Rezension – Die Zeit der Weihnachtsschwestern

Weihnachten kommt näher und Suzanne McBride wünscht sich nichts mehr, als ein harmonisches Fest mit ihrem Ehemann und den drei Töchtern Hannah, Beth und Posy zu verbringen. Die drei sind so unterschiedlich wie es nur geht und das Verhältnis der Schwestern untereinander ist angespannt. Suzanne möchte das perfekte Weihnachtsfest bieten – doch dann wird sie von einer fiesen Grippe erwischt. Die Schwestern müssen sich zusammenreißen, um Weihnachten für die Enkelinnen von Suzanne festlich zu machen. Dabei werden alte Wunden neu aufgerissen und neue Geheimnisse enthüllt.

Vielen Dank an den mtb Verlag und NetGalley.de für dieses Rezensionsexemplar!

Meinung

Ich hatte nicht erwartet, wie sehr mich dieses Buch mitnehmen würde. Aber ich kann ganz ehrlich sagen, dass ich noch nie über eine Romanfigur gelesen habe, mit der ich mich so gut identifizieren kann, wie mit Hannah. Sie ist die älteste Schwester und sehr beschützerisch gegenüber ihren beiden „kleinen“ Schwestern. Auch wenn in meiner Familie – zum Glück – nie etwas so furchtbares passiert ist, wie in der der McBrides, so haben wir doch schon einiges als Familie erlebt. Und der unbedingte Wille von Hannah, ihre Schwestern vor den schlimmsten Auswirkungen dieses Unglücks zu bewahren, war für mich sehr gut nachvollziehbar.
Hinzu kommt, dass ich auch nachempfinden konnte, woher ihre Zweifel und die Angst vor Bindungen kommen. Und so habe ich an vielen Stellen geweint, weil ich mich so gut verstanden gefühlt habe.

Auch ansonsten liebe ich Die Zeit der Weihnachtsschwestern! Sarah Morgan schreibt mit einer oft subtilen Art von Humor, die mir gut gefallen hat. Sie versucht nicht, um jeden Preis witzig zu sein, ihr Witz lässt Unterhaltungen aber sehr realistisch wirken. Überhaupt ist das eines der besten Dinge an diesem Buch: ich hatte immer das Gefühl, einfach nur die Hand ausstrecken zu müssen und ich könnte die Schwestern berühren.

Dazu trägt auch bei, dass die drei sehr unterschiedlich sind, was in ihrem Verhalten, der Art wie sie reden und denken (der größte Teil des Buches ist abwechselnd aus Sicht der Schwestern erzählt) deutlich wird. Sarah Morgan muss nicht ständig betonen, wie unterschiedlich sie sind. Ich fand auch die Dynamik im Trio gut nachvollziehbar. Miteinander zu streiten, die anderen manchmal auf den Mond zu wünschen und oft das falsche zu sagen, aber nach außen immer zusammenzuhalten und immer auch froh darüber zu sein, dass es die Schwestern gibt.

Last but not least, hat mir gut gefallen, wie die Konflikte gelöst werden. Es passiert nicht einfach so, von einem Moment auf den anderen. Stattdessen fällt den Schwestern selbst auf, dass ihnen etwas an ihrem Leben nicht gefällt, über Probleme wird gesprochen. Sicher gibt es auch Streit, aber sie raufen sich auch wieder zusammen und sind vor allem gewillt, ihre Schwestern zu unterstützen. Letztendlich wollen sie alle nur das Beste für die Menschen die sie lieben, was für mich schön zu lesen war.

Fazit

Dieses Buch wird mir noch lange in Erinnerung bleiben, for all the right reasons. Ich hatte mit einem gemütlichen Buch für kalte Wintertage geredet. Das ist es gewissermaßen auch, vor allem ist es ein emotionales, witziges Buch, das mir eine Frau aufgezeigt hat, mit der ich mich unglaublich gut identifizieren konnte.

„Ihr könnt euer Leben nicht in der ständigen Angst verbringen, dass ihr verletzt werdet. Wenn ihr verletzt werdet, heilt das wieder. Und während man darauf wartet, dass es heilt, kann man daran zurückdenken, wie viel Spaß man hatte.“

Posy McBride (S. 275)

Weitere Meinungen zum Buch:
books dreamland (5/5 Sterne; „schöner und berührender Familienroman der einen nicht kalt lassen kann“)
Verena’s Buchwelt (5/5 Sterne; „ein wunderschönes Buch mit einem sehr tollen Schreibstil“)

Über Sarah Morgan:
Morgan wurde 1948 geboren und arbeitete ab dem Alter von 18 Jahren als Krankenschwester. Nach der Geburt ihres ersten Kindes, begann sie zu schreiben. 2001 erschien ihr erster Roman. Mittlerweile wurden ihre Bücher in mehr als 20 Sprachen übersetzt und haben zahlreiche Auszeichnungen erhalten.
Heute lebt sie in der Nähe von London, ist verheiratet und hat zwei Söhne. Neben dem Schreiben und Lesen, wandert sie und fährt Mountain Bike.
Quellen: Wikipedia & ihre Website

WERBUNG

Originaltitel: The Christmas Sisters | Übersetzerin: Judith Heisig
Taschenbuch: ISBN 978-3-74570-0-350 | 15,00€
E-Book: ISBN 978-3-74575-0-355 | 7,99€
304 Seiten | erschienen 2019

Verlagswebseite zum Buch

Website der Autorin

Bildquellen
Autorin: Website von Sarah Morgan (© Ev Sekkides)
Cover: HarperCollins

Rezension – Bratapfel am Meer

Caro, Intensivkrankenschwester und seit kurzem in Scheidung lebend, hat ein anstrengendes Jahr hinter sic. Als eine Patientin sie kurz bevor sie stirbt darum bittet, eine Kette zu ihrer großen Liebe nach Juist zurückzubringen, beschließt Caro, den Jahreswechsel auf der kleinen Nordseeinsel zu verbringen und nach besagter großen Liebe zu suchen. Umgeben von Menschen, die sie freundlich aufnehmen, kann sie an den windumtosten Stränden der Insel dabei auch endlich die Auszeit nehmen, die sie dringend nötig hat.

Vielen Dank an NetGalley.de und den CORA-Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Meinung

Es gibt ziemlich viel, das mir an diesem Buch gut gefallen hat. Aber besonders gut fand ich, dass die Leute miteinander reden. In vielen Büchern, vor allem wenn Beziehungen eine Rolle spielen, reden die Leute vor allem aneinander vorbei und nicht wirklich miteinander. In Bratapfel am Meer sind die meisten Charaktere Anfang 30. Dass sie eine mehr oder weniger erwachsene Sicht auf die Dinge haben und man das auch merkt, fand ich gut. Insbesondere Caro selbst spielt nicht gerne Spielchen wenn es um Gefühle (ihre oder die anderer) geht.

Es gab auch einige Themen, die teilweise nur am Rande angesprochen werden, die in meinen Augen ziemlich wichtig sind. Eins davon ist der Pflegenotstand, den Caro als Intensivkrankenschwester hautnah miterlebt. Zwar wird deutlich, wie gerne Caro in ihrem Beruf arbeitet, aber es ist auch offensichtlich, welch große Belastung ihr Job darstellt.
Wie schon gesagt, ist Caro Anfang 30. Ein weiteres Thema ist die berufliche Neuorientierung. Ich fand gut, dass hier deutlich wird, dass man nicht erst komplett zugrunde gerichtet sein muss durch den eigenen Beruf, um sich nach etwas neuem umzusehen.

Die Liebe spielt zwar eine große Rolle, aber es geht auch um das Leben im Allgemeinen. Es geht um den Tod, aber auch Geburt, Freundschaft, Familie und – ganz wichtig – das Essen. Caro backt gerne und auf Juist trifft sie eine ganze Reihe Menschen, die ebenfalls gerne und gut kochen oder backen. Mir hat daher auch gut gefallen, dass am Ende des Buches Rezepte zu einigen der erwähnten Gerichte aufgeschrieben waren.

Fazit

Alles in allem ein gelungenes Buch, das mit seinem gemütlichen Setting und dem Schreibstil perfekt in den Herbst passt. Also schnappt euch euren E-Book-Reader, macht euch einen Tee und kuschelt euch ein.

„Am Ende ist es immer nur die Liebe, die zählt.“

Elfriede Fischermann (S. 35)

Über Anne Barns:
Anne Barns ist das Pseudonym der Autorin Andrea Russo. Sie arbeitete lange als Lehrerin an einer Förderschule, gab dies jedoch auf, um sich vollständig dem Schreiben zu widmen.
Sie liebt es auch, zu Kochen und zu Backen, was besonders bei den Büchern von „Anne Barns“ eine große Rolle spielt. Außerdem geht sie gerne laufen und reist, um die Handlungsorte ihrer Bücher zu erkunden.
Zusammen mit ihrem Mann und Hund lebt sie im Ruhrpott, sie hat außerdem eine erwachsene Tochter.
Quelle: Website von Andrea Russo

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E-Book: ISBN 978-3-74575-0-379 | 8,99€
352 Seiten | erschienen 2019

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Bildquellen
Autorin: Website der Autorin
Cover: Cora-Verlag