Montagsfrage #4

MontagsfrageHallo ihr Lieben!

Heute habe ich mal wieder Zeit, an der Aktion Montagsfrage von Buchfresserchen teilzunehmen. Die Frage für diese Woche lautet:

Gibt es ein aktuelles „Hype“-Buch, das du ignorierst?

Erstmal ist mir dazu gar nichts eingefallen. Und schlussendlich bin ich auch nur auf die Tribute-Reihe gekommen. Die ist zwar nicht mehr wirklich aktuell, aber irgendwie werden die Bücher und Filme ja immer noch gehypt.
Ich habe nichts dagegen, „Hype“-Bücher zu lesen; lasse aber meistens ein bisschen Zeit verstreichen, bevor ich sie mir kaufe. Ich will mir sicher sein, dass mir die Handlung vom Klappentext her gefällt und ich es nicht nur kaufe, weil es in aller Munde ist.
Da ich kein großer von Dystopien und deswegen bei den Tributen nie in Versuchung geraten.

Ich wünsche euch noch einen guten Start in die Woche,
Celina xx

Der 1. Mord

Der_1_MordDer 1. Mord | James Patterson | Blanvalet | erschienen 2007
ISBN 978-3-442-36919-5 | 8.95€
Leseprobe

Über James Patterson:
Patterson wurde 1949 geboren, studierte Englische Literatur und arbeitete als Werbetexter bei einer großen amerikanischen Werbeagentur. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, für seinen ersten Krimi Die Toten aber wissen gar nichts, einen Verlag zu finden, erschien das Buch 1976. Ab 1992 erschienen die erfolgreichen Alex-Cross-Krimis.
Mittlerweile zählt Patterson zu den internationalen Bestsellerautoren, mit über 100 Millionen verkauften Büchern, die in mehr als 40 Sprachen übersetzt wurden.

Ein junges Pärchen wird in der Hochzeitsnacht brutal ermordet. Lindsay Boxer, der einzige weibliche Detective bei der Mordkommission von San Francisco, bekommt den Fall übertragen – und dazu noch einen neuen Partner, Chris Raleigh. Und auch wenn zwischen den beiden die Funken fliegen, hat Lindsay doch ganz andere Sorgen: alle Beweise, die Pathologin Claire Washburn findet, deuten auf einen Serienmörder hin. Dies bestätigt sich, als weitere „Honeymoon“-Morde begangen werden. Der Durchbruch gelingt, als Lindsay den „Club der Ermittlerinnen“ gründet. Mithilfe ihrer Freundinnen – Journalistin Cindy Thomas, Pathologin Claire Washburn und Staatsanwältin Jill Bernhardt – gelingt Lindsay die Aufklärung des Falls.

Ich liebe dieses Buch! Es ist spannend geschrieben (auch wenn ich es nicht als Thriller bezeichnen würde) und ich fühlte mich unglaublich in die Geschichte „hineingezogen“, da zum größten Teil Lindsay aus der Ich-Perspektive erzählt. Dadurch werden ihre Gefühle im Laufe des Falls noch viel eindringlicher und nachfühlbarer.
Patterson hat mit Lindsay und dem „Club der Ermittlerinnen“ vier sehr sympathische, toughe und liebenswerte Frauen geschaffen. Alle vier haben sich in von Männern dominierten Berufen durchgesetzt und sind zu Meistern ihres Fachs geworden. Trotzdem sind sie sehr unterschiedlich. Das macht in meinen Augen den Reiz des „Clubs“ aus (die englische Version „Women’s Murder Club“ gefällt mir ja um einiges besser) und führt dazu, dass man auch immer mal wieder lachen kann.
Auch der Fall hat mich an einigen Stellen überrascht und am Ende in Tränen ausbrechen lassen – insgesamt also ein rundum gelungenes Buch.

„Wir sind ein Team. Wir werden immer zusammen sein.“
– Cindy Thomas

5Sterne

Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry

Die_unwahrscheinliche_Pilgerreise_des_Harold_FryDie unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry | Rachel Joyce | Krüger | erschienen 2012
ISBN 978-3-8105-1079-2 | 9.99€
Leseprobe

Über Rachel Joyce:
Joyce wurde 1962 in London geboren. Sie studierte Englisch und arbeitete danach als Schauspielerin. Schließlich begann sie, als Hörspielautorin für die BBC zu arbeiten; dafür wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Mit ihrem Debütroman Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry landete sie einen Welterfolg.
Joyce lebt mit ihrem Mann, dem Schauspieler Paul Venables, und ihren vier Kindern in Gloucestershire.

