Must-Read Blogtour

Hallihallo meine Lieben!

Die wunderbare Smarty hat die Must-Read Blogtour ins Leben gerufen; bei ihr ging es vor fast einem Monat auch los.
Insgesamt stellen 27 Bloggerinnen jeweils ein Buch vor, das ihrer Meinung nach jeder einmal gelesen haben sollte. „Must-Read Blogtour“ weiterlesen

Peril at End House – Kurz gefasst

Peril_at_End_HousePeril at End House | Agatha Christie | HarperCollins | erstmals erschienen 1932, diese Ausgabe 2007
Taschenbuch: ISBN 978-0-00-711930-1 | £7.99
E-Book: ISBN 978-0-00-742269-2 | £3.70

Nick Buckley was an unusual name for a pretty young woman. But then she had led an unusual life. First, on a treacherous Cornish hillside, the brakes on her car failed. Then, on a coastal path, a falling boulder missed her by inches. Later, an oil painting fell and almost crushed her in bed.
Upon discovering a bullet-hole in Nicks sun hat, Hercule Poirot decides the girl needs his protection. At the same time, he begins to unravel the mystery of a murder that hasnt been committed. Yet.
Quelle: HarperCollins

Vor kurzem habe ich den Beginn der Verfilmung mit David Sachet gesehen – wohl gemerkt nur den Anfang! Ich brauchte dieses Buch also unbedingt, um zu wissen, wie es endet und wer dem armen Mädel etwas antun will.
Außerdem sind die Bücher von Agatha Christie immer lesenswert, ich habe mich also entsprechend auf die Lektüre gefreut.
Auch diesmal hat Christie mich nicht enttäuscht. Das Buch ist nicht besonders lang, daher hatte ich es an einem freien Tag gelesen. Es war spannend zu lesen und wie üblich bin ich genau den Wegen gefolgt, die Christie wollte – und wurde dann von Poirot widerlegt. Das passiert mir jedes Mal, in jedem Buch von Christie, obwohl ich mir jedes Mal vornehme, mich nicht auf die Schippe nehmen zu lassen.
Auch in einem anderen Punkt hat dieses Buch meine Erwartungen erfüllt: das Ende war komplett unvorhersehbar und überraschend. Wieder einmal saß ich am Schluss mit offenem Mund vor dem Buch.

„The murderer has […] signed his name to the crime. He has come out into the open.“
– Hercule Poirot (S. 116)

5SterneÜber Agatha Christie:
Agatha Christie wurde 1890 im britischen Torquay geboren und starb 1976 in Wallingford. Sie ist weltweit als die Queen of Crime bekannt und wird in den Verkaufszahlen ihrer Bücher nur von der Bibel und Shakespeare übertrumpft. Insgesamt schrieb Christie mehr als 60 Kriminalromane; daneben sind aber auch einige Kurzgeschichten und Bühnenstücke entstanden. Ihre berühmtesten Figuren sind Hercule Poirot und Miss Marple.
Quelle: Wikipedia

Das E-Book kann man bei buchhandel.de oder buecher.de kaufen.

Death on the Nile

Quelle: HarperCollins
Quelle: HarperCollins

Death on the Nile | Agatha Christie | HarperCollins | erstmals erschienen 1937
Taschenbuch: ISBN 9780007527557 | £7.99
E-Book: ISBN 9780007422289 | £4.99
Leseprobe (englisch)

Die Ruhe, die sich Hercule Poirot von seinem Urlaub in Ägypten und der Nil-Fahrt erhofft hat, wird unterbrochen, als die Millionenerbin Linnet Doyle erschossen aufgefunden wird. Verdächtige ergeben sich für Poirot und seinen Helfer vom Geheimdienst, Colonel Race, genügend – und das Morden hat noch kein Ende …

