Montagsfrage #3

MontagsfrageHallöchen!

Auch diese Woche hat Buchfresserchen wieder eine Montagsfrage gestellt:

Gab es in letzter Zeit ein Buch, dessen Handlung nicht hielt, was die Inhaltsangabe versprochen hat?

Ich finde das eine ziemlich schwere Frage und letztlich ist mir nur Die letzte Fahrt des legendären Schiffsfrisörs Sigismund Skrik eingefallen. Da war es eher so, dass ich anhand des Klappentexts mit einem Roman über die Auswanderung nach Amerika gerechnet habe. Meine Erwartungen wurden überhaupt nicht erfüllt, daher habe ich auch nur zwei von fünf Sternen vergeben. Schlussendlich ist es schon so, dass der Klappentext das Buch beschreibt, aber bei mir Erwartungen hervorgerufen hat, die nicht erfüllt wurden.

Euch noch einen guten Start in die Woche,
Celina xx

Der Palazzo am See

DSC_0895Der Palazzo am See | Sophia Cronberg | Fischer | erschienen 2015
ISBN 978-3-596-19851-1 | 9.99€

Über Sophia Cronberg:
Cronberg, 1975 im österreichischen Linz geboren, entdeckte früh ihre Liebe zum Schreiben und so war im Alter von 14 Jahren der erste Roman abgeschlossen. Seit einigen Jahren ist sie hauptberuflich Schriftstellerin. Zusammen mit ihrer kleinen Tochter lebt sie in Österreich und Frankfurt am Main.

In Der Palazzo am See bekommt die junge Historikerin Stella den Auftrag, am Comer See eine Familienchronik über eine alte italienische Familie, die di Vairas,  zu schreiben. Bei den Forschungen für die Chronik stößt sie auch auf Tizia, die in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts ihren Mann und Stiefsohn bei einem Bootsausflug verlor – angeblich fielen diese einem Fluch zum Opfer. Seit Jahrhunderten soll dieser auf der Familie lasten, wodurch immer der Erstgeborene in jungen Jahren ums Leben kommt.
Zunächst hat Stella großes Mitleid mit Tizia, doch dann stößt sie auf das Tagebuch von Tizias Zofe und je mehr sie recherchiert, desto verworrener wird die Geschichte.
Gleichzeitig entgeht Stella immer wieder knapp Anschlägen auf sich selbst, muss sich mit mürrischen Bediensteten herumschlagen und lernt Matteo, den Enkel ihrer Auftraggeberin kennen. Zwischen den beiden knistert es von Anfang an heftig, aber Stella muss sich aufgrund der Anschläge fragen, ob sie ihm überhaupt vertrauen kann.

Mir hat Der Palazzo am See sehr gut gefallen. Im Buch werden quasi zwei Geschichten erzählt: einmal Stellas Geschichte in der Gegenwart und zum anderen die Geschichte um Tizia in den 1920ern. Beide Geschichten sind flüssig und spannend geschrieben. Auch wenn das Haptaugenmerk auf der Geschichte der di Vairas liegt, wird auch ein Einblick in das Italien der Zwanziger Jahre gegeben, zum Beispiel mit dem Aufstieg der Faschisten um Mussolini.
Cronberg hat vielschichtige Charaktere geschaffen, die im Laufe des Buches eine Entwicklung durchmachen. Immer wieder ändert sich das Bild über die Personen im Laufe der Geschichte. Besonders gefallen hat mir an den weiblichen Charakteren, dass sie, im positiven wie im negativen Sinne, für das kämpfen, was sie wollen und was sie als richtig erachten.
Enttäuscht hat mich nur die Auflösung der modernen Geschichte um Stella, die ein bisschen  abrupt und, aus meiner Sicht, auf merkwürdige Art kam.
Insgesamt ist es dennoch ein empfehlenswertes Buch, gut geeignet für den Sommer.

