My All Time Favourite Author – Blogtour

Julia von The Book Dynasty hatte die wunderbare Idee, eine Blogtour zu starten, in der Blogger einen Monat lang ihre absoluten Lieblingsautoren (eben die All Time Favourite Authors) vorstellen. Am ersten September ging es los, gestern war Anna von Ink of Books dran und morgen wird Mareike von Reading Penguin sich zu Wort melden. Dazwischen liegt aber – eben – heute und heute werde ich mich in ein Loblied für meine Lieblingsautorin ergehen: Rebecca Gablé.

Mein liebstes Genre sind historische Bücher. Sie nehmen in meinem Regal am meisten Platz ein und ich liebe es, eingemummelt in eine Decke mit einer großen Tasse Tee in der Hand in vergangenen Zeiten zu stöbern. Am Liebsten greife ich dabei zu Gablés Büchern.

Aber was ist denn nun so toll an diesen Büchern?

Rebecca Gablé schreibt über die Bekannten der Geschichte. Allerdings macht sie das nicht aus Sicht eben dieser Bekannten, sondern aus der Sicht von Menschen aus ihrem unmittelbaren Umfeld.
Gablé sucht quasi die Lücken in der Geschichtsschreibung und füllt diese durch fiktive Personen aus. Da sie diese in unmittelbarer Nähe zum König und seinem Hof platziert, bekommt man als Leser genau mit, was sich eben dort zuträgt.

Gleichzeitig hat sie die Freiheiten, die fiktive Protagonisten mit sich bringen. Ihr Buch kann sich beispielsweise über die Amtszeit mehrerer Könige ziehen. Auch hat sie die Möglichkeit, neben dem glamourösen und intrigenreichen Leben am Hof, das Leben der Menschen in den Bauernkaten oder Städten darzustellen. The best of both worlds, so to say – zumindest für den Leser.

Einen weiteren Vorteil gibt es noch, der aus dem fiktiven Teil der Bücher resultiert. Bei jedem dem Bücher handelt es sich um richtige Schinken mit rund 1.000 Seiten. Würde es dabei ständig nur um die große Politik gehen, wäre ich, zugegebenermaßen, gelangweilt. Allerdings baut Gablé immer wieder ganze Kapitel ein, die sich um das Privatleben ihrer Protagonisten drehen. Da werden Gestüte aufgebaut, Kinder geboren, Unwetter überstanden, Markttage abgehalten und noch so viel mehr. Diese Abwechslung empfinde ich als eines der besten Dinge an ihren Büchern.

Hinzu kommt, dass ich aus diesen Büchern wirklich etwas gelernt habe. Hauptsächlich natürlich über die jeweilige Epoche, über die sie schreibt. Aber es gibt eben auch die Einblicke in das Leben der einfachen Menschen, welches ich z. B. im Geschichtsunterricht nicht vermittelt bekommen habe. Nachdem ich einmal angefangen hatte, ihre Bücher zu lesen, fand ich es ungleich einfacher, Entscheidungen der damaligen Zeit zu verstehen. Denn ich verstand die Mentalität der Menschen besser.

Last but not least, gefällt mir Gablés Schreibstil richtig gut. Er ist eher nüchtern, dennoch vermittelt er die Atmosphäre des Buches, Gefühle der Personen und die jeweilige Stimmung in einer Situation sehr gut.

Rebecca Gablé 2017

Biographisches

Rebecca Gablé wurde 1964 am Niederrhein geboren und machte nach dem Abitur eine Lehre zur Bankkauffrau. Als solche war sie auf einem Stützpunkt der Royal Air Force tätig, wo ihr Interesse an England erwachte. 1990 schrieb sie ihren ersten Roman und gab daraufhin ihren Beruf auf. In Düsseldorf begann sie ein Literaturstudium, wandte sich aber zunehmend der Mediävistik zu. 1995 erschien bei Lübbe ihr erster Kriminalroman, zwei Jahre später gelang ihr mit dem historischen Roman Das Lächeln der Fortuna der Durchbruch. Seitdem hat sie noch zehn weitere historische Romane veröffentlicht.
Quelle: Website der Autorin

Bildquellen

Rebecca Gablé: Facebook  – (c) by Olivier Favre

PS: Bitte entschuldigt die etwas amateurhaften Bilder von den Büchern. Normalerweise gebe ich mir bei den Bildern deutlich mehr Mühe, allerdings bin ich umzugsbedingt gerade ressourcenmäßig und zeitlich stark eingeschränkt, daher also quasi fast and dirty!

