Rezension – Die Türme des Februar

Die Türme des Februar ist als Tagebuch aufgebaut. Dass es daher mit einem Datum beginnt ist nichts ungewöhnliches – das dieses Datum der 30. Februar ist, dagegen schon. Der Tagebuch-Schreiber, ein 14-jähriger Junge, steht plötzlich an einem Strand; Fußspuren führen aus dem Wasser bis zu ihm und er hat keinerlei Erinnerungen. Er weiß weder wie er heißt, noch woher er kommt und schon gar nicht, wie er an diesen Strand gekommen ist. Auf der Suche nach sich selbst beginnt er, das Tagebuch zu schreiben, begegnet Menschen, die ihm helfen, verliebt sich. Eine wichtige Rolle dabei spielen die zwei identischen Türme in den Dünen, die ihm bekannt vorkommen.

Zwar soll Die Türme des Februar ein Jugendbuch sein und es steht auch schon seit einigen Jahren in meinem Bücherregal, immer mal wieder angefangen und nie zu Ende gelesen. Ich würde es eher nicht Jugendlichen empfehlen. Tonke Dragt arbeitet viel mit Andeutungen, die ich nicht verstanden habe, als ich jünger war. Heute aber ist es ein spannendes Buch. Das Ende bleibt ein Stück weit offen, was mir normalerweise eher nicht gefällt. Da diese Geschichte aber so gut ist, macht es Spaß, sich vorzustellen, was wohl passiert.
Der Aufbau als Tagebuch sorgt dafür, dass man sehr gut mit dem „Autor“ mitfühlen kann, auch wenn man das ein oder andere vor diesem versteht. So wird es zu einem Buch, welches man kaum aus der Hand legen möchte.
Dass es sehr viele Andeutungen gibt ist für mich ein Grund, „nur“ vier Sterne zu vergeben – mir sind geradlinige Bücher lieber. Dennoch ist es ein geniales Buch, eben nicht nur für Jugendliche geeignet.

Über Tonke Dragt:
Tonke Dragt wurde 1930 in Jakarta geboren (dort arbeitete ihr Vater für die niederländische Regierung) und heißt mit vollem Namen Antonia Johanna Dragt. Zwischen ihrem zwölften und fünfzehnten Lebensjahr, während dem Zweiten Weltkrieg, wurde die gesamte Familie in einem japanischen Gefangenenlager interniert. Hier dachte Dragt sich erste Geschichten für Familie und Freunde aus.
Nach dem Krieg machte sie ihr Abitur in den Niederlanden und studierte dort Zeichnen. Daraufhin arbeitete sie als Zeichenlehrerin in den Niederlanden. 1961 erschien ihr erstes Buch Der Goldschmied und der Dieb: Geschichten von den ungleichen Zwillingsbrüdern. Insbesondere in den Niederlanden wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
Quelle: Beltz

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Originaltitel: Verhalen van de Tweelingbroers | Übersetzerin: Liesel Linn
Taschenbuch: ISBN 978-3-407-78937-2 | 8,95€
464 Seiten | erschienen 1983

Bildquellen
Autorin: Beltz
Cover: Beltz

Rezension – Eine kurze Geschichte der Menschheit

Harari beschreibt in seinem Buch den Werdegang des Homo sapiens von einem Tier unter vielen zum Herrscher des Planeten. Daher geht’s von den Jägern und Sammlern über die ersten Bauern, die Könige des Mittelalters und Napoleon bis zu uns heute. Außerdem stellt er einige Theorien vor, wie sich der Mensch in einigen Jahren (oder Jahrtausenden) entwickelt hat und welche Rolle die Technik für unsere weitere Entwicklung spielt.

Auf den ersten Blick mag sich das nicht besonders spannend anhören: Ein Sachbuch! Aber ich kann den vielen begeisterten Pressestimmen nur zustimmen. Harari schreibt sehr anschaulich, schafft es, auch komplizierte Sachverhalt durch Beispiele zu erklären und streut immer mal wieder eine Brise Humor ein. Diese Mischung sorgt dafür, dass sich das Sachbuch wie ein Roman liest – noch dazu wie ein guter Roman 😀

Daneben regt das Buch durchgehend zum Nachdenken an. Zum Beispiel, wenn Harari die These aufstellt, dass „der Menschheit immer mehr Ressourcen zur Verfügung [stehen]“ (S. 428). Dies widerspricht schließlich dem, was viele (alle?) denken, dass unsere Ressourcen nämlich zur Neige gehen. Ich dachte bei solchen Thesen von Harari zunächst: Vielleicht hat der gute Mann in letzter Zeit keine Zeitung gelesen?! Aber dann stellt er anschaulich und gut dar, wie er dazu kommt, eine solche These aufzustellen. Schlussendlich sitzt man als Leser/in vor dem Buch und fühlt sich „gezwungen“ zuzustimmen.

