Rezension – Sieben Tage und ein Jahr

Lucie hat sich geschworen, nie wieder in ihr Heimatdorf Strande zurückzukehren. Zu schmerzhaft sind die Erinnerungen daran. Doch als ihre Mutter einen Unfall hat und ihr Bruder sie um Hilfe bittet, macht sie sich schweren Herzens wieder auf den Weg dorthin.
Doch als die Probleme des familieneigenen Campingplatzes offenbar werden, wird aus dem geplanten Kurztrip ein monatelanger Aufenthalt. Und so muss sie sich ihrer Vergangenheit stellen – und dem Mann, der verantwortlich für ihren Schmerz ist. Unerwartete Hilfe erhält sie dabei vom Dorfarzt Sven, der sie auf vielen Ebenen heilt.

Vielen Dank an NetGalley.de und Amazon für dieses Rezensionsexemplar!

Lucie ist wieder einmal ein Charakter, den ich liebe. Sie ist sympathisch, hat aber auch Ecken und Kanten, die aus ihr eine realistischen Protagonistin machen. Denn dadurch trifft sie Entscheidungen, die andere Menschen auch mal vor den Kopf stoßen oder ihr das Leben schwer machen – eben normales menschliches Verhalten.

Insgesamt gilt für das Buch, dass sowohl die Probleme als auch deren Lösungen nicht aus der Luft gegriffen sind. Was Lucie und ihre Familie auf dem Campingplatz und in ihrer Umgebung umtreibt, sind Dinge, über die man auch in Nachrichten oder Dokumentationen liest und hört. Und gemeinsam mit Familie und Freunden finden sich im Buch dafür Lösungen, bei denen ich nicht das Gefühl hatte, dass sie zu abwegig waren, um der Wahrheit zu entsprechen.

Auf Lucies Vergangenheit wird in einem Großteil des Buches nur angespielt. Hauptsächlich dreht es sich um die Gegenwart und aktuelle Probleme.
In meinen Augen hätte Lucies nicht verarbeitetem Trauma mehr Platz eingeräumt werden können. Insbesondere hätte ich gut gefunden, dem Leser nicht nur um die Ohren zu hauen, was genau passiert ist, sondern auch die weitere Entwicklung und Lucies Umgang damit darzustellen.
Carlsons Schreibstil is gerade in diesem Teil des Buches so nüchtern, dass es noch eindringlicher wirkt. Gerade diese Situation hat mich, nachdem ich das Buch beendet hatte, sehr beschäftigt.

Insgesamt war dieses Buch wirklich nicht, was ich erwartet hatte, nämlich locker-leichte Lektüre. Meine Enttäuschung darüber ist nicht besonders groß, denn Sieben Tage und ein Jahr ist ein tolles Buch und ich habe das Ende fast ein wenig bedauert.

Über Elli C. Carlson:
Carlson studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften und arbeitete danach als Dokumentarfilmerin. Dafür reiste sie um die halbe Welt, bis sie beschloss, sich niederzulassen. Daher begann sie als Drehbuchautorin beim Fernsehen zu arbeiten.
Ihr Debütroman All die kleinen Dinge erschien 2016, Sieben Tage und ein Jahr ist ihr vierter Roman.
Quelle: Website der Autorin

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Taschenbuch: ISBN 978-2-91980-3-880 | 7,99€
Kindle-Edition: ASIN B07F2M9JY7 | 2,49€
312 Seiten | erschienen 2018

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Bildquellen
Autorin: Website der Autorin
Cover: Amazon

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