Rezension – Das Flüstern des Mondfalters

Estelle Thompson lebt Anfang der 30er-Jahre in Kalkutta und leidet unter der Tatsache, dass sie als „Mischling“ weder in der britischen, noch in der indischen Gesellschaft richtig zuhause ist. Daher liebt sie das Kino; dort ist egal, wer sie ist oder wie sie aussieht. Als sich ihr, dank eines Amerikaners mit Verbindungen nach Hollywood, die Chance bietet, selbst zum Filmstar zu werden, ergreift sie die Chance mit beiden Händen. Doch in London und Hollywood wird es umso wichtiger, dass niemand erfährt, woher die gefeierte Merle Oberon, wie sich Estelle fortan nennt, wirklich kommt.

Vielen Dank an NetGalley.de und den Tinte & Feder Verlag für dieses Rezensionsexemplar, das ich im Rahmen der 1. #NetGalleyDEChallenge lesen durfte!

Bei historischen Romanen freue ich mich immer, wenn sie auf einer real existierenden historischen Person beruhen. Zuletzt war das bei Die Schwester des Tänzers so und das Buch habe ich geliebt! Bei Das Flüstern des Mondfalters war mir gar nicht bewusst, dass es die Protagonistin Estelle Thompson, die als Merle Oberon besser bekannt war und ist, tatsächlich gab. Umso begeisterter war ich von dem Buch, als ich es herausgefunden hatte. Denn es ist wunderbar geschrieben und zu wissen, dass es sich tatsächlich so verhielt (zumindest die nachweisbaren Fakten) macht das Ganze für mich nur noch besser.

Merle Oberon 1943
Merle Oberon 1943

Das Buch erzählt die Geschichte von Estelle von ihrer Zeit in Indien als Tochter eines Briten und einer Inderin bis kurz nach ihrer Hochzeit mit dem Produzenten Alexander Korda. Man kann ihre Reise nach Europa und die Beweggründe dafür miterleben, ebenso wie ihren Aufstieg zu einem der großen Stars in Hollywood. Schade fand ich, dass die Geschichte noch während der Flitterwochen Estelles und Alexanders recht abrupt endet. Wenn man sich den Wikipedia-Artikel einmal durchliest, kommen danach doch noch einige interessante Entwicklungen, über die ich gerne gelesen hätte.

Mit Laurence Oliver in Sturmhöhe
Mit Laurence Oliver in Sturmhöhe

Das ist aber auch schon der einzige Minuspunkt. Estelle und ihre Umfeld, insbesondere aber ihre Gefühle und Gedanken, sind so eindringlich beschrieben, dass ich manchmal dachte, direkt in sie hinein zu sehen. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie manche Autorinnen scheinbar mühelos die Vergangenheit zum Leben erwecken. Auch Zeiten oder Gegebenheiten, die mir fremd sind, wirken auf mich, als hätte ich sie miterlebt.
Das gelingt auch Lindsay Ashford mit diesem Buch. Ich habe mich nie besonders für Filme interessiert und für ältere schon gar nicht. Auch die Geschichte und Entwicklung Hollywoods ist mir unbekannt. Aber dank dieses Buches wurde mein Interesse daran geweckt, während ich gleichzeitig das Gefühl bekam, direkt in die Filmwelt der 30er Jahre einzutauchen.

„Ruhm ist etwas, dem du niemals trauen kannst.“
– Alexander Korda (Kindle-Edition Pos. 3569)

Über Lindsay Ashford:
Ashford wuchs in Wolverhampton auf und graduierte als erste Frau überhaupt vom Queen’s College in Cambridge. Ihren Abschluss machte sie in Kriminologie und arbeitete danach in für die BBC. Nachdem sie einige Zeit als freie Journalistin gearbeitet hatte, veröffentlichte sie 2003 ihren Debütroman Frozen um die Rechtspsychologin Megan Rhys. Dem folgten weitere Romane über sie, bevor 2011 ihr erster historischer Roman erschien. Insgesamt hat Lindsay Ashford neun Romane veröffentlicht.
Sie lebt in Wales, an der Küste bei Aberystwyth.
Quelle: Website der Autorin

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Verlagswebseite zum Buch

Taschenbuch: ISBN 978-2-9198-0019-3 | 9,99€
Kindle-Edition: ASIN B077RSP39G | 3,99€
416 Seiten

Wikipedia-Artikel zu Merle Oberon

Bildquelle:

Cover: Amazon
Merle Oberon 1943: Wikipedia; By Studio – eBay, Public Domain
Merle Oberon in Sturmhöhe: Daily Mail
Autorin: Website von Lindsay Ashford

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