Er war sich nicht sicher, bei wem er sich entschuldigte. Bei dem Tamino, der er einst gewesen war, oder bei Tizia, über die er sich in seiner eigenen Rechtschaffenheit so empört hatte, obwohl er nun wusste, wie leicht es war, schuldig zu werden.
– Tamino Sivori

4Sterne

Das Lächeln der Fortuna

Das Lächeln der Fortuna | Rebecca Gablé | Bastei Lübbe | erschienen 1997Das-Lächeln_der_Fortuna
ISBN 978-3-404-13917-0 | 9.99€
Leseprobe

Über Rebecca Gablé:
Rebecaa Gablé (Künstlername von Ingrid Krane-Müschen) wurde 1964 in Nordrhein-Westfalen geboren, machte nach dem Abitur eine Ausbildung zur Bankkauffrau und arbeitete auf einem Stützpunkt der Royal Air Force. Dort wurde ihr Interesse an der englischen Kultur geweckt, sodass sie schließlich Literaturwissenschaft und Mediävistik in den Fächern Anglistik und Germanistik in Düsseldorf studierte.
Der Durchbruch gelang ihr mit Das Lächeln der Fortuna 1997, vorher hatte sie schon zwei Kriminalromane geschrieben. Seitdem ist jeder ihrer historischen Romane in den Bestsellerlisten gelandet.

England 1360: Der 12-jährige Robin läuft aus dem Kloster davon, nachdem sein Vater, der Earl of Waringham, Selbstmord begangen hat und das Gut der Waringhams einen neuen Earl bekommt. Zwischen dessen Sohn Mortimer und Robin, der sich als Pferdeknecht verdingt, entwickelt sich schnell eine tiefe Feindschaft. Schließlich verlässt Robin das Gut zusammen mit seinem taubstummen Freund Leofric. Als Mortimer ihn aufhalten will, besiegt er diesen im Kampf, gibt sich selbst als Earl of Waringham aus und schickt Mortimer ans andere Ende Englands. So führt in sein Weg wieder in die Welt des Adels und an der Seite des Duke of Lancaster kämpft er in zahlreichen Kriegen, bekommt schließlich ein eigenes Lehen zugesprochen – und steht Mortimer, dem rechtmäßigen Earl of Waringham, wieder gegenüber.

Das Buch ist seit 2009 in meinem Besitz und obwohl es ein dicker Schmöker mit über 1000 Seiten ist, habe ich es schon mehrere Male durchgelesen. Bücher, in denen der Aufstieg eines armen Menschen an die Spitze der Gesellschaft beschrieben wird, interessieren mich und zudem ist der Fall und Aufstieg von Robin spannend geschrieben. Gablé hat einen wirklich tollen Auftakt für ihren Ritterepos hingelegt. Die englische Geschichte ermöglicht es, einen spannenden Roman zu schreiben, mit Höhen und Tiefen wie im echten Leben. Zudem hat Gablé sympathische Hauptfiguren geschaffen und durch Robins Lebensweg erfährt man sowohl vom harten Leben der Bauern als auch dem ausschweifenden des Adels im mittelalterlichen England. Verständlich wird dadurch auch, warum Robin kein hochnäsiger Adliger wird, sondern immer ein „Bauernfreund“ bleibt. Trotz dieses eher untypischen Protagonisten, wird die Welt des Mittelalters anschaulich, interessant und ehrlich, eben auch mit den hässlichen Seiten, dargestellt.

„Ich bin Euch sehr dankbar. Für die Wahrheit und vor allem dafür, dass Ihr mich davor bewahrt habt, nur aus Zorn einen Mann zu töten. Ich war im Unrecht. Es tut mir leid.“
– Robin

5Sterne

Ein Vampir für gewisse Stunden

U_8254_LYX_VAMPIR_STUNDEN.IND5Ein Vampir für gewisse Stunden | Lynsay Sands | LYX Egmont | erschienen 2009
ISBN 978-3-8025-8254-7 | 9.95€

Über Lynsay Sands:
Sands wurde in Kanada geboren, studierte Psychologie und schrieb zahlreiche Romane. Am bekanntesten ist die Argeneau-Reihe; diese verschaffte ihr auch den internationalen Durchbruch.

