Rezension – Das einfache Leben

In den 60er-Jahren verlassen die Schwestern Adele und Elisabeth den elterlichen Hof, um am Wirtschaftswunder in den Städten teilhaben zu können. 30 Jahre später, in der Mitte ihres Lebens, zieht es sie aus ganz unterschiedlichen Gründen zurück nach Dachsberg im Schwarzwald. Dort war ihr Bruder mit seiner Verpackungsfirma vor Jahren für einen Umweltskandal verantwortlich. Auf dem daraus entstandenen Brachland wollen die Schwestern einen Rosengarten anpflanzen – und so eine Schandtat in etwas Schönes verwandeln.

Vielen Dank an NetGalley.de und den Eisele Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Die besten Bücher sind oft jene, an die man keine hohen Erwartungen hat. Das war für mich zumindest der Fall bei Das einfache Leben. Den Klappentext fand ich ansprechend, aber vorher hatte ich noch nie von dem Buch gehört und war mir nicht so ganz sicher was mich erwartete.

Adele war die Schulter, die Elisabeth manchmal brauchte, wenn Alltagssorgen sie bedrängten, zugleich war Adele der Stachel und die Nervensäge, die das einfache Leben auf dem Berg mit Ärger würzte.
– Elisabeth Kohlbrenner (Kindle-Edition Pos. 1393)

Besonders schön ist Brunntalers Schreibstil. Oft nur mit wenigen Worten schafft sie es, den Schwarzwald zum Leben zu erwecken. Der Leser kann teilhaben am harten Leben der Bauern, bestimmt von der Natur. Kalte Winter oder auch zu wenig Regen machen den Schwestern Sorgen und das Wetter ist manchmal so unvorhersehbar wie das Leben der beiden.

Hinzu kommt, dass die Charaktere unglaublich realistisch sind. Es würde mich nicht überraschen, wenn sich morgen jemand hinstellt und erklärt, dass es die Schwestern und ihre Nachbarn wirklich gibt. Die beiden sind nicht perfekt, ihre Leben haben sich nicht so entwickelt, wie sie es sich erhofft haben und auf den elterlichen Hof kehren beide mit einem ganzen Packen Sorgen zurück. Dennoch versuchen sie das Beste aus ihrer Situation zu machen, wachsen zusammen und pflanzen einen wunderschönen Rosengarten.

Dieses Buch handelt vor allem von der Liebe in all ihren Erscheinungsformen. Es zeigt die Wichtigkeit von Familie – in guten wie in schlechten Tagen – auf. Und es erzählt die Geschichte zweier Frauen, die den Schoß der Familie verlassen, um ein erfülltes Leben zu führen – und dorthin zurückkehren, um ein solches Leben zu führen.
Es ist kein Buch voll übermenschlicher Helden und wilder Leidenschaft. Stattdessen ist es angefüllt mit leisen Tönen und den kleinen, guten Taten, die wir viel öfter begehen sollten.

„Wenn du einen Tag lang glücklich sein willst, schreibe ein Gedicht. Wenn du einen Monat lang glücklich sein willst, verliebe dich. Wenn du aber ein Leben lang glücklich sein willst, pflanze einen Garten.“
– Elisabeth Kohlbrenner (Kindle-Edition Pos. 2266)

Über Marie Brunntaler:
Ähnlich wie die beiden Schwestern aus ihrem Debütroman, wurde Marie Brunntaler im Schwarzwald geboren und verbrachte ihre Kindheit auf einem Bauernhof.
Sie studierte Biologie, engagierte sich für ökologisches Umdenken im Energiebereich und arbeitete als Sachbearbeiterin für Landschaftsplanung in Heidelberg und Bonn.
Mittlerweile lebt sie zusammen mit ihrem Sohn in der Nähe der Schweizer Grenze. Das einfache Leben ist Brunntalers erster Roman.
Quelle: Buch

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Bildquellen:

Cover: Eisele Verlag
Schwarzwaldhütte: Pixabay

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