Titelbild zum Beitrag: Englisch Lesen für Anfänger - eine Ergänzung

Englisch für Anfänger – Kleine Ergänzung

Anna von Ink of Books hat vor kurzem einen interessanten und, in meinen Augen, sehr wichtigen Beitrag geschrieben: Englisch Lesen für Anfänger.
Eine Fremdsprache zu können ist aus mehreren Gründen wichtig. Ich denke, das ist euch klar, wenn ihr fremdsprachige Bücher lest oder lesen wollt. Dabei spielt es ja zunächst einmal keine Rolle, ob das nun Englisch, Russisch, Spanisch, Französisch, Chinesisch oder eine andere Sprache ist.
Neben den von Anna bereits dargestellten Gründen, ist für mich auf Englisch lesen ein Weg, „in der Sprache zu bleiben“ und mich regelmäßig mit ihr zu umgeben.

Allerdings habe ich noch ein paar kleine Ergänzungen zu Annas Beitrag, die ich gerne hier mit euch teilen möchte!


Annas erste Schritte und meine Ergänzungen:
  1. Kurzgeschichten lesen!
  2. Spin-Offs lesen!
    Fanfiction lesen!
    Insbesondere, wenn man die ursprüngliche Geschichte/Reihe/… kennt, ist (zumindest gute) Fanfiction ein optimaler Weg, um noch einmal in die Welt der Protagonisten einzutauchen. Es ist eher unwahrscheinlich, dass man mit einer komplett neuen Szenerie und dementsprechend komplett neuem Wortschatz überrascht wird. So können Parallelen zur bekannten Geschichte übernommen werden, um die neue besser zu verstehen.
  3. Die Lieblingsreihe nochmal lesen!
    Das Buch zu einer Verfilmung lesen!
    Egal, ob ihr den Film nun auf deutsch oder englisch gesehen habt: lest das Buch dazu! Ihr kennt den groben Verlauf der Geschichte bereits und könnt euch daran entlang hangeln, wenn ihr Probleme mit dem Buch habt. Oftmals lassen sich Wörter/Absätze besser erfassen, wenn man sie im Kontext sieht – mit dem Film als Grundlage ist der Kontext gleich viel größer.
  4. Schnelle Erfolge erzielen!
  5. Liebesromane & Kinderbücher lesen!
    Kinderbücher bieten den Vorteil, dass sie – normalerweise – mit einfacher Sprache einher gehen. Und Kinderbücher müssen nicht zwangsläufig langweilig sein – so dig in!

Meine englischen Buchtipps in Abstufungen

Bei den Tipps und Abstufungen hat mir eine Sache gefehlt: andere Genres. Dass Anna sich sehr gut mit Fantasy auskennt, ist mir klar. Darauf zurückzugreifen macht daher absolut Sinn. Aber mich hätte sie damit verloren. Ich kann mit Fantasy nur höchst selten etwas anfangen und lese meist nur Romantasy, um den Kopf abzuschalten.

Von mir gibt es daher einige Tipps zu englischen Büchern aus anderen Genres, ebenfalls abgestuft nach Schwierigkeitsgrad. Ich orientiere mich dabei ein Stück weit am Europäischen Referenzrahmen für Sprachen. Allerdings ist die Einstufung sehr subjektiv; lest daher beispielsweise Leseproben zu den Büchern, bevor euch einer meiner Tipps frustriert.

Elementary

Super hierfür finde ich die Bücher von Roald Dahl! Ob nun Matilda, Charlie and the Chocolate Factory oder The BFG – die Bücher sind witzig, spannend und gut zu lesen. In England stehen die Bücher in jedem Buchladen (den ich besucht habe) und werden von Erwachsenen ebenso gelesen wie von Kindern.
Plus: siehe meine Ergänzung zu Tipp #3 – einige der Bücher wurden verfilmt, daher wird das ganze noch einmal erleichtert.
Vom Grundsatz her eignet sich natürlich jedes Buch für jüngere Leser, allerdings würde ich hier noch darauf achten, nicht allzu weit in die Vergangenheit zu reisen. Denn je älter das Buch, desto älter und unbekannter das Vokabular.

