Rezension – Ein Gentleman in Arles

Eigentlich will Peter Smith, ehemaliger Unternehmensberater, Kunstgeschichtslehrer und britischer Geheimagent, in Arles seinen Ruhestand genießen. Doch als er niedergeschlagen wird und unter einer Leiche erwacht, werden die einstmals benötigten Fähigkeiten plötzlich wieder wichtig. Und genauso plötzlich findet er sich wieder in einem Netz von Verschwörungen. Innerhalb weniger Tage wechselt er so von geruhsamer Entspannung zu Spannung pur – und lernt die dunklen Seiten der Provence kennen.

Vielen Dank an NetGalley.de und den Pendo Verlag für dieses Rezensionsexemplar, das ich im Rahmen der 1. #NetGalleyDEChallenge lesen durfte!

Ein Gentleman in Arles hat mir um einiges besser gefallen, als ich erwartet hatte. Vom Klappentext schloss ich auf ein recht actiongeladenes Buch mit einem gealterten James Bond in der Hauptrolle. Ein oder zwei Actionszenen gibt es tatsächlich. Davon einmal abgesehen ist es eher ein Cosy Crime, bei dem ich mich in die Provence versetzt gefühlt habe.
Überhaupt wartet dieser Krimi vor allem mit leisen Tönen und ruhigem Gebaren auf. Vieles wird zwischen den Zeilen vermittelt und überhaupt; Bösewichte und Ermittler scheinen hier sehr gut miteinander auszukommen.

Umso schmutziger sind dafür die Themen, die im Laufe der Ermittlungen zur Sprache kommen. Da geht es um Hinterziehung von EU-Geldern, Bestechung und weit schlimmeres. Besonders das Motiv für die Tat – das an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden soll – ist abscheulich. Gerade dadurch verschwimmen die Grenzen zwischen Opfern und Tätern und so rechtes Mitleid will nicht aufkommen. Für mein Gerechtigkeitsempfinden war es daher nur gut, dass die Polizei offiziell nicht ermittelt. Denn richtige Gerechtigkeit scheint es in diesem Fall nicht zu geben. Die letztendlich präsentierte Lösung kommt da gerade richtig.

Anthony Coles schafft es dabei, das Lebensgefühl in der Provence zu vermitteln und gleichzeitig einen tollen Krimi zu schreiben. Die Schwärmereien für Küche und Landschaft der Gegend machen Lust auf Urlaub. Und der Krimi zeigt, dass nicht alles in der Provence so friedlich ist, wie es scheint.

„Wer einen Mord begeht, belässt es meist nicht nur bei einem Opfer.“
– Chris Borrowash (Kindle-Edition Pos. 2657)

Über Anthony Coles:
Für seinen Debütroman Ein Gentleman in Arles hat sich Anthony Coles wohl stark an seinem eigenen Leben orientiert. Er hat als Kunsthistoriker gelehrt und in der Wirtschaft gearbeitet. Heute lebt er, wie Peter Smith, mit seinem Windhund Arthur in Arles und hat zwei erwachsene Töchter.
Quelle: Piper

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Verlagswebseite zum Buch

Taschenbuch: ISBN 978-3-86612-454-7 | 15,00€
E-Book: ISBN 978-3-492-99004-2 | 12,99€
368 Seiten


Bildquelle

Cover: Piper

Rezension – Fluch der Schwarzen Dahlie

In Los Angeles geht ein Serienmörder um, der sich den Mord an der „Schwarzen Dahlie“ zum Vorbild genommen hat und auf ebenso bestialische Art paranormale Wesen umbringt. Der Shifter Cop Ryder Grey wird dorthin versetzt, um Undercover in einem Club zu ermitteln, mit dem alle Opfer in Verbindung gebracht werden können. Dort findet er in der Tochter der Clubbesitzerin und Barkeeperin Cara de Luca eine unerwartete und höchst willkommene Verbündete. Bald fliegen zwischen den beiden die Funken – was die Ermittlungsarbeit nicht erleichtert.

Vielen Dank an NetGalley.de und den Dryas Verlag für dieses Rezensionsexemplar, das ich im Rahmen der 1. #NetGalleyDEChallenge lesen durfte!

