Rezension – Und jetzt auch noch Liebe

Als Emma schwanger wird, trifft sie eine ungewöhnliche Entscheidung: ihr langjähriger Freund, und Vater des Kindes, Ned ist nicht der Richtige, um eine Familie zu gründen, daher beendet sie die Beziehung. Kurz nachdem sie mit ihm Schluss gemacht hat, verliert sie auch noch ihren Job und muss sich auf ihre chaotische Familie verlassen. Und als sie doch den Einen findet, will dieser eine andere heiraten. Dabei hat sie gerade eigentlich überhaupt keinen Kopf, sich um die Liebe zu kümmern – insbesondere, da der Geburtstermin näher und näher rückt.

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Rezension – Berlin Beirut

Mahmoud kommt aus Beirut. Vor dem Bürgerkrieg in seinem Heimatland ist er 1977 in die DDR geflohen und wird von dort in den Westen geschleust.
Am Bahnhof Friedrichstraße wartet die 20jährige Maria auf ihn, um eben dies zu veranlassen. Ihr Onkel Albert, von den libanesischen Flüchtlingen Ali genannt, organisiert das Einschleusen. Wer seine Schulden nicht bezahlen kann, muss diese in seiner Diskothek abarbeiten – oder Autos in den Nahen Osten überführen.
Als Maria Mahmoud auf einem dieser Autokonvois begleitet, lernt sie seine Familie und den Bürgerkrieg kennen – und verliebt sich in ihn. Als sie schwanger wird, heiraten die beiden. Doch dann verstrickt sich Mahmoud in Deals, aus denen es keinen Ausweg zu geben scheint … „Rezension – Berlin Beirut“ weiterlesen

Rezension – Verführung zum Lesen

Quelle: Amazon
Quelle: Amazon

Verführung zum Lesen | Uwe Naumann (Hrsg.) | Rowohlt | erschienen 2003
ISBN 3498046829 | neu für 20,50€ bei Amazon

In diesem Buch berichten 52 bekannte Personen, welche Bücher ihr Leben beeinflusst und geprägt haben. Teils sehr philosophisch, teils über mehrere Seiten, manchmal nur ganz kurz, wird überall eine Hommage an Bücher und das Lesen geliefert.

Es gibt gottlob viele Bücher, nicht nur eines, und der Leser ist frei.
– Wolfgang Schmidbauer (S. 189)

Zunächst muss ich sagen, dass mir ein großer Teil der Prominenten kein Begriff war. Den ein oder anderen kannte ich natürlich, oder ich hatte zumindest schon davon gehört – z.B. Smudo, Hardy Krüger, Felicitas Hoppe, … Aber das Gros der „Erzähler“ war mir unbekannt.
Das ist für mich auch der große Makel an diesem Buch. Ich finde solche Anekdoten, Erzählungen und kleine Einblicke in das Leben anderer um einiges interessanter und spannender, wenn ich die Personen wirklich einordnen kann, ein Bild vor Augen habe. Das hat mir bei vielen der kurzen Berichte – denn das sind es letztendlich – gefehlt; ich wusste nicht, wer dahinter steht. Am Ende des Buches gibt es zu jedem Autor eine Kurzbiographie, aber ich empfand die zum größten Teil als nichtssagend.
Zudem fand ich es ein bisschen störend, wenn die einzelnen Person sich ewig ausgelassen haben – aber über kein Buch geredet haben. Ich hab mir dieses Buch doch nicht ausgeliehen, um über die Relevanz des Lesens zu lesen, sondern um über Bücher zu lesen.
Letztendlich gab es aber sehr viele interessante Berichte. Teilweise schreiben die Autoren über ein einzelnes Buch, viele schränken sich aber nicht auf ein Buch ein, sondern berichten über mehrere Bücher, die sie beeinflusst haben. Davon einmal abgesehen sind die Texte sehr unterschiedlich. Einige sind sehr philosophisch, andere eher nüchtern  und die Texte sind so verschieden wie die Autoren.
Besonders spannend fand ich, wie unterschiedlich die Gründe, ein und dasselbe Buch zu lieben, sein können. Die Buddenbrooks beispielsweise kommen mehrmals vor, aber diese haben auf ganz verschiedene Art die Menschen beeinflusst.
Einige der Autoren haben noch den Zweiten Weltkrieg, teilweise sehr deutlich, miterlebt und gerade hierbei sind die Bücher oft eine Flucht aus der Gegenwart gewesen. Besonders lesenswert, definitiv eine meiner liebsten „Geschichten“, wenn nicht gar die Liebste aus diesem Buch, ist von SAID. Es geht um verbotene Literatur, wenn auch nicht im Dritten Reich, sondern im Iran der 60er Jahre. Mir hat diese Geschichte am Eindrücklichsten gezeigt, wie glücklich ich mich schätzen kann. Ich muss nicht befürchten, ins Gefängnis zu wandern, nur weil ich ein bestimmtes Buch lesen will und habe ohne große Probleme Zugriff auf jedes Buch, das ich lesen möchte.

