Das Christkind wohnt in Hütte 7 – #lesadvent

#lesadventIch wünsche euch allen einen schönen 1. Advent! Heute kommt auch schon mein erster Beitrag zum Lesadvent von Reading Parrot. Hiermit möchte ich auch gleich in den Lostopf für das Buch Denn Liebe ist stärker als Hass von Shlomo Graber hüpfen.

Das Christkind wohnt in Hütte 7 | Franziska Erhard | Selbstverlag | erschienen 2015
0.99€
Leseprobe

Über Franziska Erhard:
Erhard hat bisher drei Bücher veröffentlicht, alle 2015. Gemeinsam ist ihnen auch, dass sie alle auf Amazon sehr gute Rezensionen erhalten haben (ab 4.1 Sternen aufwärts).Das_Christkind_wohnt_in_Hütte_7

Nach der Scheidung von ihrem Mann nimmt die alleinerziehende Sophie notgedrungen einen Job als Christkind auf dem lokalen Weihnachtsmarkt an. Dort verkauft sie in der legendären Hütte 7, in der jedes Jahr ein kleines Weihnachtswunder geschieht, Weihnachtsgeschenke und -dekorationen. Dort trifft sie auch auf den Witwer Will und seinen kleinen Sohn. Nicht nur zwischen den beiden Kindern, sondern auch zwischen Sophie und Will entwickelt sich eine Freundschaft – oder gar mehr?

Was für Schätze sich doch manchmal abseits der großen Verlage (und Preise) finden lassen! Mit Das Christkind wohnt in Hütte 7 habe ich gleich einmal einen guten Einstand in meinen Lesadvent gehabt!
Obwohl das Buch mit 125 Seiten „nur“ ein Kurzroman ist, hat Erhard es geschafft, glaubwürdige und vielschichtige Charaktere zu schaffen und darzustellen. Sophie ist einem von Anfang an sympathisch und die beiden Kids sind unglaublich süß!
Wunderbar fand ich auch, dass ich immer wieder dachte: „Kindermund tut Wahrheit kund!“ Als würden die kleinen Personen vor mir stehen.
Gut gefällt mir auch, dass sich die Gefühle und Beziehung zwischen Sophie und Will auf diesen 125 wirklich entwickelt und man sie nicht plötzlich vorgesetzt bekommt.
Aus ihrer Vergangenheit haben beide ihre Päckchen zu tragen und das macht sie zu unperfekten, wunderbaren Charakteren.
Zu den tollen Figuren kommt ein flüssiger Schreibstil ohne Fehler, die beim Lesen irritieren. Zudem gibt es keine logischen Sprünge.

Das Christkind wohnt in Hütte 7 ist einfach ein wunderbarer Kurzroman für die Vorweihnachtszeit, der nur zu empfehlen ist!

Wie es schien war sie auf dem besten Weg, ihr Leben erneut in eine gefährliche Schieflage zu bringen.
– Sophie Engel

5Sterne

Möppelchensex

MöppelchensexMöppelchensex | Juliane Albrecht | dotbooks Verlag | erschienen 2014
ISBN 978-3-95520-869-1 | 4.99€
Leseprobe

Über Juliane Albrecht:
Albrecht ist das Pseudonym einer bekannten deutschen Autorin. Geboren wurde sie Ende der 60er Jahre in Hanau. Heute lebt sie mit Mann, Tochter und Hund im Ruhrgebiet.
Schon von klein auf stand für sie fest, dass sie entweder Schriftstellerin oder Köchin werden will, da sie das Schreiben und gutes Essen liebt.

Mona stellt fest, dass sie in sieben Jahren Beziehung zu Christian genau sieben Kilo zugenommen hat. Zu diesem Schock stellt sie auch noch fest, dass er eine Affäre mit einer Krankenschwester hat – und keine Lust mehr auf „Möppelchensex“ mit ihr! Kurzentschlossen zieht sie zu ihrer Freundin Carmen nach Hanau, kündigt ihren Job und will abnehmen. Carmen meint zudem, dass ein „Übergangsmann“ her muss.

