London Legends – Zusammengefasst

London Legends von Kat Latham

#1: Knowing the Score (Caitlyn & Spencer)
#2: Playing It Close (Tess & Liam)
#3: Tempting the Player (Libby & Matt)
#3.5: Unwrapping Her Perfect Match (Gwen & John)
#4: Taming the Legend (Camila & Ash)

Ende letzten Jahres durfte ich den dritten Band der Reihe als Rezensionsexemplar auf deutsch lesen und war sehr begeistert! (Meine Rezension dazu könnt ihr HIER lesen.)
Vor kurzem hatte ich das Gefühl, dass ich dringend etwas neues, kurzweiliges aber dennoch gutes zu lesen brauche. Meine Wahl fiel ziemlich schnell auf ein weiteres Buch von Kat Latham aus der „London Legends“-Reihe.

Mit einigem Erstaunen habe ich dann festgesellt, dass es die komplette Reihe (abgesehen von der Novelle um Gwen und John) für nur etwas mehr als sieben Euro auf Amazon gibt. Mein allererste Reaktion war – ungelogen – „Was soll denn der Scheiß?!“
Für mich dauerpleiten Studenten ist das natürlich ziemlich cool, aber in diesem Fall wird der Preis der Qualität des Buches bzw. der Bücher nicht gerecht und selbst ich wäre mehr als gewillt, mehr Geld dafür hinzulegen.

*** Ich habe jetzt einiges zu berichten, also holt den Schwarztee (bei diesem Wetter gerne in gekühlter Form) raus und stellt euch auf einen etwas längeren Text ein (shame on me) ***

Obwohl das Cover und auch die Tatsache, dass man ein Rugby-Team als Verbindung der Bücher hat, dafür sprechen, würde ich die Reihe nicht dem YA-Genre zuordnen. Hauptsächlich weil die Protagonisten in meinen Augen über das Young Adult-Alter raus sind. Das andere ist mehr ein Gefühl: es wirkt zu erwachsen, als dass es für mich in dieses Genre passt.

Tea: solving Englishman’s problems for four hundred years.
– Spencer Bailey in Knowing the Score (Pos. 3507 Kindle-Edition)

Viele der Dinge, die ich schon in meiner Rezension zum dritten Teil erwähnt habe, treffen auch nach allen viereinhalb Büchern zu.
Dazu zählt insbesondere, dass ich mich noch jedes Mal nach England zurückversetzt gefühlt habe und das ein bisschen Heimweh (denn das ist England für mich) hervorgerufen hat. Sei es nun, weil Gästen – selbstverständlich – immer erstmal eine Tasse Tee angeboten wird, einzelne Redewendungen, die ich so oft gehört oder selbst benutzt habe, oder Londoner Sehenswürdigkeiten, mit denen ich ganz persönliche Erinnerungen verbinde.
All das hat dafür gesorgt, dass ich mich in den Büchern wie Zuhause gefühlt habe.

In allen viereinhalb Büchern hat Kat Latham lesens- und liebenswerte Charaktere geschaffen, die alle ihre kleinen Macken haben und mit den unterschiedlichsten Dingen kämpfen. Dabei packt sie (in meinen Augen sehr erfrischend) nur einmal die „traumatische Vergangenheit“-Karte aus, alles andere sind Schwierigkeiten und Komplexe, die jeder in seinem Leben durchlebt und davonträgt. Denise von Kitsunebooks hat das in einer ihrer Rezensionen so zusammengefasst (und dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen):

Durch das Thema „New Adult“ bin ich leider auch vorbelastet, was die altbekannte „dunkle Vergangenheit“ von mindestens einer der Figur betrifft. Es ist immer eine Frage, ob sie nur eingeführt wird, um das schwulstige Liebesgetolle spannender zu gestaltet oder eben, ob es dazu beiträgt, Charaktere und deren Verhaltensweisen zu begründen und zu beschreiben.
– Kitsune in „Rezension zu Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt“ (Zugriff
am 29.05.2017)

In dieser Reihe fällt die traumatische Vergangenheit Gott sei Dank unter letztere Kategorie. Dennoch muss ich ehrlich sagen, dass es mich vermutlich abgeschreckt hätte, wenn ich wirklich mit dem ersten, und nicht dem dritten, Buch begonnen hätte. Ohne zu wissen, wie toll die Reihe sich entwickelt, würde ich höchstwahrscheinlich nur die Augen verdrehen und mir zweimal mehr überlegen, ob ich wirklich die gesamte Reihe lesen will.
Dadurch, dass die Protagonisten mit ganz alltäglichen Problemen und Problemchen zu kämpfen haben, konnte ich mich sehr gut in sie einfühlen. Besonders wenn sie unsicher werden – in Bezug auf ihre Fähigkeiten, Körper, Entscheidungen die sie getroffen haben oder das Leben im Allgemeinen – saß ich vor dem Buch und hab mich gefühlt, als hätte Latham dieses Buch über mich geschrieben.