Insgesamt bietet dieses Buch zwar viele spannende Berichte, aber ich würde mir das Buch nicht kaufen, da ich einige doch eher als langatmig empfand und mir zudem viele Personen kein Begriff sind. Wenn ihr aber einmal in einer Bücherei darüber stolpert, kann ich es durchaus empfehlen.

Wir werden, was wir lesen.
– Helmut Krausser (S. 127)

3SterneÜber Uwe Naumann:
Naumann wurde 1951 in Hamburg geboren und studierte Germanistik und Soziologie. Nach der Promotion begann er 1985 bei Rowohlt zu arbeiten. Vor seinem Ruhestand 2016 war er dort unter anderem Programmleiter Sachbuch und Koordinator E-Book. Sein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf Klaus und Erika Mann sowie Heinar Kipphardt, deren Werke er betreute.
Quelle: Buch, Wikipedia

Rezension – Rockin‘ Midnight #3

Rockin_Midnight3Rockin‘ Midnight – Flaming Heat | Stefanie D. Murphy | Selbstverlag | erschienen 2016
Taschenbuch: ISBN 978-1536890440 | 9.90€
Leseprobe

Die Reporterin Sabrina kann ihr Glück kaum fassen, dass sie die Band Cursed Tears für ein Jahr begleiten darf. Schnell stellt sie fest, dass es doch ein Problem geben könnte, denn zwischen ihr und Drummer Derek fliegen die Funken. Dennoch traut sich keiner der beiden, ihre Gefühle zuzugeben. Sabrina hat immer noch nicht wirklich mit ihrer Vergangenheit abgeschlossen und Derek kann seine Schüchternheit nicht überwinden. Doch wofür hat man schon Freunde …?

In einem kleinen Anfall von Liebesgeschichten-Hunger habe ich mir dieses Buch zugelegt. Obwohl es Band 3 der Reihe ist, kann man es problemlos lesen, ohne die vorherigen Teile zu kennen.
So ganz überzeugen konnte es mich aber nicht. Das wohl größte Problem war, dass mir die Charaktere nicht gefallen haben. Dereks und Sabrinas Verhalten fand ich im besten Falle irritierend, größtenteils aber eher unverständlich. Bei Derek hat mich auch sehr gestört, dass es im Buch – und Klappentext – ständig heißt, er wäre furchtbar schüchtern – aber mir kam er so gar nicht schüchtern vor.
Auch die Probleme, die ihrer Beziehung im Wege stehen – oder Dinge, aus denen sie ein Problem machen – erschienen mir sehr aus den Fingern gezogen. Das man sich Gedanken über die Beziehung macht, ist selbstverständlich. Aber wie diese Gedanken aufgeblasen werden und plötzlich zum Problem werden ohne guten Grund, das war nicht mehr lustig.
Auch wurde meiner Meinung nach zu wenig auf die Umwelt eingegangen. Obwohl Cursed Tears anscheinend eine international erfolgreiche Band sind, scheinen Paparazzi überhaupt kein Problem zu sein und von Fans werden die Jungs auch nicht belagert. Sabrina macht sich ebenfalls keinerlei Gedanken über die Tatsache, dass sie von nun an im Rampenlicht stehen wird.
Toll fand ich aber zwei Dinge. Zum einen waren die Nebenpersonen richtig gut, besonders Tommy und Tess haben es mir angetan. Es hat Spaß gemacht über sie zu lesen und sie haben mir besser gefallen als Sabrina und Derek. Zum anderen gab es insbesondere im Zusammenspiel mit den Nebenpersonen immer wieder lustige Szenen und Wortgefechte.

