begegnet.
ZDF-Dokumentation: Wie antisemitisch ist Deutschland?
„New York Times“-Kommentar zum Antisemitismus als Mainstream-Meinung.
Beitrag im ARD-Panorama über Holocaust-Leugner in Deutschland.

Über Deborah Lipstadt:
Lipstadt wurde 1947 als mittleres von drei Kindern einer Kanadierin und eines Deutschen in New York City geboren. Sie machte ihren Abschluss in Amerikanischer Geschichte in New York, hatte aber auch einige Zeit in Jerusalem verbracht und erlebte dort den Sechstagekrieg. Sie machte ihren Master und promovierte in Jüdischer Geschichte. Sie widmet sich der Forschung zum Antisemitismus und Holocaust, dabei insbesondere auch der Holocaustleugnung.
Sie hat mehrere Bücher geschrieben; eines davon wurde 2016 als Verleugnung (Originaltitel Denial) verfilmt.
Quelle: Wikipedia

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Originaltitel: Antisemistism Here and Now | Übersetzer: Stephan Pauli
Hardcover: ISBN 978-3-8270-1340-8 | 24,00€
E-Book: ISBN 978-3-8270-7941-1 | 19,99€
304 Seiten | erschienen 2018

Verlagswebseite zum Buch

Bildquellen
Cover: Piper
Autorin: Wikipedia; Von International Committee of the Red Cross (ICRC) – Remembering the Shoah. 2/4 Presentations by Deborah Lipstadt and James Orbinski at 02:20, cropped, CC BY 3.0

Rezension – Power Women

Power Women – Geniale Ideen mutiger Frauen erzählt die Geschichte von 25 Frauen, die unbeirrbar und entgegen aller Widerstände ihren Weg gingen. Von Kleopatra um 50 v. Chr., bis Malala deckt dieses Buch ein großes Stück Menschheitsgeschichte ab. Und von den Trưng-Schwestern aus Vietnam bis zu Frida Kahlo bietet es Geschichten aus nahezu allen Gegenden der Erde. „Rezension – Power Women“ weiterlesen

Rezension – Mit anderen Augen

Im September 2016 werden Fabian Sixtus Kröner und seine Freundin Nico Eltern einer Tochter. Die beiden Vielreiser, die es nie lange an einem Ort aushalten, müssen sich nun Gedanken darüber machen, wie ihre Liebe zum Reisen und ihr Kind vereinbar sind. In diesem Buch erzählt Fabian, wie seine Tochter Yanti auf bestmögliche Weise sein ganzes (Reise-)Leben auf den Kopf stellt. „Rezension – Mit anderen Augen“ weiterlesen

Cover und Informationen zum Buch

Rezension – Die Krebsmafia

Krebs ist in Deutschland die zweithäufigste Todesursache1. Entsprechend groß ist die Nachfrage nach Medikamenten dagegen. Durch einige gesetzliche Schlupflöcher machen skrupellose Händler, Apotheker und Ärzte damit Millionen – und spielen teilweise mit dem Leben ihrer Patienten.
Schröm und Schenck sind den Konstrukten, die solche Machenschaften ermöglichen, auf den Grund gegangen. Und zeigen Lösungsansätze auf, um sie in Zukunft zu verhindern. „Rezension – Die Krebsmafia“ weiterlesen

5 gute Gründe, „Wenn die Wahrheit Kopf steht“ zu lesen

Regelmäßig gibt es Berichte über die zunehmende Islamfeindlichkeit in Deutschland und nennt mich dazu ein wenig intolerant: aber zu 98% verstehe ich Gruppierungen wie AfD oder Pegida nicht. Vielleicht bin ich dafür grundsätzlich zu logisch denkend, vielleicht wurde mein Vertrauen in den Staat noch nicht enttäuscht, vielleicht bin ich naiv, wenn ich an Statistiken glaube, die ich nicht selbst gefälscht habe, solange sie aus seriöser Quelle kommen: Mir sind Argumente von Islamkritikern normalerweise ein Rätsel.
Schon allein die scheinbar grundlegende Annahme, dass alle Muslime Islamisten sind und/oder uns etwas Böses wollen, ist in meinen Augen ganz offensichtlich falsch – es waren ja auch nicht alle Christen des 11. bis 13. Jahrhunderts Kreuzritter. Dass Christen (und christliche Staaten) nicht immer ganz einwandfrei gehandelt haben (und es auch heute nicht immer tun), scheint aber einige wenig zu bekümmern, wenn sie sich nun gegen eine komplette Religion stellen.
Dennoch bin ich nicht zu verbohrt, um die Gegenseite wenigstens verstehen zu wollen. Dabei soll dieses Buch helfen. Daher kommen hier fünf Gründe, warum ihr es unbedingt lesen solltet: „5 gute Gründe, „Wenn die Wahrheit Kopf steht“ zu lesen“ weiterlesen

