Rezension – Mord am Waterberg

Als ihre kleine Schwester Anna ermordet wird, reist Katrin nach Afrika, um deren Körper in die deutsche Heimat zu überführen. Anna arbeitete als Entwicklungshelferin in Namibia, inmitten der Herero, die unter der deutschen Kolonialherrschaft unaussprechliches Leid erfahren haben. Doch kaum in Namibia angekommen, wächst in Katrin die Überzeugung, dass die Polizei den Falschen für den Mord an Anna verhaftet hat. Sie macht sich auf die Suche nach dem wahren Täter und kommt dabei zahlreichen Geheimnissen der Dorfgemeinschaft auf die Spur. Schließlich muss sie sich die Frage stellen, ob die deutsch-namibische Geschichte bis in die Gegenwart Auswirkungen hat, denen ihre Schwester zum Opfer fiel. „Rezension – Mord am Waterberg“ weiterlesen

Rezension – Die Geliebte des Meisterspions

Quelle: LYX
Quelle: LYX

Die Geliebte des Meisterspions | Joanna Bourne | Egmont LYX | erschienen 2012
aus dem Englischen: The Spymaster’s Lady | Übersetzerin: Firouzeh Akhavan-Zandjani
Taschenbuch: ISBN 978-3-8025-8676-7 | 9,99€
E-Book: ISBN 978-3-8025-8915-7 | 8,99€
Leseprobe

Der britische Meisterspion Robert Grey reist nach Frankreich, um die berüchtigte Spionin Annique Villiers aufzuspüren. Durch einen Zufall landen beide in derselben Gefängniszelle und müssen zusammenarbeiten, um sich zu befreien. Robert glaubt, dass Annique wertvolle Informationen über Napoleons geplanten Angriff auf England besitzt. Er will sie deshalb nach London bringen. Doch Annique gelingt es ein ums andere Mal, sich ihm zu entziehen. Und Robert muss schon bald feststellen, dass die schöne Französin tiefere Gefühle in ihm weckt.
Quelle: Verlagswebsite

Dieses Buch konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen. Das größte Problem waren eindeutig die beiden Hauptpersonen. Mit ihnen bin ich einfach durchgehend über die 435 Seiten nicht warm geworden. Im Klappentext und den ersten paar Kapiteln erschien Annique, das Füchschen, mir wie eine starke, unabhängige Frau. Doch dann wird sie plötzlich zu einem kleinen Mäuschen, das ständig einen Mann – natürlich nur Robert! – zum Anlehnen braucht. Zudem war sie mir durchgehend nicht sympathisch. Meistens empfand ich ihr Verhalten nur als unlogisch und nicht sehr freundlich.
Auch Robert reagiert mal so und mal so und ich wusste nie so genau, woran ich jetzt bin. Zu Beginn des Buches hasst er Annique, aber das erledigt sich irgendwann und warum, weiß ich auch am Ende des Buches nicht so genau. Davon einmal abgesehen kam er meiner Vorstellung eines erfolgreichen Spions um einiges näher als Annique.
Das Verhältnis zwischen den beiden war mir ein Rätsel. Als besonders störend empfand ich, dass Annique zwar schon von Kindesbeinen an im Dienst des französischen Geheimdienstes steht, ihre Mutter zeitweise ein Bordell betrieb, sie zugegebenermaßen die Männer gerne verführt um an Informationen zu kommen, aber dennoch Jungfrau ist. Warum müssen die Frauen in den Liebesromanen denn immer Jungfrauen sein? Warum können sie nicht eine Reihe von Liebhabern gehabt haben und ihre Männer verführen, statt andersherum? Und, vielleicht bin ich in diesem Punkt etwas übersensibel, aber besonders die erste Sexszene zwischen den beiden kam mir über weite Längen als nicht einvernehmlich vor. So ging es immer weiter und teilweise habe ich wirklich nur den Kopf geschüttelt über das, was sich zwischen den beiden abspielt.
Auch die Handlung selbst war in meinen Augen bestenfalls überladen, meistens aber verworren und verwirrend. Es wirkte, als wollte die Autorin unbedingt lange über ihr zwei Helden berichten und musste deswegen immer wieder einen neuen Plottwist einführen. Diese waren aber erstens teilweise sehr vorhersehbar und es kam zweitens viel zu oft zu solchen „Überraschungen“, sodass diese dann nicht mehr überraschend waren.

Ich gebe diesem Buch zwei Sterne, da ich sowohl die Grundidee als auch einige Entwicklungen im Buch sehr gut fand, die Geschichte aber mit zunehmender Dauer immer mehr nachgelassen hat und auch die Charaktere mich nicht voll überzeugen konnten.

2Sterne

Rezension – King

king_er_wird_dich_besitzenKing – Er wird dich besitzen | T. M. Frazier | LYX | erschienen 2016
aus dem Amerikanischen: King | Übersetzerin: Anja Mehrmann
E-Book: ISBN 978-3-7363-0405-5 | 6,99€
Leseprobe

Doe braucht dringend ein Dach über dem Kopf und etwas zu essen. Seitdem sie ohne Erinnerungen an ihr Leben in einem Krankenhaus aufgewacht ist, mangelt es ständig an beidem. Die einzige Chance, die sie sieht, ist eine Party beim einflussreichsten Motorcycle-Club der Gegend. Dort läuft sie Brantley King über den Weg. King ist gerade aus dem Gefängnis entlassen worden und der gefährlichste Mann im ganzen Haufen. Trotz seiner zunächst ablehnenden Haltung wird er zu ihrem Beschützer und Liebhaber. Doch irgendwann wird ihre Vergangenheit eine Rolle spielen und King hat auch ohne sie einen Haufen Probleme.

Nach dem Lesen der Leseprobe hatte ich mich sehr auf dieses Buch gefreut, schien es doch wie ein echtes Bad Boy-Buch. King erschien mir, als würde er nicht zum absoluten Softie werden, weil er sich verliebt.
Tatsächlich bietet dieses Buch so ziemlich alles, was es Schlechtes gibt: Drogen, Prostitution, Vergewaltigung, Mord und die Liste ließe sich noch ein Stück fortsetzen. Langweilig wird es auf jeden Fall nicht, ganz im Gegenteil. Mir war es stellenweise ehrlich gesagt zu viel. Es sind zu viele Ereignisse in zu kurzer Zeit geschehen.
Hinzu kam, dass sich King in meinen Augen zu schnell wandelt. Zu Beginn ist er ein gefährlicher, aufbrausender Ex-Knacki, aber gegenüber Doe verhält er sich sehr schnell sehr freundlich. Und auch das war wieder zu viel – die Veränderung in King ging einfach zu schnell vonstatten.
Zudem wurde ich mit Doe einfach nicht warm. Sie ist mir zu sprunghaft. Einerseits verstehe ich durchaus, dass es sehr verstörend ist, nicht zu wissen, wer man ist. Aber einige Handlungen begründet sie mit ihrem Gedächtnisverlust und bringt dabei eine Argumentationskette auf, die im Großteil des Buches keine Rolle spielt, nicht einmal erwähnt wird.
Auch der Schluss hat mich enttäuscht. Mir ist klar, dass die Autorin die Neugier auf Band 2 wecken will, aber in meinen Augen haben viele Dinge zum Ende nicht zusammengepasst. King entspricht nicht dem King, den man im Rest des Buches kennengelernt hat und auch Does Geschichte hat in meinen Augen keinen Sinn ergeben.
Es gibt aber durchaus auch positives zu berichten. Zum einen fand ich einige der Nebenpersonen richtig cool ausgearbeitet. Kings bester Freund Preppy beispielsweise. Der ist eine Nummer für sich und ihm vereinigen sich auf sehr glaubwürdige Weise ein Krimineller ohne Skrupel und ein Klassenkasper. Er ist witzig und gut drauf, außer man legt sich mit ihm oder King an. Hinzu kommen koksende Großmütter und alte Damen, die ihren Wintergarten dem Koksanbau zur Verfügung stellen.
Gut gefallen hat mir auch, dass tatsächlich schlimme Dinge passieren. In vielen anderen Büchern taucht der Protagonist wie ein dunkler Held auf, um seine Angebetete aus den Fängen des Bösen zu befreien. Doe muss die schrecklichen Erfahrungen wiklich machen. Allerdings verhält sie sich selbst nach furchtbaren Erlebnissen wie einer versuchten Vergewaltigung, als wäre nichts passiert. Entweder diese Frau hat Nerven so dick wie Litfaßsäulen oder bei der Recherche zu diesem Buch ist etwas schiefgelaufen.

