Rezension – Der kleine Laden in Bloomsbury

Das Glück scheint endlich einmal auf Posy herabzuscheinen, als sie einen kleinen Buchladen in Bloomsbury erbt. Mit Feuereifer macht sich daran, diesen wieder auf Vordermann zu bringen. Dazu soll auch beitragen, künftig nur noch Liebesromane mit Happy End zu verkaufen – schlechte Nachrichten gibt es ihrer Meinung nach genug.
Nur Sebastian, der Enkel der verstorbenen Besitzerin, hält davon wenig. Und so muss sich Posy mit dem unverschämtesten Kerl Londons rumschlagen, der leider aber auch sehr attraktiv ist. Um ihren Frust über ihn loszuwerden, schreibt sie selbst einen Liebesroman – mit Sebastian als Held.

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Rezension – Fremdes Land Amerika

Quelle: Ullstein
Quelle: Ullstein

Fremdes Land Amerika | Ingo Zamperoni | Ullstein | erschienen 2016
Hardcover: ISBN 978-3-550-08142-2 | 20.-€
E-Book: ISBN 978-3-843-71440-2 | 16.99€
Leseprobe

Ingo Zamperoni, unter anderem durch seine Arbeit als USA-Korrespondent des ARD zum USA-Kenner geworden, versucht mit diesem Buch eine Brücke zwischen Deutschland und Amerika zu schlagen. Er geht auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede ebenso ein, wie auf die Zukunft der deutsch-amerikanischen Beziehungen und wie sie sich in Zukunft verändern werden.

Ein Land, gefühlt auf Abwegen, verängstigt, orientierungslos – das Selbstbewusstsein der USA hat gelitten.
– 7% Kindle-Edition

Für Deutschland sind die deutsch-amerikanischen Beziehungen ein zentraler Bestandteil von Politik und Wirtschaft und auch zukünftig ein wichtiger Faktor. Wie in Amerika gewählt wird, betrifft die ganze Welt. Und nicht nur daran zeigt sich, dass amerikanische Angelegenheit sehr oft weltweit Auswirkungen haben. Dementsprechend wichtig erscheint es mir, sich über dieses Land zu informieren und auch, wie sich die Beziehungen dazu in Zukunft gestalten werden. Dieses Anliegen von mir hat nach der Wahl Trumps zum 45. US-Präsidenten an Dringlichkeit nur zugenommen.
Mit Fremdes Land Amerika hat man ein Buch in den Händen, dass es schafft, einen Überblick über aktuelle Ereignisse und Entwicklungen in den USA zu geben, dabei die Mentalität der Amerikaner besser zu erklären und doch auch die Beziehungen zwischen Deutschland und Amerika nicht aus den Augen zu verlieren.

Nachhaltige Veränderung beginnt im Kopf.
– 16% Kindle-Edition

Mir hat gut gefallen, dass Zamperoni auf viele Mechanismen in den USA, wie zum Beispiel das Wahlsystem, eingeht, denn oftmals erschließen sich diese nicht auf den ersten Blick, gleichzeitig haben sie aber große Auswirkungen auf das Land – das sieht man gerade wieder mit dem Wahlsystem und der aktuellen US-Wahl.
In diesem Zusammenhang geht er eben auch auf die Mentalitäten der Amerikaner ein, die uns eher selten einleuchten, sei es nun in Bezug auf Waffengesetze oder Obamacare. Ihm geht es aber nicht darum, aufzuzeigen, wo die Amerikaner (zumindest aus deutscher Sicht) an sich arbeiten müssten und wo die Unterschiede zwischen den USA und Deutschland liegen. Er zeigt auch viele Beispiele auf, an denen Deutschland sich orientieren und an sich arbeiten könnte und sollte – beispielsweise die höhere Bereitschaft zu spenden und in der Nachbarschaft zu helfen.
Ihm geht es vielmehr darum, die Gemeinsamkeiten zwischen den Ländern deutlich zu machen und dadurch auch deutlicher zu machen, dass wir auch in Zukunft und auch unter einem Präsidenten Trump zusammenarbeiten müssen. Anders sind internationale Krisen nicht in den Griff zu bekommen. Und auf Grundlage einer gemeinsamen Basis arbeitet es sich besser zusammen, als wenn man keinerlei Berührungspunkte hat.