No more apologizing for being awkward by having her own thoughts, feelings, dreams and life.
– Gwen Chambers in Unwrapping Her Perfect Match (Pos. 1640 Kindle-Edition)

Zudem erscheinen mir diese Bücher um einiges realistischer, als viele andere Liebesromane (egal aus welchem Untergenre), die ich in letzter Zeit gelesen habe (wenn wir mal kurz die Penisgröße der männlichen Protagonisten außer acht lassen, die ist nämlich sehr YA angemessen). In jedem Buch baut Latham auf ganz andere Art den Alltag ein: Kinder, die keine Zweisamkeit zulassen, unauffindbare Kondome, Handys die beim rummachen an besonders unangenehme Stellen drücken, Missverständnisse, …

She’d had a go at him once for saying [pussy], telling him that women’s bits were anything but weak.
– Libby in Tempting the Player (Pos. 1042 Kindle-Edition)

Last but not least gefällt mir super, dass die Protagonistinnen jede auf ihre Art starke Frauen sind. Alle haben sich eine Karriere aufgebaut, sind erfolgreich und lassen sich kein Macho-Gehabe gefallen. Außerdem machen sie immer sehr deutlich, was sie denken, wenn sie (von Männern) unterschätzt werden. Tess aus dem zweiten Band führte einige Zeit einen Blog, in dem sie über die sexistischen und frauenfeindlichen Handlungen ihrer Kollegen berichtet. Regelmäßig widersprechen sie, wenn weibliche Attribute benutzt werden, um etwas als schwach zu beschreiben.

Wenn ihr also eine leichte, aber dennoch ansprechende Lektüre braucht (was bei diesen Temperaturen irgendwie genau richtig ist, zumindest für mich), dann empfehle ich euch diese Reihe. Ihr müsst auch nicht zwangsläufig mit dem ersten Band anfangen – die Bücher sind sehr gut unabhängig voneinander lesbar.


Über Kat Latham:
Latham wurde in Kalifornien geboren und zog nach dem Uni-Abschluss nach Europa. Zunächst unterrichtete sie einige Jahre Englisch in Prag, danach arbeitete sie in London für eine humanitäre Organisation. Sie hat Abschlüsse in Englischer Literatur und Menschenrechte. Sie schreibt Liebesromane, besonders bekannt ist ihre London Legends-Reihe um ein Rugby-Team. Daneben schreibt und editiert sie für gemeinnützige Organisationen.
Zusammen mit ihrem britischen Ehemann und der gemeinsamen Tochter lebt sie in Holland.
Quelle: Kat Lathams Website

4 Gedanken zu &8222;London Legends – Zusammengefasst&8220;

  1. Erst einmal vielen Dank für die Erwähnung. Es ist schön zu lesen, dass ich mit dieser Meinung nicht allein bin. Ich muss sagen, dass mich die Cover alleine sehr abgeschreckt hätten. Aber deine Reihenrezension hat mich doch neugierig gemacht und ich werde mir die ebooks einmal genauer anseheny 🙂 Ganz liebe Grüße

    1. Gerne, du schaffst es immer wieder gut, meine Gedanken in Worte zu fassen ☺
      Mich würden die Cover heute auch sehr abschreckenabschrecken, aber ich hatte wieder eine dieser Phasen, in denen ich was leichtes gebraucht hab, als ich das erste (bzw. dritte) gelesen habe 🙈
      Es freut mich, dass du dir die Bücher mal näher ansehen willst – in meinen Augen sind sie es unbedingt wert, gelesen zu werden 😊

      1. Vielen Dank, das freut mich wirklich sehr. Oft bin ich nach der Veröffentlichung der Beiträge nicht mehr ganz so sicher, ob es wirklich gut genug war. So ein Zuspruch ist wirklich Zucker für die Seele. <3

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