Und schließlich beschreibt Harari am Ende des Buches einige Zukunftsszenarien, bei denen mir zumindest ein Schauer über den Rücken gelaufen ist. Diese sind nämlich kaum vorstellbar und dafür umso erschreckender. Tröstend bliebt da nur noch zu sagen, dass auch laut Harari die Geschichte weder lenk- noch vorhersehbar ist.

Wir haben die zweifelhafte Ehre, die mörderischste Art in der Geschichte des Lebens zu sein.

Kindle-Pos. 1309

Weitere Meinungen zum Buch:
Fabelhafte Bücher („Dieses Buch macht wirklich klug.“)
Bücherliebe (5/5 Sterne; „Es hat selten so viel Spaß gemacht ein Sachbuch zu lesen.“)
Swantje Niemann („deckt auf unterhaltsame Weise Zehntausende von Jahren ab und beleuchtet wichtige Stationen und Strukturen, die den Menschen zu dem gemacht haben, was er ist.“)

Über Yuval Noah Harari:
Harari wurde 1976 geboren und ist Professor für Geschichte an der Hebrew University of Jerusalem. Spezialisiert hat er sich auf Universal- und Militärgeschichte. Sein Buch Eine kurze Geschichte der Menschheit wurde 2011 in Israel zum Nr.1-Bestseller und auch in Deutschland ist das Buch ein Spiegelbestseller.
Quelle: DVA, Wikipedia

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Originaltitel: A Brief History of Mankind – Kizur Toldot Ha-Enoshut | Übersetzer: Jürgen Neubauer
Taschenbuch: ISBN 978-3-570-55269-8 | 14,99€
E-Book: ISBN 978-3-641-10498-6 | 13,99€
528 Seiten | erschienen 2013

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Autor: Website des Autors
Cover: Randomhouse

Rezension – Leopardenblut

2079 bevölkern drei verschiedene Bevölkerungsgruppen die Erde: Menschen, Mediale und Gestaltwandler. Mediale und Gestaltwandler stehen sich dabei quasi feindlich gegenüber. Mediale handeln grundsätzlich rational und behaupten von sich, keine Gefühle zu haben. Die Gestaltwandler dagegen sind gefühlsbeherrscht, besitzergreifend und legen viel Wert auf Berührungen.
In Leopardenblut trifft die Mediale Sascha Duncan auf den Gestaltwandler Lucas Hunter. Er ist das Alphatier der DarkRiver-Leoparden. Vom ersten Augenblick an fühlt sie sich zu ihm hingezogen,  aber in der Welt der Medialen sind Gefühle nicht erlaubt.

Zunächst einmal muss ich sagen, dass mir schon allein die Idee mit den Gestaltwandlern und Medialen gut gefällt. Nalini Singh hat diese gute Idee auch noch gut umgesetzt. Und ein super besitzergreifender, sexy, total verknallter, wilder Mann wie Lucas hat schon was 😉 Die Hauptfiguren sind sehr sympathisch und haben alle ihr Päckchen zu tragen. Ich habe ja schon mal erwähnt, dass ich keine perfekten Protagonisten mag und durch die Geschichten, welche die Protagonisten hinter sich haben, wird diese Vorliebe von mir erfüllt. Weniger gefällt mir, dass sich die Gefühle zwischen Sascha und Lucas nicht wirklich entwickeln. Sie sind einfach plötzlich da und das ging mir ein bisschen zu schnell. Sascha sagt zwar schon von Anfang an über sich, dass sie einen Defekt hat, da sie fühlt. Aber von einem Tag auf den anderen sieht sie das nicht mehr als Defekt an, ohne dass sie dabei eine wirkliche Entwicklung durchlebt.
Es ist noch zu erwähnen, dass dieser Roman an einigen Stellen als „Thriller“ angegeben wird. Das ist er nicht einmal ansatzweise! Zwar gibt es einen Art Krimi im Roman, aber die Liebesgeschichte zwischen Sascha und Lucas nimmt eindeutig mehr Raum ein.

Mittlerweile gibt es 18 Romane und Kurzgeschichten über die Gestaltwandler und ich habe fast alle gelesen, da man dabei einfach eher wenig denken muss. Aber grundsätzlich sind sich Singhs Romane über die Gestaltwandler alle sehr ähnlich und vor allem gibt es meiner Meinung nach zu wenig Unterschiede zwischen den weiblichen Hauptfiguren. Sie haben alle ähnliche oder sogar gleiche Charaktereigenschaften. Kennt man fünf der Romane, kennt man alle. Das ist schade, denn eigentlich kann man aus dieser Idee sehr viel herausholen.