Dieses Buch hätte eine wirklich schöne Lektüre für zwischendurch sein können, aber die Protagonisten waren leider so gar nicht mein Fall. Dafür haben die Dialoge immer mal wieder für Lacher gesorgt haben.

Ist es nicht erstaunlich, wie schnell man mit seiner Vergangenheit abschließen kann, wenn man nur die richtige Person an seiner Seite hat?
– Sabrina (47% Kindle Edition)

3Sterne

Über Stefanie D. Murphy:
Murphy ist eine deutsche Autorin von New Adult-Romanen, in denen aber auch gerne mal Fantasy, Mystery und andere Genres vorkommen dürfen.
Quelle: Twitter

Kaufen kann man das Buch auf Amazon

Rezension – Trommelfeuer

TrommelfeuerTrommelfeuer | Sabine Fischer | LYX | erschienen 2016
E-Book: ISBN 978-3-7363-0374-4 | 6.99€

Als die Schlagzeugerin Tessa erfährt, dass die bekannteste deutsche Band Four Lives vorübergehend einen Drummer benötigt, erkennt sie dies sofort als einmalige Chancen. Zum einen kann sie mehr Erfahrung für die eigene aufsteigende Band sammeln, zum anderen wäre sie ihre finanziellen Sorgen schlagartig los. Nur einer scheint ein Problem mit der Neubesetzung am Schlagzeug zu haben: Bassist Richie und sie geraten ständig aneinander. Als sie das Problem aus der Welt schaffen will, findet sie sich plötzlich in seinen Armen wieder und diese eine Nacht wird ihr Leben verändern.

Nachdem ich vor kurzem das neue Rockstar-Buch von Nalini Singh verschlungen – und geliebt – habe, hat mich Trommelfeuer sehr angesprochen. Zum einen hat mir gefallen, dass es sich um eine deutsche Band dreht, denn man bekommt nahezu das Gefühl, englischsprachig sein zu müssen, um das gr0ße Glück zu finden. Zumindest scheint es mir, dass die meisten Liebesgeschichten im englischsprachigen Raum spielen. Zum anderen fand ich es toll, dass diesmal beiden aus dem gleichen „Fach“ kommen. Ich kann keinen konkreten Grund nennen, aber dies hat mir zugesagt. Leider konnte das Buch meine Erwartungen nicht erfüllen.
Ein großes Problem stellt die Tatsache dar, dass ich weder mit Tessa noch Richie warm wurde. Ich empfand beide als ziemlich irrational und auch mit ihrer Beziehung ging es mir zu schnell voran. Während sie sich im einen Moment noch anzicken und gar nicht ausstehen können, knutschen sie im nächsten Moment rum und sind gleich darauf zusammen – wo kam das her? Auch viele andere ihrer Handlungen und Reaktionen schienen mir übertrieben. Das war insbesondere bei Tessa der Fall, welche ich als sehr ichbezogen wahrgenommen habe. Gestört hat mich hierbei auch, dass ihr Umfeld ständig sagt, dass sie so unglaublich stark wäre, ich es so aber nicht empfunden habe.
Zudem wurde ein, in meinen Augen, sehr wichtiger Teil ihrer Gefühlswelt gegen Ende des Buches herausgelassen. Dabei dachte ich, dass man diesen Punkt wohl schlecht ignorieren kann – aber in diesem Buch konnte man das.
Dafür gibt es einige Nebenpersonen, welche ich im Laufe des Buches liebgewonnen habe. Besonders Tessas beste Freundin hat es mir echt angetan. Sie war mir unglaublich sympathisch, nicht nur, wie sie mit Tessa umgeht, sondern auch ihre ganzen Lebensumstände.
Was bei mir auf jeden Fall Pluspunkte gesammelt hat, war die Danksagung. In dieser Form habe ich die „Dankesrede“ noch nie gelesen, eine wirklich lustige Idee.
An und für sich muss man sagen, dass sich das Buch gut lesen lässt. Die Irrationalität hat sich in erster Linie auf die Beziehung zwischen Tessa und Richie beschränkt, den Rest der Geschichte habe ich als glaubwürdig und realistisch empfunden. Solange sich die Handlung auf andere Dinge als besagte Beziehung beschränkte, habe ich das Buch gerne gelesen.