In Ein Vampir für gewisse Stunden wird die Barbesitzerin Leigh Gerard von einem Vampir angefallen und so selbst zum Vampir. Lucian Argeneau rettet sie vor dem sogenannten Abtrünningen, der sie gewandelt hat. In der Folge wacht er, mehr unfreiwillig, über ihre Wandlung und führt sie in das Leben als Vampir ein. Die beiden fühlen sich zueinander hingezogen, aber dann taucht der Abtrünnige wieder auf, um Leigh zurückzuholen.

Lucian taucht auch in den vorherigen Bänden der Argeneau-Reihe immer mal wieder auf – als mürrisches, eigenbrötlerisches und unsympathisches Familienoberhaupt, welches zumindest bei (angeheirateten) Teilen der Familie auch Angst einflößt.
In Ein Vampir für gewisse Stunden bekommt er mit Leigh ein ebenso starrsinnige, aber im Gegensatz zu ihm charmante und liebenswerte, Frau vor die Nase gesetzt.
Nach und nach wird die vielschichtige Persönlichkeit des Lucian Argeneau offenbar; seine jahrtausendealte Einsamkeit und sein Lebensüberdruss. Nach und nach wird er von Leigh aus seiner Reserviertheit gelockt und strengt sich für die Beziehung an, als er merkt, was für ein Schatz ihm mit Leigh in den Schoß gefallen ist.

Ich hatte schon ein paar Bücher von Lynsay Sands gelesen, bevor ich Ein Vampir für gewisse Stunden gekauft habe. Bei den vorherigen Büchern hatte ich schon das Gefühl, dass Sands es schafft, die Grundidee „Vampir/in findet menschlichen Lebensgefährten“ immer wieder interessant zu gestalten. Mit diesem Roman von ihr wurde ich positiv überrascht. Immer mal wieder konnte ich kaum an mich halten vor Lachen. Zwar waren auch die vorherigen Bücher immer mit einer Portion Humor versehen, aber hier hat Sands sich übertroffen. Zum Einen wirkten auf mich die humorvollen Szenen diesmal weniger angestrengt; als müsste sie sich Mühe geben, die Szene zu schreiben. Zum Anderen sind es diesmal nicht peinlich-lustige Missgeschicke, sondern ganz oft kleine Gesten oder ähnliches, die den Humor hervorbringen.
Alles in allem also ein gelungenes Buch zum zwischendurch mal kurz Lesen (das meine ich ganz wörtlich, ich hatte das Buch in anderthalb Stunden gelesen), bei dem man nicht viel nachdenken muss. Einfach eine angenehme, lustige Geschichte für den Sommer, auch wenn es schon etwas älter ist.

„Mag sein, dass er mürrisch und schlecht gelaunt wirkt, trotzdem ist er ein guter Mann.“
– Marguerite Argeneau

5Sterne

Top Ten Thursday #2

Top Ten ThursdayHallo ihr Lieben!

Heute nehme ich wieder an der Aktion Top Ten Thursday von Steffi’s Bücherbloggeria teil. Das Thema diese Woche: 10 Bücher, mit denen du ein besonderes Erlebnis verbindest!

Der_MedicusIn meinem (vermutlich) letzten langen Familienurlaub in Südfrankreich letztes Jahr, habe ich dieses Buch von Freunden geschenkt bekommen (allerdings in der „Buch zum Film“-Version). Ich hab Der Medicus regelrecht verschlungen und obwohl ich das Buch nie mit an den Strand nehmen wollte, da es nicht schmutzig werden sollte, hatte ich am Schluss französischen Sand zwischen den Seiten.

Ein_ganzes_halbes_JahrEin ganzes halbes Jahr hatte mir eine Freundin meiner Mutter gegeben, als wir bei ihr zu Besuch waren. Allerdings hat sie zu mir gesagt, dass sie es mir nicht ausleihen kann, da auch sie es nur geliehen hatte. Also hab ich mich an dem Tag hingesetzt und das Buch gelesen 👍 Ich saß den ganzen Tag mehr oder weniger nur auf der Couch und habe gelesen. Davon mal abgesehen war es das erste Buch, bei dem ich weinen musste.

