Rezension – Und jetzt auch noch Liebe

Als Emma schwanger wird, trifft sie eine ungewöhnliche Entscheidung: ihr langjähriger Freund, und Vater des Kindes, Ned ist nicht der Richtige, um eine Familie zu gründen, daher beendet sie die Beziehung. Kurz nachdem sie mit ihm Schluss gemacht hat, verliert sie auch noch ihren Job und muss sich auf ihre chaotische Familie verlassen. Und als sie doch den Einen findet, will dieser eine andere heiraten. Dabei hat sie gerade eigentlich überhaupt keinen Kopf, sich um die Liebe zu kümmern – insbesondere, da der Geburtstermin näher und näher rückt.

Vielen Dank an den Aufbau Verlag und NetGalley.de für dieses Rezensionsexemplar!

Bei mir kommt es nur selten vor, dass ich ein Buch aufgrund des Covers lesen möchte. Hier war das aber definitiv der Fall, hinzu kam, dass sich auch der Klappentext super anhörte. Schon seit längerem freue ich mich über Liebesromane, die nicht dem „Standard“-Muster folgen (Frau trifft Mann, sie verliebt sich, irgendwas gibt schief, sie vertragen sich wieder) und das schien hier nicht der Fall zu sein.

In dieser Hinsicht wurden meine Erwartungen nicht enttäuscht. Usus ist nun einmal, dass Beziehungen in Büchern zustandekommen, weil ein gemeinsames Baby unterwegs ist, nicht, dass sie deswegen beendet werden. Emmas Entscheidung, die Beziehung zu Ned zu beenden hat ihr meinen Respekt eingebracht. Ihr ist klar, dass ihr Leben dadurch nicht einfacher wird und sie macht sich die Entscheidung nicht leicht. Letztendlich tut sie, was ihrer Meinung nach das Beste für das Kind ist – und das sollte ausschlaggebend für Eltern sein.

Allgemein war mir Emma sehr schnell sympathisch, da sie ihre Ecken und Kanten hat, weder privat noch beruflich die Dinge nach ihrem Gusto laufen und sie dennoch ihren Humor nicht verliert. Leider änderte sich dies im Lauf des Buches: Emma empfand ich zunehmend als nervig. Ihre Reaktion auf eine Situation, für die letztendlich sie verantwortlich war (nicht die Schwangerschaft selbst, aber die Begleitumstände), bestand in Selbstmitleid – und das konnte ich irgendwann nicht mehr lesen.

Auch die Handlung konnte mich nicht durchgehend überzeugen. Größter Kritikpunkt für mich ist, dass einige Dinge im Buch passieren, die in meinen Augen starken Einfluss auf die Betroffenen haben sollten – aber Emma wächst nicht an den Geschehnissen. Ich hatte das Gefühl, dass die Emma zu Anfang des Buches eins zu eins der Emma am Ende entsprach. Und das ist irgendwie traurig. Sollte nicht gerade eine Schwangerschaft großen Einfluss auf eine Person haben? Mir schien, dass Bennetto nach Lösungen für ihre Plotprobleme gesucht hat – und statt dass die Protagonistin dafür arbeiten muss, ergeben sie sich durch eine andere Person.
Zudem waren teilweise ganze Kapitel eher langweilig und in meinen Augen auch unnötig. Das Buch hätte um einiges kürzer sein können, ohne wirklich an Inhalt zu verlieren.

Wirklich überzeugen konnten mich nur der teils bissige Humor vonseiten aller Personen, sowie der Schreibstil der Autorin. Dieses empfand ich als sehr angenehm und gut zu lesen, sodass ich letztendlich doch durch die Seiten geflogen bin.

Im Etwas-nicht-wahrhaben-Wollen war ich mittlerweile eine echte Spezialistin geworden – und ich war zu dem Schluss kommen [sic!], dass mit dieser Strategie verdammt noch mal nichts zu reißen war. Absolut nichts. Wenn man im Leben etwas echtes erreichen wollte, dann musste man zupacken und machen.
– Emma, Pos. 6994 Kindle Edition

Über Catherine Bennetto:
Bennetto wurde in Neuseeland geboren und ging zum Studium zahlreicher Fächer nach Großbritannien, bevor sie Regieassistentin beim Film wurde. Danach lebte sie mit ihrem Mann und den zwei kleinen Söhnen in zahlreichen Ländern – im Augenblick ist sie in Südafrika anzutreffen.
Und jetzt auch noch Liebe ist ihr Debütroman.
Quelle: Aufbau Verlag

Weitere Meinungen zum Buch:

  • Written between the Lines (3/5 Sterne; „überwiegend sehr schwache Charaktere, aber dennoch eine ganz nette Story“)
  • Lesefreude (3/5 Sterne; „Chaosfamilie trägt das Buch und sorgt immer wieder für Unterhaltung“)
  • Vanessas Bücherecke (4/5 Punkte; „Lockere, kurzweilige Unterhaltung mit reichlich Witz, sympathischen Figuren und natürlich Liebe“)

Bildquelle Cover: Aufbau Verlag
Bildquelle Mutter mit Kind: Pinterest
Bildquelle Autorenbild: Website der Autorin

Ich freue mich über Deinen Kommentar!