Weitere Meinungen zum Buch:
Izzys Nerdvana („Ein großartiger Auftakt einer wundervollen Reihe.“)
Walking in the Clouds („Kreativer, spannender und sinnlicher geht es kaum.“)
Zwischen den Seiten (4/5 Sterne; „definitiv nicht meine letzte Begegnung mit dieser Buchreihe“)

Über Nalini Singh:
Nalini Singh, geboren 1977 auf den Fidschi-Inseln, wuchs in Neuseeland auf und lebt dort. Sie schreibt Romantic-Fantasy und ist New York Times Bestseller-Autorin.
Quelle: Wikipedia

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Originaltitel: Slave to Sensation | Übersetzerin: Nora Lachmann
Taschenbuch: ISBN 978-3-8025-8152-6 | 9.95€
E-Book: 978-3-8025-8763-4 | 8.99€
400 Seiten | erschienen 2008

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Autorin: Website der Autorin
Cover: Lübbe

Rezension – Wer will schon einen Rockstar?

Anne Rollins, die Protagonistin des Romans, hat ein wirklich großes Problem: Ihre Mitbewohnerin ist verschwunden. Inklusive der Möbel und dem Geld, dass sie Anne noch schuldet. Zur Ablenkung begleitet sie ihre Nachbarin auf eine Party – wo sie Mal Ericson gegenübersteht! Er ist Drummer der Band Stage Dive und sie schwärmt schon seit langem für ihn. Durch Zufall erfährt er von ihrem Problem und bietet ihr einen Deal an: Er hilft Anne mit dem Geldproblem und sie spielt im Gegenzug seine Freundin. Naja, wenn man ganz ehrlich ist, bietet er den Deal nicht an, sondern setzt ihn einfach in die Tat um. Für Anne ergibt sich so die Möglichkeit, ihren Chef Reece eifersüchtig zu machen, auf den sie steht, der sie aber nicht wahrzunehmen scheint. Dass Reece aber bald vergessen ist, dürfte ja wohl klar sein.

Ein bisschen klischeehaft ist die Geschichte schon: Der unglaublich sexy, gut aussehende, reiche Rockstar verliebt sich in das Mädchen von nebenan. Dass er zum Verlieben ist, ist sowieso selbstverständlich. Kylie Scott hat trotzdem eine spannende Story aufgebaut. Sie schafft interessante Charaktere, mit Ecken und Kanten; Charaktere die nicht perfekt sind. Zudem schreibt sie mit viel Humor (in meinen Augen ein großer Pluspunkt). Da der Roman aus der Ich-Perspektive erzählt wird, kommt dazu noch eine gehörige Portion Selbstironie. Und das ist eine Sache, die mir an Büchern einfach immer gefällt!
In dem Roman herrscht nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen. Es gibt ein paar peinliche Szenen und ich finde auch die Sexszenen sehr gelungen. Das schafft nicht jeder Autor. Hier rutschen sie weder in das klischeehafte ab, noch verkommt das Ganze zu einem Porno auf Papier. Kleine Warnung: Auch wenn das nicht der Fall ist, sind besagte Szenen doch recht detailgenau beschrieben und finden nicht nur im Dunkeln unter der Bettdecke statt.
Da die Autorin über sich selber sagt, dass sie Happy Ends liebt, darf dieses auch nicht fehlen. Etwas anderes war auch nicht zu erwarten. Und das ist der Grund, warum es von mir „nur“ vier Sterne gibt: Obwohl es eine kurzweilige Geschichte ist, die ich jetzt bestimmt schon fünfmal gelesen habe, ist sie einfach sehr vorhersehbar.

„Ich werde Mal zur Schnecke machen, weil ich nämlich in ihn verliebt bin.“

Anne Rollins (Kindle-Pos. 4072)
Rockstars-Reihe
  1. Kein Rockstar für eine Nacht
  2. Wer will schon einen Rockstar
  3. Rockstars bleiben nicht für immer
  4. Rockstars küsst man nicht

Weitere Meinungen zum Buch:
Bücherhummel (5/5 Hummeln; „mit viel Gefühl, Drama und Humor“)
Leuchtturmwärterin (3/5 Sterne; „durchschnittlich guter New Adult-Roman“)
Bücherquatsch („dieses Buch [ist] mein neuer All-Time-Favourite […]“)

Über Kylie Scott:
Kylie Scott lebt mit Mann und zwei Kindern in Queensland, Australien. Ihr Erstlingswerk Kein Rockstar für eine Nacht erschien Ende 2014. Und obwohl das jetzt wirklich noch nicht soo lange her ist, wurden ihre Bücher schon in sechs Sprachen übersetzt. Mittlerweile gibt es von ihr vier Bücher, drei davon sind ins Deutsche übersetzt. Zudem ist sie New York Times und USA Today Bestseller-Autorin.
Quelle: Website der Autorin

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Originaltitel: Play | Übersetzerin: Katrin Reichardt
Taschenbuch: ISBN 978-3-8025-9504-2 | 9,99€
E-Book: ISBN 978-3-8025-9886-9 | 8,99€
352 Seiten | erschienen 2015

Bildquellen
Auorin: Website der Autorin
Cover: