Rezension – Die Geliebte des Meisterspions

Quelle: LYX
Quelle: LYX

Die Geliebte des Meisterspions | Joanna Bourne | Egmont LYX | erschienen 2012
aus dem Englischen: The Spymaster’s Lady | Übersetzerin: Firouzeh Akhavan-Zandjani
Taschenbuch: ISBN 978-3-8025-8676-7 | 9,99€
E-Book: ISBN 978-3-8025-8915-7 | 8,99€
Leseprobe

Der britische Meisterspion Robert Grey reist nach Frankreich, um die berüchtigte Spionin Annique Villiers aufzuspüren. Durch einen Zufall landen beide in derselben Gefängniszelle und müssen zusammenarbeiten, um sich zu befreien. Robert glaubt, dass Annique wertvolle Informationen über Napoleons geplanten Angriff auf England besitzt. Er will sie deshalb nach London bringen. Doch Annique gelingt es ein ums andere Mal, sich ihm zu entziehen. Und Robert muss schon bald feststellen, dass die schöne Französin tiefere Gefühle in ihm weckt.
Quelle: Verlagswebsite

Dieses Buch konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen. Das größte Problem waren eindeutig die beiden Hauptpersonen. Mit ihnen bin ich einfach durchgehend über die 435 Seiten nicht warm geworden. Im Klappentext und den ersten paar Kapiteln erschien Annique, das Füchschen, mir wie eine starke, unabhängige Frau. Doch dann wird sie plötzlich zu einem kleinen Mäuschen, das ständig einen Mann – natürlich nur Robert! – zum Anlehnen braucht. Zudem war sie mir durchgehend nicht sympathisch. Meistens empfand ich ihr Verhalten nur als unlogisch und nicht sehr freundlich.
Auch Robert reagiert mal so und mal so und ich wusste nie so genau, woran ich jetzt bin. Zu Beginn des Buches hasst er Annique, aber das erledigt sich irgendwann und warum, weiß ich auch am Ende des Buches nicht so genau. Davon einmal abgesehen kam er meiner Vorstellung eines erfolgreichen Spions um einiges näher als Annique.
Das Verhältnis zwischen den beiden war mir ein Rätsel. Als besonders störend empfand ich, dass Annique zwar schon von Kindesbeinen an im Dienst des französischen Geheimdienstes steht, ihre Mutter zeitweise ein Bordell betrieb, sie zugegebenermaßen die Männer gerne verführt um an Informationen zu kommen, aber dennoch Jungfrau ist. Warum müssen die Frauen in den Liebesromanen denn immer Jungfrauen sein? Warum können sie nicht eine Reihe von Liebhabern gehabt haben und ihre Männer verführen, statt andersherum? Und, vielleicht bin ich in diesem Punkt etwas übersensibel, aber besonders die erste Sexszene zwischen den beiden kam mir über weite Längen als nicht einvernehmlich vor. So ging es immer weiter und teilweise habe ich wirklich nur den Kopf geschüttelt über das, was sich zwischen den beiden abspielt.
Auch die Handlung selbst war in meinen Augen bestenfalls überladen, meistens aber verworren und verwirrend. Es wirkte, als wollte die Autorin unbedingt lange über ihr zwei Helden berichten und musste deswegen immer wieder einen neuen Plottwist einführen. Diese waren aber erstens teilweise sehr vorhersehbar und es kam zweitens viel zu oft zu solchen „Überraschungen“, sodass diese dann nicht mehr überraschend waren.

Ich gebe diesem Buch zwei Sterne, da ich sowohl die Grundidee als auch einige Entwicklungen im Buch sehr gut fand, die Geschichte aber mit zunehmender Dauer immer mehr nachgelassen hat und auch die Charaktere mich nicht voll überzeugen konnten.

2Sterne

Rettung der Highlanderin

Rettung_der_HighlanderinRettung der Highlanderin | Laurin Wittig | AmazonCrossing | erschienen 2013
ISBN 978-1477805251 | 0,99€ (Kindle-Edition)/9.99€ (Taschenbuch)
Leseprobe

Über Laurin Wittig:
Wittig war im Alter von zehn Jahren zum ersten Mal bei einer schottischen Clan-Zusammenkunft dabei, wenn auch in den USA. Seitdem ist sie fasziniert von Schottland. Sie studierte allerdings zunächst Anthropologie und später International Health, danach arbeitete sie einige Jahre in der Computerindustrie. Ihr erstes Buch schrieb sie nachdem sie ihre Karriere aufgegeben hatte, um für ihre Kinder zu sorgen, der sofort ein großer Erfolg in Amerika wurde.
Sie lebt mit ihrem Mann, den beiden Kindern und einem Hund im US-Bundesstaat Virginia.
Quelle: Website der Autorin

Der Schotte Tayg Munro kehrt als Held aus dem Kampf gegen die Engländer heim. Doch bevor er die Nachfolge seines Vaters als Chief antreten kann, soll er heiraten. Um den Heiratsplänen seiner Mutter zu entgehen, meldet er sich freiwillig für eine Mission für den König. Doch durch diese wird er nicht nur in Intrigen gegen den König verstrickt, sondern auch in eine ungewollte Leidenschaft, als er eine fast bewusstlose Schönheit in der schottischen Kälte findet.

Um mit meiner Challenge Märchenhaft durch 2016 voranzukommen, habe ich mir dieses Buch ausgeliehen (außerdem muss man ja sein Kindle Unlimited ausnutzen 😉 ) Allerdings muss ich sagen, dass dies eines der Kindle Unlimited Bücher ist, die mir weniger gefallen. Dafür gibt es einige Gründe.
Zum einen wurde ich mit der weiblichen Hauptperson Catriona überhaupt nicht warm. Von Anfang an fand ich ihre Handlungen unschlüssig (davon weicht nur die Tatsache ab, dass sie keine arrangierte Ehe eingehen will) und oft einfach nur nervig. Ihre Einstellung gegenüber dem Leben im Allgemeinen und Männern im Besonderen war oft unerträglich und das hat sich im Laufe der Geschichte nicht gebessert. Auch ihr Verhalten gegenüber Tayg war merkwürdig. In der einen Minute hasst sie ihn und in der nächsten wirft sie sich ihm an den Hals.
Tayg hat mir da schon besser gefallen. Bei ihm entwickeln sich die Gefühle im Laufe der Geschichte und besonders sympathisch war er mir darin, dass er seine Reisegefährtin zu Beginn mindestens genauso wenig leiden kann wie der Leser.
Auch an der Handlung haben mir zwei Punkte nicht gefallen. Zum einen fand ich es oft historisch recht ungenau. Ich habe gegenüber historischen Liebesromanen niedrige Erwartungen was die historische Authentizität angeht; aber hier war es schon nahezu lachhaft, wie unglaubwürdig ich es fand. In meinen Augen ist es fast unangemessen „historisch“ zu diesem Buch zu sagen. Weniger sachlich ist die Tatsache, dass die Handlung unglaublich kitschig war. Bücher sollten in meinen Augen nicht zum Fremdschämen kitschig sein – doch das ist der Autorin hier gut gelungen.

Zwei Sterne dafür, dass Tayg die ganze Geschichte doch gerettet hat und mir außerdem die Darstellung der raubeinigen Schotten gut gefallen hat. Auch die zotigen Witze, die hin und wieder unter den Männern gerissen wurden, haben mich zum Lachen gebracht.

2Sterne