Möppelchensex ist der typischte aller Frauenromane. Ehrlich gesagt mit eher wenig Story und auch ohne viel Hirnarbeit bei den Leserinnen (ich wage zu bezweifeln, dass Männer auf die Idee kommen, dieses Buch zu lesen 😀 )
Ich fand, es ging alles ein wenig wild drunter und drüber, nachdem Mona von der Affäre ihres Freundes erfährt. Statt mit ihm zu reden – und sich von ihm zu trennen – zieht sie sogar wieder in der gemeinsamen Wohnung ein.
Allerdings hat Juliane Albrecht sympathische Charaktere geschaffen, die einem ans Herz wachsen – wenn auch oft ein bisschen überzogen reagieren. Besonders mit Mona, denke ich, kann sich fast jede Frau identifizieren: Nicht so wirklich zufrieden mit ihrem Aussehen und deswegen unsicher.
Zu Albrecht Schreibstil: Sie schreibt sehr flüssig, man muss, wie gesagt, nicht wirklich nachdenken. Mir sind keine Fehler aufgefallen, man wird also durch nichts in seinem Lesefluss gestört. Allerdings ist es eine recht schnelle Lektüre; ich habe anderthalb Stunden gebraucht, um das Buch zu lesen.

„Sex macht immer Probleme, auch, oder ganz besonders dann, wenn man gar keinen hat.“
– Bastian

3Sterne

Absturz in London

Absturz_in_LondonAbsturz in London | Emma Carr | AmazonCrossing | erschienen 2014
ISBN 978-1-477-82440-5 | 4.99€ (Kindle Edition)/9.99€ (Taschenbuch)
Leseprobe

Über Emma Carr:
Absturz in London ist Emma Carrs Debütroman, inspiriert von einer Reise mit ihrem Ehemann in eben jene Stadt. Die Ruleford-Trilogie ist mittlerweile abgeschlossen; im Oktober 2015 erschien ihr neuestes Buch, ebenfalls Auftakt einer Reihe, The CEO.
Sie lebt mit Ehemann, Sohn und Hund in Seattle.

Aimee Kennedy gewinnt eine Reise inklusive Hotelübernachtung nach London. Dumm nur, dass ihr Begleiter all ihre Sachen stiehlt – inklusive des Gutscheins für den Rückflugs nach Amerika und ihrem Geld. Notgedrungen bewirbt sie sich bei dem attraktiven Banker Simon Ruleford als Haushaltshilfe. Da sie jedoch Amerikanerin ohne Arbeitserlaubnis ist und er seine Geschäfte mit der Königsfamilie nicht gefährden darf, stellt er sie nicht ein. Durch einen Zufall wird Aimee in seinem Haus eingeschlossen, pflegt ihn, als er krank wird und so kommen sich die beiden näher. Aber Aimee muss unbedingt in die Staaten zurück um ihr Studium zu beenden – und Simon darf die Royals nicht verprellen.

Ich habe das Buch angefangen zu lesen – und gleich mal eine Nachtschicht eingelegt, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es ausgeht.
Ein bisschen erinnert es an eine Aschenputtel-Adaption, nur dass in diesem Fall das Aschenputtel nicht gerettet werden will (soll heißen: sich auf keinen Fall in den Prinz verlieben 🙂 ) Ein Prinz kommt im Übrigen doch vor; Prinz William (ja, DER Prinz William) wird nämlich spontan mit eingespannt – und ist hin und weg von Aimees Back- und Kochkünsten. Sehr sympathisch 😉
Besonders Aimee finde ich toll: immer eine schlagfertige Antwort und eine kleine Kämpferin.
Auch Simons Wandel vom Bürohengst, der mit seiner Arbeit verheiratet ist, zum verliebten Trottel ist glaubwürdig. Es geschieht nicht einfach von einem Tag auf den anderen, sondern entwickelt sich im Laufe der Story.
Alles ist glaubwürdig ge- und beschrieben, flüssig zu lesen und ohne grammatikalische Fehler. Und obwohl die Rulefords eine Bankerfamilie sind, wird das Thema Mathematik nicht zu sehr breitgetreten und man auch nicht mit Fachausdrücken erschlagen.

Wenn er die Zeit neben Aimee verbringen durfte, würde er sich auch eine sechsteilige Serie über die Geschichte des Hausstaubs anschauen.
– Simon Ruleford

5Sterne

Heat Wave – Hitzewelle

Heat_WaveHeat Wave – Hitzewelle | Richard Castle | Cross Cult | erschienen 2012
ISBN 978-3-86425-021-7 | 4.99€
Leseprobe

Über Richard Castle:
Richard Castle ist die namengebende Hauptfigur der Fernsehserie Castle. Er ist ein erfolgreicher Krimiautor und wird von der New Yorker Polizei um Hilfe bei einem Fall gebeten. Danach setzt er alles daran, auch weiter mit der Ermittlerin Kate Beckett und ihrem Team arbeiten zu dürfen. Beckett wird zum Vorbild für seine neue Heldin „Nikki Heat“ – Beckett ist davon weniger begeistert.