Rezension – Men Explain Things to Me

Mit insgesamt neun Essays widmet sich Rebecca Solnit in diesem Buch der Frage, wie im Augenblick die Geschlechterverhältnisse sind und warum der Feminismus noch immer dringend nötig ist. Sie geht dabei mit viel Witz und Ironie, aber auch harten Fakten vor und führt dem Leser so vor Augen, dass man sich nicht auf dem Ausruhen sollte, was Frauen früherer und der jetzigen Generation erreicht haben.

I mean, what is a woman? I assure you, I do not know. I do not believe you know.
– Virginia Woolf, S. 96

Auf Goodreads bin ich Mitglied der Our Shared Shelf-Gruppe, die von Emma Watson ins Leben gerufen wurde und sich Literatur über Gleichheit, insbesondere in Bezug auf Feminismus und Gleichheit der Geschlechter widmet. Dort kam immer mal wieder dieses Buch von Rebecca Solnit auf, besonders wenn es um Vorschläge ging, und mittlerweile sehe ich es auch immer wieder auf Twitter, entweder als aktuelle Lektüre oder Rezension. Schon länger stand es daher auch bei mir auf der Wunschliste und als nun ein Büchergutschein aus der Versenkung aufgetaucht ist (wie der überhaupt verschwinden konnte ist mir immer noch ein Rätsel), habe ich die Chance genutzt und mir dieses Buch gekauft.

Obwohl das Buch eigentlich eher als Büchlein bezeichnet werden müsste, habe ich fast eine Woche gebraucht, um es zu lesen. Der Grund dafür ist, dass ich es regelmäßig schon nach wenigen Seiten wieder zur Seite legen musste, da sich mein Kopf bis obenhin gefüllt anfühlte.
Gefühlt in jedem Satz liefert Solnit einen neuen Denkanstoß und sorgt dafür, dass man in seinem Lesefluss pausiert, um über das Geschriebene nachzudenken. Ich denke, ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass dieses Buch mich so sehr zum Nachdenken angeregt hat wie schon lange kein anderes, vielleicht sogar noch nie. Dieses ständige Nachdenken sorgte aber eben auch dafür, dass ich diese Essays nicht einfach so zwischendurch lesen konnte.

Rape culture affects every woman. Most women and girls limit their behavior because of the excistence of rape. Most women and girls live in fear of rape. Men, in general, do not.
– S. 130

Sie untermauert ihre Aussagen mit Fakten, die mich grünlich im Gesicht gemacht haben – vor Übelkeit. Ich saß einmal in der Bahn und musste das Buch nach ungefähr zwei Seiten wieder einpacken, weil ich dachte, ich muss mich übergeben. Erschreckend sind dabei nicht nur die harten Tatsachen selbst (Statistiken über Vergewaltigungen, vornehmlich in den USA, ebenso wie einzelne Fallbeispiele), sondern oftmals noch viel mehr die Reaktion von Behörden und dem Umfeld. Was mich besonders krank macht ist das victim blaming (verlinkt ist der englische Wikipedia-Artikel; im Deutschen finde ich das Wort „Täter-Opfer-Umkehr“ sehr bezeichnend), auf das Solnit mehrmals eingeht.
Zwar bezieht sie viele Beispiele und Statistiken auf Amerika, aber eine schnelle Google-Suche zeigt eben, dass Deutschland von der Rape Culture nicht ausgeschlossen ist (interessanter Artikel dazu aus der taz HIER). Eines meiner großen Laster ist, dass es mir ziemlich leicht fällt, über „die Amis“ den Kopf zu schütteln (und Trump macht es nicht einfach, sich das abzugewöhnen!). Aber in diesem Fall sollten wir tatsächlich erst einmal vor der eigenen Haustür kehren, bevor wir die USA, oder auch Indien, Pakistan, Südafrika und so weiter (erschreckend, wie lang diese Liste werden könnte), verurteilen.