Man sollte meinen, dass ich meine Lektion über Romantasy-Romane mittlerweile gelernt habe. In letzter Zeit bin ich nämlich jedes Mal auf die Nase gefallen, wenn ich mich an „neue“ Autorinnen gewagt habe. So ging es mir nun auch mit Fluch der Schwarzen Dahlie, das mich leider nicht überzeugen konnte.

Wenn wir das Ganze mal von hinten aufrollen, hätte man diesem Buch ruhig ein bisschen mehr als 250 Seiten gönnen und dafür ein gescheites Ende liefern können. Denn das ist eine meiner großen Erwartungshaltungen, wenn ich Liebesromane lese, die nicht dick als Trilogie beworben werden: am Ende des Buches ist auch wirklich Schluss – und zwar mit einem befriedigenden Ende! Ich weiß nicht genau, wie sich Verlag und/oder Autorin das hier gedacht haben, an für mich hört das Buch viel zu abrupt und verfrüht auf.

Auch die Charaktere erschienen mir oft sehr konstruiert. Und Ryder ist für einen richtig badass Shifter Cop, der als sehr erfahren dargestellt wird, ein bisschen blind, was die Auflösung des Falles angeht. Denn lange bevor Ryder und seine Cara quasi mit der Nase darauf gestoßen wurden, war ich mir sicher, die Identität des Mörders zu können.

Damit hat dann leider auch der Überraschungseffekt am Ende gefehlt, als besagte Identität auch den beiden Ermittlern aufging. Zusammen mit dem eingangs erwähnten unbefriedigenden Ende, nahm so ein wenig überzeugendes Buch ein ganz und gar dürftiges Ende.

„Nur weil ich eine Frau bin, heißt das nicht, dass ich blöd bin.“
– Cara de Luca (Kindle-Edition Pos. 2040)

Über Natalie Winter:
Natalie Winter war schon immer von Büchern fasziniert und las, bzw. liest, querbeet alle Genres. Ein Germanistikstudium brach sie der Liebe wegen ab und jobbte danach in zahlreichen Bereichen, unter anderem im Einzelhandel und als Babysitterin. Schließlich schulte sie um und wurde Buchhändlerin. Als solche sollte sie über 10 Jahre arbeiten, bevor das „Buchhandlungssterben“ sie dazu zwang, einen neuen Job zu suchen. Sie arbeitete als Texterin, bevor sie 2015 hauptberuflich Autorin wurde.
Quelle: Webseite der Autorin

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Verlagswebseite zum Buch

Taschenbuch: ISBN 
E-Book: ISBN
250 Seiten

Wikipedia-Artikel zu Elizabeth Short, der sogenannten Schwarzen Dahlie


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Cover: Dryas
Autorin: Webseite der Autorin

Rezension – Herzflüstern

Bei Julian will es mit den Mädels nicht so richtig klappen. Noch bei keiner ist der Funke übergesprungen und als dann doch der Funke kommt, ist es bei Markus, dem neuen Praktikanten an seiner Schule. Bald lässt sich das Kribbeln zwischen den beiden nicht mehr leugnen und die beiden kommen sich immer näher.
Doch mit dem Entstehen ihrer Beziehung sehen sie sich plötzlich zahlreichen Problemen gegenüber. Nicht zuletzt ist Julians Mutter entsetzt, dass ihr Sohn schwul ist – plötzlich steht auch Markus‘ Vergangenheit im Raum …

Vielen Dank an NetGalley.de und den Ullstein Verlag für dieses Rezensionsexemplar, das ich im Rahmen der 1. #NetGalleyDEChallenge lesen durfte!

Herzflüstern ist der allererste Gay-Romance-Roman, den ich in meinem Leben gelesen habe. Und ich fand ihn ziemlich gut.

Dazu gehört, dass dieser Roman nicht den „üblichen“ Plot hat. Ich habe in letzter Zeit immer öfter das Gefühl, dass Liebesromane eine 0815-Handlung haben, in der sich die Protagonisten verlieben, zusammenkommen, einer verbockt die Sache und im letzten Viertel verträgt man sich wieder. Dem war hier nicht so. Die beiden haben einige Probleme zu bekämpfen, aber als sie dann einmal zusammen sind, stehen sie auch zueinander.