In New York herrscht eine Hitzewelle. Das ist aber nicht das einzige Problem von Detective Nikki Heat: zum einen ist da noch der Starjournalist Jameson Rook, der sie bei der Arbeit begleitet, zum anderen wartet ein neuer Fall auf sie. Ein Immobilienmakler wurde von seinem Balkon gestoßen. Durch seine Mafiakontakte und die Tatsache, dass er pleite ist, ergeben sich einige Verdächtige.

Ich bin ein Fan der Fernsehserie, deswegen musste ich mir dieses Buch sofort kaufen, als ich darüber gestolpert bin. Allerdings muss man die Serie nicht können, um dem Geschehen folgen zu können. In meinem Kopf waren Nikki Heat und Jameson Rook immer die beiden Hauptfiguren aus der Serie, Beckett und Castle. Sie sind auch ganz klar wieder zu erkennen, Beckett/Heat mit ihrer Schlagfertigkeit (sowohl verbal als auch körperlich) und Castle/Rook mit seinen wenig hilfreichen Kommentaren und seinem Charme. Der einzige Unterschied ist wohl, dass Heat und Rook sich schon im ersten Band seeeeehr nahe kommen, während sich die Beziehung zwischen Beckett und Castle langsamer entwickelt.
Der Autor hat es geschafft im Buch das wiederzugeben, was die Fernsehserie so beliebt macht: die lockeren, lustigen Streitgespräche zwischen Beckett und Castle und den schwarzen Humor, den Becketts Team oft an den Tag legt.
Weniger gefallen hat mir, dass die Beschreibungen des Tatorts und der Polizeiarbeit oft ein wenig abgehackt waren.

Der Krimi hat mich auf keinen Fall enttäuscht: Ich habe eine schöne Portion Richard Castle und Kate Beckett bekommen und auch der Mordfall entwickelt sich ganz schön spannend.

„Wir sind bloß die Polizei und dummerweise müssen wir erst diese ärgerlichen kleinen Dinger zusammentragen, die man Fakten nennt, um den Tathergang zu rekonstruieren.“
– Nikki Heat

4Sterne

Bernsteintränen

Bernsteintränen | Izabelle Jardin | Amazon Publishing | erschienen 2015
BernsteintränenISBN 978-1-50395-398-5 | 4.99€ (Kindle Edition)/9.99€ (Taschenbuch)
Leseprobe

Über Izabelle Jardin:
Mit ihren Liebesromanen erobert Jardin regelmäßig die E-Book-Bestsellerlisten. Mit ihrem Buch Remember erreichte sie den 5. Platz in der Kategorie „Bestes E-Book only“ beim „Deutschen Leserpreis 2014“ sowie Platz 2 der Kindle-Charts. 2016 erscheint es zudem, als erstes ihrer Bücher, auf Englisch. Bernsteintränen ist ihr fünftes Buch.
Sie hat Sozial- und Politikwissenschaften in Oldenburg studiert und lebt mit Mann und zwei Kindern in Norddeutschland.

Nicola Berger ist Anwältin in einem international aufgestellten Unternehmen und soll für dieses eine Reise nach Polen unternehmen. Dort lernt sie nicht nur den attraktiven Landarzt Marcin Jablonski kennen, sondern findet durch einen Zufall die Briefe einer geheimnisvollen E. an ihre Mutter. Diese stammen aus dem Jahr 1945 und wurden vor der Flucht der Familie gen Westen geschrieben. Darin beichtet E. ihrer Mutter auch ihr Verhältnis zu dem polnischen Zwangsarbeiter Aleksander. Überwältigt von E.s Gefühlen und der sich entwickelnden Beziehung zu Marcin, stellt Nicola ihre Lebensplanung in Frage.

