Rezension – Bratapfel am Meer

Caro, Intensivkrankenschwester und seit kurzem in Scheidung lebend, hat ein anstrengendes Jahr hinter sic. Als eine Patientin sie kurz bevor sie stirbt darum bittet, eine Kette zu ihrer großen Liebe nach Juist zurückzubringen, beschließt Caro, den Jahreswechsel auf der kleinen Nordseeinsel zu verbringen und nach besagter großen Liebe zu suchen. Umgeben von Menschen, die sie freundlich aufnehmen, kann sie an den windumtosten Stränden der Insel dabei auch endlich die Auszeit nehmen, die sie dringend nötig hat.

Vielen Dank an NetGalley.de und den CORA-Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Meinung

Es gibt ziemlich viel, das mir an diesem Buch gut gefallen hat. Aber besonders gut fand ich, dass die Leute miteinander reden. In vielen Büchern, vor allem wenn Beziehungen eine Rolle spielen, reden die Leute vor allem aneinander vorbei und nicht wirklich miteinander. In Bratapfel am Meer sind die meisten Charaktere Anfang 30. Dass sie eine mehr oder weniger erwachsene Sicht auf die Dinge haben und man das auch merkt, fand ich gut. Insbesondere Caro selbst spielt nicht gerne Spielchen wenn es um Gefühle (ihre oder die anderer) geht.

Es gab auch einige Themen, die teilweise nur am Rande angesprochen werden, die in meinen Augen ziemlich wichtig sind. Eins davon ist der Pflegenotstand, den Caro als Intensivkrankenschwester hautnah miterlebt. Zwar wird deutlich, wie gerne Caro in ihrem Beruf arbeitet, aber es ist auch offensichtlich, welch große Belastung ihr Job darstellt.
Wie schon gesagt, ist Caro Anfang 30. Ein weiteres Thema ist die berufliche Neuorientierung. Ich fand gut, dass hier deutlich wird, dass man nicht erst komplett zugrunde gerichtet sein muss durch den eigenen Beruf, um sich nach etwas neuem umzusehen.

Die Liebe spielt zwar eine große Rolle, aber es geht auch um das Leben im Allgemeinen. Es geht um den Tod, aber auch Geburt, Freundschaft, Familie und – ganz wichtig – das Essen. Caro backt gerne und auf Juist trifft sie eine ganze Reihe Menschen, die ebenfalls gerne und gut kochen oder backen. Mir hat daher auch gut gefallen, dass am Ende des Buches Rezepte zu einigen der erwähnten Gerichte aufgeschrieben waren.

Fazit

Alles in allem ein gelungenes Buch, das mit seinem gemütlichen Setting und dem Schreibstil perfekt in den Herbst passt. Also schnappt euch euren E-Book-Reader, macht euch einen Tee und kuschelt euch ein.

„Am Ende ist es immer nur die Liebe, die zählt.“

Elfriede Fischermann (S. 35)

Über Anne Barns:
Anne Barns ist das Pseudonym der Autorin Andrea Russo. Sie arbeitete lange als Lehrerin an einer Förderschule, gab dies jedoch auf, um sich vollständig dem Schreiben zu widmen.
Sie liebt es auch, zu Kochen und zu Backen, was besonders bei den Büchern von „Anne Barns“ eine große Rolle spielt. Außerdem geht sie gerne laufen und reist, um die Handlungsorte ihrer Bücher zu erkunden.
Zusammen mit ihrem Mann und Hund lebt sie im Ruhrpott, sie hat außerdem eine erwachsene Tochter.
Quelle: Website von Andrea Russo

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E-Book: ISBN 978-3-74575-0-379 | 8,99€
352 Seiten | erschienen 2019

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Autorin: Website der Autorin
Cover: Cora-Verlag