Rezension – Der König der purpurnen Stadt

London 1330: Im Haushalt seines Cousins soll Jonah alles über den Tuchhandel erlernen. Es ist ein hartes Leben und Zuneigung erfährt der verwaiste 18-jährige nur durch seine Großmutter. Doch als er König Edward und Königin Philippa begegnet, wandelt sich sein Leben auf einen Schlag. Er findet Aufnahme in die Londoner Tuchhändlergilde – als jüngstes Mitglied. Und sein Aufstieg ist kometenhaft – bis hin zur Revolutionierung des Tuchhandels mithilfe der Königin. Doch mit seinem Erfolg kommen auch die Neider und Feinde. Und deren Intrigen werden zunehmend perfide. „Rezension – Der König der purpurnen Stadt“ weiterlesen

Cover und Informationen zum Buch

Rezension – Die Krebsmafia

Krebs ist in Deutschland die zweithäufigste Todesursache1. Entsprechend groß ist die Nachfrage nach Medikamenten dagegen. Durch einige gesetzliche Schlupflöcher machen skrupellose Händler, Apotheker und Ärzte damit Millionen – und spielen teilweise mit dem Leben ihrer Patienten.
Schröm und Schenck sind den Konstrukten, die solche Machenschaften ermöglichen, auf den Grund gegangen. Und zeigen Lösungsansätze auf, um sie in Zukunft zu verhindern. „Rezension – Die Krebsmafia“ weiterlesen

Colonia im Mittelalter – Kurz gefasst

Quelle: Buchhandel.de
Quelle: Buchhandel.de

Colonia im Mittelalter | Dieter Breuers | Bastei Lübbe | erschienen 2013
Taschenbuch: ISBN 978-3-404-60718-1 | 9,99€
E-Book: ISBN 978-3-8387-0420-3 | 8,99€
Leseprobe

Klappentext:
Dieter Breuers nimmt Sie mit auf eine spannende Entdeckungsreise ins Mittelalter und zeigt Ihnen, was es damals wirklich bedeutete, in einer Stadt zu leben!
Quelle: Buch

Ich liebe Bücher, in denen der Alltag in früheren Zeiten dargestellt wird. Dieter Breuers nimmt sich dieses Unterfangens mit Anekdoten an, welche die verschieden Themen einleiten. Diese führen an einen bestimmten Aspekt aus dem Mittelalter heran und spielen alle in Köln, seiner unmittelbaren Umgebung oder handeln von Kölnern.
Es sind kurze Geschichten, oftmals auch recht vereinfacht dargestellt, die ein Gefühl für die damaligen Verhältnisse vermitteln sollen. Das ist meistens auch gelungen, ich hatte aber oft das Gefühl, dass der Autor sich damit eher an eine jüngere Leserschaft richtet.
Auf die Anekdoten folgen ausführlichere Erläuterungen, in denen er eine wissenschaftliche Sichtweise einnimmt. So dröselt er die einzelnen Aspekte, wie z.B. das Leben der Frauen im Mittelalter, auf. Er geht dabei auf die unterschiedlichsten Gesichtspunkte ein, beschreibt manchmal auch, woher bestimmte Dinge kommen oder wie diese sich weiterentwickelt haben – teilweise bis in die Gegenwart. Das fand ich persönlich besonders interessant: zu wissen, wo Dinge, die wir möglicherweise heute noch nutzen, herkommen. Außerdem nannte er immer mal wieder kleine, interessante und spannende Fakten, teilweise einfach witzig zu wissen oder komplett unerwartet in einem bestimmten Zusammenhang.

Insgesamt kann man sagen, dass Colonia sich sowohl an jüngere Leser richtet, insbesondere mit den kurzen Anekdoten, die in ein Thema einführen, aber auch an ältere Leser mit detailgenaueren und sachlicheren Beschreibungen zum Thema.

4SterneKaufen kann man das Buch beim Verlag oder auf buecher.de

Rezension – London Legends

Quelle: NetGalley
Quelle: NetGalley

London Legends – Lass uns spielen | Kat Latham | LYX digital | erschienen 2017
aus dem Englischen: Tempting the Player | Übersetzerin: Michaela Link
E-Book: ISBN 978-3-7363-0502-1 | 6,99€

Schon seit Jahren sind Libby und Matt beste Freunde und obwohl es immer mal wieder funkt zwischen den beiden, weigern sie sich, ihre Freundschaft aufs Spiel zu setzen. Außerdem wünscht sich Libby einen ganz anderen Typ Mann. Als Pilotin hat sie ein Jetset-Leben und auch Matt, als professioneller Rugby-Spieler, ist kaum je zuhause. Doch als Matt Libby um Hilfe bittet, entwickelt sich daraus ein Experiment – und  jetzt wollen und können sie einfach nicht mehr zurück zu „nur Freunde“.

