Rezension – Aprikosenküsse

Hanna ist Foodjournalistin und ganz zufrieden mit ihrem Leben. Doch dann sorgt eine ihrer Restaurantkritiken bei einer alten Dame für einen Herzinfarkt. Und ausgerechnet deren Urne fällt Hanna in die Hände. Hanna, die sich schuldig fühlt, macht sie sich auf den Weg nach Italien, um die Urne zurückzugeben. Doch Giuseppa Camini, die Verstorbene, sorgt auch über den Tod hinaus für Aufregung: Ihr Testament zieht Hanna mitten hinein in eine italienische Familie mit zahlreichen Problemen – und stellt Hannas Gefühlswelt auf den Kopf.

Dieses Buch ist der Inbegriff dessen, was manche Bücher ausmacht: eine Reise in unbekannte Länder und Gegenden. Denn es entführt in ein kleines italienisches Dorf, sodass man das Gefühl bekommt, tatsächlich dort zu sein und Hanna neben sich stehen zu haben.

Hanna ist auch eines der Dinge, die mir am Buch besonders gut gefallen haben. Sie ist nicht immer sympathisch, entspricht nicht wirklich der typischen Liebesroman-Heldin. Zudem fand ich toll, wie sie sich entwickelt. Denn es ist keine 180° Wendung (etwas, das ich immer höchst unrealistisch finde) und noch dazu gut geschrieben. Es läuft nach und nach ab; Claudia Winter zeiht einem keinen Zaunpfahl über den Kopf, um zu verdeutlichen, dass Hanna sich ändert.

Überhaupt ist das Buch insgesamt toll geschrieben. Es ist nicht übermäßig kitschig, bei mir immer ein großer Pluspunkt. Im Gegenteil – die Liebespaare erinnern oftmals eher an zankende, langjährige Ehepaare. Es ist witzig, ich musste immer wieder lachen, Aber es enthält auch ernste Untertöne, hauptsächlich über das Verwirklichen von Träumen aber auch die Widersprüche zwischen dem, was unser Herz will und dem, was der Kopf uns sagt.
Auch die Zufälle, die dieses Buch vorantreiben sind stimmig, auch wenn sie oft sehr abwegig wirken.

Last but not least, ist das Buch auch, vielleicht sogar vor allem, eine Liebeserklärung an die italienische Küche. Am Ende des Buches sind einige Rezepte aufgeführt, deren Beschreibung im Verlauf der Geschichte mir das Wasser im Mund zusammenlaufen ließen.

Aprikosenküsse ist das richtige Buch für alle, die sich wieder einmal in fremde Gefilde träumen wollen und Lust haben, dabei auch die Landesküche ein bisschen besser kennenzulernen.

Weitere Meinungen zum Buch:
Stopfi’s Bücherwelten (3,4/5; „hatte mir […] etwas mehr erhofft“)
Buch-Plaudereien (5/5 Herzen; „adoptiert von einer wunderbaren italienischen Großfamilie“)
Lesestrickeulen (5/5 Eulen; „[e]ine 100% Weiterempfehlung“)

Über Claudia Winter:
Als Tochter von gehörlosen Eltern geboren, brachte ihr Vater Claudia Winter schon früh das Lesen und Schreiben bei. Seitdem liebt sie das Lesen, später begann sie auch damit, eigene Werke zu schreiben. Ihre ersten Romane veröffentlichte sie unter dem Pseudonym Carolin Wunsch als Selfpublisherin. Ebenfalls im Selbstverlag erschien 2014 zum ersten Mal Aprikosenküsse, welches zwei Jahre später in das Programm des Goldmann-Verlags aufgenommen wurde. Es folgten noch zwei weitere Romane und Nummer 3 beim Goldmann-Verlag erschien diesen Monat.
Quelle: Website von Claudia Winter

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Taschenbuch: ISBN 978-3-442-48390-7 | 9,99€
E-Book: ISBN 978-3-641-16606-9 | 8,99€
Hörbuch: ISBN 978-3-8445-1911-2 | 22,95€
416 Seiten | erschienen 2016

Verlagswebseite zum Buch

Bildquellen
Autorin: Website von Claudia Winter
Cover: Goldmann

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