Obwohl dieses Buch zu den dickeren Büchern über Poirot zählt, hatte ich keine Probleme damit, es zu lesen. Es war wirklich spannend zu erfahren, wie sich dieser Krimi entwickelt. Das beginnt schon auf der ersten Seite damit, dass sich ein echtes Beziehungsdrama vor dem Leser entwickelt und man nun darauf wartet, wer denn ermordet wird.
Auch die Emotionen und Charakterzüge der einzelnen Personen sind wieder so detailgenau dargestellt, dass man diese beim Lesen direkt vor sich sehen kann.
Und auch in diesem Buch schafft es Agatha Christie wieder den Leser an der Nase herumzuführen, sodass man meint, man hat jetzt den Durchblick und weiß genau, wer der Täter ist – und dann haut Poirot (bzw. Christie) eine Aufklärung heraus, bei der man mit offenem Mund vor dem Buch sitzt. Gemein ist dann auch immer, dass sie nach der Aufklärung der Identität des Mörders/der Mörderin erstmal ein neues Kapitel beginnt und die Handlung wieder ein bisschen heruntergekühlt. Ich saß auf wie auf glühenden Kohlen, denn vorblättern geht auch nicht – man will ja nichts verpassen!
Was mir allerdings in diesem Buch zum ersten Mal so richtig aufgefallen ist und ein bisschen irritiert hat, ist, dass Poirots Fälle sich gerne in einer mehr oder weniger abgeriegelten Umgebung abspielen. Die Zahl der möglichen Täter ist von Anfang an auf einen (meist kleinen) Kreis Personen beschränkt. Das einzige Buch, das ich bisher gelesen habe und bei dem das nicht der Fall ist, ist The ABC Murders.
An und für sich muss man allerdings auch bei diesem Buch sagen: Spannung und Überraschung bis zur letzten Seite – ein echter Pageturner!

„Marriage will cure me, I expect. It always seems to have a very sobering effect on people.“
– Jacqueline de Bellefort (S. 15)

5Sterne

Über Agatha Christie:
Agatha Christie wurde 1890 im britischen Torquay geboren und starb 1976 in Wallingford. Sie ist weltweit als die Queen of Crime bekannt und wird in den Verkaufszahlen ihrer Bücher nur von der Bibel und Shakespeare übertrumpft. Insgesamt schrieb Christie mehr als 60 Kriminalromane; daneben sind aber auch einige Kurzgeschichten und Bühnenstücke entstanden. Ihre berühmtesten Figuren sind Hercule Poirot und Miss Marple.
Quelle: Wikipedia

Kaufen kann man das Buch beispielsweise bei bücher.de
Mehr Informationen gibt es auf der Seite von HarperCollins

Die Großen Vier

Quelle: Atlantik Verlag
Quelle: Atlantik Verlag

Die Großen Vier | Agatha Christie | Übersetzer: Giovanni Bandini | Atlantik Verlag | erstmals erschienen 1927 (engl.); diese Ausgabe 2015
ISBN 978-3-455-65053-2 | 10,00€ (Taschenbuch)

Über Agatha Christie:
Agatha Christie wurde 1890 im britischen Torquay geboren und starb 1976 in Wallingford. Sie ist weltweit als die Queen of Crime bekannt und wird in den Verkaufszahlen ihrer Bücher nur von der Bibel und Shakespeare übertrumpft. Insgesamt schrieb Christie mehr als 60 Kriminalromane; daneben sind aber auch einige Kurzgeschichten und Bühnenstücke entstanden. Ihre berühmtesten Figuren sind Hercule Poirot und Miss Marple.
Quelle: Wikipedia

Gerade als Poirot sich auf den Weg nach Südamerika machen will, taucht ein Unbekannter bei ihm auf, murmelt etwas von den „Großen Vier“ und bricht dann zusammen. Kurz darauf ist er tot. Schnell kommen Poirot und sein treuer Freund Captain Hastings einem international agierenden Verbrecherring auf die Spur – und begeben sich in Lebensgefahr, um diesen auszuschalten.