Ehrlich gesagt bin ich an dieses Buch vor allem mit der Erwartung gegangen, eine locker leichte Unterhaltung für ein paar Stunden zu haben. Letztendlich bin ich zwar förmlich durch die Seiten geflogen, aber das lag nur teilweise an dem angenehmen Schreibstil, der leicht zu lesen ist. Hauptsächlich lag es daran, dass mich dieses Buch richtig positiv überrascht hat.
Seit meinem Jahr in England bin ich ein großer Fan des Landes. Ein persönlicher Grund, aus dem ich dieses Buch mochte, ist, dass mich viele Kleinigkeiten an Großbritannien erinnert haben und ich mich richtiggehend dorthin zurückversetzt gefühlt habe. Schon allein, dass im Buch ein Tee angeboten wird, wenn Gäste kommen oder die Protagonisten Tee statt Kaffee in sich hineinschütten – wie bekannt mir das vorkommt!
Hinzu kommen aber auch Protagonisten, die mich überzeugen konnten. Insbesondere Libby entspricht nicht wirklich der typischen „Heldin“ eines Liebesromans. Sie ist taff, eine Pilotin, die genau weiß was sie will, dafür hart arbeitet und schon viel erreicht hat. Entsprechend selbstbewusst ist sie. Sie braucht keinen Mann, um für sich zu sorgen. Gleichzeitig ist sie sehr sympathisch und mir schnell ans Herz gewachsen. Ihr Selbstbewusstsein sprengt nicht die Grenzen; insbesondere als sich die Sache zwischen Matt und ihr entwickelt, merkt man, dass sie ins Rudern kommt und nicht so genau weiß, was sie tun soll. Also keine über-selbstbewusste Frau, die exakt weiß was sie will und den Typen eigentlich auch schon in der Tasche hat, sondern eine, die auch mal ins Straucheln kommt und mit der man sich identifizieren kann.
Und dann ist da noch die Dynamik von den beiden, die sich in meinen Augen von vielen anderen Liebesromanen abhebt. Zum einen ist Libby sechs Jahre älter als Matt und – hallo – wann gibt’s das schon in den Romanen?! Ich fand es schön zu lesen, dass dies eine Sache ist, die Matt an ihr liebt. Selbstverständlich liebt er sie auch aus anderen Gründen und findet sie körperlich anziehen, aber ihre Ruhe und Gelassenheit ziehen ihn an und dazu trägt auch die Tatsache bei, dass sie ein bisschen älter ist als er. Außerdem sagt auch Matt über sie, dass sie erst auf den zweiten oder dritten Blick schön wirkt, keine „drop dead“-Schönheit ist, vor der die Männer auf die Knie fallen.
Außerdem merkt man, dass die beiden schon seit Jahren befreundet sind, denn sie kennen sich sehr gut und nehmen sich gegenseitig hoch, wie es nur gute Freunde können. Das ist echt witzig zu lesen und zum Charme des Buches beigetragen. Gleichzeitig schlägt das Buch immer wieder sehr ernste Töne an, die das Buch stellenweise herzzerreißend machen.
Im Buch geht es viel darum, Kompromisse zu finden und die eigenen Ängste zu überwinden. Die Probleme der beiden verschwinden nicht auf magische Weise, nur weil sie zueinander finden. Sie arbeiten zusammen daran, diese zu überwinden und wachsen dadurch zusammen. In Liebesromanen, besonders aus dem YA- und NA-Genre, ist mir in letzter Zeit immer mal wieder aufgefallen, dass in den Büchern mit dem Spaß nicht unbedingt aufgehört, nur weil eine Person, vorzugsweise das Mädel, nein sagt. Zu dem „consensual sex“ gibt es auch einen Haufen (englischsprachiger) Artikel, daher ist das etwas, worauf ich mittlerweile mehr achte. Das war hier nicht der Fall: Es wurde immer von beiden Seiten sehr deutlich gemacht, dass sie es wollen. Zwar werden auch hier Grenzen ausgetestet, aber doch immer zusammen und die Beziehung wächst daran.
Und obwohl zwischen den beiden nicht immer nur Friede, Freude, Eierkuchen herrscht, folgt das Buch nicht dem 0815-Schema von „verlieben – einer baut Mist – versöhnen“. Auch das war in meinen Augen ein Pluspunkt.

