Rezension – Die Gentlemen vom Sebastian Club

Im London von 1895 werden bei einer Mordserie Männer aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten gefoltert und ermordet. Die scheinbar zufällige Auswahl der Opfer verleitet die Polizei zu der Annahme, dass es sich um voneinander unabhängige Taten handelt. Diese Ansicht teilen die Ermittler vom Sebastian Club nicht. Dabei handelt es sich um einen Herrenclub, der sich Fällen annimmt, an denen die Polizei scheitert. Und sie finden auch schnell eine Verbindung zwischen den Morden.

Vielen Dank an den Dryas Verlag und NetGalley.de für dieses Rezensionsexemplar!

Das Leben unterlag einem ständigen Wandel. Wenn man nicht auf der Strecke bleiben wollte, musste man mit der Zeit gehen.
– Professor Brown (Kindle-Edition, Pos. 4049)

Ich hatte mich sehr darauf gefreut, mal wieder einen historischen Krimi zu lesen, nachdem ich beim letzten Mal viel Spaß am Buch hatte (zu Das Geheimnis der Madame Yin gibt’s eine Rezension HIER). Zudem lese ich gerne Bücher, die in London spielen, daher war ich entsprechend gespannt auf den Sebastian Club.

Joa, diese Erwartungen wurden ziemlich enttäuscht. Das Buch fängt zwar mit einem Knüller an, danach ging es aber steil bergab.
Der größte Störfaktor für mich war, dass allenthalben Dinge erklärt wurden, die für einen Menschen aus der damaligen Zeit selbstverständlich waren. Das hätte in meinen Augen besser gelöst werden können. Zum einen waren viele der erklärten Worte für die Geschichte vollkommen unnötig; sie hätten entfernt oder durch andere ersetzt werden können. Für die wirklich nötigen wäre ein Glossar angemessener gewesen.
Ich hatte das Gefühl, dass Sophie Oliver vieles nur eingebracht hat, um ganz deutlich zu machen, dass der Krimi im historischen London spielt.

Zwar war der Täter für mich überraschend. Allerdings war die Auflösung des Falls das einzig Unvorhersehbare im Buch. Ansonsten war relativ schnell klar, was passieren wird und dies ist dann auch so eingetreten. Entsprechend langweilig wurde mir die Geschichte zwischenzeitlich. Selbst der Fall konnte mich teilweise nicht fesseln, sodass ich mich regelrecht zwingen musste, die Geschichte weiterzulesen.

Alles in allem also ein Buch, von dem ich mir deutlich mehr erhofft hatte. Hätte ich dafür ein Geld ausgegeben, würde ich mich nun über mich selber ärgern. So ärgere ich mich nur über die Zeit, die ich darauf verschwendet habe.

„Wir sind nicht hier, um uns der Masse anzupassen, sondern um unseren eigenen Platz in der Welt zu finden […].“
– Doktor Wallace Pebsworth (Kindle-Edition, Pos. 1005)

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Taschenbuch: ISBN 978-3-940855-75-6 | 12€
E-Book: ISBN 978-3-941408-99-9 | 7,99€
Verlagswebseite zum Buch


Bildquellen:

Cover: Dryas Verlag

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