„Als Musikerin brauchst du dich nicht zu verstecken.“
– Cleo (11% Kindle Edition)

3SterneÜber Sabine Fischer:
Fischer war Zeit ihres Lebens begeisterte Seglerin und hatte im Ijsselmeer die Idee zu ihrem Debütroman, Sommerblues. Obwohl sie von Kindesbeinen an auch Bücher verschlang, kam der Wunsch, eines selber zu schreiben, erst recht spät, im Jahre 2010. Neben den beiden ersten Bänder der Four Lives-Trilogie, der dritte ist auch schon mehr als eine bloße Idee, hat sich auch mehrere Kurzgeschichten geschrieben.
Die Autorin lebt in Mönchengladbach.
Quelle: Website von Sabine Fischer

Four Lives-Trilogie:
1. Sommerblues
2. Trommelfeuer

Kaufen kann man das Buch bei buecher.de


Vielen Dank an NetGalley und den LYX Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Rezension – Das Geheimnis der Signora

Das_Geheimnis_der_SignoraDas Geheimnis der Signora | Marco Vichi | Bastei Entertainment | erscheint am 22.8.2016
aus dem Italienischen: Il Commissario Bordelli
diese Ausgabe ist nur als E-Book verfügbar: ISBN 978-3-7325-3791-4 | 5,99€

Als Commissario Casini mitten in der Nacht einen Anruf bekommt, herrscht in den Straßen von Florenz noch immer eine drückende Hitze – und eine Signora wurde tot in ihrer Villa aufgefunden. Ihren Tod begleiten einige mysteriöse Umstände, sodass Casini zu ermitteln beginnt.

Ich bin ein großer Liebhaber von Cosy Crime-Büchern und nach einem solchen hat sich dieses Buch angehört. Zudem gefallen mir die Bücher mit Commissario Brunetti sehr gut, daher konnte ich der Möglichkeit, einen weiteren italienischen Kommissar für mich zu entdecken, nicht widerstehen.
Mal abgesehen von seiner Liebe zu gutem Essen und gutem Wein unterscheidet sich Commissario Casini zwar grundlegend von Brunetti, sympathisch war er mir dennoch. Er ist ein mürrischer Brummbär, der sehr unter der sommerlichen Hitze leidet und allerlei, für einen Polizisten, merkwürdige Freunde um sich schart und auch mit 53 noch von der großen Liebe träumt. In Sicht ist diese allerdings nicht. Dafür verfügt er über eine Herzensgüte, die er besonders im Umgang mit eben jenen merkwürdigen Freunden unter der Beweis stellt.
Obwohl mir die wichtigste Person also schon einmal sympathisch war, konnte ich mich nicht wirklich für dieses Buch erwärmen. Ein Großteil des Buches dreht sich gar nicht um den Fall, sondern handelt von Casinis Freunden und seiner Zeit als Soldat während des Zweiten Weltkriegs. Obwohl ich dafür grundsätzlich immer offen bin, da ich mich für den Zweiten Weltkrieg interessiere, war es mir doch zu viel. Letztendlich sollte es hier um die ermordete Signora und weniger um Casinis Vergangenheit gehen. Dass noch in jedem zweiten Satz die rekordverdächtige Hitze, die über der Stadt liegt, erwähnt wird, macht die Sache nicht besser.
Außerdem hatte ich oft das Gefühl, dass mir der Autor unbedingt einhämmern wollte, dass Casini eine bestimmte Charaktereigenschaft hat. Dies hatte nichts mehr von Anzeigen und Andeuten, sondern die Subtilität einer Keule, die man über den Kopf gezogen bekommt. So gab es einige Anekdoten, die man meiner Meinung nach gut hätte herauslassen können, um sich stattdessen auf den Fall zu konzentrieren.
Ermittelt wurde auch eher wenig, stattdessen gab es Abendessen mit Freunden und lange Absätze über seine Gedanken, die sich aber in erster Linie um die unmenschliche Hitze drehten. Bei mir hat sich entsprechend wenig Spannung eingestellt.
Sowieso waren die „Ermittlungen“ eher ein Witz, denn von Anfang an beschränken sich die diese auf einen winzig kleinen Personenkreis, auf den die Haushälterin der Signora darauf aufmerksam macht. In andere Richtungen ermitteln, kommt keinem der Beteiligten in den Sinn.

Dieses Buch war mir eindeutig zu cosy. Ermittelt wurde wenig, die meisten Gedanken drehen sich um die Hitze. Positiv bleibt nur der Commissario in Erinnerung, sowie ein Einblick in das Italien der 60er Jahre.