Da hab ich beim Stöbern im Kindle Unlimited-Bereich einen richtigen kleinen Schatz entdeckt! Die Geschichte von Nicola und Marcin ist sehr schön geschrieben und passt wunderbar in die Winterzeit. Jardin beschreibt auf wunderbare Weise den Wandel einer karriereorientierten, toughen Businessfrau, zu einer Frau, die auch Blicke hinter diese harte Schale zulässt und Schwächen eingesteht. Gut hat mir auch gefallen, dass Nicola sich ändert, aber nicht komplett den Charakter aufgibt, den sie zu Beginn hatte. Es wäre in meinen Augen unglaubwürdig, wenn aus der, trotz allem sympathischen, Businessfrau ein Heimchen am Herd wird.
Marcin ist selbstverständlich der perfekte Mann – gutaussehend, mit breiten Schultern und dann auch noch Arzt *seufz* 😉 Zu perfekt dann aber auch nicht; eher einer der von mir geliebten perfekten unperfekten Charaktere, der aus einer gescheiterten Ehe mit gebrochenem (Selbst-)Vertrauen hervorgeht.
Auch eine wunderbare Sache: Der unaufdringliche Humor und die lustigen Geplänkel zwischen Nicola und Marcin.
Natürlich hat jedes Buch auch die ein oder andere Schwachstelle – so werden besonders die romantische Szenen fast schon übertrieben kitschig dargestellt und besonders gegen Ende artet alles in viel zu vielen Zufällen aus. Der ein oder andere weniger hätte es auch getan.

„Der Haken [an sechzig Jahren Frieden] ist, dass niemand mehr gefordert ist, für irgendetwas zu kämpfen.“
– Nicola Berger

4Sterne

Das Geheimnis der Zitronen

Das_Geheimnis_der_ZitronenDas Geheimnis der Zitronen | Ella Wünsche | Selbstverlag | erschienen 2015
2.99€
Leseprobe

Über Ella Wünsche:
Wünsches erster Roman Das Leben ist kein Brautstrauß wurde 2013 zum Überraschungserfolg im eBook-Weihnachtsgeschäft. Mittlerweile hat sie fünf Bücher geschrieben. Das Geheimnis der Zitronen, ihr neuestes Werk, landete auf Platz 1 der kindle-Bestsellerliste.
Ihre schriftstellerische Karriere begann mit Kurzgeschichten in der Schule und führte über Drehbücher für einen Film und eine Kinderserie zum heutigen Bucherfolg.

Julie Berger, Kellnerin in Heidelberg, erbt von ihrer Großmutter ein Haus. Erstmal nicht so ungewöhnlich – allerdings kannte sie die Dame nicht. Als sie in ihrem neuen Heim ankommt, wird sie von einem vermeintlichen Einbrecher überrascht. Dieser stellt sich als Marc Fiedler vor und ist auch kein Einbrecher, sondern war für zwei Jahre Mitbewohner von Julies Großmutter.
Beim Aufräumen findet sie die Tagebücher ihrer Großmutter und macht sich auf die Suche nach ihrem Großvater, von dem sie nichts außer dem Namen weiß.
Langsam wächst ihr zudem ihr mürrischer Mitbewohner Marc ans Herz und sie versucht auch noch dessen Leben ein wenig zu ordnen.

Als ich das Buch gekauft habe, hatte ich gar keine großen Erwartungen. Ich wollte eine nette, wenig anspruchsvolle Lektüre haben. Der Grund dafür, dass es dieses Buch wurde, war der Schauplatz: Heidelberg. Ich kenne die Stadt und war gespannt, ob ich das ein oder andere wieder erkennen würde.
In gewisser Weise wurden meine Erwartungen dann doch erfüllt: Die Lektüre war nett und all zuviel denken musste man auch nicht.
Wirklich vom Hocker gehauen hat es mich aber auch nicht. Mit Julie bin ich nicht wirklich warm geworden. Sie ist mir zu sprunghaft. Ich fand sie eigentlich durchgehend recht egoistisch, aber zum Ende des Buches hieß es plötzlich, dass sie sich nicht nur um die Leben anderer kümmern etc. Damit habe ich etwas vorgesetzt bekommen, was nicht meinem Bild der Figur entsprach.
Sympathischer war mir da schon Marc. Ich fand seine Handlungen nachvollziehbar. Aber auch hier gab es einen Widerspruch zwischen der Art, wie ich ihn empfand, und dem, was die Autorin sagt. Das Buch ist zwar in der dritten Person geschrieben, aber eindeutig aus Julies Sicht. Besonders zu Beginn regt sie sich immer mal wieder auf, weil ihr Mitbewohner „ohne Grund“ an die Decke geht. Ich fand das aber immer sehr verständlich – wenn sie mich so behandelt hätte, wäre ich auch an die Decke gegangen!
Ich hatte also durchgehend das Gefühl, dass die Handlungsweise der Personen nicht wirklich zu dem passt, wie sie beschrieben werden.

Insgesamt eine angenehme Lektüre; der typische Frauenroman. Schnell gelesen, mit dem erwarteten Ende. Sie sticht für mich nicht besonders heraus – weder positiv, noch negativ.

„Sein Lieblingsgericht ist unser kleines Geheimnis, von dem er nur mir erzählt hat.“
– Anna-Maria Böhm

3Sterne

Liebe mediterran – abgebrochen

Heute habe ich angefangen Liebe mediterran von Constanze Klingner zu lesen. Klar, nicht ganz das passende Thema für die Weihnachtszeit, aber ich muss gerade meinen kostenlosen Kindle Unlimited-Monat voll ausnutzen 🙂
Ich bin eigentlich schon ohne große Erwartungen an das Buch ran. Mit hat es gefallen, dass noch das ein oder andere Rezept im Buch vorkommt.

Trotz meiner nicht vorhandenen Erwartungen musste ich das Buch jetzt abbrechen.
Zunächst einmal ist in diesem Buch nicht einer der Hauptcharaktere wirklich sympathisch. Besonders Franziska, auf der das Hauptaugenmerk liegt, geht mir furchtbar auf die Nerven! Absolut nichts gegen starke Frauen, die ihren Weg gehen (eher im Gegenteil, die gefallen mir sonst sehr!), aber in diesem Buch ist das alles schon sehr abgedroschen.
Auch Alessandro, der männliche Hauptprotagonist, hat sich bei mir nicht wirklich beliebt gemacht. Ich konnte sein Verhalten überhaupt nicht nachvollziehen, viel zu sprunghaft ohne ersichtlichen Grund. Manchmal hab ich gedacht: „Wer von den beiden ist denn die Zicke?!“
Und Franziskas Mutter, die sich Sorgen macht, dass sie mit ihrer Erziehung etwas falsch gemacht hat – weil Franziska karriereorientiert und erfolgreich ist! Ich würde mir eher Sorgen machen, wenn das Kind Drogen nimmt oder den Schulabschluss nicht auf die Reihe kriegt!

Zu diesem sehr negativen Eindruck der Charaktere kommen noch einige Logikfehler, die mir das Lesen zusätzlich erschwert haben. Beispielsweise geht Luca, Alessandros Sohn, in die Schule, um dann kurz darauf von einem Baum auf dem Hof seines Vaters zu fallen. Auch von gefüllten Gnocchi habe ich noch nie gehört (vielleicht gibt’s die ja wirklich, aber das wäre mir nicht bekannt).

Liebe_mediterranInsgesamt bin ich vor allem froh, dass ich mir das Buch nur ausgeliehen habe!


Liebe mediterran
| Constanze Klingner | Amazon Publishing | erschienen 2015
4.99€
Leseprobe

abgebrochen

Capital Crimes

Capital_CrimesCapital Crimes – London Mysteries | Martin Edwards (Hrsg.) | The British Library | erschienen 2015
ISBN 978-0-7123-5749-4 | £8.99

Über Martin Edwards:
Edwards wurde 1955 im britischen Knutsford geboren. Er studierte Jura und arbeitet heute noch als Berater einer Rechtsanwaltskanzlei. Seit 1988 ist er verheiratet und hat zwei Kinder.
1991 erschien sein erster Krimi All the Lonely People; über den Detektiv des Buchs, Harry Devlin, hat er noch sieben weitere Krimis geschrieben. Bekannt ist auch seine Lake District Mysteries-Reihe. Zudem hat er über 50 Kurzgeschichten geschrieben. Er ist Mitglied der Crime Writers‘ Association, Vorsitzender des Komitees, das eine der höchsten Auszeichnungen der englischen Kriminalliteratur verleiht, und Archivar der Association.