Die Großen Vier ist ein Buch von Christie, das sich ganz schön von den anderen Poirot-Büchern, wie ich sie kenne (und liebe) unterscheidet. Wo man es sonst gewohnt ist, dass Poirot mit den Leuten spricht und dann seine „kleinen grauen Zellen“ bemüht, hat Die Großen Vier mehr Ähnlichkeit mit einem Spionageroman.
Es gibt entschieden mehr Action, als dies sonst der Fall ist – Entführungen, Morddrohungen und lauter kleine Dinge, die Poitor in anderen Büchern als Mummpitz ansieht. Die „kleinen grauen Zellen“ werden zwar auch hier wieder bemüht, allerdings deutlich weniger als ich das gewohnt bin.
Außerdem erschien es mir oft, als hätte dieses Buch unter der Übersetzung gelitten. Ich kann zwar keinen Vergleich anstellen, da ich es nur auf deutsch gelesen habe, aber es kam mir so vor, als hätte man sich hier besonders Mühe gegeben, die Eigenarten Poirots herauszustellen. Das wirkte bemüht und geht im Original subtiler, letztendlich aber eindrücklicher, von Statten.
Gut gefallen haben mir aber die regelmäßigen Wendungen, die weder übertrieben noch unlogisch, aber überraschend sind. Außerdem hat Christie hier mit deutlich mehr Cliffhanger gearbeitet und das hat dem Buch doch Würze gegeben.

Meine Erwartungen konnte dieses Buch zwar nicht erfüllen, da ich mit einem typischen Poirot gerechnet habe, und dies hier nicht der Fall ist. Es hat dennoch Spaß gemacht, es zu lesen und war zudem spannend.

„Es ist ein Fehler, seinen Feind zu unterschätzen.“
– Hercule Poirot (74% Kindle Edition)

4Sterne

 


Zum Einkauf auf der Verlags-Seite HIER klicken.

Buchkauf

A bookcase is as good as a view, as much of a panorama as the sight of a city or a river.
There are dawns and sunsets in books – storms, fogs, zephrys.“
– Anatole Broyard

Gestern habe ich eine Regenpause genutzt (ja, wir sind über das Wochenende wieder einmal in den Genuss echten englischen Wetters gekommen) und habe den Bus nach Gloucester, die nächste etwas größere Stadt, genommen.
So leid mir die arbeitende Bevölkerung da immer tut, aber ich genieße es schon sehr, dass ein Großteil der Läden in Großbritannien auch sonntags geöffnet hat. So konnte ich die gelegentlichen Sonnenstrahlen nutzen und einen, im Großen und Ganzen trockenen, Einkaufsbummel machen. Neben ein paar kleinen „bits and bobs“, welche ich benötigt habe, sowie ein paar neuen T-Shirts (die letzten paar Wochen waren recht heiß und ich habe gemerkt, dass ich darauf nicht vorbereitet war), musste ein Besuch im Buchladen natürlich schon auch sein.

Letztendlich waren es zwei Buchladen, denn der Waterstones, meine englische Lieblingsbuchhandlungs-Kette, hatte mein eines, absolutes Wunschbuch leider nicht: die illustrierte Ausgabe von Harry Potter and the Philosopher’s Stone.

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Ich besitze bereits alle Harry Potter-Bände auf deutsch. Schon länger wollte ich sie endlich auch einmal in der Originalsprache lesen. Da nun die Bücher auch illustriert herausgebracht werden, dachte ich, dass dies die perfekte Möglichkeit ist. So habe ich, auch abgesehen von der Sprache, etwas neues. Es hätte mir nicht gefallen, Geld für die reinen „Textbücher“ auszugeben.