Vom Grundsatz her hat King viele vielversprechende Elemente, die es zu einem richtig guten und spannenden Buch hätten machen können. Allerdings lief für mein Befinden vieles nicht ganz rund und letztlich konnten mich auch die Hauptpersonen nicht überzeugen.

„Liebe ist das, was man einem anderen Menschen zuliebe tut, nicht das, was man normalerweise tun würde.“
– Grace (52% Kindle Edition)

2SterneKaufen kann man das Buch beim Verlag oder auf bücher.de (erscheint am 3.11.2016)


Vielen Dank an Vorablesen.de und den LYX Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Rezension – Im Schatten der Bräutigamseiche

Im_Schatten_der_BräutigamseicheIm Schatten der Bräutigamseiche | Petra Pfänder | MIRA Taschenbuch | erschienen 2016
Taschenbuch: ISBN 9783956495748 | 9.99€
E-Book: ISBN 9783956495595 | 9.99€
Leseprobe

Als ihre Großmutter stirbt, kehrt Johanna in ihre Heimat, nach Eutin, zurück. Dort stellt sie nicht nur fest, dass das Haus ihr Familie verfallen ist, sondern auch, dass ihre Großmutter offenbar ein Familiengeheimnis hütete. Denn aus dem Astloch in der alten Bräutigamseiche zieht sie einen alten Brief, der auf eine Tragödie in Johannas Familie hindeutet.

Nachdem ich vor kurzem einen echten Glücksgriff gelandet habe mit Als unsere Herzen fliegen lernten, dass ebenfalls ein Stück weit einen 08/15-Plot als Grundlage hatte und von Briefen aus der Vergangenheit handelt, habe ich mich sehr auf Im Schatten der Bräutigamseiche gefreut. Nicht nur, dass ich die Idee mit der Bräutigamseiche sehr romantisch finde, ich hatte auch ein bisschen die Hoffnung, mehr über die deutsche Vergangenheit zu lernen.
Insgesamt bin ich also mit recht hohen Erwartungen an diese Geschichte herangegangen – und wurde enttäuscht.
Es fängt damit an, dass dieses Buch sehr, sehr vorhersehbar ist. Es gab keine überraschenden Wendungen, keine kleinen Wunder. Daneben gab es auch keinerlei originelle Personen oder schlagfertige Gespräche.
Besonders mit den Personen bin ich nicht warm geworden. Sie sind wandelnde Klischees. Es ist ja schön und gut, einen klischeehaften Charakter einzubauen, aber wenn das Buch nur so vor solchen Charakteren wimmelt, dann macht das keinen Spaß mehr. Für mich ein Problem war, dass dies auch auf Protagonistin Johanna zutrifft, die mir nicht sympathisch wurde. Ich fand ihr Verhalten komplett irrational. Sie hatte keine Ahnung, was sie eigentlich will. Besonders auf ihre Gefühle bezogen ist mir das sehr auf die Nerven gegangen, denn sie zieht sich wirklich haarsträubende Argumente herbei, warum es mit einer Beziehung nicht funktionieren sollte. Die Probleme, die in diesem Buch aufkommen, wirkten auf mich sehr gezwungen.
Auch das Ende war mir viel zu schnell und viel zu einfach. Das trifft besonders auf das Rätsel aus der Vergangenheit zu, weitet sich aber auch auf die „Gegenwart“ aus, sodass ich nach dem Epilog dasaß und dachte: „Das war’s schon?!“
Gut gefallen haben mir die Landschaftsbeschreibungen. Denn diese ufern nicht zu sehr aus, schaffen es aber, die Atmosphäre schön darzustellen und haben die Landschaft vor meinen Augen erstehen lassen. Auch Johannas Gefühle in Bezug auf den Tod ihrer Großmutter waren meiner Meinung nach schön dargestellt und hier konnte ich mich sehr gut in sie einfühlen – was mir später leider nicht mehr gelungen ist.

Dieses Buch ist ein wandelndes Klischee mit einem enttäuschenden Schluss und Protagonisten, mit denen ich nicht warm wurde. Überzeugen konnte mich nur die Umgebung und wie sie beschrieben wurde.

Manche Dinge verloren nicht an Bedeutung, ganz gleich, wie viel Zeit verstrich.
– Johanna Petersen (92%, Kindle-Edition)

2SterneKaufen kann man das Buch beispielsweise bei buchhandel.de oder buecher.de


Vielen Dank an NetGalley und HarperCollins für dieses Rezensionsexemplar!