Gut fand ich auch, dass den Reaktionen von Freunden und Bekannten (und der Angst davor) relativ viel Platz eingeräumt wird. Ich kann mir gut vorstellen, dass dies insbesondere bei Menschen, die in Julians Lage sind, sich also noch nicht geoutet haben, für Bauchschmerzen sorgt. Gefallen hat mir auch, dass Markus, der sich bereits geoutet hat, in diesem Punkt immer Rücksicht auf Julian nimmt und ihn nie zu etwas drängt.

Überhaupt war das Buch gut geschrieben. Alles wird aus der Ich-Perspektive von Julian geschrieben, dementsprechend kann man sich in ihn natürlich besonders gut einfühlen. Gross trifft dabei immer den richtigen Tonfall, angemessen für einen 18jährigen. So hatte ich nie das Gefühl, dass hier jemand anderes als Julian erzählt.

Mein einziger, aber riesiger Kritikpunkt ist, dass das Buch von einer Frau stammt. Katharina Gross ist mit einem Mann verheiratet und demnach höchstwahrscheinlich nicht homosexuell. Hier kommt für mich die „Own voices“-Problematik ins Spiel und so finde ich es schade, dass Ullstein offenbar keine Gay Romance von einem homosexuellen Autor/einer homosexuellen Autorin für die Challenge zur Verfügung gestellt hat.

Über Katharina B. Gross:
Gross wurde 1988 geboren und arbeitet als Bilanzbuchhalterin in einer Steuerberatungskanzlei. Zusammen mit ihrem Mann lebt sie in Niedersachsen.
Quelle: Ullstein

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Verlagswebseite zum Buch

Taschenbuch: ISBN 9783958189713 | 15,00€
E-Book: ISBN 9783958182684 | 3,99€
336 Seiten

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Cover: Ullstein

Titelbild mit Teetasse und einem Text: "Fantastic Blogposts and Where to Find Them"

Fantastic Blogposts #4

Guten Morgen Bücherwürmer und Leseratten,

es ist schon wieder ein ganzes Weilchen her, seitdem ich eine Zusammenstellung von tollen Blogbeiträgen gemacht habe. Daher gibt es heute die vierte Ausgabe von Fantastic Blogposts and Where to Find Them!

Heute fange ich mit dem Beitrag Meine liebsten YA-Heldinnen und ihr Umgang mit Genre-Klischees von Ant1heldin an. Sie ist eine meiner liebsten Bloggerinnen, da sie sich einem Thema verschrieben hat, das ich für unglaublich wichtig halte: der Frauen-Emanzipation. Im verlinkten Blogbeitrag hat sie eine Liste mit YA-Heldinnen erstellt, die Klischees durchbrechen. Obwohl ich sehr selten YA lese, haben mich ihre Tipps neugierig gemacht. Insbesondere Charlotte Holmes steht jetzt weit oben auf der Wunschliste.

Auch bei Crow and Kraken finde ich regelmäßig interessante Beiträge, die mir oft auch nochmal eine ganz neue Sichtweise auf Themen eröffnen und ermöglichen. Mit ihrem Beitrag Wie finde ich einen Blog, der mein Buch rezensieren will? wendet sich Mareike an AutorInnen, die nach Rezensenten für ihre Bücher suchen. Dort ist auch ein Google-Spreadsheet verlinkt, in dem sich zahlreiche Blogger eingetragen haben, die Rezensionsexemplare entgegennehmen – wenn man sich an den Tipps orientiert 😉

Zum Abschluss noch ein Beitrag von The Book & The Owl. In 5 UNGEWÖHNLICHE POSTIDEEN für den dezent verschrobenen Buchblogger hat sie eine Liste mit außergewöhnlichen Blogpost-Ideen zusammengestellt. Wer also Inspiration für den nächsten Beitrag sucht, könnte hier fündig werden. Dabei gibt es Ideen, die sich direkt auf Bücher beziehen, manches hat aber eher die Welt abseits der Bücher (die gibt es tatsächlich auch!) zum Thema.