Capital Crimes ist eine Zusammenstellung von 17 Kurzgeschichten, die alle in London spielen. Das ist auch schon die einzige Gemeinsamkeit (und natürlich, dass es alles Kriminalgeschichten sind). In dem meisten Fällen handelt es sich um Mord, aber es gibt auch die ein oder andere, die eher in Richtung Kurzthriller neigt und auch andere Verbrechen werden abgedeckt. Veröffentlicht wurden sie erstmals zwischen 1893 und 1946, decken also mehr als ein halbes Jahrhundert der englischen Kriminal-Kurzgeschichten ab. Unter den Autoren befinden sich so berühmte Namen wie Arthur Conan Doyle oder Edgar Wallace, zum größten Teil handelte es sich aber um Autoren die ich nicht kannte.

Ich muss zugeben, dass manche der Geschichten recht schwer zu lesen waren. Gerade bei Doyle waren mir einige der Worte unbekannt. Zudem wurden in einigen Geschichten wohl Dialekte wiedergegeben, was mir das Lesen nicht unbedingt erleichtert hat (als würde ein Ausländer ein auf schwäbisch geschriebenes Buch lesen 😀 ). Das hat sich aber in den späteren Kurzgeschichten gegeben, was ich vermutlich vor allem meinem exzessivem Agatha Christie-Lesen zu verdanken habe.

Davon einmal abgesehen aber ich auch einige neue Schätze entdeckt. Beispielsweise den blinden Amateur-Detektiv Max Carrados (erfunden von Ernest Bramah), oder die lippenlesende Judith Lee (von Richard Marsh).

Die kürzeste Geschichte geht über fünf Seiten, die längste über knapp 30. Allen gemeinsam ist, dass ihre Autoren es schaffen, auf sehr unterschiedliche Weise zu den unterschiedlichsten Verbrechen Spannung aufzubauen. Keine der Geschichten hat mich gelangweilt. Gefallen hat mir im übrigen auch, dass ein paar der Kurzgeschichten von Frauen stammen.

„I […] gravitated to London, that great cesspool into which all the loungers and idlers of the Empire are irresistibly drained.“
– Dr. John Watson

4Sterne

Karl der Große

Karl_der_GroßeKarl der Große – Der Roman seines Lebens | Thomas R. P. Mielke | emons | erschienen 1992 im Schneekluth-Verlag
ISBN 978-3-95451-170-9 | 11.90€
Leseprobe

Über Thomas R. P. Mielke:
Mielke wurde 1940 in Detmold geboren. Hauptberuflich war er lange Zeit Kreativdirektor in internationalen Werbeagenturen. Außerdem soll er der Erfinder des Kinder-Überraschungseis sein.
Als Ausgleich schrieb er in seiner Freizeit Romane. Der erste erschien 1960 und war ein Science-Fiction-Roman. 1988 wurde sein erster historischer Roman veröffentlicht; Gilgamesch, König von Uruk.
Mittlerweile lebt Mielke in Berlin; er ist verheiratet und hat vier erwachsene Kinder.
Quelle: Wikipedia

In Karl der Große macht Thomas R. P. Mielke aus der namengebenden Hauptfigur (wenn man in diesem Fall überhaupt von einer „Figur“ sprechen darf), die im Geschichtsunterricht mehr oder weniger gelangweilt hat und wie aus einer fernen Welt erschien, eine starke Persönlichkeit, deren Handlungen und Motive auf einmal nachvollziehbar werden. Karl der Große ist nicht mehr einfach nur eine der großen Persönlichkeiten aus Geschichtsbüchern, sondern ein Mensch wie jeder andere auch, der Probleme zu bekämpfen hatte, die wir uns heute nicht einmal mehr erträumen können. Der aber auch – ungelogen! – Probleme hatte, die wir heute noch sehr gut nachvollziehen können (Probleme mit eigenwilligen „Weibern“ beispielsweise). Und der mir vor allem mit einem Mal sehr viel moderner vorkam, als man es glauben sollte oder ich je geglaubt hätte – vor allem wenn man bedenkt, wann er gelebt hat!