Dark Nights

Dark_NightsDark Nights | Christine Feehan | Piatkus | erschienen 2012
ISBN 978-0-7499-5846-6 | £7.99

Über Christine Feehan:
Feehan wurde in Kalifornien geboren und wuchs mit 13 Geschwistern auf; ihre Schwestern wurden ihre ersten Leser. 1999 erschien ihr erstes Buch Dark Prince (dt.: Mein dunkler Prinz), das auf Anhieb mehrere Preise für Romantik-Bücher gewann. Seitdem hat sie mehrere Dutzend Bücher und Novellen geschrieben, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden.
Sie ist verheiratet, das Paar hat 11 Kinder.
Quelle: Wikipedia

Dark Nights umfasst zwei Novellen über die Carpathians: Dark Descent und Dark Dream.
In Dark Descent wird die Leibwächterin Joie Sanders wie magisch von den Karpaten angezogen und macht sich mit ihren Geschwistern auf den Weg dorthin. In einer Höhle findet sie den Carpathian Traian, der in ihr seine Seelengefährtin* erkennt. Doch bevor die beiden sich mit dieser Tatsache auseinandersetzen können, müssen sie vor einer Horde Vampire flüchten …
Die Heldin aus Dark Dream, Sara Marten, versucht in einer Gasse einem Fremden das Leben vor einer Bande Straßenräuber zu retten. Doch als dieser sich die Straßenräuber vom Hals schafft, glaubt sie in ihm ein Monster zu erkennen, das ihre Familie getötet hat und sein über einem Jahrzehnt Jagd auf sie macht. Falcon jedoch, den sie zu retten versuchte, erkennt, dass sie seine Seelengefährtin* ist. Doch kurz nachdem Sara die Tatsache, dass er kein widerwärtiges Monster ist,  akzeptiert hat, muss sie in die Karpaten flüchten, um den wahren Monster zu entkommen …

Von Christine Feehan habe ich bereits einmal ein Buch aus der Leopard-Serie gelesen und das hat mich im Großen und Ganzen sehr angesprochen. Daher habe ich mich gefreut, diesen bekannten Namen in der örtlichen Bücherei zu sehen.
Allerdings hat mir diese kleine Kollektion deutlich weniger gefallen. Kitsch hatte ich erwartet, aber ganz bestimmt nicht in solchen Mengen. In den Sexszenen schmilzt ständig jemand dahin oder explodiert. Gar nicht schön und hat mir auch nicht gefallen.
Mit den Charakteren ging es weiter: an und für sich sind alle Hauptpersonen (mal abgesehen von den Vampiren) sehr sympathisch. Allerdings waren mir insbesondere die Frauen eindeutig zu makellos: sie sehen wunderschön aus, sind selbstlos und haben gefühlt noch keinerlei schwerwiegende Fehler begangen. Außerdem sollte man meinen, dass die Ermordung der eigenen Familie, wie in Saras Fall, ein Kind traumatisiert. Es wird auch immer mal wieder angesprochen, ändert aber nichts daran, dass sie sich ihm an den Hals wirft und sofort gewillt ist, ihr ganzes Leben für ihn auf den Kopf zu stellen.
Das ist übrigens eine Tatsache, die mich an beiden Frauen gestört hat: dass der Mann nur erklären muss, was eine Seelengefährtin* ist und man sich dann NATÜRLICH sofort und ohne jeden Zweifel für ein Leben mit ihm entscheidet – und dafür, sich mal eben kurz in eine Unsterbliche verwandeln zu lassen. Risiken? Wen interessieren die schon?! Klar entscheiden sich auch in anderen Liebesromanen (und im wahren Leben) Menschen dafür, sein Leben mit jemand anderem zu teilen. Aber mir ging es in diesem Buch eindeutig zu schnell. Ein ähnliches Thema gibt es auch in Nalini Singhs Gestaltwandler-Romanen. Aber dennoch entscheiden die Hauptpersonen sich nicht einfach so und aus heiterem Himmel dafür, sich dem Anderen hinzugeben.
Positiv bleibt aber zu erwähnen, dass Feehan starke Frauen geschaffen hat, die wissen, wie man kämpft und sich nicht bevormunden lassen. Sie sind mir zu makellos und, was die Beziehung angeht, zu voreilig, aber sie lassen sich auch nicht von den Männern, die ihnen Jahrtausende an Erfahrung voraushaben, bemuttern.