Der_WanderchirurgMeinen 18. Geburtstag habe ich mit sechs Freundinnen gefeiert. Eine Freundin hat mir Der Wanderchirurg geschenkt, weil sie sich daran erinnert hat, dass ich Monate vorher von Der Medicus geschwärmt hatte. Abends habe ich dann auf der Fahrt ins Kino gleich noch meinen ersten Autounfall gebaut. So ist das immer eine bittersüße Erinnerung. Trotzdem war es ein genialer Tag mit vielen unglaublich durchdachten Geschenken.

Woran_glaube_ichDieses Buch, Woran glaube ich?, ist jetzt nicht mit einem speziellen Ereignis verbunden sondern wird mich eher immer daran erinnern, wie sehr mich meine Familie unterstützt.
Als es auf meine Firmung zuging, wusste ich nicht so recht, ob ich gefirmt werden wollte. Meine Mama hat mir dann dieses Buch gekauft, in dem einfach Menschen erzählen, warum sie an Gott glauben, oder auch nicht, welche Rolle die Religion in ihrem Leben spielt und so weiter. Im Nachhinein war die Firmung vor allem toll, weil man unglaublich nette neue Leute kennengelernt hat. Das Buch war auf jeden Fall toll und ich lese heute noch gerne rein.

Hanni_und_Nanni_1Ich habe die Buchreihe geliebt, als ich jünger war. Diesen ersten Sammelband von Hanni und Nanni hat meine Mama mir geschenkt. Ich war üngefähr neun oder zehn und lag mit Streptokokken im Bett. Es ging mir also, auf gut deutsch gesagt, ziemlich beschissen. Ich lag den Tag über nur in meinem Bett; da ich damals schon eine ziemliche Leseratte war, hat Mama mir das Buch gekauft. Ich hatte zwar zu dem Zeitpunkt schon an die hundert Bücher im Regal stehen. Aber wo andere Frauen trotz vollem Kleiderschrank nichts zum Anziehen haben, hatte ich trotz vollem Regal nichts zum Lesen.

Harry_Potter_FeuerkelchAuch dieses Buch hier ist nicht mit einem speziellen Ereignis verbunden. Es ist das erste Buch, das ich meiner Mama aus dem Regal gestohlen habe und das jetzt bei mir im Regal steht. Ich hab angefangen zu lesen, dann festgestellt, dass das ja der vierte Teil ist, mir alle anderen Bücher gekauft oder schenken lassen und ein Riesenfan von Harry Potter geworden. Ich hab alle Bücher verschlungen und mittlerweile auch 5/7 der englischen Versionen gelesen.

xxxxx_French_Grabesgruen_ATB_FIN.inddGrabesgrün habe ich mir auf dem Maimarkt in Mannheim gekauft. Ich hatte dort einen tollen Tag mit meiner Oma. Natürlich durfte ein Besuch des Buch-Zelts nicht fehlen. Da ich auch nicht an Büchern vorbeilaufen kann ohne am Schluss mindestens eins mit Heim zu nehmen, hielt ich am Schluss Grabesgrün in der Hand.  Die Geschichte konnte mich nicht so ganz überzeugen, aber es steht noch bei mir im Regal. Erstens ist es mit einer schönen Erinnerung verbunden und zweitens werden keine Bücher weggeschmissen 😄

TwilightTwilight ist bei mir mit gleich zwei Erinnerungen verbunden. Zum einen war es das erste englische Buch, das ich freiwillig gelesen habe. Und ich fand es deutlich besser als die deutsche Übersetzung. Also hab ich mir danach immer mal wieder Bücher in der Originalsprache (Englisch 😉) gekauft, wenn ich auf eins gestoßen bin.
Zum anderen ist es mit dem Umzug von mir und meiner Familie nach Heidelberg verbunden. Ich hatte alle Bücher in Kisten gepackt und mir für die letzte Nacht auf der Matratze im alten Heim ein Buch ausgesucht, das ich noch nicht gelesen hatte. Da ist meine Wahl eben auf Twilight gefallen. Am nächsten Morgen hatte ich das Buch im Übrigen durchgelesen 😃