(Rebecca Solnit zitiert diesen Tweet auf Seite 125. Ich finde ihn sehr treffend.)

Eine andere Sache, die Solnit angesprochen hat und auf die der Tweet anspielt ist, dass FeministInnen immer wieder betonen müssen, dass es nicht darum geht, den Männern irgendwelche Rechte wegzunehmen und dass, gerade in Diskussionen um die Rape Culture, nicht impliziert wird, dass alle Männer so sind. Es geht auch nicht darum, die Frauen grundsätzlich als Opfer und die Männer immer als Täter darzustellen, es geht nicht darum, zu verleugnen, dass es auch falsche Anschuldigungen gibt und dass auch Männer Opfer sexueller Gewalt werden können. Aber die Tatsache bleibt nun einmal bestehen, dass im größten Teil der Fälle von sexueller Gewalt der Täter männlich ist.
Wir leben im 21. Jahrhundert und dass diese Dinge noch immer extra betont werden müssen, ist eigentlich ein Armutszeugnis.

Alle Essays drehen sich zwar darum, inwiefern Frauen noch immer benachteiligt sind und warum Feminismus auch im 21. Jahrhundert dringend nötig ist, aber sie gehen das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln an. Dabei nutzt Solnit die unterschiedlichsten Aufhänger, seien es nun Anekdoten, Texte anderer Autorinnen oder ein Bild, wie das hier gezeigte. Vielleicht der witzigste Essay ist gleich der Erste, dem dieses Buch seinen Namen verdankt. Es geht darum, dass Männer gerne mal den Frauen die Welt erklären – und genauso gerne ignorieren, wenn diese besser Bescheid wissen (ich betone hier jetzt nicht extra, dass nicht alle Männer so sind).

Dieses Buch ist hochinteressant und absolut empfehlenswert, auch für Menschen, die sich erst an das Thema Feminismus herantasten (ich spreche aus Erfahrung). Interessant war für mich vor allem, dass Solnit immer mal wieder Situationen beschrieben hat, die ich ebenfalls erlebt habe. Das hat mir gezeigt, dass es mich ganz persönlich auch betrifft und mein Interesse gleich noch mehr gesteigert.

We know less when we erroneously think we know than when we recognize that we don’t.
– S. 82

Über Rebecca Solnit:
Solnit wurde 1961 in Conneticut geboren und wuchs in Kalifornien auf. Mit 17 ging sie zum Studium nach Paris, schloss dieses aber in Kalifornien ab. Sie hat einen Master in Journalismus und ist seit 1988 unabhängige Autorin.
Sie ist in zahlreichen Themengebieten aktiv, setzt sich aber besonders für den Umweltschutz und Menschenrechte, mit dem Fokus auf Gewalt gegen Frauen, ein. Sie hat bisher mehr als 20 Bücher zu den unterschiedlichsten Themen veröffentlicht.
Ihr, insbesondere ihrem Essay Men Explain Things to Me, wird die Entstehung des Wortes Mensplaining zugeschrieben, obwohl sie den Begriff nicht selbst erfand und nach eigenen Angaben ungern benutzt.
Quelle: Wikipedia

Weitere Meinungen zum Buch:

  • Matthews Library (englisch; „deeply engrossing and highly readable“)
  • Wortlichter („anregender und vielfältiger Einstieg in das Thema Feminimus“)
  • Tasmetu (5 Herzen und ein Lesehase; „Gut geschrieben, sachlich, aufrüttelnd.“)
  • Kleiner Hof mit Eichen (hier konnte das Buch nicht vollständig überzeugen)

Quelle Cover: Haymarket Books
Quelle Bild von Frau: Ana Teresa Fernández (Untitled aus der Serie Telarana)
Quelle Autorenbild: Trinitiy University Press

