Rezension – Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance

Nachdem sowohl Vater als auch Mutter Lucille und ihre kleine Schwester Wren verlassen haben, kümmert sich Lucille um Wren: sie verdient das Geld, bezahlt Rechnungen und sorgt dafür, dass Wren in die Schule geht. Da kommt es Lucille gar nicht gelegen, dass sie sich in Digby verliebt. Erstens hat sie dafür eigentlich gar keine Zeit. Zweitens ist Digby der große Bruder ihrer besten Freundin und die ist davon so gar nicht begeistert. Und drittens hat Digby bereits eine Freundin. Aber was, wenn Digby doch ihre wahre Liebe ist?

Um die Zeit des Erscheinens, schien nahezu jede*r Buchblogger*in, der/m ich folgte, über dieses Buch zu reden. Es war einer der ersten großen Hypes, die ich als Buchbloggerin mitbekommen habe. Und es war auch eines der wenigen gehypten Bücher, die mich tatsächlich interessierten. Es gab auch tatsächlich viele Dinge, die mir gut gefallen haben. Aber vollständig überzeugen konnte es mich nicht.

Mit Lucille fühlte ich mich von Anfang an sehr verbunden. Ich habe drei jüngere Schwestern und ich kann absolut nachvollziehen, wie sich die Geschichte entwickelt. Ich weiß nicht, inwiefern es wirklich realisierbar wäre, aber ich würde sehr viel tun und auf mich nehmen, um in einer vergleichbaren Situation nicht von meinen Schwestern getrennt zu werden.

Auch in die Liebesgeschichte, dieses erste Aufflackern von Hormonen und die weitere Entwicklung, konnte ich mich gut hineinversetzen. Estelle Laure hat einen schönen Schreibstil, bei dem einem quasi nichts anderes übrig bleibt. Allerdings hatte ich oftmals nicht das Gefühl, dass im Buch die Stimme eines Teenagers zu hören ist. Es ist zu reif dafür.

Schön fand ich auch, wie der Zusammenhalt unter Mitmenschen beschrieben wird. Niemand muss Lucille und Wren helfen, aber sehr viele tun es. Allerdings hatte ich aufgrund des Klappentextes etwas anderes erwartet. Ich hatte erwartet, dass der Fokus auf der Liebesgeschichte zwischen Lucille und Digby liegt, aber das tut es nicht. Dieser taucht überraschend selten auf, dennoch ist die sich entwickelnde Nähe zwischen den beiden glaubwürdig.

Auch wenn meine Meinung sich nun vielleicht hauptsächlich sehr positiv anhört, konnte mich Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance nicht wirklich für sich einnehmen. Das zeigt allein schon die Tatsache, dass ich mich beim Schreiben dieser Rezension nicht mehr so recht daran erinnern konnte, was eigentlich im Buch geschah. Auch hier zeigt sich wieder, dass sehr gehypte Bücher mir nur selten gefallen.

„Wenn viele schlimme Dinge passieren, muss vielleicht auch was Gutes passieren.“

Lucille, S. 105

Weitere Meinungen zum Buch:
Ina Little Bakery (5 Törtchen; „ein großartiges, emotionsgeladenes Debüt, in dem man sich von der ersten bis zur letzten Seite, trotz ernster Themen, unglaublich wohlfühlt“)
Isas Bücherregal (3,5/5 Sternen; „das Buch gut gefallen, doch da mir am Ende dann doch etwas gefehlt hab, muss ich ihm leider einen halben Stern abziehen“)
Skyline of Books (4/5 Sternen; „Wer nachdenkliche Geschichten mit einem leisen Hoffnungsschimmer mag, dem wird auch „Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance“ gefallen.“)

Über Estelle Laure:
Lore wurde in Großbritannien in eine große Familie hineingeboren, zog aber im Alter von sechs Jahren in die USA. Dort studierte sie später Kreatives Schreiben. Gaegen das Glück hat das Schicksal keine Chance ist ihr Debütroman.
Sie lebt mit ihren beiden Kindern in New Mexico.
Quelle: Fischer Verlage & Website der Autorin

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Originaltitel: This Raging Light | Übersetzerin: Sophie Zeitz
Taschenbuch: ISBN 978-3-7335-0164-8 | 8,00€
E-Book: ISBN 978-3-7336-0190-4 | 7,99€
272 Seiten | erschienen 2016

Verlagswebseite zum Buch

Website der Autorin

Bildquellen
Cover: Fischerverlag

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