Harold Fry bekommt einen Brief von einer ehemaligen Arbeitskollegin, Queenie Hennessy. Darin teilt sie ihm mit, dass sie an Krebs erkrankt ist und bald sterben wird. Eigentlich will Harold nur die Antwort darauf in den Briefkasten schmeißen, doch dann läuft er am Briefkasten vorbei und immer weiter. So legt er in wenigen Monaten rund tausend Kilometer zurück. Auf seinem Weg trifft er einige Leute: Weggefährten auf Zeit, Helfer, Interessierte. Immer wieder zweifelt er an sich selbst und an seinem Vorhaben. Während seiner Pilgerreise arbeitet er nach und nach seine Vergangenheit auf; insbesondere die Beziehungen zu seiner Frau Maureen, seinem Sohn David und Queenie Hennessy.
Gleichzeitig wird die Geschichte aus der Sicht von Harolds Frau Maureen erzählt. Auch sie entwickelt sich während der Abwesenheit ihres Mannes, und obwohl er pilgert, beschäftigt sie sich mit den gleichen Ängsten und Sorgen in Bezug auf ihre Ehe und den gemeinsamen Sohn.

Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry wurde nach seinem Erscheinen sehr gehypt. Ich wollte das Buch eigentlich schon immer mal lesen und versteh im Nachhinein nicht, warum es so lange auf meiner Wunschliste stand und ich nicht schon viel früher zugegriffen habe.
Es hat ein bisschen gedauert, bis ich mit Harold warm wurde und noch länger, bis ich mich mit Maureen angefreundet hatte. Umso einfacher ist es dagegen, in die Geschichte hineinzukommen. Joyce schreibt flüssig und nachvollziehbar. So wird selbst Harolds verrückte Idee plötzlich etwas absolut verständliches. Ich habe mit Harold und Maureen gelitten und war unglaublich berührt davon, wie die beiden ihre Gefühle füreinander wiederentdecken.
Sehr berührend sind auch die Begegnungen, die Harold auf seiner Reise hat. So führt er oft tiefschürfende Gespräche mit Wildfremden, vertraut ihnen Teile aus seinem Leben an und im Gegensatz tun diese das Selbe. So helfen sie sich gegenseitig. Insbesondere Harold entwickelt sich oft auch anhand solcher Gespräche weiter (ob der Gesprächspartner dies tut, kann man ja nicht wissen).

Insgesamt ist es in meinen Augen eine durchweg gelungene Geschichte, die mir immer mal wieder Tränen in die Augen getrieben hat, mich aber auch zum Lachen gebracht hat.

Er war nicht mehr jemand, der mal schnell zum Briefkasten wollte. Er war unterwegs zu Queenie Hennessy. Er fing noch einmal von vorne an.
– Harold Fry

5Sterne

Stay with me

Stay_with_meStay with Me | J. Lynn | Piper | erschienen 2014
ISBN 978-3492306195 | 8.99€ (kindle-edition)

Über J. Lynn:
J. Lynn ist das Pseudonym von Jennifer L. Armentrout. Sie wurde 1980 in West Virginia geboren; heute lebt sie zusammen mit Ehemann und Hund. Ihr bisher größter Erfolg war die Serie von Romanen, zu der Stay with Me gehört. Davor schrieb sie schon zahlreiche Young-Adult-Fantasy- und Liebesromane, die international erfolgreich waren.