Colonia im Mittelalter – Kurz gefasst

Quelle: Buchhandel.de
Quelle: Buchhandel.de

Colonia im Mittelalter | Dieter Breuers | Bastei Lübbe | erschienen 2013
Taschenbuch: ISBN 978-3-404-60718-1 | 9,99€
E-Book: ISBN 978-3-8387-0420-3 | 8,99€
Leseprobe

Klappentext:
Dieter Breuers nimmt Sie mit auf eine spannende Entdeckungsreise ins Mittelalter und zeigt Ihnen, was es damals wirklich bedeutete, in einer Stadt zu leben!
Quelle: Buch

Ich liebe Bücher, in denen der Alltag in früheren Zeiten dargestellt wird. Dieter Breuers nimmt sich dieses Unterfangens mit Anekdoten an, welche die verschieden Themen einleiten. Diese führen an einen bestimmten Aspekt aus dem Mittelalter heran und spielen alle in Köln, seiner unmittelbaren Umgebung oder handeln von Kölnern.
Es sind kurze Geschichten, oftmals auch recht vereinfacht dargestellt, die ein Gefühl für die damaligen Verhältnisse vermitteln sollen. Das ist meistens auch gelungen, ich hatte aber oft das Gefühl, dass der Autor sich damit eher an eine jüngere Leserschaft richtet.
Auf die Anekdoten folgen ausführlichere Erläuterungen, in denen er eine wissenschaftliche Sichtweise einnimmt. So dröselt er die einzelnen Aspekte, wie z.B. das Leben der Frauen im Mittelalter, auf. Er geht dabei auf die unterschiedlichsten Gesichtspunkte ein, beschreibt manchmal auch, woher bestimmte Dinge kommen oder wie diese sich weiterentwickelt haben – teilweise bis in die Gegenwart. Das fand ich persönlich besonders interessant: zu wissen, wo Dinge, die wir möglicherweise heute noch nutzen, herkommen. Außerdem nannte er immer mal wieder kleine, interessante und spannende Fakten, teilweise einfach witzig zu wissen oder komplett unerwartet in einem bestimmten Zusammenhang.

Insgesamt kann man sagen, dass Colonia sich sowohl an jüngere Leser richtet, insbesondere mit den kurzen Anekdoten, die in ein Thema einführen, aber auch an ältere Leser mit detailgenaueren und sachlicheren Beschreibungen zum Thema.

4SterneKaufen kann man das Buch beim Verlag oder auf buecher.de

Rezension – Verführung zum Lesen

Quelle: Amazon
Quelle: Amazon

Verführung zum Lesen | Uwe Naumann (Hrsg.) | Rowohlt | erschienen 2003
ISBN 3498046829 | neu für 20,50€ bei Amazon

In diesem Buch berichten 52 bekannte Personen, welche Bücher ihr Leben beeinflusst und geprägt haben. Teils sehr philosophisch, teils über mehrere Seiten, manchmal nur ganz kurz, wird überall eine Hommage an Bücher und das Lesen geliefert.

Es gibt gottlob viele Bücher, nicht nur eines, und der Leser ist frei.
– Wolfgang Schmidbauer (S. 189)