Das-Lächeln_der_FortunaBevor wir nach Heidelberg gezogen sind, habe ich jahrelang in einer Familie babygesittet. Die vier Jungs waren meistens eine echte Herausforderung, aber sie sind mir wirklich ans Herz gewachsen. Zu Weihnachten habe ich von der Mutter Das Lächeln der Fortuna geschenkt bekommen. Mittlerweile habe ich die komplette Waringham-Reihe und Rebecca Gablé zählt zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen.

Ein_Tag_im_Alten_RomEin Tag im Alten Rom habe ich von meinem Opa geschenkt bekommen. Ich hatte ihn zu einer Operation am Auge begleitet. Er durfte in Folge dessen natürlich nicht mehr Auto fahren und wollte meiner Oma die Fahrt mit der Bahn quer durch Stuttgart nicht zumuten. Da die ganze Behandlung doch länger gedauert hat, als er dachte und ich mich über zwei Stunden mit Der Bunten beschäftigen musste, hat er mir sozusagen als „Entschädigung“ dieses Buch gekauft.

Das also sind meine zehn Bücher für diese Woche. Ich fand es schwer, wirklich zehn zusammenzubekommen. Und ich saß ewig dran, weil ich in Erinnerungen geschwelgt habe, wie man so schön sagt 😏
Es hat auf jeden Fall eine ganze Menge Spaß gemacht.

Liebe Grüße,
Celina xx

Lese-Fundstück der Woche #2

LF_der_WocheHallihallo!

Heute nehme ich wieder an der Aktion Lese-Fundstück der Woche von Babs Leben teil.
Das Thema diese Woche: Der erste Satz aus dem Buch, das ich als nächstes lesen werde.

Vermutlich werde ich als nächstes Wer wir sind von Sabine Friedrich lesen.
Buchtitel: Wer wir sind
Autorin: Sabine Friedrich
Link zum Buch: Website über das Buch
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Klapentext:
Rote Kapelle, kommunistische Gruppen, Weiße Rose, Kreisauer Kreis, 20. Juli: So wie hier sind sie uns noch nie begegnet, die Moltkes und die Stauffenberg-Brüder, die Bonhoeffers, Harnacks und Dohnanyis, die
Schulze-Boysens, Schumachers, Coppis und all die anderen vielfältig miteinander verbundenen Männer und Frauen der deutschen Opposition gegen Hitler.
Vor uns entrollt sich ein gewaltiges Panorama: Vom Kaiserreich bis in die Nachkriegszeit spannt sich der Bogen, von den Schlössern Ostelbiens zu den Seen Wisconsins, von Künstlerateliers und Kleingartensiedlungen zu den großbürgerlichen Villen des Berliner Westens, von Londoner Ministerien bis an die Ostfront und in den Schuppen von Plötzensee.
Dabei umkreist der Roman grundsätzliche und zeitübergreifende Fragen nach den Bedingungen menschlicher Existenz, denen keine Generation ausweichen kann.

Zitat:

Was folgt auf das Ende? Was liegt vor dem Anfang?
– Wer wir sind, Seite 9

Mit Maigret an die Côte d’Azur

DSC_0893Mit Maigret an die Côte d’Azur | Georges Simenon | Diogenes | erschienen 2015
ISBN 978-3-257-24345-1 | 10.00€

Über Georges Simenon:
Simenon wurde am 12.02.1903 in Lüttich geboren und starb am 04.09.1989 in Lausanne. Seine bekannteste Figur ist Jules Maigret, über den er 75 Kriminalromane schrieb. Außerdem verfasste er unter seinem Namen über 100 weitere Romane, 150 Erzählungen und, unter verschiedenen Pseudonymen, 200 Groschenromane sowie über 1000 Kurzgeschichten. Simenon ist einer der meistgelesenen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts und zahlreiche Werke von ihm wurden verfilmt.