Das Buch ist mittlerweile gelesen und daher gebe ich hier noch kurz meinen Senf dazu ab. Mir hat es super gefallen (super wie in: groß geschrieben, mit 5 Millionen Us drin und 3 Millionen Ausrufezeichen hintendran).
Zum einen finde ich die Illustrationen toll. Es sind gerade genug, um ein richtig schönes Bild von der Zaubererwelt zu zeichnen und gleichzeitig nicht zu viele, um dass das Buch überladen wirkt. So wird doch noch einiges der eigenen Fantasie überlassen. Das fand ich besonders gut, da ich bisher nicht alle Harry Potter-Filme gesehen habe und auch nicht das dringende Verlangen verspüren, daran etwas zu ändern. Bisher haben mir immer die Bücher und meine eigene Fantasie gereicht und ich will mir das nicht komplett durch die Filme nehmen lassen.
Zum anderen ist natürlich auch die Geschichte an sich immer wieder schön zu lesen. Wieder einmal habe ich gemerkt, dass ich an immer den gleichen Stellen zu kichern anfange und bei immer den gleichen Stellen die Luft anhalte – das hat sich in den zehn Jahren seit dem ersten Lesen nicht geändert.


Um genau dieses Buch nun aber zu bekommen, ging es dann auch noch in den WH Smith, ebenfalls eine Kette, die allerdings mehr etwas von „Bücher-Discounter“ hat und mir deutlich weniger gut gefällt. Aber für Harry Potter mache ich da gerne mal eine Ausgabe 😉

Von Waterstones habe ich mir dafür eine tolle neue Jutetasche gekauft (auf dieser steht auch der Spruch oben), sowie drei weitere Bücher. Eines von Agatha Christie, eines von Terry Pratchett (das ist bei mir mittlerweile Standard: die Bücher sind weder besonders schwer, noch besonders teuer und daher kaufe ich immer eines, wenn ich eines sehe) sowie Naked Heat von Richard Castle.

 

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Meine gesamte „Ausbeute“

Letztendlich bleibt noch zu sagen: die 30£, die ich für Harry Potter hinblättern durfte, waren es absolut wert! Das Buch ist unglaublich schön gestaltet, von Zeichnungen, die eine Doppelseite in Anspruch nehmen, bis zu kleineren Zeichnungen, die nicht einmal ein Viertel der Seite für sich beanspruchen. Man merkt, dass es eine sehr hochwertige Ausgabe ist und dafür gebe ich gerne Geld aus.

Liebe Grüße,
Celina xx

Five Little Pigs

Quelle: HarperCollins
Quelle: HarperCollins

Five Little Pigs | Agatha Christie | HarperCollins | erstmals erschienen 1942
ISBN 978-0-00-712073 | £7.99

Über Agatha Christie:
Agatha Christie wurde 1890 im britischen Torquay geboren und starb 1976 in Wallingford. Sie ist weltweit als die Queen of Crime bekannt und wird in den Verkaufszahlen ihrer Bücher nur von der Bibel und Shakespeare übertrumpft. Insgesamt schrieb Christie mehr als 60 Kriminalromane; daneben sind aber auch einige Kurzgeschichten und Bühnenstücke entstanden. Ihre berühmtesten Figuren sind Hercule Poirot und Miss Marple.
Quelle: Wikipedia

Caroline Crale wurde für den Mord an ihrem Ehemann verurteilt, sie soll ihn vergiftet haben.
Sechzehn Jahre später bittet ihre Tochter Hercule Poirot um Hilfe. Ihre Mutter, mittlerweile im Gefängnis verstorben, hatte ihr einen Brief hinterlassen und darin ihre Unschuld beteuert. Poirot soll nun ein für allemal klären, ob Caroline ihren Mann getötet hat. Letztendlich gab es noch fünf andere Personen, welche die Tat begangen haben könnten. Und während der ganzen Zeit geht Poirot ein Kinderreim nicht aus dem Kopf …

This little piggy went to the market,
this little piggy stayed home,
this little piggy had roast beef,
this little piggy had none,
and this little piggy went wee wee wee all the way home.
– englischer Kinderreim