Zunächst muss ich sagen, dass mir ein großer Teil der Prominenten kein Begriff war. Den ein oder anderen kannte ich natürlich, oder ich hatte zumindest schon davon gehört – z.B. Smudo, Hardy Krüger, Felicitas Hoppe, … Aber das Gros der „Erzähler“ war mir unbekannt.
Das ist für mich auch der große Makel an diesem Buch. Ich finde solche Anekdoten, Erzählungen und kleine Einblicke in das Leben anderer um einiges interessanter und spannender, wenn ich die Personen wirklich einordnen kann, ein Bild vor Augen habe. Das hat mir bei vielen der kurzen Berichte – denn das sind es letztendlich – gefehlt; ich wusste nicht, wer dahinter steht. Am Ende des Buches gibt es zu jedem Autor eine Kurzbiographie, aber ich empfand die zum größten Teil als nichtssagend.
Zudem fand ich es ein bisschen störend, wenn die einzelnen Person sich ewig ausgelassen haben – aber über kein Buch geredet haben. Ich hab mir dieses Buch doch nicht ausgeliehen, um über die Relevanz des Lesens zu lesen, sondern um über Bücher zu lesen.
Letztendlich gab es aber sehr viele interessante Berichte. Teilweise schreiben die Autoren über ein einzelnes Buch, viele schränken sich aber nicht auf ein Buch ein, sondern berichten über mehrere Bücher, die sie beeinflusst haben. Davon einmal abgesehen sind die Texte sehr unterschiedlich. Einige sind sehr philosophisch, andere eher nüchtern  und die Texte sind so verschieden wie die Autoren.
Besonders spannend fand ich, wie unterschiedlich die Gründe, ein und dasselbe Buch zu lieben, sein können. Die Buddenbrooks beispielsweise kommen mehrmals vor, aber diese haben auf ganz verschiedene Art die Menschen beeinflusst.
Einige der Autoren haben noch den Zweiten Weltkrieg, teilweise sehr deutlich, miterlebt und gerade hierbei sind die Bücher oft eine Flucht aus der Gegenwart gewesen. Besonders lesenswert, definitiv eine meiner liebsten „Geschichten“, wenn nicht gar die Liebste aus diesem Buch, ist von SAID. Es geht um verbotene Literatur, wenn auch nicht im Dritten Reich, sondern im Iran der 60er Jahre. Mir hat diese Geschichte am Eindrücklichsten gezeigt, wie glücklich ich mich schätzen kann. Ich muss nicht befürchten, ins Gefängnis zu wandern, nur weil ich ein bestimmtes Buch lesen will und habe ohne große Probleme Zugriff auf jedes Buch, das ich lesen möchte.

Insgesamt bietet dieses Buch zwar viele spannende Berichte, aber ich würde mir das Buch nicht kaufen, da ich einige doch eher als langatmig empfand und mir zudem viele Personen kein Begriff sind. Wenn ihr aber einmal in einer Bücherei darüber stolpert, kann ich es durchaus empfehlen.

Wir werden, was wir lesen.
– Helmut Krausser (S. 127)

3SterneÜber Uwe Naumann:
Naumann wurde 1951 in Hamburg geboren und studierte Germanistik und Soziologie. Nach der Promotion begann er 1985 bei Rowohlt zu arbeiten. Vor seinem Ruhestand 2016 war er dort unter anderem Programmleiter Sachbuch und Koordinator E-Book. Sein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf Klaus und Erika Mann sowie Heinar Kipphardt, deren Werke er betreute.
Quelle: Buch, Wikipedia

Rezension – Fremdes Land Amerika

Quelle: Ullstein
Quelle: Ullstein

Fremdes Land Amerika | Ingo Zamperoni | Ullstein | erschienen 2016
Hardcover: ISBN 978-3-550-08142-2 | 20.-€
E-Book: ISBN 978-3-843-71440-2 | 16.99€
Leseprobe

Ingo Zamperoni, unter anderem durch seine Arbeit als USA-Korrespondent des ARD zum USA-Kenner geworden, versucht mit diesem Buch eine Brücke zwischen Deutschland und Amerika zu schlagen. Er geht auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede ebenso ein, wie auf die Zukunft der deutsch-amerikanischen Beziehungen und wie sie sich in Zukunft verändern werden.

Ein Land, gefühlt auf Abwegen, verängstigt, orientierungslos – das Selbstbewusstsein der USA hat gelitten.
– 7% Kindle-Edition

Für Deutschland sind die deutsch-amerikanischen Beziehungen ein zentraler Bestandteil von Politik und Wirtschaft und auch zukünftig ein wichtiger Faktor. Wie in Amerika gewählt wird, betrifft die ganze Welt. Und nicht nur daran zeigt sich, dass amerikanische Angelegenheit sehr oft weltweit Auswirkungen haben. Dementsprechend wichtig erscheint es mir, sich über dieses Land zu informieren und auch, wie sich die Beziehungen dazu in Zukunft gestalten werden. Dieses Anliegen von mir hat nach der Wahl Trumps zum 45. US-Präsidenten an Dringlichkeit nur zugenommen.
Mit Fremdes Land Amerika hat man ein Buch in den Händen, dass es schafft, einen Überblick über aktuelle Ereignisse und Entwicklungen in den USA zu geben, dabei die Mentalität der Amerikaner besser zu erklären und doch auch die Beziehungen zwischen Deutschland und Amerika nicht aus den Augen zu verlieren.