Mich konnte das Buch nicht begeistern und ich werde mir in Zukunft keine Bücher über die Carpathians von Feehan besorgen. Allerdings werde ich Feehans Bücher nicht komplett „verbannen“, denn, wie gesagt, eines ihrer Leoparden-Bücher konnte mich bereits überzeugen.

2Sterne


* Ich habe das Buch auf Englisch gelesen und weiß nicht, was die offizielle deutsche Übersetzung in Feehans Büchern für „Soulmate“ ist. Daher habe ich mich hier für „Seelengefährten“ entschieden.

Der kleine Lord

Der_kleine_LordDer kleine Lord | Frances Hodgson Burnett | erschienen erstmals 1886
Urheberrechtsfreie Ausgabe | 4.95€ (Taschenbuch)/0.00€ (Kindle-Edition)

Über Frances Hodgson Burnett:
Burnett wurde 1849 in Manchester als Frances Eliza Hodgson geboren. Nach dem Tod ihres Vaters, ein Goldschmied, wanderte die Familie in die USA aus. Dort begann Burnett für amerikanische Zeitungen zu schreiben. 1873 heiratete sie Dr. Swan Burnett, mit dem sie zwei Söhne hatte. Fünf Jahre später erschien ihr erstes Buch Our Neighbour Opposite (dt.: Unser Nachbar von drüben. Der Griesgram und andere Erzählungen), dem bis 1922 zahlreiche weitere Bücher folgen sollten. 1898 ließ Burnett sich von ihrem Mann scheiden und heiratete 1900 Stephen Townsend, der aber bereits zwei Jahre darauf starb. Burnett lebte von da an in Lond Island und auf Bermuda und starb 1924 kurz vor ihrem 75. Geburtstag in New York.
Bekannt ist sie heute vor allem für ihre Kinderbücher: Der kleine Lord, Eine kleine Prinzessin und Der geheime Garten.
Quelle: Wikipedia

Überraschend erfährt der achtjährige Cedrik Errol, der zusammen mit seiner Mutter in New York lebt, dass er der Enkel eines englischen Grafen ist und zusammen mit seiner Mutter nach England ziehen soll, um in das Leben als Lord und später Graf eingeführt zu werden. In England angekommen sieht er sich einem griesgrämigen alten Mann gegenüber, der sich aber durch die Freundlichkeit, Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft seines Enkels bald öffnet.

Es gibt vermutlich wenige, die den Weihnachtsfilm Der kleine Lord nicht kennen – und ich zähle mich eindeutig zu denen, die ihn kennen und lieben! Ich finde es im Film toll gespielt, wie der kleine Lord Fauntleroy langsam das harte Herz seines Großvaters erweicht.
Das E-Book ist daher direkt auf meinem Kindle gelandet und hat dennoch ein gutes halbes Jahr warten müssen, bevor es endlich gelesen wurde. Mit nur 173 Kindle-Seiten ist es nicht besonders lang, aber es ging mir schon nach den ersten zwei Kapiteln furchtbar auf die Nerven. Hiermit habe ich ein Buch gelesen, bei dem die Verfilmung um Längen besser ist, als das literarische Vorbild!
Cedrik wird quasi auf jeder Seite „Seine kleine Herrlichkeit“ genannt und erobert natürlich die Herzen aller im Sturm. Das ist ja auch alles schön und gut, aber wie sehr Burnett dies ständig betont, ist lächerlich. Ganze Seiten werden mit Lobeshymnen auf den Jungen gefüllt – ohne dass dabei inhaltlich etwas Neues herauskommt. Überhaupt scheint hiermit der erste kleine Junge in der Geschichte der Menschheit aufgetaucht zu sein, der absolut keine Fehler hat. Er liebt seine Mutter und sagt ihr das ständig, lehnt sich nie gegen sie auf und macht sowieso immer was man ihm sagt. Das fand ich in höchstem Maße unrealistisch. Auch dass er sich von jetzt auf gleich von seinen Freunden verabschieden muss und einfach mal auf einen anderen Kontinent umsiedelt, scheint keinerlei Auswirkungen zu haben.
Gefallen hat mir im Gegensatz dazu Mrs Errol, Cedrics Mutter. Sie erschien mir schon ein bisschen realistischer im Umgang mit ihrem Sohn, auch wenn bei ihr ebenfalls keinerlei Fehler auftauchen. Sie verhält sich einfach im Großen und Ganzen vernünftig und bringt ihrem Sohn eine Art von Erziehung entgegen, die auch heute Anklang finden würde.