Insgesamt kann ich London Legends wirklich nur empfehlen. Es ist eine vergnügliche Lektüre, die mich positiv überrascht hat.

Sie war kein Preis oder Besitz, mit dem er angeben wollte. Sie war eine gute Freundin und wahrscheinlich noch mehr, und er würde sie nicht respektlos behandeln.
– Matt Ogden (36% Kindle-Edition)

5SterneÜber Kat Latham:
Latham wurde in Kalifornien geboren und zog nach dem Uni-Abschluss nach Europa. Zunächst unterrichtete sie einige Jahre Englisch in Prag, danach arbeitete sie in London für eine humanitäre Organisation. Sie hat Abschlüsse in Englischer Literatur und Menschenrechte. Sie schreibt Liebesromane, besonders bekannt ist ihre London Legends-Reihe um ein Rugby-Team. Daneben schreibt und editiert sie für gemeinnützige Organisationen.
Zusammen mit ihrem britischen Ehemann und der gemeinsamen Tochter lebt sie in Holland.
Quelle: Kat Lathams Website

Kaufen könnt ihr das Buch beim Verlag oder auf buecher.de


Vielen Dank an NetGalley.de und den LYX Verlag/Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar!

Rezension – Das Lächeln der Fortuna

England 1360: Der 12-jährige Robin läuft aus dem Kloster davon, nachdem sein Vater, der Earl of Waringham, Selbstmord begangen hat und das Gut der Waringhams einen neuen Earl bekommt. Zwischen dessen Sohn Mortimer und Robin, der sich als Pferdeknecht verdingt, entwickelt sich schnell eine tiefe Feindschaft. Schließlich verlässt Robin das Gut zusammen mit seinem taubstummen Freund Leofric. Als Mortimer ihn aufhalten will, besiegt er diesen im Kampf, gibt sich selbst als Earl of Waringham aus und schickt Mortimer ans andere Ende Englands. So führt in sein Weg wieder in die Welt des Adels und an der Seite des Duke of Lancaster kämpft er in zahlreichen Kriegen, bekommt schließlich ein eigenes Lehen zugesprochen – und steht Mortimer, dem rechtmäßigen Earl of Waringham, wieder gegenüber.

Das Buch ist seit 2009 in meinem Besitz und obwohl es ein dicker Schmöker mit über 1000 Seiten ist, habe ich es schon mehrere Male durchgelesen. Bücher, in denen der Aufstieg eines armen Menschen an die Spitze der Gesellschaft beschrieben wird, interessieren mich und zudem ist der Fall und Aufstieg von Robin spannend geschrieben. Gablé hat einen wirklich tollen Auftakt für ihren Ritterepos hingelegt. Die englische Geschichte ermöglicht es, einen spannenden Roman zu schreiben, mit Höhen und Tiefen wie im echten Leben. Zudem hat Gablé sympathische Hauptfiguren geschaffen und durch Robins Lebensweg erfährt man sowohl vom harten Leben der Bauern als auch dem ausschweifenden des Adels im mittelalterlichen England. Verständlich wird dadurch auch, warum Robin kein hochnäsiger Adliger wird, sondern immer ein „Bauernfreund“ bleibt. Trotz dieses eher untypischen Protagonisten, wird die Welt des Mittelalters anschaulich, interessant und ehrlich, eben auch mit den hässlichen Seiten, dargestellt.

Über Rebecca Gablé:
Rebecca Gablé wurde 1964 am Niederrhein geboren und machte nach dem Abitur eine Lehre zur Bankkauffrau. Als solche war sie auf einem Stützpunkt der Royal Air Force tätig, wo ihr Interesse an England erwachte. 1990 schrieb sie ihren ersten Roman und gab daraufhin ihren Beruf auf. In Düsseldorf begann sie ein Literaturstudium, wandte sich aber zunehmend der Mediävistik zu. 1995 erschien bei Lübbe ihr erster Kriminalroman, zwei Jahre später gelang ihr mit dem historischen Roman Das Lächeln der Fortuna der Durchbruch. Seitdem hat sie noch zehn weitere historische Romane veröffentlicht.
Quelle: Website der Autorin

WERBUNG

Hardcover: ISBN 978-3-431-03610-7 | 19,99€
Taschenbuch: ISBN 978-3-404-13917-0 | 12,90€
E-Book: ISBN 978-3-8387-0947-5 | 8,99€
Hörbuch: ISBN 978-3-7857-1429-4 | 14,99€
1.196 Seiten | erschienen 1997

Verlagswebseite zum Buch

Bildquelle
Rebecca Gablé: Facebook  – (c) by Olivier Favre