Ansonsten bieten sich auch andere kurze Bücher oder Kurzgeschichtensammlungen an. So habe ich mich an Agatha Christie (siehe Advanced ↓) herangetastet, indem ich die Kurzgeschichtensammlung über Poirot gelesen habe. Im Augenblick lese ich eine Sammlung über Sherlock Holmes, zusammengestellt von Otto Penzler, die auch moderne Autoren einschließt.

Short Tipps: „Agatha Raisin and the Quiche of Death“ von M. C. Beaton & „A Street Cat Named Bob“ von James Bowen

Intermediate

Hier habe ich einen ganzen Haufen Buchtipps, da ich Bücher mit diesem Level gerne lese. Hier also drei Tipps zu ganz gut lesbaren Büchern, welche die ein oder andere Schwierigkeit aufweisen.

  1. A Man Called Ove – Fredrik Backman
    Gegenwartsliteratur, die witzig und emotionsgeladen ist. Die Steigerung liegt vor allem in der Länge des Buches. Da es sich um eine Übersetzung aus dem Schwedischen handelt, gibt es auch keine Probleme mit umgangssprachlichen Ausdrücken.
  2. Speaking in Bones – Kathy Reichs
    Ein Krimi, der in der heutigen Zeit spielt und spannend geschrieben ist: Eine Herausforderung ist das an und für sich nicht. Aber die vielen medizinischen Ausdrücke können einen schon mal in den Wahnsinn treiben!
  3. Born a Crime – Trevor Noah
    Der Comedian hat eine witzige Autobiographie über seine Kindheit in Südafrika geschrieben. An und für sich gut zu lesen, wartet sie mit viel Umgangssprache und ein bisschen Slang auf. Meist wird dies von ihm kurz erklärt – aber merken muss man sich das dann trotzdem!
Advanced

Unter diese Kategorie fallen in meinen Augen insbesondere Sachbücher und Klassiker. Mittlerweile habe ich das ein oder andere englische Sachbuch gelesen und auch an Klassiker taste ich mich langsam heran.
Je nachdem, wofür ihr euch interessiert, kann ich euch folgende Bücher und Autoren empfehlen:

  • British Library Crime Classics – spannende Krimis, die aus dem Golden Age des britischen Kriminalromans kommen (20er & 30er Jahre) und daher vom Wortschatz her schwieriger sind.
  • in die gleiche Richtung geht man mit den Büchern von Agatha Christie – Krimis, denen man anmerkt, dass sie im letzten Jahrtausend geschrieben wurden.
  • Neil Oliver – er schreibt historische Sachbücher (z.B. zur Geschichte Großbritanniens von der Steinzeit bis in die Antike), die sich spannend lesen. Die Schwierigkeit liegt vor allem in der Vielzahl der Fremdwörter und den langen Kapiteln.

Some Further Tipps

Buchtechnisch solltet ihr nun – zusammen mit Annas Beitrag – einige Tipps & Tricks auf Lager haben. Hier nun einige Tipps, die mir geholfen haben, mein englisch zu verbessern:

  • Wenn ihr euch sowohl grammatikalisch als auch vom Wortschatz her durch Übungen verbessern wollt, dann schaut euch einmal BBC Learning Englisch an. Hier gibt es Aufgaben gestaffelt nach dem Level oder aufgeteilt nach Themengebieten (z.B. Englisch at Work, …)
  • Oben habe ich ja schon einmal erwähnt, dass man Buchverfilmungen schauen kann, um sich das Lernen zu erleichtern. Grundsätzlich bietet sich in Zeiten von Netflix, Maxdome & Co. aber an, alle möglichen Filme und Serien auf englisch zu schauen und sich dadurch mit der Sprache zu umgeben.
  • Dazu gehört auch, dass man englisches Radio hören kann, wenn man nur Nebenher ein wenig Unterhaltung braucht. Bei mir läuft regelmäßig ( je nach Stimmung) BBC Radio 1, BBC World Service oder Heart Radio. Besonders die BBC bietet für jeden Musikgeschmack etwas und dank Internet kann man ohne Probleme reinhören.
    (Kleiner Tipp von mir: lasst euch von den Zeitangaben nicht irritieren und in Stress bringen! 😀 )
  • Mittlerweile gibt es auch tolle Sprachlern-Apps. Mir gefällt beispielsweise Lingbe. Hier kann man über das Internet Telefonate mit Muttersprachlern führen und sich so verbessern. Zudem ist es kostenlos!
  • Um am Schluss noch einmal auf das Lesen zurückzukommen: lest doch einmal englische Zeitungsartikel! So seid ihr up to date und verbessert gleichzeitig euer englisch – eine win-win-Situation!

Ich hoffe, hier waren einige Tipps dabei, die ihr nutzen könnt und lesen wollt und wünsche euch jetzt viel Spaß beim Englisch lernen 😉

Celina xxx

6 Antworten auf „Englisch für Anfänger – Kleine Ergänzung“

    1. Hi Nicci,
      freut mich, dass ich dir helfen konnte 🙂
      Ich versuche auch immer, möglichst viel auf Englisch zu lesen/hören/sehen; einfach, um nicht aus der Übung zu kommen.
      Liebe Grüße
      Celina

  1. Gute Tipps! Vor allem die Kinderbücher sind für den Einstieg wirklich gut. Funktioniert genauso natürlich auch mit anderen Sprachen, darum habe ich mir als erstes spanisches Buch auch ein Kinderbuch ausgesucht.
    Serien auf Englisch schauen hat mir auch sehr geholfen und mittlerweile mache ich es fast nur noch so, weil das Original meistens einfach besser ist als die Übersetzung. Genauso mit Büchern 🙂

    1. Geht mir genauso: mittlerweile bin ich irritiert, wenn eine Serie, die ich auf englisch schaue, plötzlich auf deutsch kommt 😀 Und bei Büchern gibt es nichts besseres als das Original 😀
      Mein Spanisch sollte ich wohl auch mal wieder auffrischen 🙂

  2. Ich finde es hilfreich, wenn man erstmal Jugendbücher auf englisch liest. Da ist die Sprache meist sehr einfach gehalten. Ich hab zB alle John Green Romane auf englisch. Mir fällt außerdem immer wieder auf wie unterschiedlich zwei englischsprachige Autoren schreiben. Bei einem hab ich das Gefühl mein englisch ist perfekt, beim nächstem denke ich, dass ich mein Abi lieber zurückgeben sollte. Da hilft es wenn man eher viele Kurzgeschichten oder Novellen von verschiedenen Schriftstellern liest.

    1. Hi Sven,

      ich kann mir gut vorstellen, das die favorisierten Bücher zum Lernen von Person zu Person unterschiedlich sind.
      Der von dir angesprochene Punkt, dass Autoren unterschiedlich schreiben, war für mich beim Verfassen des Beitrags ein echtes Dilemma. Teilweise sind Bücher aus dem gleichen Genre sehr schwierig miteinander zu vergleichen.
      Ich denke auch, dass Kurzgeschichten/Novellen ein guter Einstieg sind (diese spricht Anna im „Originalbeitrag“ auch an. Allerdings bin ich noch nie ein großer Fan dieser Literaturformen gewesen – schon im Deutschen nicht. Und an irgendeinem Punkt muss man sich auch wieder herausfordern und mehr wagen als „nur“ Kurzgeschichten.
      Mir ging es vor allem darum, dass ich persönlich mit den Buchempfehlungen von Anna wenig anfangen konnte und diese ergänzen wollte. Sie nennt aber einige (von dir angesprochene) Jugendbücher und wenn man unser beider Beiträge kennt, denke ich, ist für jeden etwas dabei.

      LG Celina

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