Nachdem mich Black Coffee nicht wirklich überzeugen konnte, hat Agatha Christie mich mit diesem Buch wieder einmal völlig in Hercule Poirots Bann gezogen.
Dieser Fall unterscheidet sich insofern von anderen Fällen, die ich bereits gelesen habe, dass das Verbrechen 16 Jahre zurückliegt. Das hat aber Poirot wenig gestört, denn die Psychologie, auf die er seine Schlussfolgerungen aufbaut, hat sich nicht verändert.
So wird man wieder von der ersten Seite in einen Pageturner hineingezogen. Das hat wenig mit wilden Verfolgungsjagden zu tun, sondern mehr mit der Spannung, wie der kleine belgische Detektiv und seine „kleinen grauen Zellen“ wohl diesen Fall lösen werden. Auch in diesem Buch wird der Leser an der Nase herumgeführt, sodass die Auflösung eine Überraschung ist und bis zur letzten Seite bleibt. Gut gefallen hat mir allerdings, dass diesmal nicht nur Poirot die Anzeichen bemerkt, die darauf hindeuten, dass vor 16 Jahren nicht alles rundlief bei der Aufklärung.
Die Personen waren wieder glaubwürdig und realistisch dargestellt. Man konnte sie quasi vor sich sehen. Das finde ich immer wieder erstaunlich, wie Christie Klischees und Eigenarten vermischt, sodass eine einzigartige Persönlichkeit entsteht – und das unterschiedliche Personen in unterschiedlichen Büchern sich in dieser Hinsicht nie zum Verwechseln ähnlich sind.
Auch mit dem Schreibstil hatte ich in diesem Buch kein Problem. Ich komme, unvermeidbar, immer besser in das Englische hinein und mittlerweile machen mir auch die Bücher mit etwas altertümlicherem Englisch keine Probleme mehr.

„The people who do us most harm are the people who shield us from reality.“
– Cecilia Williams (S. 214)

5Sterne

Black Coffee – Kurz gefasst

Quelle: HarperCollins
Quelle: HarperCollins

Black Coffee | Agatha Christie; Romanisierung: Charles Osborne | Harper Collins | erstmals erschienen 1998
ISBN 978-0-00-651137-3| £7.99

Über Agatha Christie:
Agatha Christie wurde 1890 im britischen Torquay geboren und starb 1976 in Wallingford. Sie ist weltweit als die Queen of Crime bekannt und wird in den Verkaufszahlen ihrer Bücher nur von der Bibel und Shakespeare übertrumpft. Insgesamt schrieb Christie mehr als 60 Kriminalromane; daneben sind aber auch einige Kurzgeschichten und Bühnenstücke entstanden. Ihre berühmtesten Figuren sind Hercule Poirot und Miss Marple.
Quelle: Wikipedia

Sir Claud Amory’s revolutionary new formula for a powerful explosive is stolen. Locking his house-guests in the library, Sir Claud switches off the lights to allow the thief to replace the formula, no questions asked. When the lights come on, he is dead, and Hercule Poirot and Captain Hastings have to unravel a tangle of family feuds, old flames and suspicious foreigners to find the killer and prevent a global catastrophe.
Quelle: HarperCollins

Agatha Christie schrieb ursprünglich ein Theaterstück mit dem Namen Black Coffee, das erst deutlich später von Osborne in Romanform gebracht wurde. Leider merkt man dies dem Buch zu oft an. Zum einen lässt es die Spannung missen, die ich aus anderen Agatha Christie-Büchern kenne. Obwohl hier keine wilden Verfolgungsjagden stattfinden, fiebert man mit: man möchte nun einmal unbedingt wissen, wer denn nun der Täter ist – und lässt sich dabei regelmäßig von Christie an der Nase herumführen. Es macht einfach einen Reiz der Bücher aus und dieser ging hier leider verloren. Es ist von Anfang einfach zu offensichtlich, wie dieses Buch enden wird.
Zum anderen konnte ich Poirot in diesem Buch nicht wirklich wiedererkennen. Zwar trägt er noch immer sein überragendes Selbstbewusstsein zur Schau und legt noch genauso viel Wert auf Ordnung. Allerdings erschien er mir hier um einiges hochnäsiger und versnobter, als das normalerweise der Fall ist. Zudem hat er sich auch die ein oder andere Verhaltensweise angeeignet, die vorher nie vorkam und mich gestört hat.
Natürlich kommt trotzdem regelmäßig durch, dass dieses Buch auf Agatha Christies Einfällen beruht. Der Hergang dieses Falls ist ziemlich genial und auch, wie er letztendlich aufgelöst wird, hat mir gefallen.