Rezension – Der König der purpurnen Stadt

London 1330: Im Haushalt seines Cousins soll Jonah alles über den Tuchhandel erlernen. Es ist ein hartes Leben und Zuneigung erfährt der verwaiste 18-jährige nur durch seine Großmutter. Doch als er König Edward und Königin Philippa begegnet, wandelt sich sein Leben auf einen Schlag. Er findet Aufnahme in die Londoner Tuchhändlergilde – als jüngstes Mitglied. Und sein Aufstieg ist kometenhaft – bis hin zur Revolutionierung des Tuchhandels mithilfe der Königin. Doch mit seinem Erfolg kommen auch die Neider und Feinde. Und deren Intrigen werden zunehmend perfide. „Rezension – Der König der purpurnen Stadt“ weiterlesen

Das Lächeln der Fortuna

Das Lächeln der Fortuna | Rebecca Gablé | Bastei Lübbe | erschienen 1997Das-Lächeln_der_Fortuna
ISBN 978-3-404-13917-0 | 9.99€
Leseprobe

Über Rebecca Gablé:
Rebecaa Gablé (Künstlername von Ingrid Krane-Müschen) wurde 1964 in Nordrhein-Westfalen geboren, machte nach dem Abitur eine Ausbildung zur Bankkauffrau und arbeitete auf einem Stützpunkt der Royal Air Force. Dort wurde ihr Interesse an der englischen Kultur geweckt, sodass sie schließlich Literaturwissenschaft und Mediävistik in den Fächern Anglistik und Germanistik in Düsseldorf studierte.
Der Durchbruch gelang ihr mit Das Lächeln der Fortuna 1997, vorher hatte sie schon zwei Kriminalromane geschrieben. Seitdem ist jeder ihrer historischen Romane in den Bestsellerlisten gelandet.

England 1360: Der 12-jährige Robin läuft aus dem Kloster davon, nachdem sein Vater, der Earl of Waringham, Selbstmord begangen hat und das Gut der Waringhams einen neuen Earl bekommt. Zwischen dessen Sohn Mortimer und Robin, der sich als Pferdeknecht verdingt, entwickelt sich schnell eine tiefe Feindschaft. Schließlich verlässt Robin das Gut zusammen mit seinem taubstummen Freund Leofric. Als Mortimer ihn aufhalten will, besiegt er diesen im Kampf, gibt sich selbst als Earl of Waringham aus und schickt Mortimer ans andere Ende Englands. So führt in sein Weg wieder in die Welt des Adels und an der Seite des Duke of Lancaster kämpft er in zahlreichen Kriegen, bekommt schließlich ein eigenes Lehen zugesprochen – und steht Mortimer, dem rechtmäßigen Earl of Waringham, wieder gegenüber.

Das Buch ist seit 2009 in meinem Besitz und obwohl es ein dicker Schmöker mit über 1000 Seiten ist, habe ich es schon mehrere Male durchgelesen. Bücher, in denen der Aufstieg eines armen Menschen an die Spitze der Gesellschaft beschrieben wird, interessieren mich und zudem ist der Fall und Aufstieg von Robin spannend geschrieben. Gablé hat einen wirklich tollen Auftakt für ihren Ritterepos hingelegt. Die englische Geschichte ermöglicht es, einen spannenden Roman zu schreiben, mit Höhen und Tiefen wie im echten Leben. Zudem hat Gablé sympathische Hauptfiguren geschaffen und durch Robins Lebensweg erfährt man sowohl vom harten Leben der Bauern als auch dem ausschweifenden des Adels im mittelalterlichen England. Verständlich wird dadurch auch, warum Robin kein hochnäsiger Adliger wird, sondern immer ein „Bauernfreund“ bleibt. Trotz dieses eher untypischen Protagonisten, wird die Welt des Mittelalters anschaulich, interessant und ehrlich, eben auch mit den hässlichen Seiten, dargestellt.

„Ich bin Euch sehr dankbar. Für die Wahrheit und vor allem dafür, dass Ihr mich davor bewahrt habt, nur aus Zorn einen Mann zu töten. Ich war im Unrecht. Es tut mir leid.“
– Robin

5Sterne