Insgesamt hat mich dieses Buch enttäuscht. Ich hatte etwas anderes erwartet, da ich den Film kannte, und die ständige Lobhudelei auf den unfehlbaren kleinen Lord ist mir schnell auf die Nerven gegangen. Das Buch werde ich mir nicht noch einmal antun, aber ich freue mich jetzt schon darauf, den Film um Weihnachten wieder zu sehen!

„Sein Herz ist voller Liebe!“
– Mrs Errol

2Sterne

Rettung der Highlanderin

Rettung_der_HighlanderinRettung der Highlanderin | Laurin Wittig | AmazonCrossing | erschienen 2013
ISBN 978-1477805251 | 0,99€ (Kindle-Edition)/9.99€ (Taschenbuch)
Leseprobe

Über Laurin Wittig:
Wittig war im Alter von zehn Jahren zum ersten Mal bei einer schottischen Clan-Zusammenkunft dabei, wenn auch in den USA. Seitdem ist sie fasziniert von Schottland. Sie studierte allerdings zunächst Anthropologie und später International Health, danach arbeitete sie einige Jahre in der Computerindustrie. Ihr erstes Buch schrieb sie nachdem sie ihre Karriere aufgegeben hatte, um für ihre Kinder zu sorgen, der sofort ein großer Erfolg in Amerika wurde.
Sie lebt mit ihrem Mann, den beiden Kindern und einem Hund im US-Bundesstaat Virginia.
Quelle: Website der Autorin

Der Schotte Tayg Munro kehrt als Held aus dem Kampf gegen die Engländer heim. Doch bevor er die Nachfolge seines Vaters als Chief antreten kann, soll er heiraten. Um den Heiratsplänen seiner Mutter zu entgehen, meldet er sich freiwillig für eine Mission für den König. Doch durch diese wird er nicht nur in Intrigen gegen den König verstrickt, sondern auch in eine ungewollte Leidenschaft, als er eine fast bewusstlose Schönheit in der schottischen Kälte findet.

Um mit meiner Challenge Märchenhaft durch 2016 voranzukommen, habe ich mir dieses Buch ausgeliehen (außerdem muss man ja sein Kindle Unlimited ausnutzen 😉 ) Allerdings muss ich sagen, dass dies eines der Kindle Unlimited Bücher ist, die mir weniger gefallen. Dafür gibt es einige Gründe.
Zum einen wurde ich mit der weiblichen Hauptperson Catriona überhaupt nicht warm. Von Anfang an fand ich ihre Handlungen unschlüssig (davon weicht nur die Tatsache ab, dass sie keine arrangierte Ehe eingehen will) und oft einfach nur nervig. Ihre Einstellung gegenüber dem Leben im Allgemeinen und Männern im Besonderen war oft unerträglich und das hat sich im Laufe der Geschichte nicht gebessert. Auch ihr Verhalten gegenüber Tayg war merkwürdig. In der einen Minute hasst sie ihn und in der nächsten wirft sie sich ihm an den Hals.
Tayg hat mir da schon besser gefallen. Bei ihm entwickeln sich die Gefühle im Laufe der Geschichte und besonders sympathisch war er mir darin, dass er seine Reisegefährtin zu Beginn mindestens genauso wenig leiden kann wie der Leser.
Auch an der Handlung haben mir zwei Punkte nicht gefallen. Zum einen fand ich es oft historisch recht ungenau. Ich habe gegenüber historischen Liebesromanen niedrige Erwartungen was die historische Authentizität angeht; aber hier war es schon nahezu lachhaft, wie unglaubwürdig ich es fand. In meinen Augen ist es fast unangemessen „historisch“ zu diesem Buch zu sagen. Weniger sachlich ist die Tatsache, dass die Handlung unglaublich kitschig war. Bücher sollten in meinen Augen nicht zum Fremdschämen kitschig sein – doch das ist der Autorin hier gut gelungen.

Zwei Sterne dafür, dass Tayg die ganze Geschichte doch gerettet hat und mir außerdem die Darstellung der raubeinigen Schotten gut gefallen hat. Auch die zotigen Witze, die hin und wieder unter den Männern gerissen wurden, haben mich zum Lachen gebracht.

2Sterne