3Sterne

Postern of Fate

Postern_of_FatePostern of Fate | Agatha Christie | HarperCollins | erschienen 1973
ISBN 9780062074348 | £13.99
Leseprobe (englisch)

Über Agatha Christie:
Agatha Christie wurde 1890 im britischen Torquay geboren und starb 1976 in Wallingford.  Sie ist weltweit als die Queen of Crime bekannt und wird in den Verkaufszahlen ihrer Bücher nur von der Bibel und Shakespeare übertrumpft. Insgesamt schrieb Christie mehr als 60 Kriminalromane; daneben sind aber auch einige Kurzgeschichten und Bühnenstücke entstanden. Ihre berühmtesten Figuren sind Hercule Poirot und Miss Marple.
Quelle: Wikipedia

Tuppence und Tommy Beresford kaufen ein Haus in einem kleinen Dorf und bekommen von den Vorbesitzern auch einige Bücher „vererbt“. Als Tuppence auf einige merkwürdige Markierungen in einem der Bücher stößt, ergibt sich daraus eine beunruhigende Nachricht: „Mary Jordan did not die naturally“. Zusammen mit ihrem Ehemann Tommy macht sie sich auf die Suche, was vor sechzig Jahren wirklich in ihrem Haus geschah.

Mit diesem Buch habe ich mich einmal von Monsieur Poirot und Miss Marple abgewandt und über ein Paar ganz anderer Ermittler von Agatha Christie gelesen. Denn das Tommy und Tuppence sich stark von den oben genannten unterscheiden, wird schnell klar.
Die beiden sind im Rentenalter und haben sich das Haus als Alterswohnsitz gekauft. Tuppence wurde in meinen Augen oft reichlich naiv dargestellt, während Tommy ein bisschen auf „Harte Schale, weicher Kern“ gemacht hat. Zunächst denkt er, dass seine Frau sich mit der Nachricht über Mary Jordans Tod in etwas hineinsteigert, aber er hilft ihr doch – einfach nur um sie glücklich zu machen. Dabei behandelt er sie manchmal wie ein Kind, indem er ihr ständig Anweisungen gibt, dass sie auf sich achten soll, dieses oder jenes nicht tun sollte und niemandem vertrauen soll. Dennoch(oder gerade deswegen) waren die zwei absolut liebenswert und Christie ist es mit diesen beiden wieder einmal gelungen, Charaktere auf sehr einprägsame Weise darzustellen.
Weniger gefallen hat mir in diesem Buch, dass die zwei Ermittler sich sehr oft in Andeutungen vergehen und ich nicht das Gefühl hatte, dass sie wirklich etwas Handfestes zutage fördern. Der Fall wird zwar am Ende aufgelöst, aber auf mich wirkte es, als ginge diese Lösung nicht wirklich von Tuppence und Tommy aus. Das hat mich gestört, da ich ganz andere Erwartungen hatte. Ich hatte auf einen weiteren Fall à la Poirot gesucht und diesen in diesem Buch leider nicht gefunden.
Die Idee an sich hat mir aber gut gefallen, ebenso wie die Tatsache, dass Tuppence ein Bücherwurm ist. Wie bei anderen Büchern von Christie auch, ist mir dieses nicht langweilig geworden und es hat Spaß, über Tuppence‘ teilweise merkwürdige Ermittlungsmethoden zu lesen. Zudem war es für mich unterhaltsam über das englische Landleben in den Siebzigern zu lesen, da ich das englische Landleben gerade in vollen Zügen erfahre.