Mit Maigret an die Côte d’Azur umfasst zwei Krimis mit Kommissar Maigret; zum einen Maigret in der Liberty Bar und Maigret und die verrückte Witwe.
In Maigret in der Liberty Bar wird ein reicher Mann, der mit seiner Geliebten und deren Mutter zusammenlebte, ermordet. Zunächst fällt der Verdacht auf seine Mitbewohnerinnen, doch dann landet Maigret in der Liberty Bar.
Maigret und die verrückte Witwe beginnt damit, dass eine alte Dame Maigret um Hilfe bittet. Sie fühlt sich verfolgt, zudem durchsucht jemand in ihrer Abwesenheit ihre Wohnung. Bevor Maigret die Dame besuchen kann, wird sie jedoch ermordet. Recht schnell konzentrieren sich Maigrets Ermittlungen auf die Nichte der betagten Witwe.
Nur Maigret in der Liberty Bar spielt komplett an der Côte d’Azur, im zweiten Roman reist er im Zuge der Ermittlungen für einen Tag in den Süden Frankreichs.

Zunächst einmal zu Maigret in der Liberty Bar: Von den beiden Krimis in diesem Sammelband, gefällt mir dieser weniger. Immer wieder bemerkt Maigret, dass ihm die Hitze wohl zu Kopf steigt, und so ist die Geschichte auch geschrieben. Ich fand es schwer, seine Gedankensprünge nachzuvollziehen. Das ist einfach eine Sache, die mir nicht gefällt und die mir das Buch ein kleines bisschen verdorben hat.
Davon mal abgesehen ist es ein spannender Roman in der Hinsicht, dass man (oder zumindest ich 😉 ) lange im Dunkeln tappt, wer wohl der Täter sein könnte. Und das überraschende Ende hat mir auch gut gefallen.

„Ich denke, dass William Brown ermordet worden ist.“
– Jules Maigret

Bei Maigret und die verrückte Witwe liegt der Fall schon anders. Hier wird um einiges mehr mit Beweismitteln gearbeitet und nicht nur nach Bauchgefühl gehandelt. Ich konnte der Handlung besser folgen und habe am Ende verstanden, wie er auf den Täter/die Täterin gekommen ist. Diesmal war auch eher gegeben, was Wikipedia über Maigret sagt: „Typisch für die Maigret-Romane ist der Umschlag des anfänglich kriminalistischen Rätsels auf die psychologische Ebene der Erforschung des Motivs“. Dieses „psychologische Dingsbums“ gefällt vermutlich nicht jedem, aber für mich hat das auch einen gewissen Reiz ausgemacht.

„Seit Jahren verusche ich, ihn festzunageln. Leute wie er behalten irgendwie immer Kontakt zur Unterwelt, auch wenn sie ihren Lebenswandel ändern.“
– Marella

5Sterne

Gemeinsam Lesen #3

Gemeinsam_LesenGuten Morgen, ihr Lieben!

Es ist wieder Dienstag und damit Zeit für Gemeinsam Lesen von Schlunzen-Bücher.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?DSC_0893
Ich lese im Augenblick Mit Maigret an die Côte d’Azur und bin auf Seite 56 von 352.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
„Es war die blaue Stunde mit ihrem Zwielicht, wenn die letzten Strahlen der untergehenden Sonne sich wie Nebel in der nahenden Kühle der Nacht auflösen.“

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Ich hab schon das ein oder andere Mal von Maigret gehört und dann vor ein paar Tagen dieses Buch in der Buchhandlung gesehen. Bis jetzt ist es der perfekte Krimi für mich: wenig Blut und dafür viel Hirnarbeit. Aber trotzdem interessant und zum „kaum-aus-der-Hand-legen“.

