Postern of Fate

Postern_of_FatePostern of Fate | Agatha Christie | HarperCollins | erschienen 1973
ISBN 9780062074348 | £13.99
Leseprobe (englisch)

Über Agatha Christie:
Agatha Christie wurde 1890 im britischen Torquay geboren und starb 1976 in Wallingford.  Sie ist weltweit als die Queen of Crime bekannt und wird in den Verkaufszahlen ihrer Bücher nur von der Bibel und Shakespeare übertrumpft. Insgesamt schrieb Christie mehr als 60 Kriminalromane; daneben sind aber auch einige Kurzgeschichten und Bühnenstücke entstanden. Ihre berühmtesten Figuren sind Hercule Poirot und Miss Marple.
Quelle: Wikipedia

Tuppence und Tommy Beresford kaufen ein Haus in einem kleinen Dorf und bekommen von den Vorbesitzern auch einige Bücher „vererbt“. Als Tuppence auf einige merkwürdige Markierungen in einem der Bücher stößt, ergibt sich daraus eine beunruhigende Nachricht: „Mary Jordan did not die naturally“. Zusammen mit ihrem Ehemann Tommy macht sie sich auf die Suche, was vor sechzig Jahren wirklich in ihrem Haus geschah.

Mit diesem Buch habe ich mich einmal von Monsieur Poirot und Miss Marple abgewandt und über ein Paar ganz anderer Ermittler von Agatha Christie gelesen. Denn das Tommy und Tuppence sich stark von den oben genannten unterscheiden, wird schnell klar.
Die beiden sind im Rentenalter und haben sich das Haus als Alterswohnsitz gekauft. Tuppence wurde in meinen Augen oft reichlich naiv dargestellt, während Tommy ein bisschen auf „Harte Schale, weicher Kern“ gemacht hat. Zunächst denkt er, dass seine Frau sich mit der Nachricht über Mary Jordans Tod in etwas hineinsteigert, aber er hilft ihr doch – einfach nur um sie glücklich zu machen. Dabei behandelt er sie manchmal wie ein Kind, indem er ihr ständig Anweisungen gibt, dass sie auf sich achten soll, dieses oder jenes nicht tun sollte und niemandem vertrauen soll. Dennoch(oder gerade deswegen) waren die zwei absolut liebenswert und Christie ist es mit diesen beiden wieder einmal gelungen, Charaktere auf sehr einprägsame Weise darzustellen.
Weniger gefallen hat mir in diesem Buch, dass die zwei Ermittler sich sehr oft in Andeutungen vergehen und ich nicht das Gefühl hatte, dass sie wirklich etwas Handfestes zutage fördern. Der Fall wird zwar am Ende aufgelöst, aber auf mich wirkte es, als ginge diese Lösung nicht wirklich von Tuppence und Tommy aus. Das hat mich gestört, da ich ganz andere Erwartungen hatte. Ich hatte auf einen weiteren Fall à la Poirot gesucht und diesen in diesem Buch leider nicht gefunden.
Die Idee an sich hat mir aber gut gefallen, ebenso wie die Tatsache, dass Tuppence ein Bücherwurm ist. Wie bei anderen Büchern von Christie auch, ist mir dieses nicht langweilig geworden und es hat Spaß, über Tuppence‘ teilweise merkwürdige Ermittlungsmethoden zu lesen. Zudem war es für mich unterhaltsam über das englische Landleben in den Siebzigern zu lesen, da ich das englische Landleben gerade in vollen Zügen erfahre.

Dieses Buch hat meine Erwartungen zwar nicht erfüllt, war aber dennoch eine angenehme und unterhaltsame Lektüre, die ich genossen habe.