Dieses Buch hat meine Erwartungen zwar nicht erfüllt, war aber dennoch eine angenehme und unterhaltsame Lektüre, die ich genossen habe.

Always underneath the smooth surface there was some black mud.
– Tuppence Beresford

4Sterne

Dumb Witness

Dumb_WitnessDumb Witness | Agatha Christie | HarperCollins | erschienen 1937
ISBN 978-0-00-712079-6 | £7.99

Über Agatha Christie:
Agatha Christie wurde 1890 im britischen Torquay geboren und starb 1976 in Wallingford. Sie ist weltweit als die Queen of Crime bekannt und wird in den Verkaufszahlen ihrer Bücher nur von der Bibel und Shakespeare übertrumpft. Insgesamt schrieb Christie mehr als 60 Kriminalromane; daneben sind aber auch einige Kurzgeschichten und Bühnenstücke entstanden. Ihre berühmtesten Figuren sind Hercule Poirot und Miss Marple.

Als Emily Arundell die Treppe in ihrem Haus herunterfällt, halten die anderen Hausbewohner es für einen Unfall, verursacht durch den Ball von Emilys Hund. Doch das Unfallopfer selbst ist davon nicht überzeugt und bittet Hercule Poirot um Hilfe. Durch widrige Umstände erhält dieser den Brief erst über einen Monat, nachdem Emily ihn geschrieben hat. Als Poirot schließlich ankommt, ist Emily Arundell tot. Obwohl alle Welt glaubt, dass sie ihrer Krankheit erlegen ist, überzeugt dies Poirot nicht und er macht sich an die Arbeit …

Dieses Buch war ein verspätetes Weihnachtsgeschenk von einer Freundin und ich habe mich voller Vorfreude daran gemacht. Ich wurde eigentlich noch nie von einem Agatha Christie-Buch enttäuscht und das war auch bei diesem Buch nicht der Fall.
Mein Problem mi Christies Büchern ist: es ist schwer, sie zu rezensieren. Denn ich will hier schließlich keine Spoiler erstellen, allerdings sind ihre Bücher immer so voll gepackt mit Inhalt, dass es die ganze Sache sehr kompliziert.
Was an diesem Buch besonders hervorsticht, sind die amüsanten Unterhaltungen zwischen Poirot und Captain Hastings, der auch in diesem Buch als Erzähler fungiert. Denn während Hastings bemüht ist, so schnell wie möglich nach London zurückzukehren, will Poirot unbedingt in diesem Fall ermitteln. Die Schlagabtausche, die sich daraus regelmäßig ergeben, sind toll und humorvoll geschrieben. Auch der Hund der alten Dame sorgt für viel Abwechslung und wurde mit Witz in die Geschichte geschrieben.
Die anderen Charaktere kann man sich sehr gut vorstellen, insbesondere die alte Miss Emily Arundell, die noch aus einer anderen Zeit stammt und sich ständig dagegen behauptet, von ihren Nichten und Neffen als antik und geistig langsam abbauend gesehen zu werden. Ich konnte mir diese alte englische Lady geradezu bildlich vorstellen.
Toll war auch wieder, einen Einblick in das Denken der damaligen Zeit zu bekommen: die Abneigung gegenüber Ausländern und Ansichten der viktorianischen Damen über ein neues Zeitalter.
Bei diesem Buch ist mir das Lesen ausnehmend gut von der Hand gegangen, da ich mich immer mehr daran gewöhne, auf Englisch zu lesen. Ob es allerdings Lesern, die nur gelegentlich auf englisch lesen, ähnlich geht, finde ich schwer abzuschätzen. Ich weiß, dass es mir letztes Jahr um einiges schwerer fiel, Christies Bücher zu lesen.

