Rezension – Der schönste Grund, Briefe zu schreiben

Porvenir ist ein kleines spanisches Dorf. Sara lebt schon ihr ganzes Leben dort und trägt die Post aus. Doch nun soll die Postfiliale geschlossen werden, da es zu wenig Briefverkehr im Dorf gibt. Rosa, die Nachbarin von Sara, macht sich daran, an dieser Tatsache etwas zu ändern. Sie schreibt einen Brief und bittet die Empfängerin, ebenfalls einen zu schreiben. So wird eine Kette von Briefen in Gang gesetzt, durch den sich die Menschen im Dorf näher kommen.

„Ich wünschte, die Erde wäre eine große Bibliothek, in der alle Menschen Seite ans Seite so friedlich zusammenleben, wie die Bücher in den Regalen.“

Alma, S. 201

Fangen wir mit dem Wichtigsten an: Ich LIEBE dieses Buch!
In diesem Jahr hatte mich eine heftige … nein, nicht Grippe, sondern Leseflaute in ihrem Griff. Den August über habe ich kein einziges Buch gelesen und auch im September ging es sehr schleppend los. Keines der Bücher, die ich seitdem gelesen habe, waren schlecht. Aber so richtig vom Hocker gehauen hat mich erst dieses hier.

Aufhänger für die Geschichte sind offensichtlich die Briefe. Es geht weniger um den Inhalt dieser Briefe, obwohl diese abgedruckt sind und tiefen Einblick in das Leben der Schreiber bieten. Vor allem aber geht es darum, wie sich Menschen durch Briefe näher kommen. Für mich war es besonders spannend zu lesen, welchen Einfluss ein einzelner Brief teilweise auf das Leben der Empfänger hat. Die Tatsache, dass der Absender anonym ist, regt die Empfänger zum Nachdenken an – über den Inhalt der Briefe und ihr eigenes Leben.

„Ich denke, dass man beim Lesen immer etwas Neues erfährt. Oder sich ablenken kann, was manchmal noch wichtiger ist.“

Álex, S. 89

Was mir Leseratte besonders gut gefällt, ist die Liebeserklärung an Bücher und das Lesen, die ebenfalls in diesem Buch steckt. Einige der Protagonisten lesen ebenso leidenschaftlich und viel, wie ich es tue. Es gibt aber auch das genaue Gegenteil dazu: Eine Frau, die nie richtig Lesen und Schreiben lernte (und lernen konnte) und damit zwar einerseits gut durchs Leben kam, andererseits aber Scham darüber verspürt. Das Problem um Sara und das Postamt trägt aber dazu bei, sie mit dieser Tatsache zu versöhnen.

Der schönste Grund, Briefe zu schreiben ist ein wunderbares Buch über Briefe, Bücher, Liebe und – vielleicht noch wichtiger – Freundschaften.

Nur wenn man die Sünder, die Büßenden und die guten Menschen kennt, bietet sich einem das Leben in all seinen Facetten.

Margot, S. 202

Weitere Meinungen zum Buch:
Thomas Taistra („Wer also auf der Suche nach einem schönen Buch ist, um wenigstens im Gemüt ein wenig Frühling einzuläuten, ist hier an der richtigen Adresse.“)
Marys Bücherwelten (5/5 Anker + goldener Anker; „[…] ein wunderschönes, unterhaltsames und bewegendes Buch voller Bücher, Briefe und Leidenschaft […]“)
Mein Lesezeichen Blog (5/5 Bücher; „[…] eine Liebeserklärung an die Freundschaft, die Liebe, die Familie und die Literatur.“)

Über Ángeles Doñate:
Doñate wurde in Barcelona als älteste von fünf Geschwistern geboren. Bücher gehörten schon immer zu ihrem Leben, sie studierte Publizistik und begann, selber Bücher zu schreiben. Der schönste Grund, Briefe zu schreiben ist ihr Debütroman und wurde prompt in elf Sprachen übersetzt. 2018 erscheint auch im Deutschen ihr zweites Buch, Die Stunde der Señorita Leo.
Quelle: Piper

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Übersetzerin: Anja Rüdiger | Originaltitel: El invierno que tomamos cartas en el asunto
Taschenbuch: ISBN 978-3-426-51978-3 | 9,99€
E-Book: ISBN 978-3-426-44328-6 | 9,99€
377 Seiten | erschienen am 01.08.2018

Verlagswebseite zum Buch

Bildquellen
Cover: Droemer Knaur
Autorin: BRF 1 Radio