Always underneath the smooth surface there was some black mud.
– Tuppence Beresford

4Sterne

Bones are forever

Bones_are_foreverBones are forever | Kathy Reichs | William Heinemann | erschienen 2012
ISBN 978-0-434-02113-0 | £7.99 (Paperback)/£18.14 (Hardcover)
Leseprobe (englisch)

Über Kathy Reichs:
Kathy Reichs, mit vollem Namen Kathleen Joan Reichs, wurde 1950 in Chicago geboren. Sie studierte unter anderem Archäologie und ist als forensische Anthropologin tätig. Neben ihrer Arbeit als Dozentin für das FBI und als Professorin an der University of North Carolina, hat sie auch geholfen, Opfer des Terroranschlags auf das World Trade Center 2001 und exhumierte Leichen aus Massengräbern in Ruanda und Guatemala im Auftrag der UN zu identifizieren.
1997 erschien ihr erster Roman Déjà Dead (dt.: Tote lügen nicht) mit der Hauptfigur Dr. Temperance Brennan, die forensische Anthropologin ist. Deren Fälle beruhen auf wahren Fällen, an denen Kathy Reichs beteiligt war. Mittlerweile sind weitere 17 Bücher mit Dr. Temperance Brennan erschienen. Seit 2005 gibt es zudem die Fernsehserie Bones; dafür wurden Teile der Romane übernommen, allerdings unterscheiden sich die Dr. Brennans aus Büchern und Film stark.
Kathy Reichs ist sein 1969 mit dem Untersuchungsrichter Paul Reichs verheiratet; sie haben drei Kinder.
Quelle: Wikipedia

In einem heruntergekommenem Apartment in der Nähe von Montreal wird die mumifizierte Leiche eines Säuglings gefunden. Dr. Temperance Brennan, forensische Anthropologin, wird hinzugezogen und es werden zwei weitere Babyleichen entdeckt. Auf der Suche nach der Mieterin des Apartments, einer Prostituierten, reisen Brennan und ihr Partner Andrew Ryan nach Edmonton und Yellowknife, eine Diamantminen-Stadt. Doch als es Brennan schließlich gelingt, die geistig zurückgebliebene Prostituierte aufzufinden, wird diese vor ihren Augen erschossen. Die örtliche Polizei macht dafür die Verwicklungen der Frau in die Drogenszene verantwortlich. Aber Brennan ist davon nicht überzeugt und stellt weitere Ermittlungen an – doch diese könnten sie das Leben kosten …

Nach meinem leicht exzessivem James Patterson-Genuss habe ich eine kleine Pause davon gebraucht und mich stattdessen Kathy Reichs zugewandt. Ich meine, dass ich von ihr schon einmal ein Buch gelesen habe, allerdings auf deutsch; auf jeden Fall bin ich ein großer Fan der Serie Bones und war daher echt gespannt, wie sich Dr. Brennan im Buch darstellt.
Von den Charakteren wurde ich nicht enttäuscht. Auch wenn sich die Personen aus der Serie und die Personen aus dem Buch nicht wirklich ähneln, sind sie doch sympathisch und es macht Spaß, über sie zu lesen. Besonders Brennan, die immer mal wieder damit zu kämpfen hat, dass sie „nur“ Wisschenschaftlerin ist und vor allem, dass sie ein Frau ist, ist mir schnell ans Herz gewachsen.
Auch der Fall an sich war gut gemacht. Er hat Nervenkitzel hervorgerufen und mir, besonders bei der Entdeckung der Babyleichen, Tränen in die Augen getrieben. Auch, warum es auf Jagd einmal quer durch Kanada geht, war nachvollziehbar und logisch geschrieben.
Weniger gut hat mir gefallen, dass oft ein Fachjargon verwendet wurde, dessen Bedeutung weder erklärt, noch aus dem Kontext ersichtlich wurde. Das hat mir das Lesen oft sehr erschwert und teilweise dazu geführt, dass ich keinen Spaß an dem Buch hatte und es mich nur gelangweilt hat.
Dies wurde aber reichlich in den Szenen kompensiert, in denen Brennans Partner Andrew Ryan auftaucht, da es sich dann wieder auf das Niveau von Normalsterblichen und Laien begibt.

Ich werde auch weiterhin noch das ein oder andere Buch von Kathy Reichs lesen – aber sicher nicht auf englisch. Bei Dr. Brennan halte ich mich dann doch lieber an meine Muttersprache!

How long does it take for a newborn to give up life?
– Dr. Temperance Brennan

4Sterne

12th of Never

12th_of_Never12th of Never | James Patterson | Century | erschienen 2013
ISBN 978-1-78-089029-6 | £4,- (Paperback)
Leseprobe (englisch)

Über James Patterson:
Patterson wurde 1949 geboren, studierte Englische Literatur und arbeitete als Werbetexter bei einer großen amerikanischen Werbeagentur. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, für seinen ersten Krimi Die Toten aber wissen gar nichts, einen Verlag zu finden, erschien das Buch 1976. Ab 1992 erschienen die erfolgreichen Alex-Cross-Krimis.
Mittlerweile zählt Patterson zu den internationalen Bestsellerautoren, mit über 100 Millionen verkauften Büchern, die in mehr als 40 Sprachen übersetzt wurden.
Mit seiner Frau und seinem Sohn lebt er in Palm Beach, Florida.
Quelle: Wikipedia

Kurz nach der Geburt ihrer Tochter kehrt Lindsay Boxer in ihren Job bei der Mordkommission von San Francisco zurück, denn es stehen einige wichtige Fälle an. So spaziert ein exzentrischer Professor ins Gebäude und behauptet, von einem Mord geträumt zu haben, der noch nicht geschehen ist. Kurz nachdem dieser tatsächlich geschieht, kehrt der Professor zurück – nach einem weiteren Traum. Zudem wird die Freundin eines angehenden Football-Superstars erschossen und ihre Leiche verschwindet aus der Gerichtsmedizin. Der persönlichste Fall scheint aber noch anzustehen: als ein Serienkiller aus dem Koma erwacht und nach Lindsay verlangt, bevor er die Orte verrät, wo er seine Opfer begraben hat.
Das alles gerät allerdings in den Hintergrund, als das Leben ihrer kleinen Tochter auf dem Spiel steht.

Dieses Buch ist mein drittes Buch von James Patterson und gleichzeitig auch mein drittes über den Women’s Murder Club (nach Der 1. Mord und 9th Judgement). Im Großen und Ganzen muss man sagen, dass mich Patterson auch bei diesem Buch nicht im Stich im gelassen hat: Interessante Fälle und noch interessantere Auflösungen sowie sympathische Charaktere (obwohl das nicht wirklich anders zu erwarten war, schließlich handelt es sich um eine Reihe).
Die Wendung, die dieses Buch genommen hat, hat mich sehr überrascht und mir daher gut gefallen.
Weniger gut gefallen hat mir dagegen, dass meiner Meinung nach das Buch für seine rund 400 Seiten ein bisschen zu überfüllt war. In diesem Buch liegt ein Großteil der Aufmerksamkeit auf Lindsays Privatleben, was auch gut ist. Schließlich ist die Geburt eines Kindes nichts, was man einfach abhaken kann und sich dann wieder dem Business as usual zuwendet. Also ist es nur natürlich, dem Privaten so viel Raum lassen. Allerdings hätte es mir besser gefallen, wenn der berufliche Teil dafür ein wenig runtergefahren worden wäre. In meinen Augen hätte man auch ohne den Fall um den Football-Spieler einen wirklich gelungenen Roman auf die Beine stellen können. Dass hätte nicht die Spannung genommen, aber ich als Leser hätte mich nicht von ständigen Themenwechseln und vor allem einer Fülle an Themen erschlagen gefühlt.
Außerdem verstehe ich bei diesem Band noch einmal viel weniger, warum das ein Thriller sein soll. Die Spannung in den Fällen wurde ein Stück weit dadurch genommen, dass ständig zwischen Lindsays Privatleben und den Fällen gewechselt wurde. Es gab einfach zu viele Unterbrechungen für einen anständigen Spannungsbogen.
Das soll nicht heißen, dass es kein guter Krimi ist; das sit es nämlich. Aber wer einen Thriller erwartet wird enttäuscht werden.
Zum Englischen bleibt auch bei diesem Buch zu sagen, dass ich keine Probleme hatte, es zu lesen. Unbekannte Wörter sind eher selten aufgetaucht und konnten aus dem Kontext erschlossen werden.

Für mich werden die Bücher der Reihe mittlerweile zur „Lektüre zwischendurch“, aber sie sind auf jeden Fall lesenswert – besonders wenn man gerne über starke Frauen liest.