Mit diesem Buch habe ich ein weiteres Werk zu meiner Poirot-Sammlung hinzugefügt und wurde wieder einmal nicht enttäuscht.

„But you’re not really any good with a dog, Poirot. You don‘ understand dog psychology!“
– Captain Hastings

5Sterne

The Monogram Murders

The_Monogram_MurdersThe Monogram Murders | Sophie Hannah | HarperCollins | erschienen 2014
ISBN 978-0-00-810238-8 | £6.99
Leseprobe

Über Sophie Hannah:
Hannah wurde 1971 im englischen Manchester geboren. 1995 veröffentlichte sie einen ersten Band mit Gedichten. Seitdem wurden zahlreiche Gedichte veröffentlicht, die an einigen höheren Schulen im gesamten Königreich zum Lehrstoff gehören. Außerdem ist sie New York Times Bestseller-Autorin und hat neben ihren Gedichten auch Krimis, Psychothriller, Kinderbücher und Romane geschrieben. Sie lebt mit ihrem Mann und den zwei gemeinsamen Kindern in Cambridge.
The Monogram Murders ist das erste Buch mit Hercule Poirot nach dem Tod seiner Erfinderin, Agatha Christie, das von den Besitzern der Copyright-Rechte autorisiert wurde.

Im angesehenen Bloxham Hotel in London werden drei Leichen gefunden: jede einzeln in einem Hotelzimmer aufgebahrt, jede mit einem Manschettenknopf im Mund und alle drei wurden vergiftet. Obwohl man zunächst keine Verbindung zwischen den Opfern herstellen kann, wird schnell klar, dass alle drei vor fast zwei Jahrzehnten im gleichen Dorf gelebt haben. Als der Erzähler und Scotland Yard-Beamte dort hin fährt, um ein mögliches Mordmotiv zu entdecken, stößt er auf eine Mauer des Schweigens – und auf eine Tragödie, die sechzehn Jahre zurückliegt.

Dieses Buch ist eines der wenigen Bücher, die ich in hohem Maße wegen des Covers gekauft habe. Mir gefällt es richtig gut! Dann war ich natürlich neugierig, wie Poirot in diesem Krimi umgesetzt wird. Und auch der Klappentext hat mir sehr zugesagt. Also war der Kauf quasi beschlossene Sache 😉
Zunächst einmal muss gesagt sein, dass Englisch nicht meine Muttersprache ist. Und obwohl ich sehr viel Zeit in England verbringe, gibt es nun mal das ein oder andere Wort, das ich nicht kenne und mir auch nicht herleiten kann. Dementsprechend finde ich es ein wenig schwer zu beurteilen, inwiefern Hannahs Sprache mit der Agatha Christie übereinstimmt. Denn nur weil ich ein Wort nicht kenne, heißt das ja nicht zwangsläufig, dass es im englischen nicht mehr regelmäßig genutzt wird.
Wenn man mir davon also absieht, ist es der Autorin in meinen Augen wunderbar gelungen, die Atmosphäre der Christie-Krimis wiederzugeben. Besonders in der Person des Poirot sah ich keine Unterschiede. Er hat immer noch seinen enormen Schnurrbart, ein Gefühl für den großen Auftritt und lässt den Leser bis ganz zum Schluss im Unklaren.
Das einzige, was sich in meinen Augen geändert hat, ist, dass es während der Auflösung dann doch noch ein bisschen Action gibt. Zwar nur minimal wenig, aber bei einem der Original-Bücher ist mir das noch nicht aufgefallen.
Daneben macht der Fall und dessen Auflösung Agatha Christie alle Ehre: er hat mir wirklich das Gefühl gegeben, ein weiteres Buch von Christie in der Hand zu halten. Ich hoffe, dass es nicht bei diesem einen Poirot-Buch von ihr bleibt!

I wondered, out of all the people that ever ran away, how many did so for that very reason: because they would rather not be asked, whatever the question might be.
– Edward Catchpool

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