Rezension – Hanover’s Blind

Der Studienabbrecher Adam beschließt, von Cambridge nach Hannover zu ziehen und dort auf eigenen Beinen zu stehen. Dabei steht er sich oft selbst im Weg – insbesondere, als er auf die Idee kommt, seine Sehbehinderung vor seinen Mitmenschen zu verstecken. Dabei will Adam doch nur, was die meisten ganz selbstverständlich haben: einen gleichberechtigten Platz.

Kia Kahawa ist mir auf Twitter öfter mal „über den Weg gelaufen“. Als ich dann das Cover von diesem Buch gesehen habe, war ich echt angetan, denn ich finde es wunderschön. Auch der Klappentext machte mich neugierig, denn ich hatte mit Schrecken festgestellt, dass ich noch kein einziges Buch aus der Sicht eines Behinderten gelesen hatte. Höchste Zeit also!

An Hanover’s Blind gibt es nichts, das mir nicht gefällt. Auf die Entstehung des Buches gesehen, finde ich es gut, dass eine Frau mit der gleichen Krankheit wie Adam das Buch gegengelesen hat. So habe ich das Gefühl, dass die Ereignisse realistisch sind und ich tatsächlich die Sicht eines Behinderten lese und nicht die Sicht einer Autorin ohne Behinderung, die sich etwas aus den Fingern saugt.
Hinzu kommt, dass der Schreibstil dafür gesorgt hat, dass man das Buch super lesen kann und ich hatte es innerhalb anderthalb Stunden gelesen.

Einmal abgesehen davon, dass ich in Zukunft bei der Auswahl meiner Lektüre mehr auf diverse Protagonisten (und AutorInnen) achten werde, zeigt das Buch vor allem, wie blind Sehende manchmal sind. Wir achten viel zu selten auf unsere Umwelt und vor allem behandeln wir Menschen, die nicht „der Norm“ entsprechen oft sehr herablassend.

Das Buch ist ein Plädoyer für zwei Dinge: erstens, sich selbst zu verwirklichen. Und zweitens, bei weitem Wichtiger, dass wir aufmerksamer unserer Umwelt gegenüber sein sollten. Es gibt so viel Schönheit, die wir nicht (mehr) wahrnehmen und viel zu oft sind wir gleichgültig oder, schlimmer, unfreundlich gegenüber unseren Mitmenschen.

Insgesamt kann ich dieses Buch nur empfehlen. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, zudem werden viele wichtige Themen angesprochen.

Die Menschen waren blind. Allesamt.

Adam, S. 143

Weitere Meinungen zum Buch:
KeJas-BlogBuch („[w]undervoll und einnehmend geschrieben“)
Mo und die Macht der Buchstaben (5/5 Bücher; „[e]ine Geschichte, die auch das echte Leben hätte schreiben können“)
A winter story („absolut klare Leseempfehlung“)

Über Kia Kahawa:
Kia Kahawa, deren Pseudonym sich von ihrem richtigen Vornamen Saskia und dem suahelischen Wort für Kaffee herleitet, wurde 1993 geboren. 2016 veröffentlichte sie ihr erstes Buch, Die Krankheitensammlerin, im Selfpublishing. Hauptsächlich schreibt sie Entwicklungsromane, außerdem auch im Bereich Science-Fiction. Zudem fotografiert sie gerne und arbeitet auch als Texterin.
2019 soll ihr nächstes Buch erscheinen.
Quelle: Website von Kia Kahawa

Taschenbuch: ISBN 978-3-7407-3555-5 | 9,99€
173 Seiten | erschienen 2018

Bildquellen
Autorin: LovelyBooks
Cover: Website von Kia Kahawa

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Zustimmung zur Datenspeicherung laut DSGVO