Nachhaltige Veränderung beginnt im Kopf.
– 16% Kindle-Edition

Mir hat gut gefallen, dass Zamperoni auf viele Mechanismen in den USA, wie zum Beispiel das Wahlsystem, eingeht, denn oftmals erschließen sich diese nicht auf den ersten Blick, gleichzeitig haben sie aber große Auswirkungen auf das Land – das sieht man gerade wieder mit dem Wahlsystem und der aktuellen US-Wahl.
In diesem Zusammenhang geht er eben auch auf die Mentalitäten der Amerikaner ein, die uns eher selten einleuchten, sei es nun in Bezug auf Waffengesetze oder Obamacare. Ihm geht es aber nicht darum, aufzuzeigen, wo die Amerikaner (zumindest aus deutscher Sicht) an sich arbeiten müssten und wo die Unterschiede zwischen den USA und Deutschland liegen. Er zeigt auch viele Beispiele auf, an denen Deutschland sich orientieren und an sich arbeiten könnte und sollte – beispielsweise die höhere Bereitschaft zu spenden und in der Nachbarschaft zu helfen.
Ihm geht es vielmehr darum, die Gemeinsamkeiten zwischen den Ländern deutlich zu machen und dadurch auch deutlicher zu machen, dass wir auch in Zukunft und auch unter einem Präsidenten Trump zusammenarbeiten müssen. Anders sind internationale Krisen nicht in den Griff zu bekommen. Und auf Grundlage einer gemeinsamen Basis arbeitet es sich besser zusammen, als wenn man keinerlei Berührungspunkte hat.

Je verflochtener wir sind, desto sicherer leben wir. Lassen wir dagegen unsere Ängste vor der Bedrohung durch andere zu und schüre Isolationismus, können wir nur verlieren.
– 65% Kindle-Edition

Viele dieser Gemeinsamkeiten haben mich auch erschreckt, denn sie zeigen, dass in den Zeiten von Flüchtlingskrise und zunehmendem Nationalismus ein Rechtsruck, wie er sich mit der Wahls Trumps gezeigt hat, auch in Deutschland im Bereich des Möglichen liegt und wir sollten wohl erst einmal die Bundestagswahlen im nächsten Jahr abwarten, bevor wir über die Amerikaner urteilen.
Der für mich größte Pluspunkt liegt darin, dass Zamperoni immer wieder darauf eingeht, welche Auswirkungen wir in Deutschland spüren werden, bzw. wie wir auf aktuelle Entwicklungen reagieren. Dadurch wird nicht nur deutlich, wie sich Amerika verändert, sondern auch, inwiefern wir das zu spüren bekommen. In meinen Augen hat es sich allein dafür gelohnt, dieses Buch zu lesen. Nach der Wahl Trumps hat mich, wie wohl viele andere auch, besonders beschäftigt, inwiefern er wohl seine Wahlversprechen wahr machen kann und macht – und wie sich das auf uns auswirkt. Dieses Buch geht darauf zwar nicht explizit ein, schließlich war Trump zum Erscheinungstermin noch gar nicht gewählt, dennoch fühle ich mich nach dem Lesen beruhigter und vor allem besser informiert. Denn es zeigt, dass Trump nicht auf alles Einfluss hat und sich auch nicht ALLE amerikanischen Entwicklungen auf uns auswirken.
Obwohl der Fokus, wie gesagt, auf der deutsch-amerikanischen Beziehung liegt, richtet Zamperoni den Blick auch nach Asien, insbesondere China. Damit bekam ich zum einen das Gefühl, dass wirklich alles abgedeckt wird, was die Amerikaner gerade bewegt. Zum anderen habe ich nun das Gefühl, die Amerikaner doch ein Stückchen besser zu verstehen – nicht alles, was man auf der anderen Seite der großen Pfütze so treibt, aber doch die ein oder andere Sache mehr als vor der Lektüre.
Zamperoni gelingt zudem das Kunststück, viele trockene Fakten und sehr ernste Themen auf vergnügliche Art zu erzählen. Er garniert die Kapitel gerne mit Erlebnissen, die er gemacht hat. Einerseits hat dies natürlich die Sache aufgelockert, andererseits hat es mir auch gezeigt, dass die Themen, die er anspricht, wirklich viele Amerikaner betrifft. Denn ganz offensichtlich wird man in Amerika tagtäglich mit den unterschiedlichen Problemen und Angelegenheiten konfrontiert. Man merkt während des Lesens, wie die deutsch-amerikanischen Beziehungen letztendlich sehr persönlich für ihn sind (seine Frau ist Amerikanerin). Dadurch hebt sich das Buch von typischen Sachbüchern ab, denn auf einer persönlichen Ebene fühle ich mich eher angesprochen und kann mich auch leichter mit der Thematik identifizieren.