4. Lest ihr im Urlaub mehr Bücher als in der übrigen Zeit? Und geht ihr am Urlaubsort auch in die öffentliche Bücherei oder einen Buchladen? Und bringt ihr Bücher aus dem Urlaub mit, die ihr dort am Ort gekauft habt?
Ich lese auf jeden Fall mehr Bücher, da ich eher mal die Nacht durchlese und es allgemein mehr Zeit zum Lesen gibt. In einen Buchladen geh ich schon manchmal, aber meistens kaufe ich keine Bücher. Und dementsprechend gibt es keine Bücher, die ich mit heim nehme. Eine Bücherei hab ich im Urlaub noch nie besucht.

Euch allen noch einen schönen Tag,
Celina xx

Liebster Award

Liebster_AwardHallihallo ihr Lieben!

Gestern wurde ich von Mimis Leseecke für den „Liebster Award“ nominiert! Danke schon mal dafür <3 Es hat viel Spaß gemacht, die Fragen zu beantworten.

Dieser Award soll:

  • helfen, kleine Blogs mit weniger als 200 Followern bekannter zu machen
  • die Person verlinken, von welcher man die Nominierung bekommen hat
  • selbst wieder Blogs nominieren und sich 11 Fragen ausdenken, welche diese dann beantworten sollen

1. Ohne Bücher zu leben ist … ziemlich furchtbar! Ich lese bei jeder sich bietenden Gelegenheit und habe eigentlich auch immer ein Buch dabei. AUßerdem brauche ich es unbedingt vor dem Einschlafen, zu lesen – und wenn’s nur fünf Minuten sind!

2. An einem gedruckten Buch finde ich das Gefühl der Seiten am tollsten. Es gibt einfach nichts besseres, als das Gewicht eines Buchs in den Händen zu fühlen.

3. An einem e-book finde ich am schönsten … dass ich schöne Zitate während des Lesens markieren kann (zumindest wenn ich dran denke 😀 )

4. Sind Buchhandlungen für dich ein Ort der Gefahr? – Definitiv! Im Augenblick ist das besonders schlimm, da ich mein Au Pair-Jahr mache und bei meiner Familie hier ein Umzug ins Haus steht. Entweder müsste ich das neue Buch mit umziehen oder wieder nach Deutschland bringen. Ich muss mich also immer zwingen, an den Buchhandlungen vorbeizulaufen.

5. Hast du schon mal zu wenig Schlaf bekommen, wegen zu viel Lesens? – Nicht nur einmal 🙂 Insbesondere wenn ich am nächsten Tag nicht früh raus muss, kommt es schon mal vor, dass ich bis um zwei oder drei Uhr nachts lese.

6. Ganz ehrlich, hast du jemals ein Buch weggeworfen? Wenn ja, welches? – Ich hab über diese Frage lange nachgedacht, und mir ist kein Buch eingefallen. In Heidelberg gibt es diese öffentlichen Bücherregale, wo man seine Bücher reinstellen kann. Also landen schlechte Bücher entweder dort oder verstauben im Bücherregal.

7. Was für Erfahrungen hast du bisher mit Buchtauschbörsen gemacht? – Das ist ziemlich schnell und einfach zu beantworten: Noch gar keine.

8. Wissen deine Freunde, dass du einen Bücherblog betreibst? – Ich mache auf Facebook etc. keine Publicity für meinen Bücherblog. Wissen könnten sie es schon, da einige meinem Au Pair-Blog folgen und ich meinen Bücherblog dort in der Blogroll habe. Davon mal abgesehen, glaube ich nicht, dass meine Freunde sich wirklich dafür interessieren würden.

9. Rezensierst du auch Bücher, die du nicht gut findest? – Ja, da ich zum größten Teil Bücher rezensiere, die ich gerade gelesen habe. Bei Büchern, die ich schon vor längerem gelesen habe, stelle ich dagegen nur die Bücher vor, die meiner Meinung nach empfehlenswert sind.

10. Liest du auch mal Bücher, zu denen du dich zwingen musst? – Meine Schullektüren sind teilweise solche Bücher gewesen 😀 Aber sonst tue ich das eigentlich nicht.