Je verflochtener wir sind, desto sicherer leben wir. Lassen wir dagegen unsere Ängste vor der Bedrohung durch andere zu und schüre Isolationismus, können wir nur verlieren.
– 65% Kindle-Edition

Viele dieser Gemeinsamkeiten haben mich auch erschreckt, denn sie zeigen, dass in den Zeiten von Flüchtlingskrise und zunehmendem Nationalismus ein Rechtsruck, wie er sich mit der Wahls Trumps gezeigt hat, auch in Deutschland im Bereich des Möglichen liegt und wir sollten wohl erst einmal die Bundestagswahlen im nächsten Jahr abwarten, bevor wir über die Amerikaner urteilen.
Der für mich größte Pluspunkt liegt darin, dass Zamperoni immer wieder darauf eingeht, welche Auswirkungen wir in Deutschland spüren werden, bzw. wie wir auf aktuelle Entwicklungen reagieren. Dadurch wird nicht nur deutlich, wie sich Amerika verändert, sondern auch, inwiefern wir das zu spüren bekommen. In meinen Augen hat es sich allein dafür gelohnt, dieses Buch zu lesen. Nach der Wahl Trumps hat mich, wie wohl viele andere auch, besonders beschäftigt, inwiefern er wohl seine Wahlversprechen wahr machen kann und macht – und wie sich das auf uns auswirkt. Dieses Buch geht darauf zwar nicht explizit ein, schließlich war Trump zum Erscheinungstermin noch gar nicht gewählt, dennoch fühle ich mich nach dem Lesen beruhigter und vor allem besser informiert. Denn es zeigt, dass Trump nicht auf alles Einfluss hat und sich auch nicht ALLE amerikanischen Entwicklungen auf uns auswirken.
Obwohl der Fokus, wie gesagt, auf der deutsch-amerikanischen Beziehung liegt, richtet Zamperoni den Blick auch nach Asien, insbesondere China. Damit bekam ich zum einen das Gefühl, dass wirklich alles abgedeckt wird, was die Amerikaner gerade bewegt. Zum anderen habe ich nun das Gefühl, die Amerikaner doch ein Stückchen besser zu verstehen – nicht alles, was man auf der anderen Seite der großen Pfütze so treibt, aber doch die ein oder andere Sache mehr als vor der Lektüre.
Zamperoni gelingt zudem das Kunststück, viele trockene Fakten und sehr ernste Themen auf vergnügliche Art zu erzählen. Er garniert die Kapitel gerne mit Erlebnissen, die er gemacht hat. Einerseits hat dies natürlich die Sache aufgelockert, andererseits hat es mir auch gezeigt, dass die Themen, die er anspricht, wirklich viele Amerikaner betrifft. Denn ganz offensichtlich wird man in Amerika tagtäglich mit den unterschiedlichen Problemen und Angelegenheiten konfrontiert. Man merkt während des Lesens, wie die deutsch-amerikanischen Beziehungen letztendlich sehr persönlich für ihn sind (seine Frau ist Amerikanerin). Dadurch hebt sich das Buch von typischen Sachbüchern ab, denn auf einer persönlichen Ebene fühle ich mich eher angesprochen und kann mich auch leichter mit der Thematik identifizieren.

Wer sich über die aktuellen Entwicklungen in den USA informieren will und einen besseren Durchblick im Bezug auf das deutsch-amerikanische Verhältnis haben will, dem kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen.

Wie wichtig sind uns die Umsetzung demokratischer Prinzipien, der Pressefreiheit, der Menschenrechte?
– 66% Kindle-Edition

5SterneÜber Ingo Zameroni:
Zamperoni wurde 1974 in Wiesbaden geboren. Nach dem Abitur leistete er seinen Zivildienst im Radio Klinikfunk in Wiesbaden und begann 1994 sein Studium. In Koblenz, Berlin und Boston studierte er Amerikanistik, Jura und Geschichte. Nach dem Master arbeitete er auch in Washington im ARD-Studio. Ab 2002 war er für den NDR als Reporter und Autor tätig, übernahm später auch erste Moderationen. 2012 wechselte er zu den Tagesthemen und wurde dort nach dem Ausscheiden Tom Buhrows zum regulären Moderator. Seit 2014 ist er als USA-Korrespondent für die ARD tätig, ab Herbst 2016 soll er die Moderation der Tagesthemen übernehmen.
Er ist mit einer Amerikanerin verheiratet, sie haben drei Kinder.
Quelle: Buch, Wikipedia

