Jane Austen – Stolz und Vorurteil

Ob man Klassiker nun mag oder nicht, ob man generell gerne Bücher liest oder nicht, um Jane Austen scheint man nicht herumzukommen. Bei mir hat der Deutschunterricht in der Schule lange dafür gesorgt, dass ich kein Interesse an Klassikern hab. Die zu lesen war in dem Rahmen ganz viel Arbeit und kein Vergnügen. Und so habe ich auch im „Jane-Austen-Jahr“ vor kurzem einen großen Bogen um die Bücher gemacht. Jetzt sind zwei Dinge zusammengekommen, die mich dazu bewogen haben, doch zu einem ihrer Bücher, nämlich Stolz und Vorurteil, zu greifen.
Das erste war meine Mitbewohnerin. Wir wohnen seit fast einem Jahr zusammen und sie schwärmt mir schon länger von Austens Büchern (und vielen anderen Klassikern) vor. Zudem habe ich vor kurzem Death Comes to Pemberley gelesen. Das hat mich dann doch neugierig auf die „Vorgeschichte“ gemacht.

Jane Austen hatte das Buch in den Jahren 1796 und 1797 geschrieben, damals noch unter dem Namen First Impressions. Einige Jahre zuvor hatte Frankreich Großbritannien den Krieg erklärt, im ganzen Land baute das Militär Lager auf. Darauf spielt Austen im Buch auch an, welches demnach in den Jahren 1793-1795 spielt. 1811 und ’12 nahm Austen umfassende Änderungen am Buch vor und änderte den Titel zu Pride and Prejudice.
Sie verkaufte die Rechte am Buch für £110 (heutiger Wert: ca. £7200), 1813 erschien die erste Ausgabe.
Noch im gleichen Jahr wurde die erste Ausgabe in einer anderen Sprache, nämlich französisch, veröffentlicht und es folgten bald weitere Sprachen. Die erste deutsche Übersetzung erschien 1830.
In Großbritannien gilt es als eines der beliebtesten Bücher aller Zeiten, es wurde insgesamt elfmal verfilmt. Zudem gab es zahlreiche literarische Adaptionen (u. a. eben das oben erwähnte Death Comes to Pemberley).

Vielleicht das überraschendste war für mich, wie leicht ich mich in das Buch einfand. Auf den ersten paar Seiten musste ich mich noch an den Schreibstil gewöhnen, aber danach fiel es mir überraschend leicht, das Buch zu lesen. Ich hatte auch nicht damit gerechnet, dass es mir so gut gefallen würde.

Zunächst einmal fand ich die Einblicke in das Leben um die Jahrhundertwende des 17./18. Jahrhundert spannend. Viele der damaligen Konvention wirken natürlich eigenartig aus heutiger Sicht, aber gleichzeitig ist es einfach total interessant.

Auch die Entwicklung der Beziehung und Gefühle zwischen Mr Darcy und Elizabeth fand ich nachvollziehbar. Darcy ist zu Beginn zwar tatsächlich kein knight in shining armour. Aber dass sich aus anfänglicher Abneinung zunächst Interesse und dann Liebe entwickelt, ist ja nicht so ungewöhnlich.

Stolz und Vorurteil hatte ich mir von meiner Mitbewohnerin ausgeliehen, aber ich werde definitiv weitere Klassiker lesen und mir bald das nächste Jane-Austen-Buch von meiner Mitbewohnerin ausleihen.

„Denk an die Vergangenheit nur dann, wenn die Erinnerung daran Vergnügen bereitet.“

Elizabeth Bennet (S. 428)

Jane Austen wurde am 16. Dezember 1775 in Steventon, in der Grafschaft Hampshire im Süden Englands, geboren. Rechts ist ihr Geburtshaus, das Pfarrhaus von Steventon, zu sehen. Ihr Vater war Geistlicher und sie war das sechste von sieben Kindern. Besonders zu ihren einzigen Schwester Cassandra (1773-1827) hatte Jane ein sehr enges Verhältnis.
Jane wuchs in einem sehr gebildeten und belesenen Haushalt auf und erhielt eine vergleichsweise gute Ausbildung für ein Mädchen der damaligen Zeit. Gefördert wurde dies durch ihren Vater, der sie ermutigte, sich mit literarischen Werken auseinanderzusetzen.

Bereits in jungen Jahren schrieb sie erste Werke und im Alter ab 12 Jahren setzte sie sich satirisch mit Gesellschaft und Literatur der Zeit auseinander. In Steventon entstanden auch die ersten Entwürfe ihrer späteren Werke.
1801 zogen Jane, Cassandra und ihre Eltern nach Bath. Über die Zeit dort ist wenig bekannt, da viele der damals geschriebenen Briefe der Familie zerstört wurden, allerdings ist davon auszugehen, dass Jane dort nicht glücklich war. Vor dem Umzug hatte sie sich negativ über die Pläne der Familie geäußert.
1802 hatte sie einen Heiratsantrag abgelehnt und sie würde auch nie heiraten.

1805 verstarb ihr Vater, woraufhin die drei Frauen zu einem von Janes Brüdern nach Southampton zogen. 1809 zogen sie drei und eine Freundin nach Chawton, süd-westlich von London, zu einem anderen Bruder der Austen-Schwestern. In dem Haus, das er ihnen zur Verfügung stellte, überarbeitete Jane ihre Romane. Alle wurden während der Zeit veröffentlicht.
Im Alter von 40 Jahren wurde sie schwer krank, heute nimmt man an, dass sie unter einer Niereninsuffizienz litt. Cassandra begleitete sie 1817 nach Winchester, wo sie auf Heilung hoffte. Am 18. Juli 1817 starb sie dort im Alter von 41 Jahren.
Das Haus, in dem zuletzt lebte, ist heute ein kleines Museum ihr zu Ehren.

Quelle: Wikipedia


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Bibliographische Angaben (dtv-Ausgabe)
Übersetzerin der aktuellen dtv-Ausgabe: Helga Schulz
Flexcover: ISBN 978-3-423-14160-4 | 12,90€
Taschenbuch: ISBN 978-3-423-12350-1 | 10,90€
E-Book: ISBN 978-3-423-40136-4 |8,99€
456 Seiten | aktuelle Ausgabe erschienen 2012

Verlagswebseite zum Buch

Bildquellen
Cover: dtv
Gbeurtshaus von Jane Austen: Wikipedia (von Austen-Leigh, J. E. (1798-1874) – Project Gutenberg – A Memoir of Jane Austen. 2nd ed. London: Richard Bentley and Son., Gemeinfrei)
Jane Austen (Gemälde, ca. 1810): Britannica
Jane Austen (Bild von Cassandra Austen): Wikipedia (Von Jane_Austen_Portrait.jpg: Cassandra Austen (1773–1845). Der ursprünglich hochladende Benutzer war Winniwuk in der Wikipedia auf Deutschderivative work: Amano1 – Diese Datei wurde von diesem Werk abgeleitet: Jane Austen Portrait.jpg:, CC BY-SA 3.0)

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