11. Gibt es irgendein Märchen, in dem du gerne eine Rolle spielen würdest? Welche? – Der Hammer wäre natürlich schon, Aschenputtel zu sein 😀 <3 Aber auch Belle aus Die Schöne und das Biest gefällt mir, weil sie sich trotz ihrer Angst nichts vorschreiben lässt!

Ich nominiere:
Schmökerstunde
Corlys Welt
msbears books

Meine Fragen an euch sind:
1. Warum hast du angefangen zu bloggen?
2. Buch oder e-book?
3. Buch oder Hörbuch?
4. Wo liest du am liebsten?
5. Gibt es etwas, was du beim Lesen brauchst (Decke, …)?
6. Wenn du eine Hauptfigur aus einem Buch sein könntest, wer wärst du dann?
7. Wie viele Bücher hast du im Regal stehen?
8. Wer ist dein Lieblingsautor/deine Lieblingsautorin?
9. Was ist das Besondere an deinem Blog?
10. Rezensierst du jedes Buch, das du liest?
11. Tee oder Kaffee?

Viel Spaß beim Beantworten!

Celina xx

In Zeiten des abnehmenden Lichts

In Zeiten des abnehmenden Lichts | Eugen Ruge | rowohlt | erschienen 2011In_Zeiten_des_abnehmenden_Lichts
ISBN 978-3-498-05786-2 | 19.95€

Über Eugen Ruge:
Ruge wurde 1954 in der Sowjetunion geboren, zwei Jahre nach seiner Geburt siedelte die Familie in die DDR über. Dort studierte er Mathematik und arbeitete dann an der Akademie der Wissenschaften der DDR. 1986 begann er seine Tätigkeit als Schriftsteller, Dokumentarfilmer und Drehbuchautor. Zwei Jahre später zog er in die BRD und wirkt seitdem vor allem als Autor für Theater, Film und Radio.
In Zeiten des abnehmenden Lichts ist Ruges Debütroman, 2011 erhielt er dafür den Deutschen Buchpreis.
Quelle: Wikipedia

Der Roman erzählt die Geschichte einer Familie in der DDR, von den 1950er Jahren bis ins 21. Jahrhundert. Er spielt vornehmlich in der DDR, Nebenschauplätze sind aber auch Mexiko und Russland. Vom Aufbau der DDR bis zu ihrem Untergang; mit Vorurteilen gegenüber dem Westen, aber auch dem eigenen Sohn; Misstrauen gegenüber allem und jedem; Auflehnung der jüngeren Generationen und Festhalten der älteren Generationen. Beschrieben werden die Alltagsprobleme der DDRler, der florierende Schwarzmarkt,… Es gibt aber eben auch die Probleme, die uns heute noch plagen: Pubertät, Depressionen, Alkoholismus, anstrengende Schwiegermütter 😉 😀

Auch In Zeiten des abnehmenden Lichts war, wie Die Türme des Februar, eine der SuB-Leichen, die bei mir herumlag. Ich hatte mal angefangen, das Buch zu lesen, aber bin nie fertig geworden. Jetzt hab ich mich da nochmal drangemacht – und war positiv überrascht. Zu Beginn fand ich es schwierig, in die Geschichte hineinzukommen, dazu haben insbesondere die vielen Rückblicke beigetragen. Das Buch spielt zwar zunächst im Jahr 2001, aber nur fünf der zwanzig Kapitel spielen 2001. Der zweite Negativ-Punkt ist, dass die Geschichte manchmal langatmig wird.
Sobald man in die Geschichte gefunden hat, erzählt Ruge einen spannenden Familienepos, mit teils autobiografischen Anwandlungen. Im Allgemeinen profitieren historische Romane meiner Meinung nach von den Überraschungen, die die Geschichte hervorgebracht hat. Auch dieser lebt von Ergebnissen, die so stattgefunden haben oder haben könnten. Daneben gibt es aber auch noch den ein oder anderen Cliffhanger und einige überraschende Wendungen.
Insgesamt also ein sehr spannender Roman über ein interessantes Stück deutscher Geschichte.

„Und wer bestimmt, was die Wahrheit ist?
– Kurt Umnitzer

4Sterne