Calla ist 21 und findet am Semesterende heraus, dass ihre Mutter Callas Studiendarlehen verprasst hat und auf ihren Namen Kredite von insgesamt rund hunderttausend Dollar aufgenommen hat. Daher reist Calla in ihre Heimatstadt, die sie seit Jahren nicht mehr besucht hat. In der Bar ihrer Mutter trifft sie den unglaublich gut aussehenden und sexy Barkeeper Jackson „Jax“ James. Dieser macht keinen Hehl aus der Tatsache, dass er sich von Calla angezogen fühlt. So entwickelt sich zwischen den beiden bald eine Beziehung, während Calla aufgrund der Drogenprobleme ihrer Mutter das organisierte Verbrechen im Nacken sitzt. Aber irgendetwas verschweigt Jax ihr …

Stay with me ist das vierte Buch in der Wait for you-Reihe von J. Lynn. Ich hab auch alle anderen Bücher gelesen, aber Calla ist mir ganz besonders ans Herz gewachsen. Sie ist einfach super sympathisch und Jax hat diesen „Den-will-ich-auch-haben“-Flair. Das ist in meinen Augen auch immer ein wichtiger Teil eines guten Liebesromans: Am Ende habe ich mich auch in den männlichen Teil des Paars verliebt.
Ich erwähne gefühlt ja in jedem Beitrag, dass ich unvollkommene Charaktere toll finde. Und von allen weiblichen Hauptpersonen hat Calla das, in meinen Augen, größte Päckchen zu tragen und allgemein auch die heftigste Geschichte – ich meine, wer kann von sich schon behaupten, dass die Mafia hinter ihm her ist?!
Bei Calla habe ich mitgefiebert, ob sie es schafft, über ihren Schatten zu springen und sich selbst sowie Jax anzunehmen und ein „happily ever after“-Ende zustande zubringen 😉

Ich bin von der gesamten Wait for you-Reihe sehr begeistert, aber Stay with me ist einfach das Beste! Für alle Bücher gilt, dass sie flüssig zu lesen sind, ich sie in einem Rutsch verschlungen habe und dass es der Autorin herausragend gelingt, die Gefühle ihrer Protagonistinnen darzustellen und dabei noch humorvoll zu schreiben. Die Entwicklung der Charaktere ist auf sehr berührende und nachvollziehbare Weise dargestellt.

Plötzlich erinnerte ich mich. Ich war angeschossen worden. Jemand hatte tatsächlich mit einer Waffe auf mich geschossen. So richtig. Gott, ich war wirklich vom Pech verfolgt.
– Calla Fritz

5Sterne

Perdita

PerditaPerdita | Paul Domino | amazonpublishing | erschienen 2015
ISBN 9781503948631 | 4.99€

Über Paul Domino:
Domino wurde 1969 in Hildesheim geboren; seit über 15 Jahren unterrichtet er mittlerweile in München Latein und Deutsch an einem Gymnasium. Verheiratet ist er mit einer Italienerin, von ihr hat er eine Tochter. Den Sommer verbringt die Familie bei Dominos Schwiegereltern in der Toskana. Dort entstehen und spielen Dominos Krimis um Capitano Bardi.

Die Deutsche Eva van Laak entdeckt auf einem ihrer Morgenspaziergänge einen leblosen Körper in den Weinbergen. Nachdem sie Capitano Bardi, Leiter der Carabinieri-Wache in San Pietro, informiert hat, inspiziert dieser den Weinberg – aber der Körper ist verschwunden. Kurz darauf werden Bardis Freund Mirri sowie ein Mönch des nahegelegenen Klosters vermisst gemeldet. Gibt es einen Zusammenhang zwischen diesen Vorfällen? Und was hat der Pfarrer von San Pietro mit der Sache zu tun?
Besonders in den Reihen der Kirche stößt Bardi bei seinen Ermittlungen auf eine Mauer des Schweigens.

Mir hat Perdita sehr gut gefallen. Es war wieder ein Krimi ganz nach meinem Geschmack: Wenig „Rumgeballer“ und viel Kopfarbeit.
Manchmal hat mich Bardi sehr an Donna Leons Commissario Brunetti erinnert. Mich persönlich hat das nicht gestört, da ich diese Reihe toll finde. Aber wer Brunetti nicht mag, sollte von Bardi die Finger lassen.
Das Buch liest sich flüssig, einfach sehr entspannt. Ich hab mich gleich in die Toskana versetzt gefühlt. Das Einzige, was ich als störend empfand, waren die Landschaftsbeschreibungen, die zum Teil wirklich ausgeartet sind. Natürlich will ich wissen, wo sich das ganze abspielt. Aber Landschaftsbeschreibungen, die sich über eine halbe Seite hinziehen, ohne für das Fortschreiten der Geschichte relevant zu sein, sind irgendwann nur noch langweilig.
Mit Capitano Bardi und besonders seinem Assistenten Emanuele sind Domino sympathische Charaktere gelungen. Auch die Nebencharaktere werden in ihren Unterschieden und Eigenarten gelungen dargestellt.
Mittlerweile gibt es schon den zweiten Krimi um Capitano Bardi und ich werde mir den bestimmt auch zulegen.