Wer sich über die aktuellen Entwicklungen in den USA informieren will und einen besseren Durchblick im Bezug auf das deutsch-amerikanische Verhältnis haben will, dem kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen.

Wie wichtig sind uns die Umsetzung demokratischer Prinzipien, der Pressefreiheit, der Menschenrechte?
– 66% Kindle-Edition

5SterneÜber Ingo Zameroni:
Zamperoni wurde 1974 in Wiesbaden geboren. Nach dem Abitur leistete er seinen Zivildienst im Radio Klinikfunk in Wiesbaden und begann 1994 sein Studium. In Koblenz, Berlin und Boston studierte er Amerikanistik, Jura und Geschichte. Nach dem Master arbeitete er auch in Washington im ARD-Studio. Ab 2002 war er für den NDR als Reporter und Autor tätig, übernahm später auch erste Moderationen. 2012 wechselte er zu den Tagesthemen und wurde dort nach dem Ausscheiden Tom Buhrows zum regulären Moderator. Seit 2014 ist er als USA-Korrespondent für die ARD tätig, ab Herbst 2016 soll er die Moderation der Tagesthemen übernehmen.
Er ist mit einer Amerikanerin verheiratet, sie haben drei Kinder.
Quelle: Buch, Wikipedia

Kaufen könnt ihr das Buch beim Ullstein Verlag oder auf bücher.de


Vielen Dank an NetGalley und den Ullstein Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Rezension – Iran

Quelle: Penguin Books
Quelle: Penguin Books

Iran: Empire of the Mind | Michael Axworthy | Penguin Books | erschienen 2008
Taschenbuch: ISBN 978-0-141-03629-8 | £9.99
Leseprobe

Iran often appears in the media as a hostile and difficult country. But beneath the headlines there is a fascinating story of a nation of great intellectual variety and depth, and enormous cultural importance. A nation whose impact has been tremendous, not only on its neighbours in the Middle East but on the world as a whole – and through ideas and creativity rather than by the sword.
*Quelle: Penguin Books

Nachdem mich die Saladin-Biographie von John Man so begeistert hat, wollte ich unbedingt mehr über die islamische Welt erfahren. Denn wenn wir einmal ehrlich sind: wie viel wissen wir wirklich über den Islam? Und über islamische Länder? Natürlich, wo sie liegen. Und vermutlich noch, welche Probleme sie gerade wieder machen. Aber das zeigt doch schon, dass wir sie nur aus unserer Sicht betrachten und Maße anlegen, die man dabei nicht anlegen kann, weil sie einfach nicht passen. Man kann einen Staat, der eine gänzlich andere Kulturgeschichte erfahren hat nicht an den Maßstäben unserer Kulturgeschichte messen.
Daher finde ich es umso interessanter, quasi einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Und dazu gehört für mich, dass man sich über die Geschichte eines Landes informiert. Dieses Buch gibt einen richtig guten Überblick über die Geschichte des Irans und ist auch für Leser verständlich, die sich zuvor nicht damit beschäftigt haben. Er geht auf geopolitische Entwicklungen ebenso ein wie auf religiöse und widmet auch der iranischen Literatur ein ganzes Unterkapitel – schließlich sagt er im Titel, dass der Iran ein „Empire of the Mind“ ist.