Bei diesen drei Beiträgen hat nun wohl hoffentlich jeder etwas gefunden – wenn nicht müsst ihr euch wohl bis zum nächsten Beitrag mit Fantastic Blogpost gedulden!

Liebe Grüße
Celina

Rezension – Das Flüstern des Mondfalters

Estelle Thompson lebt Anfang der 30er-Jahre in Kalkutta und leidet unter der Tatsache, dass sie als „Mischling“ weder in der britischen, noch in der indischen Gesellschaft richtig zuhause ist. Daher liebt sie das Kino; dort ist egal, wer sie ist oder wie sie aussieht. Als sich ihr, dank eines Amerikaners mit Verbindungen nach Hollywood, die Chance bietet, selbst zum Filmstar zu werden, ergreift sie die Chance mit beiden Händen. Doch in London und Hollywood wird es umso wichtiger, dass niemand erfährt, woher die gefeierte Merle Oberon, wie sich Estelle fortan nennt, wirklich kommt. „Rezension – Das Flüstern des Mondfalters“ weiterlesen

Rezension – Das Paar aus Haus Nr. 9

In das leerstehende Haus neben Sara und Neil zieht das Ehepaar Louise und Gavin mit ihren Kindern. Die Paare sind sich sympathisch und freunden sich rasch an. Doch neben den charismatischen und weltgewandten Nachbarn, kommt Saras Leben ihr immer langweiliger vor. Doch langsam stellt sich heraus, dass sich hinter der schönen Fassade von Louise und Gavin einiges verbirgt. „Rezension – Das Paar aus Haus Nr. 9“ weiterlesen

Rezension – Der Sommer der blauen Nächte

Als Jules Mutter stirbt, wirft sie das vollkommen aus der Bahn – und hinterlässt sie mit einem ganzen Haufen Fragen. Um diese zu beantworten reist sie zu den liebsten Ferienorten ihrer Mutter. Dort will sie dem Leben ihrer Mutter nachspüren, das die Künstlerin abseits ihrer Familie hatte. Das hilft ihr aber nicht so recht in der Beantwortung ihrer Fragen – und als dann auch noch die Liebe hinzukommt, ist das Chaos perfekt. „Rezension – Der Sommer der blauen Nächte“ weiterlesen

Rezension – How To Be a Woman

Auf How to Be a Woman wurde ich durch Our Shared Shelf aufmerksam, eine von Emma Watson ins Leben gerufene Gruppe auf Goodreads, die feministische Literatur liest. Eines der dort besprochenen Bücher war eben auch dieses von Caitlin Moran. Nachdem ich zum Zeitpunkt der Leserunde leider zeitlich nicht dazu gekommen bin, habe ich es mir nun besorgt und gelesen. „Rezension – How To Be a Woman“ weiterlesen

Rezension – Power Women

Power Women – Geniale Ideen mutiger Frauen erzählt die Geschichte von 25 Frauen, die unbeirrbar und entgegen aller Widerstände ihren Weg gingen. Von Kleopatra um 50 v. Chr., bis Malala deckt dieses Buch ein großes Stück Menschheitsgeschichte ab. Und von den Trưng-Schwestern aus Vietnam bis zu Frida Kahlo bietet es Geschichten aus nahezu allen Gegenden der Erde. „Rezension – Power Women“ weiterlesen

Rezension – Mordsg’schicht

Das liebste Hobby von Juliana Kallberger ist die Ahnenforschung. Auf ihrem Blog berichtet sie über die Fortschritte die sie dabei macht. Auf der Suche nach den Vorfahren ihres Mannes, stößt sie auf einen mysteriösen Todesfall im Jahr 1902. In ihrem Wohnort Zwirnbach wurde damals ein Mann kurz nach dem Tod seiner Frau erhängt aufgefunden. Zunächst als Selbstmord gewertet, ermittelte die Polizei kurz darauf wegen Mordes, konnte diesen Verdacht aber nie bestätigen. Fasziniert davon, begibt sich Juliana auf die Suche nach der Wahrheit – und macht sich damit in Zwirnbach nicht nur Freunde. „Rezension – Mordsg’schicht“ weiterlesen