„Wer etwas Schlechtes tut, der tut nicht nur etwas Schlechtes, sondern leitet es auch weiter.“
– Dante Pedretti, (83% Kindle-Edition)

3SterneMehr Informationen, auch zum Kauf, gibt es bei Bastei Entertainment


Vielen Dank an NetGalley und Bastei Entertainment für dieses Rezensionsexemplar!

Black Coffee – Kurz gefasst

Quelle: HarperCollins
Quelle: HarperCollins

Black Coffee | Agatha Christie; Romanisierung: Charles Osborne | Harper Collins | erstmals erschienen 1998
ISBN 978-0-00-651137-3| £7.99

Über Agatha Christie:
Agatha Christie wurde 1890 im britischen Torquay geboren und starb 1976 in Wallingford. Sie ist weltweit als die Queen of Crime bekannt und wird in den Verkaufszahlen ihrer Bücher nur von der Bibel und Shakespeare übertrumpft. Insgesamt schrieb Christie mehr als 60 Kriminalromane; daneben sind aber auch einige Kurzgeschichten und Bühnenstücke entstanden. Ihre berühmtesten Figuren sind Hercule Poirot und Miss Marple.
Quelle: Wikipedia

Sir Claud Amory’s revolutionary new formula for a powerful explosive is stolen. Locking his house-guests in the library, Sir Claud switches off the lights to allow the thief to replace the formula, no questions asked. When the lights come on, he is dead, and Hercule Poirot and Captain Hastings have to unravel a tangle of family feuds, old flames and suspicious foreigners to find the killer and prevent a global catastrophe.
Quelle: HarperCollins

Agatha Christie schrieb ursprünglich ein Theaterstück mit dem Namen Black Coffee, das erst deutlich später von Osborne in Romanform gebracht wurde. Leider merkt man dies dem Buch zu oft an. Zum einen lässt es die Spannung missen, die ich aus anderen Agatha Christie-Büchern kenne. Obwohl hier keine wilden Verfolgungsjagden stattfinden, fiebert man mit: man möchte nun einmal unbedingt wissen, wer denn nun der Täter ist – und lässt sich dabei regelmäßig von Christie an der Nase herumführen. Es macht einfach einen Reiz der Bücher aus und dieser ging hier leider verloren. Es ist von Anfang einfach zu offensichtlich, wie dieses Buch enden wird.
Zum anderen konnte ich Poirot in diesem Buch nicht wirklich wiedererkennen. Zwar trägt er noch immer sein überragendes Selbstbewusstsein zur Schau und legt noch genauso viel Wert auf Ordnung. Allerdings erschien er mir hier um einiges hochnäsiger und versnobter, als das normalerweise der Fall ist. Zudem hat er sich auch die ein oder andere Verhaltensweise angeeignet, die vorher nie vorkam und mich gestört hat.
Natürlich kommt trotzdem regelmäßig durch, dass dieses Buch auf Agatha Christies Einfällen beruht. Der Hergang dieses Falls ist ziemlich genial und auch, wie er letztendlich aufgelöst wird, hat mir gefallen.

3Sterne

Die kleinen Momente – Kurz gefasst

Quelle: Forever
Quelle: Forever

Die kleinen Momente | Miriam Steyer | Forever | erschienen 2015
ISBN 978-3-95818-046-8 | 2.99€
Leseprobe

Über Miriam Steyer:
Miriam Steyer wurde im Jahr 2000 geboren und lebt in Heppenheim, wo sie das Gymnasium besucht. Die kleinen Momente ist ihr erster Roman. Solange sie mehr Ideen hat, möchte sie weiterschreiben, da es ihr so viel Freude bereitet.
Quelle: Die kleinen Momente

Eines Tages fällt Henri Dupont in dem kleinen Pariser Fotogeschäft “Les petits moments” – “Die kleinen Momente” ein Foto in die Hände, das im Automaten vergessen wurde. Er verliebt sich sofort in die hübsche Frau mit den dunklen Haaren und dem bezaubernden Lächeln. Henri behält das Foto und macht sich mithilfe von Freunden, Nachbarn und Fremden quer durch Paris auf die Suche nach der schönen Unbekannten. Und wie durch ein Wunder findet er sie – doch ist da vielleicht schon alles zu spät?

Bei NetGalley bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden – insbesondere auf den Klappentext, der mich sehr angesprochen hat. Daher habe ich ehrlich gesagt wenig auf den Bravo Girl!-Aufdruck geachtet, der auf dem Cover zu sehen ist. Allerdings kann man sich anhand dessen fast schon denken, was einen erwartet und bekommt, in diesem Fall, auch ganz genau, was man erwartet.
Die Idee finde ich super. Allerdings merkt man während des Lesens eigentlich immer, dass dieses Buch ein Debüt ist und zudem von einem recht jungen Menschen stammt. Rechtschreibfehler gab es zwar keine, aber die Sprache war recht einfach gehalten. Außerdem ging es mir teilweise zu schnell und wurde auch ein wenig zu kitschig. Dieses kleine Büchlein ist einfach sehr vorhersehbar und wird, meiner Meinung nach, zu stark von Zufällen bestimmt.
Man hätte aus der ursprünglichen Idee so viel mehr machen können und ich hatte auch einiges mehr erwartet – selbst dann noch, als ich endlich auf den Bravo Girl!-Aufdruck geachtet habe. So wurden meine Erwartungen enttäuscht. Zugute halten muss man dem Buch allerdings, dass es mich dennoch für ein paar Stunden unterhalten hat und mit kleinen Schätzen aufwarten konnte, wenn es um Paris in der Weihnachtszeit ging.

3Sterne


Vielen Dank an NetGalley.de und Forever für das Bereitstellen dieses Rezensionsexemplars!

Prinzessin wider Willen

Quelle: Brendow Verlag
Quelle: Brendow Verlag

Prinzessin wider Willen | Rachel Hauck | Brendow | erschienen 2015
ISBN 978-3-86506-732-6 | 14,95€

Über Rachel Hauck:
Hauck wurde 1960 in den USA geboren. Sie hat Journalismus in Ohio studiert und arbeitet seit 2004 als Vollzeit-Autorin. Mit ihrem Buch Vier Frauen und ein Hochzeitskleid erreichte sie Platz 2 der New York Times Bestseller Liste. Neben dem Schreiben ist sie auch ein riesiger Football-Fan.
Rachel Hauck lebt in Florida.
Quelle: Amazon, Website der Autorin

Regina Boswick hat sich einen Traum erfüllt, ihren Job als Wirtschaftsprüferin gekündigt und restauriert zusammen mit Freunden Autos. Doch eines Tages steht ein gutaussehender Fremder vor ihr, der ihr ganzes Leben durcheinanderwirbelt. Tanner Burkhardt ist angereist, um ihr mitzuteilen, dass sie Thronerbin des Herzogtums Hessenburg ist. Für Tanner ist die Aufgabe, die er übertragen bekommen hat, unglaublich wichtig. Denn davon, Regina zu überzeugen, die Thronfolge anzutreten, hängt nicht nur seine Karriere, sondern die Zukunft seiner Heimat ab.

Als ich den Klappentext zu diesem Buch gelesen habe, dachte ich, so etwas wie den Film Plötzlich Prinzessin mit Anne Hathaway erwarten zu dürfen – lustig, ein bisschen aufmüpfig und eine leichte Lektüre. Letztendlich hat sich keines dieser Dinge wirklich bewahrheitet.
Das Buch ist eine Mischung aus wahren Geschehnissen, wie beispielsweise der Erste Weltkrieg, und Erfundenem, zu dem auch das europäische Herzogtum Hessenburg und dessen Geschichte gehören. In großen Teilen ist es der Autorin sehr gut gelungen, Phantasie und Realität logisch zu verknüpfen. Teilweise hatte ich aber das Gefühl, dass Dinge noch nicht ausgereift waren.
Die Probleme gingen damit weiter, dass ich mit den Personen nie ganz warm wurde. Das war für mich merkwürdig, da mir Regina an und für sich recht sympathisch war. Für sie gesprochen hat schon einmal die Tatsache, dass sich nicht einfach in dieses Abenteuer begibt. Sie denkt über ihre Entscheidung nach, was schon erstaunlich war, schließlich winkt der Traum eines jeden Mädchens: Prinzessin zu sein. Aber ich fand es gut, schließlich zieht sie quasi auf die andere Seite der Welt. Wer darüber nicht gründlich nachdenkt, wäre in meinen Augen verrückt und sicher nicht geeignet, ein Herzogtum anzuführen, auch kein fiktives.
Dennoch konnte ich mich nicht wirklich in sie und die anderen Personen einfühlen. Damit werden zwei der größten Kritikpunkte zu tun gehabt haben. Zum einen wurde mir das Buch ganz oft ganz eindeutig zu kitschig. Besonders die Liebesgeschichte zwischen Regina und Tanner (sind wir mal ehrlich: es war doch klar, dass es dazu kommt) ist einfach schmalzig. Zum anderen liegt ein starker Fokus auf Glaube und Religion. Ich bin kein gläubiger Mensch und hatte es einfach nicht erwartet. So hat es mich schon gestört, dass letztendlich das ausschlaggebende Argument für die Prinzessinen-Rolle „Gott will es so“ war. Ich verstehe durchaus, dass es für einige ein absoluter Pluspunkt wäre, aber mir wurde das irgendwann zu viel und ich habe das Stöhnen angefangen, sobald in einem Satz auch nur das Wort „Gott“ aufgetaucht ist.
Eher marginal war letztendlich, dass auch der Humor mich nicht überzeugen konnte, sondern im Gegenteil oft gezwungen gewirkt hat.

Prinzessin wider Willen konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen. Es gab einfach zu viele kleine störende Punkte, die sich aufaddiert haben und mir den Spaß an diesem Buch verdorben haben.

Eine Prinzessin definiert sich nicht alleine durch ihren Titel, sondern dadurch wie sie lebt.
– Alice von Hessenberg (Kindle Pos. 3090)

3Sterne

Rockstars küsst man nicht – Kurz gefasst

Quelle: Egmont LYX
Quelle: Egmont LYX

Rockstars küsst man nicht | Kylie Scott | Egmont LYX | erschienen 2016
ISBN 978-3-7363-0150-4 | 9.99€ (Taschenbuch)
Leseprobe

 

Klappentext:
Schwanger! Und das ausgerechnet von Ben Nicholson, dem Bassisten der erfolgreichsten Rockband der Welt! Lizzy Rollins kann es nicht fassen. Schon lange hegt sie tiefe Gefühle für den attraktiven Rockstar, aber sie weiß, dass Ben keine feste Beziehung sucht. Ihre gemeinsame Nacht in Las Vegas war für ihn nur ein One-Night-Stand, nichts weiter. Nur gibt es da nun eine neue, viel tiefere Verbindung zwischen ihnen. Doch ist diese stark genug, Bens Mauern zu durchbrechen?
Quelle: Egmont LYX

Auf den vierten Teil der Rockstars-Reihe von Kylie Scott habe ich sehnsüchtig gewartet. Die vorherigen Teile um die Band Stage Dive waren alle lustig und lesenswert. Dieser Teil konnte meine Erwartungen aber – leider – nicht erfüllen.
Zum einen hatte ich oft das Gefühl, als wäre die Geschichte noch „unfertig“. Als hätte einfach unbedingt noch dieser vierte Teil um Ben und Lizzy geschrieben werden müssen – und als hätte es die Autorin eilig damit gehabt. Das hat dafür gesorgt, dass mir auch die Charaktere teilweise noch ein wenig unausgereift wirkten. Da es aus der Ich-Perspektive von Lizzy geschrieben ist, kann natürlich kein genauer Einblick in Bens Gefühlleben gegeben werden. Aber in den vorherigen Bänden ist es der Autorin dennoch immer gelungen ein schlüssiges und interessantes Bild der männlichen Hauptperson zu zeichnen. Ben allerdings wirkt, auch im Nachhineinn oft einfach nur platt.
Und so humorvoll die vorherigen Bände waren, wirkte dieses oft gezwungen lustig. Als hätte Scott versucht, an die ersten drei Geschichten anzuknüpfen und es wäre ihr nicht so recht gelungen.
Außerdem gab es zwischen Ben und Lizzy ein ständiges Hin und Her, das mir irgendwann einfach nur noch auf die Nerven ging.
Allerdings ist es auch in diesem Buch wieder wunderbar gelungen, die Entwicklung der Gefühle darzustellen. Das war richtig gut und hat mir nicht das Gefühl vermittelt, dass die Zwei sich einfach Hals über Kopf ineinander verlieben und die Schwangerschaft dann den Rest erledigt – salopp ausgedrückt.

3Sterne