You who are without sorrow for the suffering of others
You do not deserve to be called human
– Sa’di in seinem Werk Golestan, 1258 (S. 112)

Kleiner Einwurf: Wusstet ihr, dass über dem Eingang der UN in New York eine Zeile aus dem Golestan steht? Ich wusste es nicht, aber finde es toll!

Besonders überraschend fand ich hierbei immer, dass Jahrhunderte alte Lyrik auch heute noch Relevanz hat – und dass sie keineswegs nur auf die islamische Welt und ihre Gebräuche bezogen ist. Das obige Zitat lässt sich in Deutschland genauso gut anwenden  wie im Iran, den USA oder in Thailand.
Dabei geht es keineswegs nur um Moralisches und auch Politik spielt zwar in vielen, aber nicht allen Gedichten, die aufgezeigt werden, eine Rolle. Beispielsweise geht es in einem Buch von Naser-e Khosraw darum, sich selber zu lieben – und dieser Herr hat im 11. Jahrhundert gelebt.
Natürlich dreht sich viel um die politische Entwicklung. Wenn man eine so kurze Übersicht (das Buch hat nur 298 Seiten) über die lange Geschichte eines Landes geben will, dann muss man sich auf das Wichtigste beschränken. Und die Politik spielt nun einmal eine sehr wichtige Rolle.
Für mich ist ein Sachbuch, das die Geschichte eines Landes (teilweise) aufarbeitet, immer dann gelungen, wenn ich nach der Lektüre das Gefühl habe, die Menschen besser zu verstehen. Das ist hier der Fall. Ich verstehe jetzt besser, warum der Iran dem Westen so misstraut, bin diesem Gegenüber auch kritischer eingestellt, was den Umgang (auch in der Vergangenheit) mit aufstrebenden Staaten angeht.
Gut gefallen hat mir auch, dass Michael Axworthy zwar viele Handlungen des Iran, sowohl historische als auch aktuelle, zwar erklärt, aber nicht zwingend verteidigt. Und er zeigt auch auf, dass einige Handlungen nicht entschuldbar sind. Seiner Meinung nach schlummert in den Iranern und ihrem Land ein unglaubliches Potential, dass durch eine engstirnige und eigennützige Elite (S. 297) regiert und unterdrückt  wird.
Außerdem ist es ihm, zumindest bei mir, gut gelungen, Parallelen zwischen den Kulturen aufzuzeigen. Dadurch erscheinen Rituale und Bräuche weniger fremdartig und merkwürdig – oder zumindest nur so merkwürdig wie die eigenen Rituale und Bräuche.
Auch dieses Buch zeigt im übrigen wieder, dass die Menschheit äußerst selten aus der Geschichte lernt und sich die immer gleichen Dinge ständig wiederholen. Auf Seite 140 heißt es:

There were always hangers-on and pseudo-mullahs who could attract a following among the luti (unruly youths) of the towns by being more extreme than their more reflective, educated rivals.

Das dürfen wir gerade wieder in Amerika beobachten und auch der Aufstieg der AfD stellt nichts anderes dar (über das educated lässt sich streiten, aber reflective sind weder Trump noch die AfD).

Wer sich für die Geschichte des Irans und die Hintergründe einiger Konflikte im Nahen Osten interessiert, sollte sich dieses Buch unbedingt zulegen (es gibt es allerdings nur auf Englisch). Es bietet einen guten Überblick, geht auf alle wichtigen Themen ein, oder überladen zu wirken. Die englische Sprache bietet möglicherweise (vor allem ungeübten Lesern) Probleme, aber wenn man sich einmal eingefunden hat, ist es auch unterhaltsam.

The Achaemenid Empire was an Empire of the Mind, but a different Kind of Mind.
– Michael Axworthy, S. 24

5SterneKaufen kann man das Buch bei bücher.de


*Anmerkung: Normalerweise schreibe ich die Inhaltsangabe zu den Büchern, die ich rezensiere, selber. Hier hatte ich aber das Gefühl, dass ich es nicht besser (oder annährend so gut) hätte machen können, daher habe ich den Klappentext vom Verlag übernommen.