Kaufen könnt ihr das Buch beim Ullstein Verlag oder auf bücher.de


Vielen Dank an NetGalley und den Ullstein Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Rezension – Realitätsgewitter

realitaetsgewitter
Quelle: Aufbau Verlag

Realitätsgewitter | Julia Zange | Aufbau | erschienen 2016
Hardcover: ISBN 978-3-351-03658-4 | 17,95€
E-Book: ISBN 978-3-8412-1172-9 | 12,99€
Leseprobe

Marla wirkt wie das Musterbeispiel einer deutschen Studentin: Sex, Drogen, eher wenig Uni, dafür viel Party, den Lebensstil lässt sie sich von ihren Eltern finanzieren, zu denen sie ansonsten kein Verhältnis hat und eigentlich weiß sie nicht so genau, wohin mit sich. Doch plötzlich bekommt ihre Fassade Risse und Marla fragt sich, ob das eigentlich wirklich ihr Leben ist, so wie sie es haben will. Eine Reise in ihre Heimat führt sie schließlich nach Sylt – immer auf der Suche nach sich selbst.

Marla ist schnell zu einer dieser Protagonisten geworden, zu denen ich ein ambivalentes Verhältnis habe. Einerseits konnte ich mich stellenweise gar nicht in sie einfühlen. Ihr Lebensstil unterscheidet sich zu stark von meinem und auch viele ihrer Ansichten konnte ich nicht teilen. Beispielsweise verstand ich nicht, wieso sie sich von ihren Eltern aushalten lässt – eine Sache, die mir zutiefst zuwider wäre. Sie lebt besonders zu Beginn ein Leben, das für mich niemals das Richtige sein könnte. Die Menschen, die sie um sich schart, entsprechen so gar nicht den Menschen in meinem Freundeskreis.
Andererseits fiel es mir oft erstaunlich leicht, mich in sie einzufühlen. Ihre verzweifelte Suche nach Zuneigung kann einen vermutlich gar nicht kaltlassen und bei der Konfrontation mit ihrer Mutter hat sie mir unglaublich leid getan.
Der Schluss war mir zu schwammig. Als sie von Sylt nach Berlin zurückkehrt, ist sie verändert, fühlt sich anders. Mir hat sich aber nicht erschlossen, was diesen Wandel bewirkt hat. Sie wirkt auf mich durchaus anders, entschlossener, mit sich selber eher im Reinen, als hätte sie etwas überwunden. Mir gefällt diese Marla ehrlich gesagt besser. Aber warum sie sich nun verändert hat, das wurde mir nicht klar.
Zudem hatte ich immer das Gefühl, dass die Autorin mir unbedingt etwas sagen will, die Moral von der Geschicht‘ quasi. Gleichzeitig hatte ich auch das Gefühl, dass ich einfach nicht auf diese Moral komme und kommen werde. Und das hat mich mit einer leichten Frustration zurückgelassen. Natürlich kann man sich dadurch seine eigenen Gründe zusammenreimen und sich möglicherweise auch eher mit Marla identifizieren. Aber ich bin und war kein „Zwischen den Zeilen lesen“-Typ. Daher hat mir das ein bisschen sauer aufgestoßen.

Marla und ihr Leben bieten die Möglichkeit, sich mit ihr zu identifizieren – sie scheint von allem etwas mitzunehmen. Der Schreibstil ist gut zu lesen und mit 157 Seiten ist es auch kein übermäßig dickes Buch. So ganz überzeugen konnte es mich allerdings nicht.

Tatsächlich habe ich gerade gar keine Ahnung, wo ich hingehöre, wer ich bin, was ich mit meinem Leben machen soll, ob alles eine Lüge ist oder ob ich eine Lüge bin.
– Marla (14% Kindle Edition)

4Sterne

Über Julia Zange:
Zange wurde 1987 geboren und studierte in Berlin Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation. Ihr erster Roman, Die Anstalt der besseren Mädchen, erschien 2008. Außerdem veröffentlichte sie mehrere Kurzgeschichten.
Julia Zange ist auch als Schauspielerin tätig und debütierte als Hauptdarstellerin in dem Film Mein Bruder Robert, der 2017 erscheinen wird.
Quelle: Wikipedia

Live erleben kann man die Autorin am 17. und 24. November in Berlin. Mehr Infos dazu auf der Website des Aufbau Verlags.