„It’s always about life and death.“
– Yuki Castellano

4Sterne

Ein Surfer zum Verlieben

Ein_Surfer_zum_VerliebenEin Surfer zum Verlieben | Violet Truelove | Selbstverlag | erschienen 2014
ISBN 9781505386523 | 10.99€
Leseprobe

Über Violet Truelove:
Violte Truelove ist ein Pseudonym der Autorin Viola Plötz. Sie wurde 1979 geboren, studierte Kommunikationsdesign und wurde danach selbständige Hochzeitsfotografin und Designerin. 2014 erfüllte sie sich mit Ein Surfer zum Verlieben ihren Traum vom eigenen Roman, dem noch vier Bücher unter dem Pseudonym Violet Truelove folgten. Als Ava Innings schrieb sie zudem die Waves of Love-Reihe.
Sie lebt mit ihrem Mann und den beiden Kindern im Taunus.

Die Bestsellerautorin Lindsay Lovejoy hat sich gerade ihren Traum vom eigenen Haus auf Hawaii erfüllt – nach dem Erfolg ihres vierten Romans kann sie sich das auch leisten! In ihrer neuen Heimat läuft sie ausgerecht in Warden Palmer, attraktiver Surfstar und Lindsays Schwarm aus Jugendzeit. Dieser ist wenig amused, als er erfährt, dass er Vorbild für eine ihrer berühmten Romanfiguren ist (die sie auch noch Palmer Warden genannt hat – Zweifel an der Patenschaft gibt es also keine). Lindsays größtes Problem: Wie soll sie ihm die expliziten Sexszenen in ihrem Buch erklären? Und so wenig Palmer von eben diesen begeistert ist, muss er sich notgedrungen damit abgeben, insbesondere, da eine angebliche Affäre zwischen den beiden für gute Publicity sorgt. Genau die kann er gerade dringend brauchen, denn seine Freundin hat ihn verlassen und auch sein Hauptsponsor ist abgesprungen.

Über dieses Buch habe ich eine Rezension auf einem anderen Blog gelesen (und ich weiß einfach nicht mehr, wo :/ ) und das hat sich echt gut angehört. Ich finde auch die Idee toll: Ich hätte keine Ahnung, wie ich solche Sexszenen erklären sollte 😀
Und im Großen und Ganzen muss man sagen, dass ich keinen Fehlgriff gelandet habe. Die Charaktere sind glaubwürdig und sympathisch, wenn auch manchmal ein wenig rüpelhaft, und auch das ganze Drumherum hat mir gut gefallen. Ich stecke nicht in einem Autoren-Leben, aber ich hatte das Gefühl, dass die Arbeit, die hinter einem Roman-Projekt steckt, sehr wahrheitsgetreu wiedergegeben wurde. Man hat gemerkt, dass es wirklich viel Arbeit ist, vom Schreiben zu Leben, und eben nicht „nur so Geschreibsel nebenher“. Auch das Surf(er)-Vokabular wurde immer mal wieder eingebaut – mehr hätte es allerdings nicht sein dürfen, da es sonst für einen Laien wie mich eher genervt hätte.
Auch der Schreibstil der Autorin ist angenehm und in meinen Augen absolut angemessen. Nichts „hochliterarisches“, aber das hatte ich auch nicht erwartet und in diesem Fall auch nur als unpassend empfunden. Dennoch ist die Sprache auch nicht zu einfach, um mich zu nerven.
Es gab allerdings zwei Punkte, die mich beim Schreiben ein wenig gestört haben. Zum einen entwickelt sich die Beziehung zwischen Lindsay und Warden nach meinem Befinden ab einem gewissen Punkt zu schnell. Im einen Moment ist er noch wütend auf sie wegen des Romans, sie findet ihn viel zu unhöflich und rüpelhaft und im nächsten Moment flirten sie miteinander. Das ging mir ein wenig zu schnell.
Zum anderen fand ich es irritierend, dass mir die Geschichte von Lindsays Vergangenheit hingeklatscht wurde, ohne dass diese irgendeine Rolle für die Beziehung der beiden gespielt hätte. Meiner Meinung nach hätte man sie entweder mehr einbauen müssen, wenn man sie schon erwähnt, oder ganz rauslassen sollen.

Ansonsten hat dieses Buch aber genau erfüllt, was ich erwartet habe und war schön zu lesen. Eben diese „Nicht-Nachdenken“-Lektüre, die man manchmal braucht.

Eine Veränderung kam von einem selbst, sie kam von innen heraus – ebenso wie Glück.
– Lindsay Lovejoy

4Sterne