Mir hat Karl der Große sehr gut gefallen! Zugegebenermaßen fand ich ihn auch im Geschichtsunterricht nie besonders langweilig, aber dieser Roman hätte mir auch gefallen, wenn ich nicht an ihm interessiert gewesen wäre!
Stellenweise hatte ich das Gefühl in einem fiktiven historischen Roman gelandet zu sein. Natürlich ist nicht jedes Wort überliefert, das Karl jemals von sich gegeben hat. Aber Mielke ist es in meinen Augen wunderbar gelungen, die schwarzen Löcher in Karls Biographie zu füllen; selbst Karls Bettgeflüster mit seinen diversen Ehe- und Nebenfrauen wirkt echt.
Mit dem Buch wurde mir der Mann auch sympathisch und nicht nur zu einer interessanten Perönlichkeit aus unserer Vergangenheit. Seine Liebe insbesondere zu seiner ersten Ehefrau und zu seinen Töchtern wird im Buch quasi spürbar. Auch sein aufgeschlossenes Denken, insbesondere in jungen Jahren, macht ihn zu etwas Besonderem – besonders wenn man bedenkt, dass Karl von 742-814 lebte.
Immer wieder hat mich der Roman auch ganz schön erstaunt, mit kleinen Anekdoten aus Karls Leben (‚War das jetzt erfunden?‘) und aus dem frühen Mittelalter.
An einigen Stellen ist mir das Buch ein wenig zu langatmig gewesen. Manchmal dachte ich, dass man dafür an anderer Stelle mehr Informationen hätte einfließen lassen können. Aber bei über 650 Seiten darf das auch mal vorkommen.
Insgesamt hat es sich trotzdem sehr flüssig, schnell und angenehm lesen lassen. Es ist nicht unbedingt leichte Lektüre, aber auf jeden Fall lesenswert!

“ Nicht, was die anderen von ihm erwarteten, war wichtig, sondern ganz allein das, was er selbst glaubte, fühlte und vertreten konnte.“
– Karl der Große

5Sterne

Engelskuss

U_8272_LYX_ENGELSKUSS_3A.IND5Engelskuss – Gilde der Jäger | Nalini Singh | Egmont LYX | erschienen 2010
ISBN 978-3-8025-8274-5 | €9.95

Über Nalini Singh:
Nalini Singh, geboren 1977 auf den Fidschi-Inseln, wuchs in Neuseeland auf und lebt dort. Sie schreibt Romantic-Fantasy und ist New York Times Bestseller-Autorin.
Quelle: Wikipedia

Die Jägerin Elena wird von Raphael, dem Erzengel von New York, angeheuert, um den Erzengel Uram zu jagen. Dieser wurde abtrünnig und richtet nun in Raphaels Herrschaftsgebiet ein Blutbad an. Eine ganz schöne Herausforderung – jagt Elena doch normalerweise Vampire!
Während dieser lebensgefährlichen Jagd, und damit zu einem recht unpassenden Zeitpunkt, weckt Raphael ihre Gefühle.

Engelskuss ist der erste Teil von Nalini Singhs Reihe Gilde der Jäger. Mittlerweile gibt es sieben Bände, vier davon drehen sich um Elena und Raphael.
Mir gefällt besonders Singhs Schreibstil. Er ist flüssig und gut lesbar. Durch unterschiedliche Ausdrucksweisen schafft sie es zudem, ihren Figuren Leben einzuhauchen. Deswegen hatte ich oft das Gefühl, dass Raphael, so modern er sich auch geben mag, eben doch ein jahrtausende alter Erzengel ist.
Mit Elena wird auch meine Vorliebe für starke Frauen befriedigt. Sie hat Raphael, seiner Folgschaft aus Engeln und Vampiren sowie ihrer „Beute“ Uram zwar körperlich eher wenig entgegenzusetzen. Aber sie lässt sich davon nicht unterkriegen und zumindest die Wortgefecht gewinnt sie regelmäßig und setzt sich so auch gegen Raphael durch.
Da ich insgesamt sechs Bücher der Reihe gelesen habe, kommt hier noch ein Pluspunkt: Im Gegensatz zu ihrer Gestaltwandler-Reihe finde ich die weiblichen Hauptpersonen besser gelungen. Die Unterschiede zwischen ihnen sind besser herausgearbeitet und werden auch besser dargestellt.

Insgesamt ist es eine nette Lektüre für zwischendurch, schnell gelesen, spannend, aber es fehlt ihr in meinen Augen das gewisse Etwas. Ich kann den Finger nicht wirklich drauflegen, was hier fehlt, um es zu einem wirklich, richtig guten Buch zu machen.

„Ich sterbe fast vor Angst. Aber Sie haben mich sicherlich nicht den ganzen Weg hierher kommen lassen, um mich vom Dach zu schubsen.“
– Elena Deveraux

4Sterne