Weitere Meinungen zum Buch:


Vielen Dank an NetGalley und den Aufbau Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Rezension – Von Krösus lernen, wie man den Goldesel melkt

Von_Krösus_lernen_wie_man_den_Goldesel_melktVon Krösus lernen, wie man den Goldesel melkt | Sebastian Schnoy | Piper | erschienen 2016
ISBN 978-3-492-06055-4 | €15,- | 296 Seiten
Leseprobe

In diesem Buch unternimmt Schnoy, Kabarettist und Schriftsteller, einen Streifzug durch die Geschichte des Geldes. Er geht nicht nur auf die Herkunft desselben ein, sondern auch auf Absurditäten, die unsere Finanzwelt beinhaltet, sowie verschiedene Systeme, wie den Kommunismus, und deren Scheitern – oder auch nicht.

Ich bin ein großer Fan von Büchern, die mir mit Humor ein Thema näherbringen – und das gelingt in diesem Buch wunderbar.
Das es sich um ein Sachbuch handelt, merkt man kaum, denn Schnoy packt das Thema auf so vergnügliche Weise an, dass es sogar Spaß macht, über die Feinheiten des Kapitalismus zu lesen.
Schnoy geht auf viele unterschiedliche Themen ein: die Erfindung des Geldes, Zinsen, Schulden, die Börse, verschiedene Finanz- und Wirtschaftssysteme. Gut gefallen hat mir, dass es eben nicht nur um die Geschichte des Geldes geht, sondern auch auf Dinge eingegangen wird, von denen man heute ständig hört – und die mir größtenteils dennoch unverständlich waren. Nach der Lektüre dieses Buches habe ich das Gefühl, ein bisschen besser durchzublicken, was die heutige Finanzwelt angeht. Schon dafür lohnt es sich, dieses Buch zu lesen. Aber auch für die locker-leichte Sprache und den oft trockenen Humor  ist es dieses Buch wert, gelesen zu werden. Die letzten zwei Dinge sorgen auch dafür, dass man nur so durch die Seiten fliegt.
Dabei lässt er immer wieder Lebensweisheiten hören, oft nicht ganz ernst gemeint; beispielsweise wenn er als Indikatoren für eine Finanzkrise die Fertigstellung eines viel beachteten Hochhauses sowie sein Einsteigen in eine Aktie nennt. Aber viele Dinge haben mich doch auch sehr nachdenklich gemacht:

Jeder darf sein Halbwissen und Unwissen aufs Neue verbreiten, das macht die Demokratie aus. Sie ist die permanente Suche nach der Wahrheit und jeder Depp darf mitreden.
– S. 294

Er geht auf viele sehr aktuelle Entwicklungen ein, das macht für mich einen Reiz des Buches aus. Man lernt einen humorvollen und doch ernst gemeinten neuen Standpunkt kennen. Ich halte es für wichtig, sich über verschiedene Standpunkte zu informieren, bevor man seinen Senf zu einem Thema dazugibt. Hier hatte ich das Gefühl, dass dies der Fall ist.

Alles in allem ist Von Krösus lernen, wie man den Goldesel melkt, ein unterhaltsames Sachbuch, das viele Themen leicht verständlich und mit viel Humor erklärt. Ich habe nach der Lektüre das Gefühl, tatsächlich ein Stück schlauer zu sein und etwas gelernt zu haben.

Was sind unsere Werte, die unveräußerlich sind und nicht zum Verkauf stehen, egal welcher Preis geboten wird?
– S. 271

5SterneÜber Sebastian Schnoy:
Schnoy wurde 1969 in Hamburg geboren. Nach Abitur und Zivildienst studierte er Sozial- und Wirtschaftsgeschichte sowie Politik und Psychologie in Hamburg, machte aber keinen Abschluss. Als Stand up-Comedian betätigte er sich von 1997 an. Er hat deutschlandweit großen Erfolg mit seinen Kabarettprogrammen, die sich auf humorvolle Weise der Geschichte annehmen. Die Programme hat er auch in Büchern umgesetzt.
Zusammen mit seiner Frau und den zwei Kindern lebt Schnoy in Hamburg.
Quelle: Wikipedia

Kaufen kann man das Buch bei buecher.de


Vielen Dank an den Piper Verlag und Vorablesen.de für dieses Rezensionsexemplar!