„Versuch, die Vergangenheit zu vergessen. Jetzt fängt ein neues Leben an.“
– Capitano Giulio Bardi

5Sterne

Versprechen der Dunkelheit

Versprechen_der_DunkelheitVersprechen der Dunkelheit | Nalini Singh | Lyx Egmont | erschienen 2015
ISBN 978-3-7363-0061-3 | 3.99€ | nur als E-Book

Über Nalini Singh:
Nalini Singh, geboren 1977 auf den Fidschi-Inseln, wuchs in Neuseeland auf und lebt dort. Sie schreibt Romantic-Fantasy und ist New York Times Bestseller-Autorin.
Quelle: Wikipedia

Versprechen der Dunkelheit ist eine Kurzgeschichte der Gestaltwandlerreihe von Nalini Singh. Den ersten Teil davon habe ich mit Leopardenblut hier auch schon vorgestellt.
Bis zu Versprechen der Dunkelheit sind seitdem ein paar Jahre vergangen. Die Geschichte dreht sich um den Leopardengestaltwandler Bastien Smith, der auch in den vorherigen Bänden immer mal wieder als Nebenfigur aufgetreten ist. Dieser findet in Kirby die ihm vorherbestimmte Gefährtin. Diese lässt sich auch schnell auf ihn ein, verwirrt ihn aber durch ihren Duft. Sie besteht darauf, dass sie ein Mensch ist, aber Bastien hat das Gefühl, dass mehr dahinter steckt.

Bei Leopardenblut war einer meiner Kritikpunkte an der Reihe, dass sich die Frauen alle sehr ähnlich sind. Bei Versprechen der Dunkelheit wurde ich dann positiv überrascht. Kirby ist mir sofort ans Herz gewachsen. Sie ist eine starke Frau, die es sich nicht gefallen lässt, von Bastien „bemuttert“ zu werden. Immer wieder setzt sie sich gegen ihn zur Wehr. Zwar entwickeln sich auch bei diesem Pärchen die Gefühle sehr schnell, aber diesmal kommen diese nicht aus dem Nichts, es gibt auch auf Kirbys Seite eine Erklärung dafür.
Besonders viel Spaß hat mir auch an diesem Buch von Nalini SIngh wieder die Tatsache bereitet, dass sowohl aus Bastiens als auch aus Kirbys Sicht berichtet wird.
Insgesamt ist Versprechen der Dunkelheit eine vergnügliche Kurzgeschichte für mal zwischendurch. Mit knapp 110 Seiten ist sie nicht besonders lang, aber als netter Zeitvertreib absolut empfehlenswert. Allerdings sollte man schon die ein oder andere Gestaltwandler-Geschichte der Autorin gelesen haben, da einiges sonst eher unverständlich bleibt.

„Manche Leute lernen wir zwischen zwei Herzschlägen so genau kennen, als wären wir schon ein Leben lang mit ihnen vertraut.“
– Bastien Smith

5Sterne

Gemeinsam Lesen #4

Gemeinsam_LesenGuten Nachmittag ihr Lieben!

Es ist wieder Dienstag und damit Zeit für die Aktion Gemeinsam Lesen von Schlunzen-Bücher.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Im Augenblick lese ich Wer wir sind von Sabine Friedrich und bin auf Seite 145 von 2015.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
„Heinz ist selbst früher einmal Mitglied der NSDAP gewesen.“

3. Was möchtest du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Bei diesem Buch habe ich noch einen ganzen Batzen vor mir. Es ist ein Roman über den Widerstand im Dritten Reich und ich warte gerade sehnsüchtig darauf, dass der Widerstand endlich losgeht. Im Augenblick befinde ich mich im Jahr 1937 und so langsam entwickelt sich die ganze Geschichte.

4. Wenn ihr das letzte Buch, was ihr gelesen habt, umschreiben könntet, was würdet ihr ändern?
Das letzte von mir gelesene Buch ist Betty und ihre Schwestern. Es war spannend und teilweise wirklich lustig. Das Einzige, was mir nicht gefällt, ist das Frauenbild in der damaligen Zeit. Vermutlich würde ich die Mädchen also ein bisschen moderner machen. Aber auf der anderen Seite gehört das nun mal zu einem Roman, der während des Amerikanischen Bürgerkriegs spielt.

Euch noch einen schönen Tag,
Celina xx

Betty und ihre Schwestern

Betty_und_ihre_SchwesternBetty und ihre Schwestern | Louisa May Alcott | cbj | erschienen 1868
ISBN 978-3-570-22102-0 | 4.95€

Über Louisa May Alcott:
Sie wurde am 29.11.1832 in Pennsylvania als zweite von vier Schwestern geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Wohl aus diesem Grund nahm Alcott zahlreiche Stellen an, so als Gouvernante, denn sie schwor sich, nie arm zu sein. Daneben veröffentlichte sie zahlreiche Bücher (1852 ihr erstes, Flower Fables) und Geschichten, beispielsweise in Zeitschriften. Zunächst wollte ihr Verleger das stark autobiografisch gefärbte Buch Little Women nicht veröffentlichen. Daraufhin ließ Alcott die Kapitel zunächst in ihrer Zeitschrift drucken. Dort wurden die Episoden so gut angenommen, dass ihr Verleger schließlich einknickte. Mit dem Buch gelang ihr der große Durchbruch.
Während ihrer Zeit als Krankenschwester im Sezessionskrieg steckte sie sich mit Typhus an und starb 1888 im Alter von 55 Jahren an einer Quecksilbervergiftung, die Folge der Typhus-Behandlung. Alcott heiratete nie und hatte auch keine Kinder.

Betty und ihre Schwestern spielt in der Zeit des Amerikanischen Bürgerkriegs. Der Vater der vier Mädchen ist als Soldat in den Krieg gezogen. Beschrieben wird das Leben seiner Familie, mit all den kleinen Alltagsproblemen, finanziellen Sorgen und den Rivalitäten unter den Kindern. Langsam entwickeln sich die Mädchen weiter, werden reifer, schließen neue Freundschaften und merken, wie wichtig ihre Familie ihnen ist. So sind sie ein ganzes Stück erwachsener geworden, als ihr Vater von der Front zurückkehrt.

Betty und ihre Schwestern steht schon eine ganze Weile bei mir im Regal und jetzt habe ich es nochmal in einem Rutsch verschlungen. Ich habe selbst drei Schwestern und es war verrückt zu sehen, dass sich in den letzten 150 Jahren einiges geändert hat – zum Glück! – aber die Reibereien, die es bei uns gab/gibt, waren schon damals präsent. Und auch in den Charakterzügen der vier Mädchen habe ich uns immer wieder erkannt. Daneben gibt es noch etwas zum Lachen, wenn Amy, die Jüngste, schwierige Wörter durcheinanderbringt und beispielsweise sagt: „Ich, Amy Curtis March, im Vollbegriff meiner geisternden Fähigkeiten …“.
Alle vier Mädchen durchlaufen im Roman eine Entwicklung, die sehr sympathisch und nachvollziehbar ist. Sie verändern sich nicht einfach von einem Tag auf den anderen und ohne erkennbaren Grund. Stattdessen werden bestimmte Situationen geschildert und anhand des Verhaltens der Mädchen gezeigt, wie sie sich verändert haben. Manchmal gibt es auch einen kleinen Schubs von Seiten der Mutter. Dieses „sich entwickeln“ spielt in Betty und ihre Schwestern eine große Rolle, ist aber dennoch auf angenehme und leichte Weise eingebracht. So wurden die Vier in meinem Kopf lebendig und ich habe richtig mit ihnen gelitten.
Natürlich ist das Frauenbild zu der damaligen Zeit ein ganz anderes gewesen, als heute und dieses gefällt mir nun mal nicht. Daraus kann man aber Louisa May Alcott wirklich keinen Vorwurf machen.
Meiner Meinung nach ist dieses Jugendbuch nicht nur für Jugendliche geeignet, sondern macht auch als Erwachsene(r) noch Spaß zu lesen.

„Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.“
– Betty March

5Sterne

Montagsfrage #3

MontagsfrageHallöchen!

Auch diese Woche hat Buchfresserchen wieder eine Montagsfrage gestellt:

Gab es in letzter Zeit ein Buch, dessen Handlung nicht hielt, was die Inhaltsangabe versprochen hat?

Ich finde das eine ziemlich schwere Frage und letztlich ist mir nur Die letzte Fahrt des legendären Schiffsfrisörs Sigismund Skrik eingefallen. Da war es eher so, dass ich anhand des Klappentexts mit einem Roman über die Auswanderung nach Amerika gerechnet habe. Meine Erwartungen wurden überhaupt nicht erfüllt, daher habe ich auch nur zwei von fünf Sternen vergeben. Schlussendlich ist es schon so, dass der Klappentext das Buch beschreibt, aber bei mir Erwartungen hervorgerufen hat, die nicht erfüllt wurden.

Euch noch einen guten Start in die Woche,
Celina xx

Der Palazzo am See

DSC_0895Der Palazzo am See | Sophia Cronberg | Fischer | erschienen 2015
ISBN 978-3-596-19851-1 | 9.99€

Über Sophia Cronberg:
Cronberg, 1975 im österreichischen Linz geboren, entdeckte früh ihre Liebe zum Schreiben und so war im Alter von 14 Jahren der erste Roman abgeschlossen. Seit einigen Jahren ist sie hauptberuflich Schriftstellerin. Zusammen mit ihrer kleinen Tochter lebt sie in Österreich und Frankfurt am Main.

In Der Palazzo am See bekommt die junge Historikerin Stella den Auftrag, am Comer See eine Familienchronik über eine alte italienische Familie, die di Vairas,  zu schreiben. Bei den Forschungen für die Chronik stößt sie auch auf Tizia, die in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts ihren Mann und Stiefsohn bei einem Bootsausflug verlor – angeblich fielen diese einem Fluch zum Opfer. Seit Jahrhunderten soll dieser auf der Familie lasten, wodurch immer der Erstgeborene in jungen Jahren ums Leben kommt.
Zunächst hat Stella großes Mitleid mit Tizia, doch dann stößt sie auf das Tagebuch von Tizias Zofe und je mehr sie recherchiert, desto verworrener wird die Geschichte.
Gleichzeitig entgeht Stella immer wieder knapp Anschlägen auf sich selbst, muss sich mit mürrischen Bediensteten herumschlagen und lernt Matteo, den Enkel ihrer Auftraggeberin kennen. Zwischen den beiden knistert es von Anfang an heftig, aber Stella muss sich aufgrund der Anschläge fragen, ob sie ihm überhaupt vertrauen kann.

Mir hat Der Palazzo am See sehr gut gefallen. Im Buch werden quasi zwei Geschichten erzählt: einmal Stellas Geschichte in der Gegenwart und zum anderen die Geschichte um Tizia in den 1920ern. Beide Geschichten sind flüssig und spannend geschrieben. Auch wenn das Haptaugenmerk auf der Geschichte der di Vairas liegt, wird auch ein Einblick in das Italien der Zwanziger Jahre gegeben, zum Beispiel mit dem Aufstieg der Faschisten um Mussolini.
Cronberg hat vielschichtige Charaktere geschaffen, die im Laufe des Buches eine Entwicklung durchmachen. Immer wieder ändert sich das Bild über die Personen im Laufe der Geschichte. Besonders gefallen hat mir an den weiblichen Charakteren, dass sie, im positiven wie im negativen Sinne, für das kämpfen, was sie wollen und was sie als richtig erachten.
Enttäuscht hat mich nur die Auflösung der modernen Geschichte um Stella, die ein bisschen  abrupt und, aus meiner Sicht, auf merkwürdige Art kam.
Insgesamt ist es dennoch ein empfehlenswertes Buch, gut geeignet für den Sommer.

Er war sich nicht sicher, bei wem er sich entschuldigte. Bei dem Tamino, der er einst gewesen war, oder bei Tizia, über die er sich in seiner eigenen Rechtschaffenheit so empört hatte, obwohl er nun wusste, wie leicht es war, schuldig zu werden.
– Tamino Sivori

4Sterne